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versus X

Live at the Spirit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: live; RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Arne Schäfer Vocals, Electric & Acoustic Guitars
Ekkehard Nahm Keyboards
Uwe Völlmar Drums, Percussion
Jörg Fischer Bass

Tracklist

Disc 1
1. Curtain call 17:00
2. Strange attractor 12:15
3. To go free 9:49
4. The mirror of division 21:49
Gesamtlaufzeit60:53


Rezensionen


Von: Kristian Selm (Rezension 1 von 3)


Das "Spirit of 66" in Verviers (Belgien) ist eine der wahren Kultstätten für Prog-Livekonzerte. Ob bekannte oder unbekannte Bands, der rührige und engagierte Inhaber Francis Géron gehört zu jenen Idealisten, die fast jeder qualitativ ansprechenden Band eine Chance geben, bei ihnen aufzutreten. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch endlich mal ein Livealbum direkt im Club aufgenommen wird, der besonders für seinen ausgewogenen und nicht zu lauten Livesound bekannt ist.

Auf "Mind Volume 2" von Isildurs Bane gab es immerhin bereits kurze Soundschnipsel aus dem "Spirit" zu hören, aber Versus X machen mit einem über einstündigen Ausschnitt von ihrem am 7.Oktober 2001 mitgeschnittenen Gigs in Belgien als erste eine durchgehende Liveaufnahme. Das Quartett aus dem Frankfurter Großraum ist bekannt dafür, sich nicht gerade mit kurzen Songs zu begnügen und so enthält auch "Live at the Spirit" lediglich vier Songs, verteilt auf die drei bis dato erschienenen Studioalben. Umrahmt von Ansagen in Englisch und Französisch sowie von einem - wie fast immer - sehr enthusiastisch reagierenden Publikum können die Longsongs auch in der Liveumsetzung überzeugen und dokumentieren die handwerkliche und kompositorische Klasse von Versus X.

Diese spielen definitiv keine Musik, die man beim ersten Anhören in all ihren Nuancen sofort durchschaut; dafür sind die Titel einfach zu komplex und abwechslungsreich. Stattdessen gehören Versus X zu jener Sorte von Bands, deren Musik man sich langsam erarbeiten muss, dafür aber keineswegs bzgl. des Zeitaufwands enttäuscht wird, man vielmehr seine Belohnung durch langanhaltenden Musikgenuss erfährt. Der Großteil des Materials bewegt sich im rein instrumentalen Bereich, wobei sich hier vor allem der hervorragende Keyboarder Ekkehard Nahm in den Vordergrund spielt, im Wechsel mit dem variationsreichen Stil von Gitarrist / Sänger Arne Schäfer. Doch auch die Rhythmustruppe Jörg Fischer (Bass) und Uwe Völlmar (Schlagzeug) legt mehr als nur ein solides Rhythmusgeflecht als Basis.

Ob harte oder eher lyrische Passagen, sinfonischer Bombast oder verschachtelte Passagen, Versus X bauen sich aus den verschiedensten Zugaben ihre eigene musikalische Welt zusammen, die dennoch homogen und eigenständig wirkt. Da es kein neues oder unveröffentlichtes Material zu hören gibt, ist "Live at the Spirit" vor allem ein Album für die Fans der Band, allen anderen seien ihre Studioalben wärmstens empfohlen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.6.2006
Letzte Änderung: 29.6.2006
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Wenn ich eine Band als Referenz dafür angeben müsste, warum ich so gerne "Progressive Rock" höre, dann wäre das wahrscheinlich keine von den üblichen Verdächtigen aus den 70er Jahren, sondern... versus X!

Warum? Diese Band treibt es mit dem auf die Spitze, was ich so liebe und an "unserer" Musik so schätze: Ausladende, epische Kompositionen, die wie Landschaften wirken. Filigran, bedächtig, dann aber auch heftig und aggressiv entwickeln sich die Pfade durch diese Klang-Landschaften mal auf geraden Wegen, dann wieder über Stock und Stein. Aber auch aus der gemächlich schwebenden Perspektive eines Ballons, nur um im nächsten Moment wie ein Überschall-Jet abzudüsen. Unerwartete Wendungen, im Nichts verlaufende Spuren und doch wiederkehrende Melodiebögen. Ein komplexes Rhythmusgeflecht, das aber doch genug Druck aufbaut, um die Songs dynamisch voranzutreiben. Ausladende Gitarren- / Keyboardduelle, das alles hält den Hörer beständig in Atem.

versus X zeichnet alles das aus. Und sie können das faszinierenderweise auch in perfekter Form live darbieten. Ich konnte das schon auf der Freakshow 2004 erleben, wo mich versus X als Auftaktband gleich so richtig weggefönt haben. Einen Eindruck von dieser Livepräsenz kann man sich nun mit "Live at the Spirit" nach Hause holen.

"Cutting The Veil" ist einer der besten Longtracks, den ich so kenne. Und selbst der mir bisher unbekannte Song "To go free" vom ersten Album, kommt live sehr eindrücklich (vor allem mit erstaunlich aggressiven Tastenparts) daher. Schade, dass es kein wirklich neues Material zu hören gibt. Auf der Freakshow haben versus X seinerzeit immerhin einen superben neuen Track vorgestellt (wieder im zweistelligen Minutenbereich ;-) ). Aber leider hat sich albumtechnisch seitdem nichts getan.

Falls jemand versus X noch nicht kennt und er sich für ausladenden, schwelgerischen, verspielten, hochkomplexen, modernen Prog interessiert, der sollte sich dringend mit diesem Livealbum und vor allem mit den nicht minder hervorragenden Studioalben der Band beschäftigen.

Anspieltipp(s): Alles in einem hören ist Pflicht!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.7.2006
Letzte Änderung: 14.7.2006
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 3 von 3)


Da ich noch ganz unter dem Eindruck des versus X-Konzertes am vorgestrigen Freitag in Gießen stehe, setze ich mich jetzt einmal hin und schreibe diese (von meiner Seite aus) längst überfällige Rezension zum Mitschnitt eines Konzertes im "Spirit of 66" in Verviers anno 2001. Gewiss, diese beiden Auftritte sind nur bedingt vergleichbar, wurde zwischendurch doch die halbe Band ausgetauscht. Andererseits bin ich als Wiederholungstäter auch schon vor 2001 bei Auftritten der Band dabei gewesen.

Ähnlich wie Kristian (s.o.) würde auch ich sagen, dass diese CD in erster Linie für die Fans der Band von Interesse sein dürfte. Andererseits bekommt man hier einen "Querschnitt" durch ihr Schaffen geboten, daher könnte sie also auch für Einsteiger interessant sein, zumal sich die Songs nicht wesentlich von ihren Studiopendants unterscheiden. Allenfalls werden sie etwas druckvoller dargeboten, was gelegentlich zu Ungenauigkeiten im Vortrag führt. Aber darüber kann man ob des mitreißenden Spiels großzügig hinwegsehen.

Beim Konzert in Gießen haben versus X übrigens ihr neues Album komplett gespielt. Dieses sollte in etwa einem Monat erhältlich sein. Näheres dazu demnächst an gleicher Stelle.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.4.2007
Letzte Änderung: 29.4.2007
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von versus X

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 versus X 9.00 2
1997 Disturbance 12.00 3
2000 The Turbulent Zone 11.50 2
2008 Primordial Ocean 11.75 4
2010 Live at Maximal (DVD) 11.00 1

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