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Dream Theater

Score - 20th Anniversary World Tour (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: live; mit Orchester; DVD; Dokumentation; Progmetal
Label: Warner Music Vision
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

James LaBrie vocals
John Petrucci guitars
John Myung bass
Mike Portnoy drums, percussion
Jordan Rudess keyboards
The Octavarium Orchestra

Tracklist

Disc 1
1. The root of all evil
2. I walk beside you
3. Another won
4. Afterlife
5. Under A Glass Moon
6. Innocence faded
7. Raise the knife
8. The spirit carries on
9. Six degrees of inner turbulence
10. Vacant
11. The answer lies within
12. Sacrified sons
13. Octavarium
14. Encore: Metropolis Pt. 1
Disc 2
1. Bonus material


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Es gibt diesen Spruch "Wenn's am schönsten ist, soll man aufhören" – jeder kennt den Satz, aber keiner hält sich dran. Das ist auch kein Wunder, denn es weiß ja vorher und in dem Moment niemand, wann der schönste Moment gekommen ist, und sei er auch noch so schön: alle denken, er wird sich schon irgendwie wiederholen lassen.

Dream Theater haben sich bisher kaum oberflächlich wiederholt – aber diesen besagten Punkt haben sie schon oft erreicht:

Ihre Fans hätten schon mehrfach denken können, dass der Höhepunkt da ist, zumindest was die Konzertveröffentlichungen auf DVD bzw. Video betrifft: "Live at the Marquee" war sicherlich noch eine Initialzündung, aber schon "Once in a lifetime" wirkte wie ein Punkt, von dem aus es nach oben kaum noch weitergehen konnte, und mit "Metropolis" und "Budokan" hätte längst das Ende der Fahnenstange erreicht sein können. Es ist ja gefährlich, immer wieder solche Mammut-Veröffentlichungen auf den Markt zu schmeißen: leicht entsteht der Verdacht der rücksichtslosen Abzocke nach dem Gesetz der Serie, und die Vorab-Begeisterung der Fans droht nachzulassen, wenn eine Band ihre Präsenz übertreibt. Meine Mutter pflegte zu dem Thema zu sagen: "Wenn du willst was gelten, mache dich selten!"

Das scheint aber nicht in der Natur von Dream Theater zu liegen. Im Gegenteil: sie rechneten nach und stellten fest, dass sie 2005 ein zwanzigjähriges Jubiläum hatten – wenn sie ihre Anfänge als "Majesty" mitzählten –, und außerdem ließ die Veröffentlichung ihres "Octavarium"-Albums eine Tour ratsam erscheinen, hatten sie doch bisher schon oft ihre Releases auf diese Weise gekrönt. Also gingen sie auf eine ausgedehnte Welttournee und verewigten deren Abschlusskonzert in New York auf 2 DVDs.

Die erste DVD enthält das komplette Konzert, in dem sich die Band über eine Dauer von zwei Stunden und vierzig Minuten selbst feiert, und das mit der Dramaturgie eines Hollywood-Blockbusters; kein Wunder, dass das New Yorker Publikum voll darauf anspringt. Nach der Aufheiz-Einleitung mit zwei Titeln von "Octavarium" schlägt das Programm des Abends den Weg in die Vergangenheit ein und rollt von frühen "Majesty"-Tagen an die Dream-Theater-History auf: Beginnend mit "Another won" von Majesty wird jedes Album (außer der Zwischendurch-Veröffentlichung "A change of seasons") anhand eines repräsentativen Songs vorgestellt, auch eine Rarität ist dabei ("Raise the knife", ein Song aus den Sessions zu "Falling into infinity"), bis die Reise schließlich den aktuellen Longtrack "Octavarium" erreicht. Und da zu diesem Anlass nicht gegeizt werden darf, wird außerdem nicht nur der albumfüllende Longtrack "Six degrees of inner turbulence" in vollständiger Länge dargeboten, er erhält zur Unterstützung sogar ein echtes Symphonieorchester, wie er es m. E. von Anfang an hätte haben sollen (unter uns: ich hatte beim ersten Hören des Studio-Albums noch ernsthaft geglaubt, da spiele bereits ein Orchester ;-)). Und dieses Symphonieorchester bleibt danach auch bis zum Schluss dabei, gibt sogar der Zugabe "Metropolis Pt.1" einen nie gekannten Glanz – wodurch das ganze Event den Stempel eines Monumental-Festspiels bekommt.

Und in dieser Show der unbegrenzten Möglichkeiten findet sich am Rande ein Hinweis, der durch Auslassung erreicht wird: Dream Theater verabschieden sich allmählich von den Songs, die bisher immer von ihnen erwartet wurden: in der Setlist ist nicht eine der alten Singles dabei, schon gar nicht das bisher völlig unvermeidliche "Pull me under". Und dennoch funktioniert's: das Spektakel ist so sinnes- und abendfüllend, dass das Fehlen dieser Klassiker vielleicht nicht einmal auffiel.

Es ist ja kaum zu beschreiben, wie hier geklotzt wird und wie die Musiker es schaffen, über einen so langen Abend hinweg ihren unbeschreiblich prallen Einsatz zu bringen; bei Dream Theater ist es ja immer so, dass jedes Bandmitglied ein Hauptdarsteller seiner Show im Dienste des Ganzen ist – es gibt in diesem Sinn keinen "Frontmann". Und wenn diese Profis nun nach zwanzig Jahren (da müssen sie ja mindestens 30 sein ;-)) immer noch eine solche Tour de Force hinlegen, ist die Frage nicht ganz abwegig, wann denn nun der Höhepunkt da ist, an dem man zumindest kürzer treten sollte, und sei's nur aus der Erkenntnis heraus, dass der Status Quo ohnehin nicht mehr zu toppen geht. Aber dieses Konzert-Dokument gibt jedenfalls noch keinen Wink in eine solche Richtung, also bleiben wir wider jede Vernunft optimistisch...

Zum Schluss noch ein paar Randbemerkungen: die Soundqualität ist natürlich so topp, wie man das erwarten darf! Mir fiel nur auf, dass Portnoys Drumsound in der Abmischung fast ein wenig hinter Myung's Bass zu verschwinden droht. Das kann aber auch an meinem Fernseher liegen; ich habe keine 5:1-Anlage.

Freilich (!) gibt es noch eine zweite DVD mit etwa einstündiger Dokumentation dazu, die ganz passend zur Gestaltung der Setlist des Konzerts die Geschichte der Band von ihren Anfängen bis heute darstellt, natürlich mit vielen Interviews; außerdem finden sich auf dieser Scheibe noch 3 Liveaufnahmen aus Portnoys Archiven und ein witziger Animationsfilm, der z.B. Jordan Rudess als Zauberer (!) zeigt (obwohl er inzwischen doch eher wie Vin Diesel aussieht...;-)).

Und wie immer kommt das Konzert auch neben diesem Release als CD-3er-Pack auf den Markt. Aber das war wohl selbstverständlich...

Und das erscheint alles Ende August 2006.

Anspieltipp(s): undenkbar – es geht ja auch keiner für einen einzigen Song in ein Konzert, um danach zu verschwinden...
Vergleichbar mit: Blockbuster-Overkill
Veröffentlicht am: 12.8.2006
Letzte Änderung: 8.10.2013
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Dream Theater

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1986 Majesty - the official 1986 Demo 9.00 1
1989 When Dream And Day Unite 11.00 3
1992 Another day (Single) - 1
1992 Images and Words 12.00 4
1993 Live at the Marquee 7.00 1
1994 Lie (Single) - 1
1994 The silent man (Single) - 1
1994 Awake 12.33 3
1995 A Change Of Seasons 9.50 2
1997 Falling Into Infinity 6.00 2
1997 Hollow years (Single) - 1
1998 Once In a LIVEtime 7.67 3
1999 Metropolis Pt. II - Scenes From a Memory 12.00 7
2000 Through her eyes (Single) - 1
2001 Metropolis 2000: Scenes From New York 11.00 1
2001 Live Scenes From New York 10.00 1
2002 Six degrees of inner turbulence 6.00 3
2003 Train of thought 9.67 6
2003 Master of Puppets (Official Bootleg) 10.00 2
2003 The Number of the Beast (Official bootleg) 8.00 2
2004 Live at Budokan 10.50 2
2004 When dream and day reunite (Official bootleg) 11.00 1
2004 Live at Budokan (DVD) 12.00 1
2005 Dark Side of the Moon (Official bootleg) 9.00 2
2005 Octavarium 10.29 7
2006 Score - 20th Anniversary World Tour 7.00 1
2006 Made in Japan (Official bootleg) 10.00 1
2007 Systematic Chaos 8.00 4
2008 Chaos in motion 2007-2008 10.00 1
2009 Black Clouds & Silver Linings 10.00 2
2009 Uncovered 2003-2005 (Official bootleg) 8.00 1
2011 A Dramatic Turn of Events 11.80 5
2013 Dream Theater 8.67 3
2013 Live at Luna Park 13.00 1
2016 The Astonishing 8.50 3

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