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Acid Mothers Temple

IAO Chant from the Cosmic Inferno

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005 (unter dem Bandnamen "Acid Mothers Temple & The Cosmic Inferno)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Psychedelic; Spacerock
Label: Ace Fu Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tabata Mitsuru bass, chant, maratab
Higashi Hiroshi electronics, dancin'king
Shimura Koji drums, latino cool
Okano Futoshi drums, god speed
Kawabata Makoto guitar, chant, hurdygurdy, speed guru

Tracklist

Disc 1
1. OM Riff From The Cosmic Inferno 51:25
Gesamtlaufzeit51:25


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Ich glaube (ich hoffe), jeder Musikfreund kennt dies: Auf einer Platte gibt es einen Moment, sei es ein Riff, eine Harmoniefolge, eine Gesangspassage, eine Phrase eines Solos, der solche Verzückung hervor ruft, dass man sich wünscht, dass er niemals aufhöre, einen Moment, bei dem man wieder spürt, warum man Musik liebt, der Kraft und Magie hat, der die Zeit stillstehen läßt - leider nur scheinbar. Denn irgendwann ist auch die schönste Stelle vorrüber gezogen. Eventuell handelt es sich nur um ein paar Sekunden, vielleicht sogar nur einen Bruchteil einer Sekunde. Wenn man Glück hat, dann um eine ausgedehnte Passage (doch auch hier steckt das unvermeidliche "Vorrübergehen" schon im Begriff).

Einer dieser langen Momente ist Gongs Spacerock-Klassiker "Master Builder" von "You", eine treibende, ekstatische Nummer, die selbst mit gut sechs Minuten Laufzeit viel zu kurz geraten ist. Das muss sich auch Gitarrist Kawabata Makoto gesagt haben, und als Musiker ist er in der Lage, sich solche Momente mit ein bisschen Glück selbst schaffen zu können. Und so nahm er 2005 mit der damals neuesten Inkarnation seines japanischen "Acid Mothers Temple"-Ensembles ("Acid Mothers Temple and the Cosmic Inferno") eine 51minütige Variation des Om-Riffs auf: "Om Riff from the Cosmic Inferno", das einzige Stück auf der Platte namens "IAO Chant from the Cosmic Inferno".

Es gibt oberflächlich betrachtet zwei Möglichkeiten für das, was dabei herauskam: Entweder handelt es sich dabei um ein Langeweile-Desaster von - nomen est omen - kosmischen Ausmaßen oder einen der längsten musikalischen Orgasmen aller Zeiten.

Aber natürlich gibt es zwischen diesen beiden Extremen jede Menge mögliche Abstufungen, und gottseidank - und natürlich - fällt "IAO Chant from the Cosmic Inferno" genau in diese, mit der guten Nachricht, dass das Ganze eher in Richtung Orgasmus als in Richtung Desaster tendiert. Vielleicht wäre sogar der endgültige musikalische Orgasmus drin gewesen, aber dafür passt (für mich) vor allem eines nicht: das Tempo. Dies "Acid Mothers Temple" gehen das Om-Riff nämlich etwas zu schnell an, wodurch sich ein gewisses Hektik-Gefühl einstellt, dass dem entrückten Entschweben abträglich ist. Trotzdem stellt sich beim durchgängigen Anhören der 51 Minuten ein nahezu unvermeidlicher Trancezustand ein: Zwei Schlagzeuger peitschen erstaunlich gut untereinander koordiniert die Musik voran, während darüber Kawabata mit der ekstatisch jubilierender Gitarre soliert, umschwebt von wabernden, blubbernden Synthesizer-Teppichen.

Dabei wird nicht die komplette Laufzeit das eigentliche Om-Riff durchgehalten: nach ca. 11 Minuten verlässt die Band dieses, bleibt aber vorerst im flotten Rhythmusgefüge, agiert aber freier und verspielter, insbesondere Kawabata mit verschränkten mäandernden Gitarrenlinien im Duett mit sich selbst. Nach weiteren 8 Minuten wird der Rhythmus komplett aufgegeben und ein ruhiger sphärischer, spaciger Teil ganz ohne Schlagzeug, sondern nur mit sanften Gitarren-Tremolos und Keyboard-Klängen beginnt, eine dann dringend benötigte Atempause. Danach setzt die komplette Band wieder ein, jetzt aber mit einem schwereren Rhythmus in halbem Tempo, dazu gequält jaulende Gitarrenfreakouts und etwas offensiveres Synthie-Geblubber, bevor nach einer weiteren, diesmal choralen Ruhepause das Om-Riff langsam wieder eingeführt und damit das Tempo wieder angezogen wird und die letzte Viertelstunde ganz der kollektiven, psychedelischen Ekstase des "Om Riff from the Cosmic Inferno" gehört, das sich hin zu einem schrägen Freakout steigert.

Naja, irgendwie doch monströs orgasmisch. Aber - wie im "richtigen Leben" - nur für Hörer mit der entsprechenden Ausdauer...

Anspieltipp(s): haha
Vergleichbar mit: Gong auf Japanisch
Veröffentlicht am: 21.8.2006
Letzte Änderung: 22.8.2006
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Acid Mothers Temple

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Acid Mothers Temple & The Melting Paraiso U.F.O. 9.00 1
2000 Troubadours from another heavenly world 9.00 1
2001 Absolutely Freak Out (Zap Your Mind!!) 12.00 1
2002 In C 8.50 2
2002 Univers zen ou de zéro à zéro 11.00 1
2002 41st Century Splendid Man 11.00 1
2003 A thousand shades of grey 9.00 1
2003 Magical Power from Mars 10.00 1
2004 The Mantra of Love 6.00 1
2004 Minstrel in the Galaxy 10.00 1
2006 Starless And Bible Black Sabbath 9.00 1
2006 Have You Seen The Other Side Of The Sky? 11.00 1
2007 Nam Myo Ho Ren Ge Kyo 12.00 1
2007 Crystal Rainbow Pyramid Under The Sun 11.00 1
2008 Recurring Dream And Apocalypse Of Darkness 11.00 1
2009 Are We Experimental? 11.00 1
2010 in o to infinity 11.00 1
2012 Son of a Bitches Brew 11.00 1

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