IAO Chant from the Cosmic Inferno
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Tabata Mitsuru |
bass, chant, maratab |
| Higashi Hiroshi |
electronics, dancin'king |
| Shimura Koji |
drums, latino cool |
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| Okano Futoshi |
drums, god speed |
| Kawabata Makoto |
guitar, chant, hurdygurdy, speed guru |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
OM Riff From The Cosmic Inferno
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51:25
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| Gesamtlaufzeit | 51:25 |
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Rezensionen

Ich glaube (ich hoffe), jeder Musikfreund kennt dies: Auf einer Platte gibt es einen Moment, sei es ein Riff, eine Harmoniefolge, eine Gesangspassage, eine Phrase eines Solos, der solche Verzückung hervor ruft, dass man sich wünscht, dass er niemals aufhöre, einen Moment, bei dem man wieder spürt, warum man Musik liebt, der Kraft und Magie hat, der die Zeit stillstehen läßt - leider nur scheinbar. Denn irgendwann ist auch die schönste Stelle vorrüber gezogen. Eventuell handelt es sich nur um ein paar Sekunden, vielleicht sogar nur einen Bruchteil einer Sekunde. Wenn man Glück hat, dann um eine ausgedehnte Passage (doch auch hier steckt das unvermeidliche "Vorrübergehen" schon im Begriff).
Einer dieser langen Momente ist Gongs Spacerock-Klassiker "Master Builder" von "You", eine treibende, ekstatische Nummer, die selbst mit gut sechs Minuten Laufzeit viel zu kurz geraten ist. Das muss sich auch Gitarrist Kawabata Makoto gesagt haben, und als Musiker ist er in der Lage, sich solche Momente mit ein bisschen Glück selbst schaffen zu können. Und so nahm er 2005 mit der damals neuesten Inkarnation seines japanischen "Acid Mothers Temple"-Ensembles ("Acid Mothers Temple and the Cosmic Inferno") eine 51minütige Variation des Om-Riffs auf: "Om Riff from the Cosmic Inferno", das einzige Stück auf der Platte namens "IAO Chant from the Cosmic Inferno".
Es gibt oberflächlich betrachtet zwei Möglichkeiten für das, was dabei herauskam: Entweder handelt es sich dabei um ein Langeweile-Desaster von - nomen est omen - kosmischen Ausmaßen oder einen der längsten musikalischen Orgasmen aller Zeiten.
Aber natürlich gibt es zwischen diesen beiden Extremen jede Menge mögliche Abstufungen, und gottseidank - und natürlich - fällt "IAO Chant from the Cosmic Inferno" genau in diese, mit der guten Nachricht, dass das Ganze eher in Richtung Orgasmus als in Richtung Desaster tendiert. Vielleicht wäre sogar der endgültige musikalische Orgasmus drin gewesen, aber dafür passt (für mich) vor allem eines nicht: das Tempo. Dies "Acid Mothers Temple" gehen das Om-Riff nämlich etwas zu schnell an, wodurch sich ein gewisses Hektik-Gefühl einstellt, dass dem entrückten Entschweben abträglich ist. Trotzdem stellt sich beim durchgängigen Anhören der 51 Minuten ein nahezu unvermeidlicher Trancezustand ein: Zwei Schlagzeuger peitschen erstaunlich gut untereinander koordiniert die Musik voran, während darüber Kawabata mit der ekstatisch jubilierender Gitarre soliert, umschwebt von wabernden, blubbernden Synthesizer-Teppichen.
Dabei wird nicht die komplette Laufzeit das eigentliche Om-Riff durchgehalten: nach ca. 11 Minuten verlässt die Band dieses, bleibt aber vorerst im flotten Rhythmusgefüge, agiert aber freier und verspielter, insbesondere Kawabata mit verschränkten mäandernden Gitarrenlinien im Duett mit sich selbst. Nach weiteren 8 Minuten wird der Rhythmus komplett aufgegeben und ein ruhiger sphärischer, spaciger Teil ganz ohne Schlagzeug, sondern nur mit sanften Gitarren-Tremolos und Keyboard-Klängen beginnt, eine dann dringend benötigte Atempause. Danach setzt die komplette Band wieder ein, jetzt aber mit einem schwereren Rhythmus in halbem Tempo, dazu gequält jaulende Gitarrenfreakouts und etwas offensiveres Synthie-Geblubber, bevor nach einer weiteren, diesmal choralen Ruhepause das Om-Riff langsam wieder eingeführt und damit das Tempo wieder angezogen wird und die letzte Viertelstunde ganz der kollektiven, psychedelischen Ekstase des "Om Riff from the Cosmic Inferno" gehört, das sich hin zu einem schrägen Freakout steigert.
Naja, irgendwie doch monströs orgasmisch. Aber - wie im "richtigen Leben" - nur für Hörer mit der entsprechenden Ausdauer...
| Anspieltipp(s): |
haha |
| Vergleichbar mit: |
Gong auf Japanisch |
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| Veröffentlicht am: |
21.8.2006 |
| Letzte Änderung: |
22.8.2006 |
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