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One Shot

Ewaz Vader

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Zeuhl
Label: Le Triton
Durchschnittswertung: 10.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

James MacGaw Guitar
Emmanuel Borghi Keyboards
Phillipe Bussonnet Bass
Daniel Jeand'heur Drums

Tracklist

Disc 1
1. Ewaz Vader 10:32
2. Fat 15:38
3. I Had A Dream (part III & IV) 14:48
4. Missing Imperator 15:44
5. Blue Bug   (Bonus Video, Extrait Du Concert Live 2005 De One Shot) 12:38
Gesamtlaufzeit69:20


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 4)


Aus dem ursprünglichen einmaligen ("One Shot") Projekt um die aktuelle Magma-Rhythmusgruppe (minus Christian Vander) ist jetzt doch eine Band geworden, die seit sieben Jahren zusammen ist, immer wieder live spielt und 2006, wenn auch nach 5 Jahren Veröffentlichungspause, bereits ihr drittes Album vorlegt.

Im Vergleich zu "Vendredi 13" ist der damals noch deutlicher zu vernehmende Zeuhl-Einfluss auf "Ewaz Vader" zurück genommen. Stattdessen herrscht druckvoller und mitreissender elektrischer Jazzrock vor, der durch den kantigen Sound der Akteure die Seichtheiten vermeidet, in die Scheiben des Genres leider allzu oft absinken. Dazu trägt sicher auch der nobel-altertümliche Klang des E-Pianos bei, das meist das Keyboard-Fundament bildet, ergänzt durch mysteriöse Synthie-Klänge mit spacigem Charakter. Und James MacGaws spezieller Gitarren-Sound, oft an der Grenze zwischen Feedback und Flageolet, ist auch nicht immer Easy Listening.

Mit dem Titelstück gibt es eine treibende, beinahe hektische Eröffnungsnummer mit jeder Menge rhythmischem Druck in den nervösen Riffs von Keyboards und Gitarre, vorangetrieben von souverän pulsierendem Bass und Daniel Jeand'heur gleichermaßen kraftvoller wie verspielter Schlagzeug-Arbeit. Überhaupt hat sich Jeand'heur, der auf dem ersten One-Shot-Album noch ein wenig unsicher und vergleichsweise plump wirkte, in den letzten Jahren anscheinend zu einem eindrucksvoll hyperaktiven Schlagzeuger weiterentwickelt, was man auch auf dem "Pienza Ethnorkestra"-Album eindrucksvoll zu hören bekommt.

"Fat" schraubt dann das Tempo zurück, bewegt sich aber weiterhin im elektrifierten Jazzrock in der Nachfolge des spät-60er, früh-70er Miles Davis, nur rockiger, und die Stimmung bleibt drängend und vergleichsweise düster. "I Had A Dream/Part III Et IV" beginnt introspektiv und sanft, wird dann aber immeer drängender, bevor die Band in einen delirösen finalen Strudel gerät. In "Missing Imperator" werden die Riffs erst ein wenig rockiger, aber konterkariert durch kantig-schräge langgezogene Gitarren-Linien, bevor das Tempo wieder anzieht und MacGaw auf ein neues in eines seiner ekstatischen Soli ausbrechen darf. Überhaupt verstehen sich One Shot auf den unmittelbaren Wechsel zwischen wüsten Solo-Freakouts und disziplinierten, eng verschränkten Ensemble-Passagen, ohne dabei an Energie zu verlieren.

Als Bonus zum eigentlichen Album gibt es auf der CD noch ein Live-Video der "Vendredi 13"-Nummer "Blue Bug", und so wie "Ewaz Vader" zu einem runden Paket, einem Album, dass zeitlos das Versprechen des frühen Jazzrocks einlöst, Power und Instrumentarium des Rock mit dem improvisatorischen, solistischen Wesen und der erweiterten Harmonik des Jazz zu verbinden.

Anspieltipp(s): Ewaz Vader
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.9.2006
Letzte Änderung: 2.9.2006
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Kraftvoll. Brachial. Kantig. Mitreißend. Druckvoll. Beeindruckend.... Kollege Udo hat das Album "Ewaz Vader" schon ganz richtig beschrieben und mit dem Satz "Im Vergleich zu "Vendredi 13" ist der damals noch deutlicher zu vernehmende Zeuhl-Einfluss auf "Ewaz Vader" zurück genommen", die für mich wichtigste Information geliefert ;-)

One Shot habe ich vor einigen Jahren (War das 2001? Kollege Jochen meint, das war 2003, okay, da dürfte er recht haben) auf einem Freakshow-Konzert in Würzburg live gesehen. Damals dachte ich: Live recht nett, aber auch ziemlich anstrengend. Eine CD werde ich mir von denen nicht kaufen, denn sowas höre ich mir nicht mehr an.

Nun ein paar Jahre später, vielleicht auch weiter in der persönlichen musikalischen Entwicklung, sieht das anders aus. "Ewaz Vader" legt den Schwerpunkt aber auch deutlich auf Jazz-Rock. Das repetitive unterschwellige Gewusel vor allem im rhythmischen Bereich, was ich vor allem mit Zeuhl verbinde (und mir den Zugang zu dieser musikalischen Richtung verstellt), kommt zwar auch vor, aber nur vage vernehmbar, tatsächlich im Untergrund der Musik. So als Stilmittel eingesetzt wirkt das sogar sehr gut und sorgt für ständige Unruhe, die den Hörer beim Zuhören kaum mehr ruhig sitzen lässt.

Der Bass kommt knurrig-krachend um die Ecke und peitscht die Songs ordentlich voran. James MacGaw ist ein aussergewöhnlicher Gitarrist mit einem ganz eigenen, zuweilen kreischenden, Gitarrensound, der sich förmlich in die Gehörgänge bohrt. Ausserdem scheint er es am meisten zu geniessen die Fesseln von Magma mal abzulegen und steigert sich daher immer wieder in wilde Solo-Parts hinein. Dazu kommt das wuselige, aktive Schlagzeug und die virtuose Tastenarbeit. Ein ziemlich heftiges, beeindruckendes Gebräu.

One Shot können ohne wenn und aber losrocken, wie sie im Titelsong demonstrieren, aber auch aus lyrischen Momenten heraus eine unerträgliche Spannung aufbauen, die sich dann in ekstatischen Soli entlädt, siehe "I Had A Dream".

Ein kraftvolles Werk zum Ohren frei pusten!

Anspieltipp(s): die ersten 45 Sekunden von "Ewaz Vader" sollten reichen ;-)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.9.2006
Letzte Änderung: 1.10.2006
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Ja, so muss Jazzrock klingen! Treibend, fordernd, mit Ecken und Kanten, kein seichtes Fuzak-Gesäusel! Die Magma-Mannen zeigen, dass sie auch ohne ihren Ober-Kobaianer (und ganz ohne kobaianische Gesänge) mitreißende Musik fabrizieren können. Mit der Stammband hat das allerdings nicht mehr übermäßig viel gemein, nur ab und an finden sich ein paar zeuhlige Stellen, vor allem die beeindruckende Rhythmussektion sorgt für den Zeuhl-Einfluss.

Herrlich sind James MacGaws schrille Gitarreneinsätze, die dem Hörer das Geräusch eines Zahnarztbohrers plötzlich so richtig angenehm erscheinen lassen. Auch Emmanuel Borghi (der mich auf der aktuellen Magma-DVD immer irgendwie an Nosferatu erinnert) liefert einige wilde Eskapaden an E-Piano und Synthesizer.

Von dieser bemerkenswerten Band dürfen wir wohl noch einiges erwarten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.10.2006
Letzte Änderung: 10.10.2006
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 4 von 4)


Ja, so muss Jazz-Rock klingen! ... So klingt er allerdings auch schon seit mehr als 30 Jahren! Ich würde mich gerne meinen Vorrednern anschließen, doch kann mich "Ewaz Vader" nicht so begeistern wie diese. Was James Mac Gaw und Kollegen hier abliefern ist zwar sehr gut gemacht, druckvoll produziert und schwungvoll vorgetragen, doch leider auch ziemlich unoriginell. Wie es Udo weiter oben schon andeutet, klingt das hier Gebotene nicht viel anders als das, was vor allem die amerikanischen Miles-Davis-Adepten zu Beginn der 70er Jahre gemacht haben. Man höre z.B. "Hymn Of The Seventh Galaxy" von Return To Forever.

Natürlich klingen One Shot nicht genau gleich. Natürlich geht es hier etwas rauer und wilder zu. Doch im Grunde wärmen die vier Franzosen hier uralten, abgestandenen Kaffee auf. Man muss ihnen allerdings zugutehalten, dass sie ihn sehr heiß servieren!

"Ewaz Vader" bietet somit eine Art von Retroprog, besser Retrofusion, die zwar sehr überzeugend klingt, die mich, der ich lieber auf noch nicht so ausgetretenen Musikpfaden wandle, doch etwas enttäuscht hat. Den Vorgänger "Vendredi 13", mit seiner abwechslungsreichen Mischung aus schrägem Jazzrock und Zeuhl, fand ich doch interessanter. Natürlich haben One Shot auch dort nichts Neues erfunden, doch kam das Ganze um einiges ungewöhnlicher und fremdartiger aus den Boxen als hier. Wer sich ausgiebig mit Jazzrock und Fusion befasst hat, wird von "Ewaz Vader" bestimmt nicht überrascht, eher gelangweilt werden (wie der Rezensent). Kurz: Ich hatte mir mehr von dem Album erwartet.

Schlecht ist "Ewaz Vader" aber auch nicht. Jazzrock-Neulinge und ganz große Fans dieses Genres können bedenkenlos zugreifen. Viel besser als hier kann man diese Musik - in dieser Besetzung - wohl nicht darbieten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.11.2006
Letzte Änderung: 17.11.2006
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von One Shot

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 One Shot 9.50 2
2001 Vendredi 13 11.00 2
2008 "Dark Shot" 11.00 1
2010 reforged 11.00 1
2011 Live In Tokyo 11.00 1

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