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Beardfish

The Sane Day

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Rikard Sjöblom vocals / left speaker guitar / organ / keyboards / synthesizers / percussives
David Zackrisson right speaker guitar / synthesizer / vocals / live sfx
Robert Hansen bass / guitar / vocals
Magnus Östgren drums

Gastmusiker

Rasmus Diamant flute [A2]
Christa Jäderlund vocals [B11]
Lisa Marklund vocals [B11]

Tracklist

Disc 1
1. A Love Story 12:50
2. Sun Is The Devil 2:11
3. Mudhill 5:39
4. The Gooberville Ballroom Dancer 6:58
5. Igloo On Two   (Instrumental) 6:35
6. Tall Tales 9:29
7. The Basic Blues 5:21
8. The Summit 7:12
Gesamtlaufzeit56:15
Disc 2
1. The Sane Day   (Instrumental) 6:06
2. Blue Moon 4:40
3. Do You Remember Fun Mom   (Instrumental) 1:49
4. Return To Mudhill   (Instrumental) 4:24
5. Waiting Room 4:38
6. Miss Goobervile 0:33
7. Mystique Of The Beauty Queen 7:04
8. Love Revisited   (Instrumental) 2:55
9. Ask Someone Who Knows   (Instrumental) 7:55
10. Now 6:39
11. The Reason Of Construction And/Or Building A Pyramid   (Instrumental) 9:08
Gesamtlaufzeit55:51


Rezensionen


Von: Jürgen Meurer @ (Rezension 1 von 2)


Dass Skandinavien seit geraumer Zeit eine Prog-Hochburg darstellt, ist sicherlich keine neue Erkenntnis. Was mich immer wieder fasziniert, ist nicht nur die besondere Qualität vieler Bands aus diesen Breitengraden, die sich ja mittlerweile auch völlig zu Recht als feste Prog-Größen in der Szene etabliert haben, sondern auch die erstaunliche Vielzahl an neuen, hoch talentierten Bands, die immer wieder mal auftauchen.

Und ein neuer Name, den ich an dieser Stelle dringend nahe legen möchte, ist BEARDFISH. Gleich vorweg: dies ist keine Mischung aus Spock's Beard und Strangefish! Mit Neoprog hat dieses Doppelalbum schon mal gar nichts zu tun, Parallelen zu den Amerikanern kann man mit etwas Phantasie vielleicht über Umwege herstellen.

Die Musik der Schweden ist eindeutig von 70er Prog beeinflusst, aber die vorliegende Musik ist trotz dieser offensichtlichen Kategorisierung alles andere als angestaubt oder altbacken. Ganz im Gegenteil!

Und wer jetzt hoch-bombastischen Symphonik-Rock mit breit angelegten Keyboardflächen (mit dem in Schweden - und auch bei mir - so beliebten Mellotron) etc. erwartet, liegt schon mal ziemlich daneben. In gewissen Besprechungen gezogene Vergleiche mit Yes und Genesis kann ich gar nicht nachvollziehen, denn diese Bands höre ich hier auch nicht ansatzweise heraus. Stattdessen aber dann immer wieder mal doch eine andere Band, die mich in den 70ern schwer begeistern konnte, nämlich Gentle Giant. Dies liegt zum einen an manchen Gesangsarrangements, aber auch an Clavinet-bestimmte Parts, die bisweilen eingestreut sind und den Vergleich zu GG nahe legen.

Der entscheidende Pluspunkt dieses Albums ist für mich die Fähigkeit der Schweden, anspruchsvolle Musik mit witzigen Arrangements zu versehen. Die Songs sind peppig, und egal ob eher simple Nummern oder auch komplexe Parts, alles kommt absolut frisch aus den Boxen. Und auch der variable Gesang von Mastermind Rikard Sjöblum weiss zu überzeugen und sorgt dafür, dass sich der eine oder andere Song schließlich nachhaltig in den Gehörgängen festzusetzen vermag.

In "Mudhill" erinnert mich der Gesang gelegentlich an Ritual's Patrick Lundström, die witzigen Gitarrenparts belegen den Einfallsreichtum des Herrn Sjöblum, der übrigens für sämtliche Kompositionen verantwortlich ist. Das darauf folgende rockige "The Gooberville ballroom dancer" über einen "schmuddeligen motherf***er namens Dwight" (O-Ton) ist ein weiteres Beispiel für die Verspieltheit der Band. Sprechpassagen im Stile von Ernies Story in Grobschnitts Rockpommel's Land tauchen hier auf, dann wieder erinnern sie mich hier an Damon Shulmans ehemalige Band Different Trains.

Auch "Return to mudhill" auf der zweiten CD gehört mit einem starken Zusammenspiel von Tasten und Gitarre zu den Highlights des Doppelalbums, ebenso wie das anschließende "Waiting room", das mich ein wenig an die italienische 70er Band Maxophone erinnert.

Es wird eindeutig nicht auf Massenkompatibilität geschielt, denn Sjöblum lässt es sich nicht nehmen, die Gesangsparts bisweilen etwas zu überdrehen, aber andererseits schafft er es trotzdem scheinbar mühelos, dass sich bei den Gesangsmelodien schnell ein hoher Wiedererkennungsfaktor einstellt. Das hat zweifellos Qualität.

Nach dem ersten Hördurchgang dachte ich noch: okay, kein Symphonikbombast, stattdessen aber sympathisch-gewitzte Kompositionen. Die Tastenarbeit erschien mir zunächst etwas unauffällig, wobei ich anfangs fast ausschließlich Piano- und Hammondorgel wahrnahm, sowie die GG-artigen Clavinet-Passagen. Erst nach mehrmaligem Hören wurde mir bewusst, wie viel Arbeit hier im Detail gerade bei den Tasten investiert wurde, und dass hier doch immer wieder mal Synthesizer eingesetzt werden. Es ist halt kein vordergründiger Tastenbombast, der hier präsentiert wird, aber im Zusammenspiel mit der vorwiegend elektrischen Gitarre weiß Sjöblum diesbezüglich durchaus Akzente zu setzen.

Einige Nummern haben leichten Folk-Einschlag, andere fallen eher zappaesk aus, auch Purple-artige Orgelklänge sind zu hören. Es wird gelegentlich etwas gefrickelt, ohne dass allerdings der Schrägheitsfaktor beängstigend hoch ausfällt.

Zwischen beiden CDs sind keine Qualitätsunterschiede auszumachen, es fällt lediglich auf, dass es auf der zweiten CD wesentlich mehr Instrumentaltitel gibt. Texte bzw. Titel legen zumindest nahe, dass CD-übergreifend einiges zusammen gehört.

Völlig losgelöst von der schwedischen Prog-Szene sind Beardfish wohl übrigens nicht zu sehen, denn ihre "thank you"-Liste legt nahe, dass es zumindest eine Verbindung zu den Musikern von Paatos und Anekdoten gibt.

Ein gelungenes Album, das mir sehr viel Spaß bereitet! Da es sich bei "The sane day" bereits um ihr zweites Werk handelt, werde ich mich jetzt wohl mal um die Beschaffung des Erstlings kümmern müssen. Und da die vorliegenden Songs aus den Jahren 2004 und 2005 stammen, darf man in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft wohl das nächste Album erwarten.

Anspieltipp(s): A love story, Mudhill, The Gooberville ballroom dancer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2006
Letzte Änderung: 7.3.2012
Wertung: 11/15
mit Tendenz zu 12

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Zunächst einmal handelt es sich bei The Sane Day eindeutig um ein Konzeptalbum. Ausgehend von einer gescheiterten Liebesbeziehung geht der Protagonist auf eine seltsame Reise, auf der ihm etwa Menschen mit Hundeköpfen begegnen. Was uns die Story sagen will, weiß ich leider auch nicht so ganz genau, aber das geht mir mit anderen Konzeptalben, z.B. The Lamb lies down on Broadway, ähnlich. Was aber nicht das Schlechteste ist, sondern phantasieanregend.

Apropos The Lamb. Insgesamt lässt sich das Album musikalisch keinesfalls auf irgendeinen Klassiker des Prog reduzieren. Aber der Opener A Love Story und auch das folgende folkige Sun is the Devil wecken musikalisch doch schon Genesis-Assoziationen von Foxtrot bis The Lamb. Der Gesang selbst klingt zwar nicht nach Gabriel, aber die Intonation häufig schon.

Hiervon ausgehend vollzieht sich dann Zug um Zug die stetige Ablösung von der Prog-Klassik, ohne jemals den Bezug zur progressiven Rockmusik der 70-er aufzugeben. Es kommen musikalisch Momente hinzu, die mich an Liquid Scarlet denken lassen, aber auch diese Assoziation schwindet. Beardfish entwickeln tatsächlich ihren eigenen Stil, der auf der 2. Seite auch u.a. um jazz-proggige (nicht jazzrockige) Elemente angereichert wird. Da wird mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, da werden vielfältige Stileinsprengsel verwendet, die aber von dem Gebrauch der Instrumente immer im Soundkosmos der 70-er bleiben, ohne aber je langweilig zu werden.

Und genau das ist die große Stärke von The Sane Day: eine gewaltige Vielfalt von Ideen wird zu einem Soundkosmos verwoben, der - soweit es mich betrifft - doch eine eigene Identität schafft. Da macht das Zuhören Spaß und es gibt eben immer etwas Neues zu entdecken.

Das Album ist zwar eine Doppel-CD, aber es hat eigentlich mehr die Länge einer gut ausgefüllten Doppel-LP (110 Minuten). Füllmaterial kann ich nicht ausmachen. Das hat alles Hand und Fuß. Sicherlich könnte da noch (qualitativ) mehr sein. Aber das sehe ich eher als Erwartung auf zukünftige Geniestreiche, denn als Ärgernis. Für mich ein rundes Album, das zeigt, dass der Retroprog noch nicht am Ende ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.10.2006
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Beardfish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Fran En Plats Du Ej Kan Se 10.00 1
2007 Sleeping In Traffic: Part One 12.00 1
2008 Sleeping In Traffic: Part Two 11.40 5
2009 Destined Solitaire 11.50 4
2011 Mammoth 11.00 2
2012 The Void 10.75 4
2015 + 4626 - Comfortzone 11.00 2

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