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Koenjihyakkei

Live at Doors (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Zeuhl
Label: Magaibutsu
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Yoshida Tatsuya drums, vocal
Sakamoto Kengo bass, vocal
Kanazawa Miyako keyboards, vocal
Yamamoto Kyoko vocal
Komori Keiko soprano sax, clarinet

Tracklist

Disc 1
1. Quidom
2. Vissqaguell
3. Becttem Pollt
4. Medley

1. Avedumma
2. Rissenddo Rraimb
3. Grembo Zavia

5. Nivraym
6. Aramidda Horva
7. Sunna Zarioki
8. Angherr Shisspa
9. Quivem Vrastorr
10. Rattims Friezz
11. Grahmbem Jorgazz
12. Fettim Paillu
13. Mibingvahre
14. Tziidall Raszhisst
15. Wammlica Iffirom
16. Pamillazze


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Die verrückten Japaner sind wieder da. Meister-Schlagzeuger Yoshida Tatsuya läßt nach ungewöhnlich kurzer Veröffentlichungspause (kaum ein Jahr ist seit "Angherr Shisspa" vergangen) ein neues Koenjihyakkei-Werk auf die Öffentlichkeit los. (Übrigens wurde im Sommer 2006 auch das vorher lange vergriffene Koenji-Meisterwerk "II a.k.a. Viva Koenji!" endlich auf CD wieder aufgelegt.)

Bei der im August 2005 aufgenommenen "Live at Doors" handelt es sich nach "Live at Star Pine's Cafe" um die zweite Live-DVD von Yoshidas abgedrehter Zeuhl-Combo. Die Besetzung ist die gleiche wie auf "Angherr Shisspa", also im Vergleich zur üppig besetzten "Live at Star Pine's Cafe" nur eine Sängerin, nur eine Keyboarderin (Kanazawa Miyako von Le*Silo) und kein Gitarrist, dafür eine Saxophonistin.

Aber Koenjihyakkei können auch nur zu fünft ordentlichen Krach veranstalten, keine Sorge. Natürlich ist der Sound wie schon auf "Angherr Shisspa" nicht mehr ganz so bombastisch überschwänglich wie auf früheren Aufnahmen. Stattdessen gibt es durch die Allgegenwart des Sopransaxophons eine stärker (free)jazzige Komponente, teilweise sogar angedeutete Ethno-Elemente. Dazu kommt, dass Kanazawa ihrem Keyboard vorwiegend - wie in ihrer eigenen Gruppe - Klavier-Klänge entlockt und nur ganz gelegentlich zu den üpppig-künstlichen Synthesizer-Sounds greift, die Koenjis vorhergehende Alben prägten. Trotzdem ist die Klanggestalt, von wenigen klassizistischen oder eher reinrassigen Jazz-Passagen abgesehen, immer noch voll und üppig. Wenn die Gruppe sich in der unnachahmlichen Weise in die kollektive Zeuhl-Ekstase von "Grembo Zavia" oder "Aramidda Horva" steigert, geht immer noch mitreissend die überdrehte Japan-Zeuhl-Post ab. Während Yamamoto Kyoko dabei mit ihrem opernhaften Organ die Führung übernimmt, helfen drei der restlichen Bandmitglieder beim typisch bizarren Chor-Gesang zwischen jubilierender Mehrstimmigkeit und delirösem Grollen in ebenso bizarrer Phantasiesprache mit, wie auch Yoshida immer wieder mal zu den bekannten hysterischen Falsett-Attacken in Vander-Manier aufbricht.

In der ersten Hälfte des Sets gibt es eine kleine Rundreise durch den Backkatalog der Gruppe, anschließend wird "Angherr Shisspa" komplett live dargeboten, wenn auch mit leicht veränderter Reihenfolge der Stücke. Dabei wirkt die Band auf der Bühne etwas lebhafter als die vorhergehende Besetzung; man sieht den Musikern hier tatsächlich an, dass die mit der zwar komplexen, verwirbelten und abgedrehten, aber eben ungemein treibenden Musik mitgehen - und zwar mühelos, allen voran immer noch Yoshida selbst, der in gewohnt geschmeidiger Manier die wildesten Rhythmusgebilde aufeinander türmt, die stellenweise nur aus Breaks zu bestehen scheinen, aber dennoch nie den Puls verlieren.

"Live at Doors" ist etwas weniger spartanisch aufgemacht als die Vorgänger-DVD. Zwar gibt es auch hier außer der reinen Konzertaufnahme im Stereo-Ton mit Kapitel-Anwahl keinerlei Extras (ich vermisse aber auch keine: Diese DVD ist eben ein Live-Album mit mehr als anderthalb Stunden Laufzeit mit dem Bonus, dass man das hervorragende Konzert nicht nur hören, sondern auch sehen kann), aber immerhin gibt es zwei (statt nur einer) Kameraperspektiven: Eine statische Totale und eine Kamera, die sich auf kleine Untergruppen oder einzelne Musiker konzentriert. Diese ist wie die Totale von der Galerie aufgenommen und schwenkt leider stellenweise etwas hektisch und wacklig zwischen den verschiedenen Blickwinkeln hin und her. Die Bildqualität ist aber in Ordnung, und die Qualität des sehr transparenten Sounds sowieso einwandfrei. Nur das japanische Publikum ist - wie aber oft auf japanischen Live-Aufnahmen - praktisch nicht zu hören, und zu mehr Gefühlsregungen als ein wenig dezentes Kopfnicken und Wippen lässt sich auch die sichtbare erste Reihe kaum hinreißen.

Aufgemacht ist die DVD als einfaches, aber stilvolles Papp-DigiPack mit etlichen "Szenen-Photos", bei dem die DVD aber in eine einfache Papp-Lasche eingesetzt ist, was bei häufigem Herausnehmen leider leicht zu Verkratzungen des Silberlings führen kann. Und solche wären zu schade, denn der abgedrehte koenji'sche Zeuhl-Überschwang dürfte Fans und solche, die es noch werden wollen, dazu animieren, sich "Live at Doors" öfter als nur ein oder zweimal anzusehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.9.2006
Letzte Änderung: 21.12.2006
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Koenjihyakkei

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Hundred Sights of Koenji 10.00 3
1997 II 13.00 2
2001 Nivraym 12.00 2
2003 Live at Star Pine's Cafe (DVD) 12.00 1
2005 Angherr Shisspa 12.00 3
2008 070531. Live at Starpine's Cafe 13.00 1
2018 DHORIMVISKHA 13.00 1

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