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Bruford

Rock Goes To College (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006 (Aufnahme von 1979)
Besonderheiten/Stil: instrumental; live; DVD; Canterbury; Jazzrock / Fusion
Label: Voiceprint / Winterfold
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Allan Holdsworth Guitar
Dave Stewart Keyboards
Jeff Berlin Bass
Bill Bruford Drums, percussion

Gastmusiker

Annette Peacock Vocals (6, 7)

Tracklist

Disc 1
1. Sample and Hold
2. Beelzebub
3. The Sahara of Snow (part one)
4. The Sahara of Snow (part two)
5. Forever until Sunday
6. Back to the Beginning
7. Adios a la Pasada (Goodbye to the Past)
8. 5G


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Bill Brufords Aussage "We didn't think we were a 'fusion' group. [...] We thought we were a rock group with fancy chords." zu seiner Band Bruford im Booklet zur "Rock Goes To College"-DVD ist entweder leicht kokett oder etwas naiv. Denn wenige Takte genügen, um zu erkennen, dass hier eine sehr jazzrockig orientierte Band zugange ist. Wenn man "rock group with fancy chords" um "and extended improvisational soloing" ergänzt, hat man obendrein eine halbwegs brauchbare Kurzbeschreibung von "Fusion" und "Jazzrock", und ausgedehnte Soli gibt es auch bei "Bruford" und damit auch auf der vorliegenden Aufnahme zur Genüge. Was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man einen Gitarrenvirtuosen wie Allan Holdsworth in der Band hat (der obendrein vor Bruford nicht nur mit Soft Machine und Gong in Fusion-Fahrwässer geschippert war, sondern auch einen Abstecher in die Gruppe der Jazz- und Jazzrock-Legende Tony Williams hinter sich hatte).

Die Band "Bruford" stellt im Nachhinein gesehen einen logischen Zwischenschritt in Bill Brufords musikalischer Entwicklung dar: Nach seinen Anfängen mit den stark kompositorisch ausgerichteten Yes bekam er es bei King Crimson mit freien Improvisationen zu tun. Danach folgte der Jazzrock von "Bruford", seiner ersten eigenen Gruppe, der - ich rudere ein klein wenig zurück - allerdings immer noch in Teilen mit symphonischen Anklängen versehen ist, aber dank Canterbury-Gott Dave Stewart an den Tasten (elektrisches Piano, zwei Synthesizer und Hammond Orgel) streckenweise auch die verspielte Eleganz der Canterbury-Szene aufweist. Nach dem dreijährigen Zwischenspiel bei den reformierten King Crimson steuerte Bruford seine nächste Gruppe, "Earthworks", noch weiter in Richtung Jazz, wenn auch die Rock-Komponente durch elektrisches und elektronisches Instrumentarium nicht ganz verloren ging. Dies geschah, mehr oder weniger, erst nach dem nächsten King-Crimson-Interludium: Mit den reformierten zweiten Earthworks, die zu einer fast reinrassigen akustischen Jazzband mutiert sind.

Auch Brufords Schlagzeugspiel auf "Rock Goes To College" zeugt von dieser Entwicklung: Die swingende Lockerheit und Eleganz seiner neuesten Aufnahmen hat er hier noch nicht ganz erreicht, aber das gelegentliche Holprig-Hölzerne in seiner - allerdings fast immer rhythmisch innovativen - Spielweise wirkt bei "Bruford" schon etwas gereifter. Unterstützt wird er in der Rhythmusabteilung von Bass-Monster Jeff Berlin, der nicht nur mehr als überzeugend den Jaco-Flitzefinger machen kann, sondern in "5G" auch ein kurzes, aber dennoch atemberaubendes Slap-Solo hinlegt. Leider müssen wir uns auf "Rock Goes To College" auch mit einem Gastauftritt Annette Peacocks abfinden, die auf zwei Stücken ihre - neutral formuliert - unnachahmlichen Sangeskünste beisteuert, die (mir - es gibt wohl tatsächlich Fans von Peacocks leierndem Gecroone, eben auch Bruford) schon auf "Feels Good To Me" sauer aufstießen.

Mitgeschnitten wurde das vorliegende Video 1979 kurz vor der Veröffentlichung des zweiten Bruford-Albums (von dem hier schon einiges Material vorgestellt wird) von der BBC für die titelgebende Sendungsreihe mit Konzerten in Colleges. Dementsprechend ist die Bildregie und gesamte Produktion sehr professionell, und auch die Bildqualität ist für Fernsehmaterial aus den späten Siebzigern sehr gut, wie auch der Sound ein transparenter, aber fetter Live-Klang ist. Leider ist die Laufzeit des Videos mit nur gut 40 Minuten relativ gering, und Bonus-Material gibt es außer dem mehrseitigen Booklet mit vielen zeitgenössischen Presseausschnitten keines.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.9.2006
Letzte Änderung: 22.9.2006
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Bruford

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Feels Good To Me 10.00 1
1979 One Of A Kind 11.00 1
1979 The Bruford Tapes 11.00 1
1980 Gradually Going Tornado 8.00 1

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