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Space Debris

Three

(Tipp des Monats 12/2006)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: instrumental; HardRock; Krautrock; Psychedelic; sonstiges
Label: Breitklang
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Tommy Gorny Gitarre, Bass, Voice
Tom Kunkel Hammond, Synthesizer
Christian Jäger Ludwig Drums

Tracklist

Disc 1
1. Dark Star 5:43
2. Saurus 7:00
3. Trip Vitesse (sans alcool) 9:57
4. Mountain High 6:20
5. La Mano De Dios 19:42
Gesamtlaufzeit48:42


Rezensionen


Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 1 von 3)


Und nun folgt der dritte Streich. Von der Länge begrenzter als die Vorgänger und mit 48 Minuten nur etwas mehr als die damals übliche LP Länge, aber im Inhalt so reichhaltig wie vorher auch. Space Debris, welche sich inzwischen als Band und nicht mehr als Projekt sehen, arbeiteten sich weiter durch die Rockgeschichte der 70er. Weniger Psychedelic, weniger Kraut, dafür mehr vom Klassischen Rock und Hardrock des 70er-Menüs stehen diesmal an.

Wer darin etwas belesen, besser gesagt behört ist, hat ein Déjà-Vu nach dem anderen. Da fallen einem natürlich sofort erstmal Bands wie Deep Purple oder Brian Auger's Oblivion Express ein, wenn man die exzellente Orgelei von Tom Kunkel hört, der seine Hammond und gelegentlich mal den Synthie ganz 70ies-like benutzt, dabei aber immer geschmackvoll und stilsicher agiert und nie den Song zer-solot. Oder "Mountain high": Beginnt mit einem Riff, das in Art und Klangfarbe Hendrix' "Hear my train a comin" herbeiholt, später jedoch auch mal Richie Blackmore's Rainbow um die Ecke schauen lässt.

Feinfühlig und geschmackvoll sind passende Stichwörter zum Album. Obwohl alle fünf Stücke Jams sind, wirken sie wie Songs. Songs ohne Texte, aber definitiv Songs. Ständig meinst du, einen Text dazu zu kennen, so songartig sind die Soundgebilde der Band. Hier gibt's nicht Gedudel um des Dudelns willen. Kein "Ätsch, ich bin schneller als du"-Gewichse, kein noch schnell hinzugefummelter Schrägtakt, damits auch etwas intellektuell wirkt. Organische Jams, ständig im Fluß, sind der Nährboden für Space Debris.

Die beiden Herren Kunkel und Gorny agieren dabei traumhaft aufeinander eingespielt, werfen sich die Bälle zu, übernehmen die Stimmung des Songs, um sie wieder an den Kollegen abzugeben. Christian Jäger sitzt dahinter und lenkt mit seinem phantasievollen, agilen Drumming diverse Richtungswechsel oder treibt die Kollegen auch einfach nur an. Space Debris sind eine fantastische Live-im-Studio-Band, welches sie übrigens demnächst mit einer Burg-Herzberg-DVD ihres Auftritts vor Publikum auch für zuhause unter Beweis stellen wollen.

Braucht man also diese CD?

Aber Hallo ... und wie man die braucht, wenn man denn ein Liebhaber der klassischen Rocksounds ist. Wem es um die altvertrauten warmen Klänge einer Hammond geht, wer Glücksgefühle beim Klang einer melodiösen und dennoch verspielten Stratocaster hat, wer den geerdeten Sound der Ludwig Drums mag, der ist hier zuhause und wird am Ende dasitzen und schwören, dass er diese Platte damals 1973 beim Plattenladen an der Ecke - dem Laden mit dem vollbärtigen Typ am Tresen, mit dieser ellenlangen Matte und der schummrigen Beleuchtung im ganzen Geschäft, weißt schon - gekauft hat.

Space Debris könnten auch The Time-Machine heißen.

P.S: Die CD ist diesmal gepresst und nicht gebrannt wie ihre Vorgänger und selbstverständlich ist "Three" auch wieder als LP erhältlich, welche übrigens auch ein DIN A2 Siebdruckposter mit dem Covermotiv enthält.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.11.2006
Letzte Änderung: 5.4.2014
Wertung: 12/15
toller 70er Trip, warmklingende Rockklänge

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Das ehemalige Improvisationsprojekt wird zunehmend professioneller. Konstatierte ich bereits beim Vorgängeralbum Krautlok, dass der Sound gegenüber dem Debut „homogener“ rüberkomme, gilt dies für das vorliegende dritte Album in nochmals verstärktem Maße. Und wenn Kollege Jürgen bemerkt, dass die von der Band als „Spontankompositionen“ titulierten Stücke wie Songs rüberkommen, dann entspricht das auch meinem Empfinden. Unterstrichen wird dies noch dadurch, dass mit Three erstmals ein Werk in konzentrierter, einfacher LP-Länge vorliegt.

Dies könnte nun natürlich auch negativ interpretiert werden, in dem Sinne, dass das nun zur Band mutierte Projekt von seinem improvisatorischen Charme verloren hat. Wenn man sich die „Spontankompositionen“ von Three anhört, dann kann man aber auch einfach zu dem Schluss kommen, dass die Jungs sich einfach immer stärker zu einer musikalischen Einheit entwickeln und ihre Ideen intuitiv ungeheuer gut miteinander harmonieren.

Eingeleitet wird Three von einer etwas verhaltenen, sich gemächlich steigernden krautig-psychedelischen Nummer. „Saurus“ bezaubert dann mit deutlicherem psychedelischem Akzent, gefolgt von dem jazzrockigen Trip Vitesse mit einer sahnigen und gefühlvollen Hammondorgel. Mit Mountain High folgt eine leicht psychedelische Heavy-Blues-Nummer. Der Improvisationscharakter der Bandkompositionen kommt naturgemäß am deutlichsten noch beim fast 20-minütigen Longtrack als krönendem Abschluss rüber.

Mit Three sind Space Debris an einem Scheidepunkt angelangt. Der Jam-Charakter der Stücke liegt nicht mehr so offen zu Tage. Es lässt sich bei diesem geradezu perfekten Zusammenspiel der Musiker immer weniger von improvisierter Musik sprechen. Der nächste logische Schritt wären durchkomponierte Stücke. Aber dies würde den Charakter der Band noch weitergehend verändern. Andererseits würde das - an diesem Punkt angelangt - vielleicht gar nicht schaden, sondern eben neue Horizonte eröffnen – vielleicht sogar mal mit erdig-warmem Gesang...

Anspieltipp(s): Saurus, La Mano de Dios
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.11.2006
Letzte Änderung: 22.11.2006
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 3 von 3)


Drei ist eine schöne Zahl... So ist dies die dritte Rezension zum dritten Album, des inzwischen zum Trio geschrumpften deutschen Projekts Space Debris. Wenn jetzt noch drei Tracks auf dem Album wären, wäre es perfekt ;-)

Psychedelisch-spacige Hard Rock-Mucke wirkt in der heutigen Zeit so exotisch, dass die Prog-Gemeinde gerne eine Band adoptiert, die sich dermaßen gelungen dieser Stilrichtung verschrieben hat, wie Space Debris.

Wenn die Orgel vor sich hinröhrt und sich gar mal in sakrale Kirchenklänge aufschwingt, die Gitarre sanft soliert, akustisch klampft, auch mal in heftiges Riffen ausbricht (gerade im bluesgetränkten "Mountain High") und wuseliges Schlagzeug die Songs unermüdlich vorantreibt (an dieser Stelle ein Extra-Lob für die mitreißende Arbeit, die Christian Jäger hier abliefert), dann ist die Welt irgendwie in Ordnung. Musik zum Daraufschweben, zum Abheben und seligen Schwelgen in der Vergangenheit, wenn die Bilder von Vanilla Fudge, Beck Bogert Appice, Iron Butterfly, Steppenwolf, den Allman Brothers oder auch Frumpy (um mal eine deutsche Referenz ins Spiel zu bringen) vor dem geistigen Auge vorbeiziehen.

Alle Fesseln läßt die Band dann schliesslich im monumentalen Schlußtrack fahren... Genrefans aufgepaßt! Hier gibt es die Vollbedienung, sehr empfohlen!

Anspieltipp(s): alles ;-)
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text: Vanilla Fudge, Allman Brothers, Iron Butterfly, Steppenwolf, Beck/Bogert/Appice usw.
Veröffentlicht am: 26.11.2006
Letzte Änderung: 26.11.2006
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Space Debris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Krautrock-Sessions 1994-2001 11.00 1
2005 Kraut Lok 11.00 2
2007 Into the Sun. Live at Burg Herzberg Festival 2006 (DVD) 11.00 2
2008 Elephant Moon 11.50 2
2009 Live Ghosts 10.50 2
2011 Archive Volume 3: Deepest View 10.50 2
2011 Archive Volume 2: All Man 10.00 2
2011 Archive Volume 1: Journey to the Starglow Restaurant 10.00 2
2013 She's a Temple 10.33 3
2014 Phonomorphosis 11.00 2
2015 At Finkenbach 2012 11.00 1
2017 Behind the Gate 12.00 1
2017 Back to Universe. Archive Volume 4 11.00 1

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