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Periferia Del Mondo

Perif3ria Del Mondo

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Folk; HardRock; Jazzrock / Fusion; RetroProg; sonstiges
Label: Electromantic
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Alessandro Papotto voice, woodwinds, piano, percussions
Giovanni Tommasi guitar
Bruno Vegliante piano, keyboards
Claudio Braico bass
Tony Zito drums

Tracklist

Disc 1
1. Periferia Del Mondo 10:52
2. Oceani 4:55
3. Suite Mediterranea 8:37
4. Chiaroscuro 4:58
5. Come Un Gabbiano 8:53
6. Alghe 4:42
7. Synaesthesia 6:25
8. Angeu Infranti 5:11
9. Cartouna Per Il Giappone   ('bonus track') 4:33
10. Piove Sul Mare   ('bonus track') 3:04
Gesamtlaufzeit62:10


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Die Italiener vom 'Rande der Welt' legen ihr drittes Studioalbum vor. Diesmal ohne prominente Gäste (wenn ich das richtig sehe), waren doch auf den Vorgängerscheiben Musiker von Banco (Cheffe Papotto war dort zeitweilig Mitglied) und PFM mit dabei. Vielleicht wurde auch deshalb das neue Album schlicht "Periferia Del Mondo" betitelt und lediglich mit dem Einbau der "3" in den Albumnamen ein kleiner Gag gesetzt.

Jüngst haben auch Spock's Beard ein selbstbetiteltes Album veröffentlich und auch wenn Periferia Del Mondo und die Amerikaner musikalisch doch weit auseinander liegen, ist die Parallele, dass beide Alben ziemliche Gemischtwarenläden sind. Auch wenn die Italiener nicht ganz soweit wie die Amerikaner gehen und das Ganze dann auch noch organischer lösen.

"Periferia Del Mondo" hat natürlich, fast möchte ich sagen: unvermeidliche, Anklänge an den klassischen italienischen Prog und ist von daher ein bisschen Retro. Aber die Italiener kommen mit einem derart transparent-knackig-modernen Soundgewand daher, dass die Retro-Elemente nicht wirklich dominieren können. Eher schon lauscht man verspielter, moderner Rockmusik, die sich aus allerlei Inspirationen speist (die reichen von Italo-Prog über Jazz-Rock bis hin zu härteren Gefilden), aber dann ein eigenes Süppchen kocht.

Knackiges Schlagwerk, ein ebensolcher Bass treffen auf eine jubilierende Gitarre, die nicht selten richtig hardrockig rifft. Die Gitarrenarbeit weckt zuweilen Erinnerungen an Echolyns Brett Kull, wie überhaupt zumindest die längeren Tracks so einen vagen Echolyn-Touch haben. Zumindest sprüht die Musik vor Lässigkeit, was man so ja fast nur von amerikanischen Bands kennt. Die Arrangements sind dabei sehr farbig, wobei vor allem Flöte und Saxophon (manchmal erklingt meiner Meinung nach auch noch eine Klarinette) folkige und jazzige Akzente setzen.

Gerade die längeren Songs gleichen Reisen durch musikalische Landschaften, deren Übergänge geschickt ausformuliert sind, so dass keine Brüche entstehen. Der mit Bedacht eingesetzte Gesang ist nicht spektakulär, zeigt aber alle Ingredenzien typisch italienischen Belcantos.

Eigentlich ein wunderbares Album, welches allerdings auch den einen oder anderen Schwachpunkt beinhaltet. "Chiaroscuro" ist ein balladesker Song, der nahe am Italo-Pop-Kitsch entlangstreift und eigentlich nur von der scharfen Saxophon-Passage gegen Ende gerettet wird. Passagen des folgenden "Come Un Gabbiano" klingen ähnlich peinlich, bevor der Song dann aber anzieht und sich zu einem der Höhepunkte des Albums entwickelt. "Alghe" ist ein seltsames, elektronisches Experiment mit Sprechgesang, welches ich sicherlich auf diesem Album nicht vermissen würde. Überhaupt kommt immer mal wieder Sprechgesang als Stilmittel vor, was ich eher als befremdlich und störend empfinde.

Am Schluß gibt es noch zwei Titel, die als "Bonustracks" bezeichnet werden. Vielleicht war sich die Band selbst nicht sicher, ob sie auf das Album passen würden? Die Zweifel wären berechtigt gewesen... "Cartolina Per Il Giappone" und "Piove Sul Mare" schlagen stark in die Jazz-Kerbe oder wenn man so will ins kammerproggige, wobei gerade "Piove..." Bar-Jazz pur ist. Das ist sicherlich nicht schlecht, aber die Songs wirken wie Fremdkörper auf dem rockigen Album. Aber als ruhiger Abschluß mag das noch durchgehen.

Also: Ein Kessel Buntes aus Italien, der hier auf den Tisch kommt. Da die guten Momente überwiegen und das Album durchaus viel Spaß macht, will ich eine sanfte Empfehlung für dieses dritte Werk von Periferia Del Mondo aussprechen (auch wenn ich das Gefühl habe, hier wurde einiges an Potential verschenkt, nun vielleicht kommt ja als nächstes das Meisterwerk). Italo-Prog-Affine und Freunde der locker-leichte Prog-Muse machen hier sicherlich nichts falsch.

Anspieltipp(s): Periferia Del Mondo
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.11.2006
Letzte Änderung: 28.11.2006
Wertung: 10/15

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Von: Kristian Selm @ (Rezension 2 von 2)


Mehr als vier Jahre lagen zwischen den letzten beiden Alben von Periferia Del Mondo. Doch irgendwie ging dieses Album in der allgemeinen Veröffentlichungsschwemme unter. Lag es nur daran, dass man dieses Mal auf bekannte Gäste (auf den ersten Alben waren auch immer Musiker von Banco zu hören) verzichtet, was sich aber immerhin auf Promotionebene ganz gut macht? Oder vergaß man einfach nur, die Werbetrommel entsprechend zu rühren?

Verstecken braucht sich die römische Band keineswegs, denn vor allem im ersten Teil des Albums weiß ihre unbeschwerte, mediterrane Mixtur aus Italo Prog und Jazz Rock zu gefallen. Mit Emotionen, aber ohne übertriebenen Pathos, vor allem jedoch mit spielerischem Können werden der Musik diverse magische Augenblicke entlockt. 70s Anleihen in den Sounds und den Arrangements werden mit südlicher Lebensfreude und Gelassenheit vermengt, dazu einen guten Schuss Jazz Rock und wieder offenbart sich, dass mit dem richtigen Esprit der angeblich totgesagte Progressive Rock – frei nach Frank Zappa – hin und wieder nur eigenartig riecht, aber noch immer am Leben ist.

Periferia Del Mondo haben sich zudem von der Fragmentierung des Vorgängers gelöst und geben ihren Ideen mehr Zeit zur Entfaltung bzw. verbinden einfach mehrere Themen in einem Song. Doch leider verliert die Band im zweiten Teil des Albums etwas den roten Faden, denn zum einen erreichen die Melodien nicht mehr die durchgreifende Klasse und Dramatik des ersten Teils des Albums, zum anderen greifen jetzt die unterschiedlichen Einflüsse aus Rock, Jazz, Folk und Progressive Rock nicht mehr so begeisternd ineinander, scheint der Band der Elan und Schwung vom Beginn abhanden gekommen zu sein. Als Bonustracks folgen dann noch zwei ordentliche Bar Jazz-ähnliche Nummern, die so gar nicht zum Rest des Albums passen wollen. Deswegen wurden sie wohl auch „Bonus“ tituliert.

Doch immer wieder blitzen eben diese wunderbaren südländischen Augenblicke auf, auch wenn man einfach nicht den Eindruck los wird, dass sich die Band bisweilen leider einfach unter Wert verkauft und zu arg zurückhält. Alles in allem wirkt „Periferia Del Mondo“ wie eine gut sortierte Gemischtwarenhandlung, bei der man von jedem Erzeugnis mal etwas probieren darf. Zu mehr als 2/3 ist das Resultat ein Gaumenschmaus, das andere Drittel hinterlässt einen etwas faden Nachgeschmack. Als solide und gute Italo Prog Scheibe neueren Datums geht dieses Album auf jeden Fall durch, das Niveau des sehr guten Vorgängers „Un milione di voci“ wird leider nicht erreicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.12.2009
Letzte Änderung: 17.12.2009
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Periferia Del Mondo

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 In ogni luogo, in ogni tempo 9.00 1
2002 Un milione di voci 12.00 1

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