Singularity
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Fie! |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Peter Hammill |
sung, played, recorded and produced |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Our Eyes Give It Shape
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4:33
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| 2. |
Event Horizon
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6:03
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| 3. |
Famous Last Words
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5:50
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| 4. |
Naked To The Flame
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5:26
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| 5. |
Meanwhile My Mother
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4:30
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| 6. |
Vainglorious Boy
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5:11
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| 7. |
Of Wire, Of Wood
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1:34
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| 8. |
Friday Afternoon
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5:04
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| 9. |
White Dot
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6:22
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| Gesamtlaufzeit | 44:33 |
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Rezensionen

I'm glad I'm still here to see this, the break of day at the end of the long dark night ...
Ein alter Mann schaut mich vom Cover her an. Na gut, so richtig alt ist er noch nicht, doch wirkt das Gesicht müde und angestrengt, vielleicht auch etwas verbittert, ist kantig und zerfurcht. Wenn man das Beiheft herausnimmt und umdreht, ist da das selbe Gesicht (und Künstlername und Albumtitel sind nun in Spiegelschrift zu sehen). Doch wirkt es um einiges weicher, ruhiger und entspannt. Vorher und nachher? Peter Hammill ist wieder da, mit einem neuen Studioalbum. Das wievielte mag es sein? Der Zähler wird wohl irgendwo in der Nähe der 35 stehen (Livescheiben und Kompilationen nicht mitgezählt). "Singularity" ist die erste Solostudioarbeit, die in ihrer Gesamtheit nach Hammills Herzinfarkt (2003) entstand. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich mit diesem Album mit jener schwierigen Phase seines Lebens beschäftigt. Motto des Albums könnte vielleicht die eingangs zitierte Zeile aus dem ersten Stück des Albums, "Our Eyes Give It Shape", sein.
Dementsprechend drehen sich die meisten der 9 (8, eines - "Of Wire And Wood" - ist instrumental) Nummern in irgendeiner Weise um Sterblichkeit, aber immer aus dem positiven, wenn auch leicht melancholischen Blickwinkel dessen, der überlebt hat. Wie immer bei Hammill ist es aber nicht einfach, die Texte wirklich zu entschlüsseln, was mir persönlich, der ich kein sonderlicher Texthörer bin, aber auch kein Anliegen ist.
In musikalischer Hinsicht gibt es im Grunde nicht viel Neues zu vermelden. Dies ist eine Hammill-Scheibe, und so klingt sie auch. Wer erwartet von Hammill auch größere stilistische Veränderungen? Innerhalb der Hammillschen Werkschau gehört "Singularity" dem Thema entsprechend zu den kantigeren, schwierigeren und auch düstereren Werken. Hammill macht hier alles selbst, singt, lagert seine Gesangspuren vielschichtig übereinander und verwebt sie komplex, spielt Gitarren, Tasten und auch etwas Schlagzeug (welches aber auch gut programmiert sein könnte). Eher schlicht wirkt die Musik daher, aber auch sehr eindringlich und direkt. Recht oft wird es ziemlich schräg und bedrohlich auf "Singularity". Insbesondere die E-Gitarren knarzen rau dazwischen, jaulen mitunter verzerrt und giftig. Bemerkenswert ist das abschließende "White Dot", ein verstörendes Gebirge aus düsteren Klängen, wirren Gesangslinien und düster dahindröhnenden Sounds. Aber "Singularity" ist kein deprimierter Seelentrip. Es gibt auch viel Licht auf dem Album, auch wenn es meist gedämpft und herbstlich-melancholisch aus der Musik aufsteigt. Es manifestiert sich in wunderschöne Gesangsabschnitten, die mit elegischen Klanggeflechten unterlegt sind, harfenartigen Tastensounds, entspanntem Geklampfe und einem warm dahinperlendem E-Piano. Hammill ist also wieder da, er blickt positiv in die Zukunft, auch wenn ihn seine Krankheitserfahrungen schwer mitgenommen haben.
Kurzum, "Singularity" ist ein weiteres beeindruckendes Album von Peter Hammill, bei dem trotz seines beträchtlichen Oeuvres keine Mangelerscheinungen hinsichtlich Kreativität und Ideenvielfalt auszumachen sind. Fans werden das Album, welches ein wenig Kontakt aufnimmt zu den kantigen Vorgängern der späten 70er und frühen 80er, sicher lieben (wie der Rezensent). Wer Hammill noch nie sonderlich viel abgewinnen konnte, wird von diesem neuen Werk dagegen wohl eher in seiner Abneigung bestärkt werden. Um festzustellen, ob es wirklich so ist, kann reinhören aber trotzdem nicht schaden!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.12.2006 |
| Letzte Änderung: |
5.12.2006 |
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Bezüglich der Zählung muss ich Kollege Achim etwas korrigieren, wenn ich es richtig sehe, ist dies Album Nr. 44. Ein ziemlich beeindruckende Zahl!
Große Stiländerungen gibt es nicht, da hat der Kollege völlig Recht. Dennoch hat Singularity wieder einen ganz anderen Charakter als die vorherigen Studioalben Hammills. "Kantig" wurde bereits als Stichwort genannt, ich füge noch "karg" und "spröde" hinzu.
Abgesehen vom einleitenden Our Eyes Give it Shape, das mit Plastiksynthies und Schlagzeug aus der Dose (oder? - klingt für mich jedenfalls so) an manche Hammill-Werke aus den späten 80ern erinnert, sind die Songs überwiegend spartanisch instrumentiert - ein E-Piano plingt einsam vor sich hin, der Gitarre werden einzelne Töne entlockt. Bisweilen sind es auch einfach nur seltsame Geräusche, die die musikalische Grundlage eines Songs bilden, was eine Brücke zu Hammills Instrumentalexperimenten wie Unsung bildet. Nur einmal, bei Vainglorious Boy, wird die Instrumentierung noch mal voller, mit kräftiger E-Gitarre.
Melancholisch wirkt das Ganze, aber es ist keine wohlige Melancholie wie man sie von manchen skandinavischen Bands kennt, hier ist vielfach schon fast eine Art Resignation spürbar. Hier haben Hammills gesundheitliche Probleme der letzten Jahre sicher ihre Spuren hinterlassen.
Fazit: auch nach über 40 Alben (auf die genaue Zahl will ich mich nicht festlegen) hat Hammill nichts von seiner Kreativität verloren. Mal sehen, was er 2007 mit der Triobesetzung von VdGG auf die Beine stellen wird!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.12.2006 |
| Letzte Änderung: |
5.12.2006 |
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Am schönsten ist, wenn man von einem Album völlig unerwartet überrascht wird... als ich letzte Woche in den M****Markt meines Vertrauens geschlappt bin, um mir pflichtgerecht das neue Hammill-Werk abzuholen, hatte ich keine so großen Erwartungen. Ja, ich bin bekennender Fan von Hammills Stimme, aber eigentlich eben doch vor allem von Van der Graaf Generator. Peter Hammills Solo-Outputs leiden doch häufig unter der Abwesenheit eines Bandkontextes oder waren mir vor allem in den letzten Jahren einfach zu ruhig geraten. Trotzdem nenne ich inzwischen den überwiegenden Teil des Hammillschen Solo-Outputs mein Eigen (ausser den allzu elektronischen oder gar instrumentalen Sachen, welch ein grausamer Scherz, ein Instrumental-Album des genialischen Sängers....), Sammlerleidenschaft verpflichtet eben.
So, also auch "Singularity"... die Sammlung muß weitergeführt werden und so legte ich das Album nach dem Kauf in den Auto-CD-Player... und konnte erstmal gar nicht losfahren. Vielleicht bin ich gerade besonders sensibilisiert für Hammills besondere Magie? Immerhin hatte ich vor einigen Wochen Mitte November die Gelegenheit ihn live zu erleben... und das war pure Magie, wie immer.
Nein, ich glaube eigentlich, dies ist das beste Solowerk von Peter Hammill seit "X My Heart". Ich mag Hammill ja besonders im Bandkontext und wenn schon nicht VdGG, dann hat Hammill seine besten Soloalben mit der K-Group abgeliefert. Und da schlägt natürlich "Our Eyes Give It Shape" mit seinen Elektro-Drums, der kratzigen Punk-Gitarre und dem aggressiven Gesang von Hammill genau in die richtige Kerbe. Was für ein Songmonster! Mit dem punkig-rockigen "Vainglorious Boy" schiebt er dann noch einen nach.
Danach wird es auch auf diesem Album wieder ruhiger, aber nicht gemütlicher. Hammill singt getrieben, verzweifelt, ja an der Grenze zur Hoffnungslosigkeit. Aber bei aller spürbaren Resignation klingt doch immer wieder der Wille weiterzumachen, es nochmals anzupacken durch. "If I close my eyes I can pretend the best is still before me, the worst is at an end." (aus "Famous Last Words") Was für ein Satz Verzweiflung und Hoffnung in einem Atemzug.
Und auch wenn es hier ruhiger wird, diese Grundstimmung des Beunruhigenden, Getriebenen, Verstörten bleibt allgegenwärtig. Das spiegelt sich auch in der sparsamen, aber effektiven Instrumentierung wieder, in der Hammill immer wieder zur kratzigen E-Gitarre greift, seinen Synthies sehr düstere Klangfarben entlockt oder zuweilen seinen Kumpel Stuart Gordon mit seiner Violine herzuzaubern scheint, bis sich dann zum Abschluß in "White Dot" alles in einem Malstrom seltsamer Klänge auflöst. Puh! Was ein Trip...
| Anspieltipp(s): |
Our Eyes Give It Shape, Famous Last Words |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
10.12.2006 |
| Letzte Änderung: |
10.12.2006 |
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