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Gentle Giant

Live - Playing The Fool

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: live; Klassischer Prog
Label: Chrysalis
Durchschnittswertung: 14.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Gary Green electric guitar, acoustic guitar, 12 string guitar, alto recorder, descant recorder, vocals, percussion
Kerry Minnear keyboards, cello, vibes, tenor recorder, vocals, percussion
Derek Shulman vocals, alto sax, descant recorder, bass, percussion
Ray Shulman bass, violin, acoustic guitar, descant recorder, trumpet, vocals, percussion
John Weathers drums, vibes, tambour, vocals, percussion

Tracklist

Disc 1
1. Just The Same 6:08
2. Proclamation 5:16
3. On Reflection 6:20
4. Excerpts From Octopus 15:37
5. Funny Ways 8:29
6. The Runaway 3:55
7. Experience 5:34
8. So Sincere 10:17
9. Free Hand 7:40
10. Sweet Georgia Brown (Breakdown In Brussels) 1:15
11. Peel The Paint / I Lost My Head (Medley) 7:35
Gesamtlaufzeit78:06


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Die Live-Band "Gentle Giant" war berühmt für das geradezu unheimliche Arsenal an Instrumenten auf der Bühne, das an ein kleines Orchester erinnerte. Dies wird auch auf "Playing The Fool" anhand der "Free Hand"-Tour 1976 dokumentiert; die Instrumentenliste führt neben Standardgerät auch Alt-Sax, Trompete, verschiedene Blockflöten, Violine, Cello, Vibraphon und einiges mehr. Wenn dann auch noch alle fünf Bandmitglieder unter "Vocals" geführt werden, kann man schon einiges erwarten.

Natürlich können dennoch nicht immer alle Nuancen der Studio-Aufnahmen rekreiert werden, und vielleicht ist dies auch gut so. Nichtsdestotrotz präsentiert die Band atemberaubend souverän ihre teils hoch komplexen, polyphon verspielten, dennoch zugänglichen und selbstverständlichen Nummern. Schon in den ersten beiden Stücken herrscht statt klinischer Präzision eine fröhliche Spielfreude, die die Stücke lebendiger wirken lässt als auf den entsprechenden Studiowerken. Weiterhin fliessen die beiden Nummern ("Just The Same" und "Proclamation" von "Free Hand" resp. "The Power And The Glory") ineinander über, was ihre musikalische Verwandtschaft deutlich werden lässt: in beiden demonstrieren die sanften Riesen ihre Fähigkeit, Rhythmen und Harmonien aus kleinsten Bestandteilen über die ganze Band verteilt homogen und delikat zusammenzusetzen.

Spätestens bei der dritten Nummer, dem grandiosen "On Reflection", hat der ästhetisch bleiche Matthias nicht ganz unrecht, wenn er meint, dass man nach dem Anhören von "Playing The Fool" eigentlich vor den Boxen niederknien müsse: nicht nur, dass GG die vierstimmige A-Capella-Vokalfuge ohne hörbare Anstrengung absolvieren, nein, danach auch noch mal die ganzen komplexen Vocals plus verwobenes Instrumentalarrangement. Respekt und Bewunderung. Und da ist die kompositorische Finesse des Songs noch gar nicht angerechnet... Dagegen ist "Gibberish" nur Gibberish.

Als nächstes wird in einem viertelstündigen Medley das "Octopus"-Album behandelt, verschiedene Nummern werden kurz angespielt und verwoben, teils in drastisch aber grossartig veränderten Arrangements, z.B. für zwei akustische Gitarren. Nach all dieser erschlagenden Genialität kommt das etwas simplere "Funny Ways" vom ersten Album als Verschnaufpause gerade recht, und siehe da: seine bitter-süsse Melancholie nimmt hier geradezu gefangen. Akustische Gitarre und Streicher umgarnen den Hörer, um ihn später mit fetter Orgel und Trompete wegzublasen, nicht ohne Platz für ein Vibraphon-Solo zu lassen.

Was soll ich mehr sagen? Ich will Euch gar nicht mit weiteren Details zur zweiten Hälfte der Platte (übrigens eine Doppel-LP auf einer CD) nerven, nur soviel: kaufen, hören, staunen, lieben. Diese CD kann jedem als grandioses Dokument der kompositorischen und instrumentalen Meisterschaft dieser sowohl kräftig rockenden als auch versponnen intimen Band empfohlen werden. Aber Vorsicht: Suchgefahr (fragt Matthias...)!

Anspieltipp(s): On Reflection, Octopus
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.5.2002
Letzte Änderung: 6.5.2002
Wertung: 14/15

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Von: Marion Schoger @ (Rezension 2 von 3)


... Und noch einmal 14 Punkte. Da fragt sich doch der geneigte Leser bestimmt, wieso ich mir denn die Arbeit mache und etwas zu Playing The Fool schreibe, obwohl Udo sie schon hinlänglich gelobt hat.

Die Antwort ist ganz einfach: Bei Playing The Fool geht es Gott sei Dank nicht anders, als dass man dazu auch noch seinen unqualifizierten, begeisterten Senf abgibt und dem potentiellen Leser von seiner großen Liebe zu der Scheibe erzählt.

Die Platte macht unglaublich Spaß. Die abwechslungsreichen Arrangements werden bei diesem Live-Dokument mit einer mitreißenden Spielfreude gespielt, klasse. Danke, Gentle Giant, und natürlich auch danke an die BBS, ohne die ich Gentle Giant wohl nie kennen gelernt hätte.

Anspieltipp(s): Excerpts from Octopus
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.2.2006
Letzte Änderung: 1.8.2011
Wertung: 14/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 3)


Gentle Giant setzten mit dem Livealbum "Playing The Fool" ihrer klassischen Phase im Jahr 1977 ein feierliches Ende und bringen angesichts der dort ausgelebten Virtuosität auch Jahrzehnte später noch die Hörerschaft ins Schwärmen. Bereits die eingangs dargebotene nahtlose Verschmelzung von "Just The Same" und "Proclamation" offenbart bei all der verschachtelten Komplexität die rockig-groovende Substanz des Sounds von Gentle Giant. Keine andere Band verstand es derart perfekt, völlig von der üblichen Rockbasis entfernte Stilelemente in solch einer leichtfüßigen Eleganz zu bündeln und gleichsam wieder katapultartig auf das Terrain des bodenständigen Rock-Grooves zurückzuführen. Um den live exerzierten Klangkosmos der Briten in seiner Gänze verstehen zu können, ist es notwendig, die Band auf einem der glücklicherweise zahlreich vorhandenen Videodokumente "leibhaftig" gesehen zu haben. Allein die visuelle Komponente der Bühenpräsenz von Gentle Giant untermauert die filigrane Verquickung von rein formal anfangs mitunter etwas bruckstückhaft anmutenden Stilelementen zu einem durchdachten sowie mitreißenden Songfluss.

Es scheint kaum möglich, solch komplexe Harmonien wie im Fall des wahnwitzigen Medleys aus dem Album "Octopus" in solch einer detailverliebten Manier live umzusetzen. Mit Hilfe der zeitgenössischen Filmaufnahmen muss man sich erst einmal vergegenwärtigen, in welch sprudelndem Nebeneinander aus intellektueller Brillanz und mitreißender Dynamik die höchst anspruchsvollen Kompositionen dargeboten wurden. Welch überirdische Macht führte hier die Regie bzw. hielt die Fäden zusammen? Es ist ein wahres Vergnügen, anhand einer Tonkonserve davon Zeuge zu werden, wie die Band in Titeln wie "Experience" und "Free Hand" in fast grenzenloser Spielfreude zu jedem Zeitpunkt einen mitreißenden Groove als auflockerndes Element einzugliedern wusste. Eine musikalische Sternstunde!

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit: Gentle Giant
Veröffentlicht am: 13.12.2015
Letzte Änderung: 13.12.2015
Wertung: 15/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Gentle Giant

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Gentle Giant 10.20 5
1971 Acquiring The Taste 12.00 3
1972 Octopus 12.67 3
1972 Three Friends 11.50 4
1973 In A Glass House 13.00 1
1974 The Power And The Glory 12.50 2
1975 Free Hand 12.00 2
1976 Interview 9.50 2
1977 The Missing Piece 7.33 3
1978 Giant for a day 3.67 3
1980 Civilian 7.25 4
1994 In Concert 9.00 1
1996 Edge Of Twilight - 1
1996 The Last Steps 9.00 1
1997 Under Construction 11.00 1
1998 Live on the King Biscuit Flower Hour 13.00 1
1998 Out of the fire - The BBC Concerts 10.00 1
2000 Live Rome 1974 11.00 1
2000 Totally out of the woods-The BBC Sessions 12.00 1
2001 In'terview in concert - 1
2002 artistically cryme 8.00 1
2002 Endless Life 9.00 1
2003 Way of life - 1
2004 Scraping the Barrel - 1
2004 Giant on the Box (DVD) 12.50 4
2006 GG at the GG (DVD) 10.00 1
2009 King Alfred's College Winchester 1971 10.00 1
2009 Live in Stockholm '75 11.00 1
2014 Live at the Bicentennial 12.00 1

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