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versus X

versus X

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label:
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Arne Schäfer vox, guitars, bass
Ekkehard Nahm keyboards
Stefan Maywald drums

Tracklist

Disc 1
1. Point Of View 11.01
2. Just One Way 8.28
3. Who Can Tell 4.50
4. Sacred War 5.24
5. versus X 8.03
6. Inside The Well 6.31
7. To Go Free 10.08
Gesamtlaufzeit54:25


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 2)


Aus der sich wegen musikalischer Differenzen Ende der 80er Jahre aufgelösten New-Wave Band "Vague Venture" formten der Sänger und Gitarrist Arne Schäfer und Schlagzeuger Stefan Maywald die Prog-Band "versus X". Arne, im richtigen Leben promovierter Chemiker, steuerte den Bandnamen bei, den er aus einem Buch über physikalische Chemie entlehnt hatte (doch nicht etwa der Atkins??). Unwissenschaftlich kann man den Namen etwa als "konträr zum Üblichen" beschreiben. Alsbald stieß dann Keyboarder Ekkehard Nahm dazu, der über zwölf Jahre klassische Klavier-Ausbildung verfügte und sogar an der Kirchenorgel ausgebildet war. Diese drei bildeten das Line-Up, das 1994 dann das selbstbetitelte und in Eigenregie vertriebene Erstlingswerk veröffentlichte.

Die meisten Songs sind von dem kreativen Duo Schäfer/Nahm komponiert, so daß naturgemäß die Songs von Gitarre und Klavier getragen werden. Die Stücke an sich sind noch nicht so lang und ausufernd, wie das später einmal der Fall sein sollte. Für meinen Geschmack wirken sie noch etwas ungeschliffen, vor allem die kürzeren Stücke. Die beiden Zehnminüter hingegen bieten schon all das, was die Band später ausmachen sollte: "Unter Ausschöpfung der vollen dynamischen Bandbreite des Rock werden außergewöhnliche Harmonien, häufig ungerade Rhythmen, aber auch eingängige Melodien zu komplexen Songstrukturen mit abstrakt assoziativen Texten und hoher emotionaler Qualität verwoben." (von der Band-Homepage www.versus-x.de).

Der Neueinsteiger in Sachen "versus X" sollte sich vielleicht zuerst den beiden Nachfolgewerken zuwenden, die zwar deutlich komplexer, aber auch wesentlich ausgefeilter und eingängiger sind.

Anspieltipp(s): To Go Free, Point Of View
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.5.2002
Letzte Änderung: 10.11.2003
Wertung: 9/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Sechs Jahre nach der Veröffentlichung dieses Albums merkte auch ich, dass es Versus X gibt. Toll, dass ich endlich diese geniale Band kennenlernen durfte. Warum es aber sechs Jahre gedauert hat? Keine Ahnung.

Eine Schande ist es jedenfalls. Wenn es eine Band gibt, die Komplexität und Eingängigkeit, Melodie und Wahnsinn miteinander vereint, dann ist das ganz sicher Versus X. Und die hätten es durchaus verdient, einem großen Publikum zugänglich zu sein. Denn Versus X können begeistern.

Das geht bereits beim Opener los. Beginnend mit einer tollen Pianomelodie von Ekkehard Nahm, dazu der Gesang von Arne Schäfer, wird eine beeindruckende Atmosphäre gezaubert. Man schwebt hinfort auf eine musikalische Reise der Extraklasse. Mit dem Einsatz von Bass und Schlagzeug ist man bereits gefangen im Geflecht von Versus X. Dieser Song hat Stil, geradezu eine sehr hohe Aussagekraft. Ein Manko muss ich noch ansprechen. Der Sound ist zwar klar, könnte jedoch etwas druckvoller klingen. Aber das ist eher Nebensache. Die Musik ist ziemlich genial. Weiter geht es mit "Just One Way". Zu Beginn wird eine herrliche Spannung erzeugt. Dann geht der Song über in einen tollen melodischen Refrain. Dieses Spiel wird noch einmal wiederholt, bevor ein Instrumentalpart den Song übernimmt. Mit dem Refrain und seiner typischen Keyboardfanfare endet dann dieses Stück. "Who Can Tell" ist das kürzeste Stück auf dem Album. Es ist herrlich balladesk angelegt und verbreitet eine traurige Grundstimmung. Die Pianoparts sind mal wieder atemberaubend. Der heilige Krieg "Sacred War" beginnt mit sehr atmosphärischen Bassklängen. Wieder wird eine dramatische Spannung erzeugt. Im Mittelteil kommen dann erstmals so richtig harte Gitarren zum Einsatz. Überhaupt ist die Gitarre in diesem Song beherrschendes Instrument. Insgesamt finde ich das Teil aber eher langatmig - und, es fehlen halt die Keyboardpassagen. Das ändert sich bei "Versus X". Ein tolles Instrumentalstück, bei dem sich Arne und Ekki heftigst duellieren. Ziemlich genial, diese vertrackten Soloparts, gepaart mit herrlichen Melodiebögen. "Inside The Well" kommt dann sehr psychedelisch daher. Man klingt stellenweise etwas Voivod-like. Aber nur in den ruhigen Passagen. Ansonsten kann mich der Song nicht so ganz vom Hocker reissen. Mit "To Go Free" kommt dann der zweite Song oberhalb der 10 Minuten Grenze. Wieder wird mit tollen Pianoparts und Gesang gestartet. Langsam steigert man sich in den Song. Nach ca. 3 Minuten setzt ein Solopart ein. Hier gehts wieder richtig zur Sache bis man nach weiteren 2 Minuten sehr geschickt einen Spannungsbogen zieht, indem man sich aus Ruhe heraus geschickt steigert und Dramatik erzeugt. Stellenweise spielt man hier sehr jazzige Elemente. Die letzte Minute gehört dann dem Piano, welches mit leisem Gesang ausklingt.

Mit ihrem Debütalbum konnten die Frankfurter sicherlich mehr als nur einen gelungenen Einstand geben. Für mich zählt diese Band zu den Größen des Genres. Auch wenn ich erst jetzt die Musik der Band kennenlernen konnte, so höre ich doch deren Klasse heraus. Das Zweitwerk "Disturbance" kann mich jedoch noch mehr überzeugen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.7.2004
Letzte Änderung: 6.7.2004
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von versus X

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Disturbance 12.00 3
2000 The Turbulent Zone 11.50 2
2002 Live at the Spirit 11.00 3
2008 Primordial Ocean 11.75 4
2010 Live at Maximal (DVD) 11.00 1

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