Marionetki
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Polskie Nagrania |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Czeslaw Niemen |
Organ, Piano, Vocals |
| Apostolis Anthimos |
Guitars |
| Andrzej Przybielski |
Trumpet |
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| Helmut Nadolski |
Bass, Vocals |
| Jerzy Piotrowski |
Drums |
| Jozef Skrzek |
Organ, Piano, Violin, Bass, Harmonica, Vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Marionetki
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4:05
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| 2. |
Piosenka dla zmarlej
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13:49
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| 3. |
Z pierwszych walniejszych odkry?
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9:17
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| 4. |
Ptaszek
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1:07
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| 5. |
Com uczyni?
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7:49
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| 6. |
Requiem dla van gogha
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17:37
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| 7. |
Sariusz
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3:06
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| 8. |
Inicjaly
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12:53
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| Gesamtlaufzeit | 69:43 |
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Rezensionen

Das auf "Marionetki" versammelte Material ist ursprünglich 1972 auf zwei LPs veröffentlicht worden, die schlicht "Niemen vol. 1" und "Niemen vol. 2" hießen. "Marionetki" war dabei das erste Stück der zweiten LP. Die CD-Reissues der beiden Scheiben die mir bisher unter die Augen gekommen sind, vereinigen alle Nummern auf einem Tonträger, haben aber die Reihenfolge der Vinylalben vertauscht. "Vol. 1" beinhaltete nämlich ursprünglich die CD-Tracks 6-7, während "Vol. 2" die ersten 6 Stücke umfasste. Das macht aber durchaus Sinn, da so die komplexeren und schwerer zugänglichen Nummern an das Ende der Scheibe gestellt wurden. Die Vinylalben zeigten das oben im Zentrum des Covers zu sehende Bildwerk in einem schwarzen ("Vol. 1") bzw. weißen ("Vol. 2"), breiten Rahmen.
1972 hatte Czeslaw Niemen eine neue Begleitband gesucht und mit den Musikern der Silesian Blues Band gefunden. Für zwei Jahre sollten Josef Skrzek, Antymos Apostolis und Jerzy Piotrowski mit Niemen zusammen auftreten und aufnehmen. Danach gingen die drei wieder eigener Wege und machten sich als Szukaj, Burz, Buduj "selbstständig" (siehe SBB). Zusätzlich zu dem Trio ist auf "Marionetki" auch noch Helmut Nadolski am Bass (oft gestrichenem Kontrabass) und Andrzej Przybielski an der Trompete zu hören.
Die Basis von Niemens Musik ist eine Art von Bluesrock, oder ein von seinem expressiven, klagend-dramatischen Gesang bestimmter Sakralrock, in dem der Pole von ruhigem, fast brüchigem Sprechgesang bis hin zu pathetischem Schreien so ziemliche alle theatralischen Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme austestet. Eingebettet sind diese Gesangsdarbietungen in einen feierlichen Orgelprog (der oft an die Musik von Procol Harum erinnert, aber doch vertrackter und ausladender ausgefallen ist), dem auf "Marionetki" aber einen tüchtigen Schuss Jazzrock beigefügt wurde. Auch wenn Niemens Organ die Musik meistenteils dominiert, wird hier doch etwas weniger gesungen als z.B. auf "Enigmatic". Dafür gibt es einige delikate, mysteriös-klangmalerische Momente und diverse komplexe Instrumentalabschnitte, in denen die Band abwechslungsreich und virtuos durcheinander rockt. Niemen schreckt zudem nicht vor umfangreicheren, frei-experimentellen Abschnitten zurück.
Besonders die beiden Freispielnummern "Requiem dla van gogha" und das abschließenden "Inicjaly" haben es mir angetan. "Requiem" ist ein geheimnisvolles Tongewebe aus bedrohlich dahingleitenden Klängen vom gestrichenen Bass, Piano (auch in den Saiten gespielt), Perkussiongeklimper, kurzen Orgelausbrüchen und Schlagzeuggewittern, und bietet alles in allem ein beeindruckend seltsames und filigranes Klangpuzzle. "Inicjaly" wirkt dagegen sehr jazzig. Der Bass blubbert, die Violine knarzt, die Gitarre purzelt verspielt dazwischen, die Trompete soliert, es gibt zerbrechliche Orgeleinwürfe und Niemen versieht das Ganze mit Scatgesang.
"Marionetki" bietet somit exzellenten und ausgesprochen eigenständigen Ostprog, der sich in jeder Sammlung mit klassischem Prog gut macht. Das Album ist eines der interessantesten und abwechslungsreichsten Hervorbringungen des Polen. Einzig Niemens Gesang könnte beim einen oder anderen Hörer gewisse Aversionen auslösen. "Marionetki" wäre aber eine ideale Scheibe um auszuprobieren, ob dies wirklich der Fall ist!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.1.2007 |
| Letzte Änderung: |
28.12.2007 |
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