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Grobschnitt

Rockpommel's Land

(Siehe auch: Leitfaden "Deutscher Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog; Krautrock
Label: Brain Metronome
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Joachim Ehrig Schlagzeug
Gerd Kühn Gitarre
Stefan Danielak Gitarre, Gesang
Volker Kahrs Keyboards
Wolfgang Jäger Bass

Tracklist

Disc 1
1. Ernie's Reise 10:56
2. Severity Town 10:05
3. Anywhere 4:13
4. Rockpommel's Land 20:55
Gesamtlaufzeit46:09


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 4)


"Grobschnitt" waren eine deutsche Band, die Mitte der Siebziger einige auch international beachtete Alben heraus brachte, z.B. "Solar Music" und dieses: "Rockpommel's Land". "Rockpommel's Land" beschreibt in vier Stücken (10,10,4,20 Minuten) in klassischer Konzeptalbum-Manier (siehe auch das Roger-Dean-mäßige Cover) den Tagtraum eines Jungen, der sich nach einer verpatzten Mathe-Arbeit in ein fantastisches Land träumt und mit Hilfe der dort gefundenen Freunde die unterdrückten Bewohner einer Stadt befreit.

Die Musik des Albums ist leicht symphonischer Prog, nie besonders komplex oder abgedreht, auch nicht übermäßig bombastisch oder rockig, sondern immer recht sanft und fließend und sehr melodisch - vielleicht einem Tagtraum angemessen. Es gibt keine ausgedehnten Soli oder besonders virtuose Instrumentalstellen. Keiner der Musiker sticht besonders hervor, sondern kompaktes Gruppenspiel steht im Vordergrund; am ehesten noch Schlagzeuger Eroc mit seinem selbstbewußten, vollen Spiel. Sänger Wildschwein hat eine typische Krautrock-Stimme und -Intonation, Keyboarder Mist begleitet geschmackvoll und unaufdringlich mit Orgel, E-Piano, Synthies, Mellotron und zeichnet auch für Konzept und Story verantwortlich. Der Gitarrist Lupo erinnert von Ton und Linien her teiweise ziemlich an Steve Hacketts Arbeit mit "Genesis": sehr schlank und klar, oft unverzerrt oder nur leicht angezerrt. Insbesondere ist er für die meisten der instrumentalen Melodielinien verantwortlich und verrichtet wenig Begleitarbeit. Insgesamt würde ich mir vielleicht etwas energischere Stellen hier und da wünschen; ich finde, das Album plätschert stellenweise schon ein bißchen dahin.

Was bemerkenswert ist, ist der hervorragende Sound des Albums: glasklar, druckvoll und toll gemixt. Jedes Instrument ist in allen Nuancen zu hören: sehr schön.

Anspieltipp(s): Rockpommel's Land
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.5.2002
Letzte Änderung: 7.5.2002
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Ergänzend zu Udos Ausführungen sei noch angemerkt, dass "Rockpommel's Land" ein eher untypisches Grobschnitt-Album ist. Es steht viel stärker in der Tradition britischen symphonischen Progs als beispielsweise "Ballermann" oder "Solar Music", und auch die durchweg zurückhaltende, manchmal geradezu introvertierte Atmosphäre ist für Grobschnitt eher ungewöhnlich. Einzelne Songs dieser Art gab es im Grobschnitt-Repertoire immer mal wieder (die zweite Seite des Vorgängers "Jumbo" geht auch schon in diese Richtung), hier ist aber das ganze Album in diesem Stil gehalten, was natürlich durchaus zur Thematik passt. Auch Sänger Wildschwein klingt hier weniger "krautig" als sonst.

Für mich ist "Rockpommel's Land" eines der besten Grobschnitt-Alben. Wer sich für den deutschen Prog der 70er Jahre interessiert, sollte es zumindest mal antesten.

Anspieltipp(s): Ernie's Reise
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.11.2003
Letzte Änderung: 7.12.2003
Wertung: 12/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 3 von 4)


Diese CD habe ich mir gekauft, weil die LP beim Erscheinen in einer Besprechung mal mit YES verglichen wurde.

Nun stimmte der Vergleich in meinen Augen zwar überhaupt nicht, aber ich lernte eine gute deutsche Band kennen, die Progrock mit einem Augenzwinkern spielte.

"Rockpommels Land" ist wunderbar harmonisch und für Freunde symphonischem Progrocks zu empfehlen. Die Melodien fließen lyrisch dahin, die lauten Passagen wirken nie stakkatohaft und frickelig, der Gesang ist weich und warm. Also alles Zutaten, die einen gelungenen Hördurchgang versprechen, weil die Band im Gegensatz zu manch anderen Kollegen aus deutschen Landes nie zu Ernst und pathosbeladen wirken. Beispielhaft sei "Serverity town" erwähnt. Am Beginn kommt eine Spieluhr zum Einsatz, deren Melodie vom Klavier fortgeführt wird. Bevor der Titel in den Kitsch abgeleitet wird es laut in der Stadt, Straßenlärm mit Hupen, Quitschen, Autounfällen und verbaler Beleidigung "erfreuen" das Ohr. Solche kleinen Gimmicks haben GROBSCHNITT zumindest in den drei Platten, die ich kenne immer wieder eingebaut - unvergesslich SAHARA auf Ballermann.

So kann ich diese CD wirklich jedem empfehlen, der es symphonisch-lyrisch mag. Mich unterhält die CD ungemein.

Anspieltipp(s): Serverity town
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.2.2005
Letzte Änderung: 17.9.2007
Wertung: 10/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 4 von 4)


Nachdem sich Grobschnitt vom ansatzweisen Krautrock ihrer Anfangszeit entfernt hatten, fanden sie sich auf ihrem Album "Rockpommel`s Land" im symphonischen Progrock der britischen Schule wieder und zelebrierten einen in dieser Fülle nicht zu erwartenden Hang zu episch-romantischen Klangwelten. In beschaulicher Verspieltheit wurde hier die Reise des kleinen Jungen Ernie auf dem Rücken eines Marabus musikalisch umgesetzt. Der teilweise anarchische Humor der Band aus Hagen hatte natürlich in diesem sich in weit ausladenden Sympho-Flächen und in verträumten Melodiefolgen weidenden Sound keinen Platz mehr und lässt dieses Album somit zu einem unerwarteten, aber gekonnten Abstecher werden. Die mitunter ein wenig kindlich-naive Umsetzung des Konzeptes gehört hier einfach dazu und zeugt von einer für Grobschnitt doch wieder typischen Unbekümmertheit.

Welch gestandener Progrock-Fan würde nicht auch gerne einmal spontan den Alltagsstress hinter sich lassen und in eine Fantasiewelt abtauchen? Ist dies nicht gerade der Grund, warum wir Progrock hören? Die in butterweich-elegischer Klangfülle umgesetzte Alltagsflucht des kleinen Ernie bietet sich hier als ein ideales Hilfsmittel an. Augen zu und schwelgen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.7.2008
Letzte Änderung: 13.7.2008
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Grobschnitt

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Grobschnitt 10.33 3
1974 Ballermann 11.33 4
1975 Jumbo 10.50 2
1978 Solar Music Live 13.50 2
1979 Merry-Go-Round 9.00 1
1980 Volle Molle 8.00 1
1981 Illegal 8.00 2
1982 Razzia 6.00 3
1984 Kinder und Narren 1.00 1
1985 Sonnentanz 10.00 1
1987 Fantasten 1.50 2
1990 Last Party - Live 5.00 1
1994 Die Grobschnitt Story 11.00 1
1998 Die Grobschnitt Story 2 10.00 1
2002 The History of Solar Music Vol. 1 12.00 3
2002 The History of Solar Music Vol. 2 12.33 3
2002 The History of Solar Music Vol. 3 11.67 3
2003 The History of Solar Music Vol. 4 12.67 3
2003 Illegal Tour 1981 Complete 12.00 2
2004 The History of Solar Music Vol. 5 9.50 2
2004 Die Grobschnitt-Story 5 12.00 2
2006 Die Grobschnitt Story 6 - Rockpommel's Land And Elsewhere 12.00 2
2006 The International Story 12.00 1
2007 Grobschnitt Live (1/2007) 11.00 1
2007 Grobschnitt Live (2/2007) 10.00 1
2008 2008 Live 9.00 1
2008 Grobschnitt Live (1/2008) 12.00 1
2010 Die Grobschnitt Story 0 10.00 1
2010 2010 Live 11.00 1
2013 Symphony Live 2012 10.00 1
2015 79:10 14.00 1
2016 Solar Movie 13.00 1

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