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radio massacre international

emissaries

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Steve Dinsdale Lamm Memorymoog, Mellotron, Maq 16/3 Sequencer, Percussion, Great British Spring, Devices
Duncan Goddard Yamaha CS50 & CS30, P3 Sequencer, Maq 16/3 Sequencer, Roland SH3a, Repeater, Moog Source, Ibanez Musician Bass, Korg VC-10 Vocoder, ES-1 Sampler, Devices
Gary Houghton Fender Esquire & Stratocaster, Tokai Stratocaster, Acoustic Guitar, Jam-Man, Theremin, Devices

Tracklist

Disc 1
1. Seeds crossing the interstellar void 16:23
2. A priest crossing frozen water 13:24
3. Mad Bob´s self-inflected torment 9:59
4. The emissaries reveal themselves 9:09
5. The ice garden 7:37
6. A promise of salvation 3:28
Gesamtlaufzeit60:00
Disc 2
1. An interstellar vacuum is far from empty 12:15
2. Mobile star systems 13:02
3. A piano wanders the incandescent vapours 11:12
4. Sympathy for the bedeviled 9:36
5. The arrival of the seeds 16:17
6. Deliverance from nuclear winter 14:13
Gesamtlaufzeit76:35


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


For fans of the classic work by: Ash Ra Tempel/Manule Götsching, Hawkwind, Richard Pinhas, Redshift, Klaus Schulze, Tangerine Dream.

So steht es auf dem "Beipackzettel" von "Emissaries", diesem Pappteil, das oben über der CD-Hülle steckt, mit dem seit einiger Zeit die Cuneiform-CDs ausgestattet sind. Radio massacre international (die Band schreibt sich immer klein) sind ein britisches Trio, welches schon seit einigen Jahren auf den Spuren der Berliner Schule und der französischen Elektroniker aus den 70ern wandelt. "Emissaries" - das Album gehört offenbar schon zum zweiten Dutzend an CDs, welche die Gruppe veröffentlicht hat - entstand in Zusammenarbeit mit dem Comiczeichner Matt Howarth, der die zugrunde liegende Geschichte ersonnen hat. Der kurze Strip ist als pdf-Datei dem Album beigefügt. Da geht es um einen Priester, der in einem England, welches nach einem Atomkrieg (zwischen Indien und Pakistan!) vom atomaren Winter eingehüllt wird, seltsame Eispflanzen entdeckt, die offenbar aus dem Weltraum (von Gott?) stammen und auf irgendeine Weise der Welt Heil und Rettung bringen werden.

In musikalischer Hinsicht gibt es hier elektronische Musik zu hören, die direkt aus den mittleren 70er Jahren zu stammen scheint, wenn sie auch im produktionstechnischen Gewand des neuen Jahrtausends dargeboten wird. Als Retroelektronik könnte man diese Klänge bezeichnen. Deutlich inspiriert von den Tangs, Klaus Schulze, Richard Pinhas und Manuel Göttsching, aber auch versehen mit ein paar Prog- und Krautrockzutaten, wabern hier unzählige Tasten- und Gitarrenklänge durcheinander. Hypnotische Sequenzermuster, Mellotronteppiche- und schübe, allerlei elektronisches Zischen, Fiepen, Rauschen und Knurren, elektronische Tonwolken, E-Gitarrenexkurse à la Fripp und Pinhas, verfremdete Stimmeinlagen und diverseste weitere Keyboardsounds bilden ein dichtes Gewebe an Tönen, das wie ein Destillat der Musik der eben genannten Elektroniker und Synthesizermagier aus den 70ern aus den Boxen fließt. Etwas klangvoller, dichter und heftiger als bei den Vorbildern ist die Musik ausgefallen, auch kurzweiliger und farbiger.

Sehr authentisch, eben fast retro, klingt diese Musik. Mir persönlich sind die Hervorbringungen der Vorbilder, insbesondere von Schulze und Tangerine Dream, meist etwas zu langatmig und unspannend geraten. Das kann man radio massacre international eigentlich nicht vorwerfen, auch wenn es ähnliche Ingredienzien sind, aus denen ihre Werke zusammengesetzt sind. Durchaus spannend und abwechslungsreich ist diese Musik ausgefallen, auch wenn natürlich lang gezogene Klangabläufe vorherrschen und sich Veränderungen im Zeitlupentempo vollziehen.

Wie in letzter Zeit bisweilen bei Cuneiform Veröffentlichungen der Fall, wird auch auf "Emissaries" ein Studioalbum (CD1) mit einer Live-Aufnahme kombiniert. CD2 enthält thematisch verwandtes Material, welches im Mai 2004 (vor Entstehen der Studio-CD) im Rahmen einer Live-Session für den Radiosender WXPN aus Philadelphia aufgezeichnet wurde. Stilistische Unterschiede zu CD1 sind kaum festzustellen, bis auf einige Stellen, die etwas nach Pink Floy klingen (E-Gitarrenausflüge à la Gilmour).

Wer die elektronische Musik der 70er liebt, der wird hiervon Gänsehaut bekommen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2007
Letzte Änderung: 24.4.2018
Wertung: 11/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Von den experimentellen, avantgardistischen Klangspielereien Ende der 60er, Anfang der 70er bis hin zur Massenhysterie der stampfenden Technorhythmen hat die elektronische Musik einen sehr weiten Weg zurückgelegt. Doch auch abseits der Massentrends ist diese Musik heutzutage im Untergrund in den verschiedensten Formen immer noch präsent und lebendig. So gehört das englische Trio Radio Massacre International zu jenen Bands, die sich einerseits auf die Vergangenheit berufen, aber auch vor modernen Einflüssen nicht halt machen.

Ihre Doppel-CD "Emissaries" beinhaltet jeweils auf einer CD neues Studiomaterial bzw. einen Livemitschnitt, der während eines Radioauftritts beim Sender WXPN entstand. Das britische Trio verbindet dabei pulsierende, elektronische Klänge aus den letzten drei Jahrzehnten (Sequencer, Moog, Mellotron) mit sorgsam eingewobenen, mal ätherischen, mal rockigen Gitarrensounds. Der Dreier von der Insel findet somit einen ansprechenden, eigenen Weg zwischen fließender, rhythmischer Endlosigkeit, aber auch spacigen Weltraumklängen.

Dennoch kann man diesem Doppelpack sicherlich hin und wieder das Stigma der gewissen Austauschbar- und Langatmigkeit anlasten. Schaut man nicht gerade auf das Display, so lässt sich kaum unterscheiden, welcher Titel der CD gerade läuft. Jedoch wirkt die Musik von RMI durch die klangliche Vielfalt von Tasten keineswegs eindimensional und bleibt erstaunlich vielseitig. Ein Elektronikalbum der interessanteren, besseren Art, mit noch einer wirklich originellen Idee am Rande: auf der CD befindet sich eine PDF Datei mit einem Comicbuch, welches man sich ausdrucken und beim Anhören der Musik anschauen kann.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.6.2007
Letzte Änderung: 1.6.2007
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von radio massacre international

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 frozen north 11.00 1
1996 republic 11.00 1
1997 organ harvest 9.00 1
1998 borrowed atoms 11.00 1
2000 the god of electricity 12.00 1
2000 zabriskie point 11.00 1
2003 people would really like space rock if they would only give it a try 11.00 1
2007 rain falls in gray 10.00 1
2010 time & motion 11.00 2

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