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Mikhail Chekalin

Porcelain God

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Tau Productions
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mikhail Chekalin Synthesizer, Keyboards, Tapes

Tracklist

Disc 1
1. Part 1 7:08
2. Part 2 4:14
3. Part 3 3:00
4. Part 4 4:30
5. Part 5 4:41
6. Part 6 4:04
7. Part 7 5:42
8. Part 8 8:02
9. Part 9 3:52
10. Part 10 3:58
11. Part 11 3:03
12. Part 12 9:18
13. Part 13 5:28
14. Part 14 1:33
15. Part 15 2:27
16. Part 16 2:45
Gesamtlaufzeit73:45


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Elektroniker neigen zu Massenproduktion (siehe z.B. den Tonträgerauswurf von Klaus Schulze und Tangerine Dream). Offenbar ist der kompositorische und produktionstechnische Aufwand in diesem Genre niedriger, und natürlich auch die mit der Produktion verbundenen Kosten. Durch die relativ große Länge der auf Elektroalben meist vorzufindenden Stücke, bei denen der Quotient aus Musikereignis gegen Zeitdauer (in Minuten) eher klein ist, kann man auch recht viele Alben mit wenig kompositorischem Material füllen. Schließlich scheint sich bei Elektronikern ab einem gewissen Zeitpunkt der Karriere ein gewisses Gewohnheitsschema durchzusetzen, nach dem man Alben immer nach ähnlichen Prinzipien zusammenbastelt. Auch bei Mikhail Chekalin lässt sich Ähnliches feststellen.

Nach den großformatigen Suiten der späten und frühen 80er Jahre (die beiden Concerti Grossi und die beiden Symphonien), die alle eine sehr farbige und abwechslungsreiche Abfolge von elektroakustischen Nummern geboten hatten, behielt Chekalin dieses Schema bis heute bei. Die 1990/91 entstandene "A Pagan Suite", "Avoiding the desire for cutting and piercing objects" und auch "Saturn. Izdelie No..." bilden solche großformatige Stückesammlungen und auch das hier zu rezensierende Album "Porcelain God" tut dies. Die von Chekalin verwendeten musikalischen Mittel sind in diesen Alben sehr ähnlich, allerdings weniger abenteuerlich und zahlreich als noch in den zu Beginn dieses Abschnitts genannten Werken. Allerlei flächige, Streicher, Chorgesang und Bläser imitierende Tastenklänge, elektroperkussives, Gitarren- und Basssounds, diverses Geklimper, Glockiges, Zischendes und Quietschendes vereinigt Chekalin zu umfangreichen, durchaus klassisch-symphonisch angelegten, ein wenig an russischen Komponisten wie Shostakovich und seinen Schülern und jüngeren Zeitgenossen orientiert. Chekalin hat auch Orchesterwerke komponiert die gar nicht schlecht sind. Seine elektronischen Werke der mittleren bis späten 90er wirken wie etwas eindimensionale Studien dazu, wie vereinfachte Rohfassungen.

Bei "Porcelain God" ist das besonders auffällig, vielleicht deshalb, weil hier synthetische, aber durchaus qualitätvolle (nicht nach Plastik klingende) Streicherklänge vorherrschen und das Ganze einen sehr fließenden Charakter hat. Etwas beschaulich, gelegentlich recht gefällig und leichtgewichtig, fast poppig ist die Musik ausgefallen (man höre "Part 5" oder den abschließenden "Part 16"), die düsteren und heftigen Passagen früherer und auch späterer Werke (wie z.B. "Saturn. Izdelie No...") sind weniger zahlreich. Verschwunden sind sie nicht. Auch auf "Porcelain God" wird es ab und and schräg und laut, doch wirkt die Scheibe als Ganzes weniger dicht und interessant.

Schlecht ist das Album nicht. Doch ist "Porcelain God" die bisher schwächste Scheibe des Russen, die mir unter die Ohren gekommen ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.4.2007
Letzte Änderung: 7.5.2007
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mikhail Chekalin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Concerto Grosso No. 1 11.00 1
1991 Concerto Grosso No. 2 11.00 1
1991 The Symphony - Phonogram 12.00 1
1991 Green Symphony - Borderline State 9.00 1
1991 Between Spring and Autumn by Stealth 10.00 1
1993 Night Pulsation 11.00 1
1999 Avoiding the desire for cutting and piercing objects 9.00 1
2002 Saturn. Izdelie No... 10.00 1
2004 A Pagan Suite 9.00 1

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