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Thierry Zaboïtzeff

Heartbeat

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: RIO / Avant; sonstiges
Label: Atonal Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thierry Zaboitzeff All instruments and male vocals

Gastmusiker

Editta Braun Voice

Tracklist

Disc 1
1. Introduction 1:58
2. Kijé 2:26
3. Heartbeat (light version) 5:05
4. Russia 3:45
5. El amor brujo 7:45
6. See Me, Feel Me, Touch Me, Hear Me 4:18
7. Léger comme le vent 4:27
8. Komba 3:36
9. Clear Light 6:32
10. In Grace 3:32
11. La voix du lac 5:29
12. Nicht an meinen Lippen suche deinen Mund 1:33
13. Heartbeat 5:55
14. Ever More 5:36
Gesamtlaufzeit61:57


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"Heartbeat" war das erste Soloalbum welches Thierry Zaboitzeff nach seinem Ausstieg bei Art Zoyd veröffentlicht hat. So ganz endgültig war die Trennung damals wohl noch nicht, oder sie stand bei Erscheinen der CD noch nicht fest und erfolgte erst später ("Häxan", das letzte Album an dem Zaboitzeff beteilgt war, erschien auch 1997). Unter dem Namen Zaboitzeffs ist jedenfalls auf Cover und Silberling noch der Zusatz "from Art Zoyd" zu finden. "Heartbeat" ist - wie die meisten Soloscheiben Zaboitzeffs - die Begleitmusik zu einem Tanztheaterstück gleichen Titels. Die Choreographie stammt von Editta Braun, die auch auf einigen Stücken ihre Stimme zur Verfügung stellt. Aufgeführt wurde das Ganze erstmals im April 1997 in Salzburg, bei welchem Anlass auch einige der Nummern der CD mitgeschnitten wurden. Der Untertitel des Werks lautet übrigens "Concerto for Dance & Music op. 1".

Die Musik von "Heartbeat" wurde von Zaboitzeff im Alleingang eingespielt und auch bei den Aufführungen trug er das Werk mehr oder weniger live vor (mit Hilfe von Computer und Sampler). Da Zaboitzeff neben Gérard Hourbette das bestimmende Element bei Art Zoyd war - die beiden haben sich die Kompositionsarbeit geteilt - ist es nicht verwunderlich, dass "Heartbeat" eine große stilistische Ähnlichkeit zu den kurz vorher erschienen Art-Zoyd-Alben unter Zaboitzeffs Beteiligung, insbesondere "Faust" und "Häxan", aufweißt. Etwas schlichter ist die Musik ausgefallen, ein wenig eingängiger, aber alles in allem klingt das Album doch genau so, wie man sich ein Solo-Werk eines Art-Zoyd-Musikers vorstellen wird. Neoklassische Kammerrockklänge gibt es auf "Heartbeat zu hören, bestimmt von streichartigen Tastenflächen, E-Gitarre, Bass, Cello und einer Unzahl von Klängen und Geräuschen vom Sampler, darunter auch Schlagzeug- und Perkussionimitate. Dazu singt Zaboitzeff ab und zu, mal tief röchelnd, mal recht normal und klangvoll.

"Heartbeat" fängt stark an. Hupende Synthesizersound, ein aus den Boxen stürmendes Gewitter, knarrende Segelschiffgeräusche, Wasserplätschern, Sturmheulen, sonores Brummen, Midi-Saxophoneinlagen und allerlei Klänge mehr bilden die sehr dichte und druckvolle "Introduction", die dann mit verhaltenem Glockenleuten in das getragen dahinschreitende "Kijé" übergeht, eine Bearbeitung des bekannten Themas aus Sergei Prokofievs "Lieutenant Kijé Suite", das aber in Rockkreisen wohl als "Russians" von Sting bekannter ist. Sehr authentisch wirkt hier Zaboitzeffs grunziger Gesang. Klangtechnisch ist dieses Album, wie eigentlich alle Einspielungen Zaboitzeffs, ausgesprochen beeindruckend, sehr kraftvoll, klar und nuancenreich. Die Grundstimmung der Musik ist eher düster und melancholisch, erhält aber durch einige entsprechende Samples der Marke Eingeborenengesänge auch gelegentlich eine exotische Ethnoatmosphäre.

Bedrohliche Klangwolken, atmosphärisches Soundflimmern, verstörende Tonkollagen und getragen dahinschreitender Kammerrock sind auf "Heartbeat" zu finden, wie sie auch die elektronischeren Scheiben von Art Zoyd ab "Nosferatu" prägen, aber nicht ganz so komplex und dicht wie bei Zaboitzeffs Ex-Band. Dazu kommen einige seltsame, von Zaboitzeff ebenso eigenartig besungene Lieder ("Russia", "Clear Light" oder die Bizarre Coverversion von "See Me, Feel Me, Touch Me, Hear Me"), die das Album gekonnt auflockern. Welcher Sprachen sich Zaboitzeff dabei bedient ist allerdings nicht immer ergründbar - es könnte sich durchaus ab und zu auch um Kobaïsch handeln. Da oft Gitarren, Bass und Cello die Melodieführung übernehmen wirkt "Heartbeat" aber nicht sonderlich elektronisch, auch wenn es hier von Klangsamples nur so wimmelt. Einige dieser Samples werden dem Kenner schon von den zu Beginn dieses Abschnitts erwähnten Art-Zoyd-Alben bzw. von Zaboitzeffs zweiter Solo-Scheibe "Dr. Zab & his robotic strings orchestra" bekannt vorkommen. Es sollte auch nicht das letzte Mal sein, dass der Franzose dieselben einsetzt.

Ich mag "Heartbeat", auch wenn es einige wenige, etwas einförmig und stampfend geratene Elektronik-Dosenschlagzeug-Tanzabschnitte gibt, und ich vermute den meisten Art-Zoyd-Fans wird es ähnlich gehen. Wer zu letzteren gehört und irgendwo über das Album stolpert, sollte daher zuschlagen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.4.2007
Letzte Änderung: 27.11.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Thierry Zaboïtzeff

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Prométhée 9.00 1
1992 Dr. Zab & his robotic strings orchestra 10.00 1
1998 India 9.00 1
1999 Alice 8.00 1
2000 Miniaturen 12.00 1
2000 Nebensonnen 10.00 1
2001 Dr. Zab Vol. 2 9.00 1
2004 Mïssa Furïosa 11.00 1
2007 Iva Lirma 11.00 1
2008 Voyage au centre de la terre 12.00 1
2010 Sequences 10.00 1
2012 Sixteenth 11.00 1
2013 Planet Luvos 11.00 1
2014 The Cabinet of Dr.Caligari (DVD) 10.00 1
2014 Aria Primitiva 11.00 1
2016 Multiple Distortions 11.00 1

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