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Beardfish

Sleeping In Traffic: Part One

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007 (18.05.2007)
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; RetroProg
Label: Inside/Out
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Robert Hansen Bass
Magnus Östgren Drums
Rikard Sjöblom Vocals, Keyboards, Guitars, Clavinet, Percussion
David Zackrisson Guitars

Tracklist

Disc 1
1. ...On The Verge Of Sanity 0.48
2. Sunrise 7.55
3. Afternoon Conversation 3.42
4. And Never Know 6.00
5. Roulette 12.08
6. Dark Poet 3.24
7. Harmony 7.21
8. The Ungodly Slob 6.43
9. Year Of The Knife 7.29
10. Without You 2.39
11. Same Old Song (Sunset) 7.51
Gesamtlaufzeit66:00


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Ja, so kann es gehen: Abgeschreckt von einer eher komischen Erfahrung im Rahmen der [progrock-dt]-Radioshow hatte ich mir das Zweitlingswerk "The Sane Day" der Schweden Beardfish nicht zugelegt. Just another swedish retroprog combo... genau. Allerdings kann einen das Internet-Radio mit schwankenden Stream-Qualitäten und den mp3-Verlusten ganz zu schweigen schon mal ziemlich aufs Glatteis führen. Inzwischen besitze ich "The Sane Day" und das liegt vor allem am Nachfolger "Sleeping In The Traffic: Part One". Den habe ich auch zuerst im Radio gehört, allerdings war ich da live dabei im Studio, denn wir stellten das Album im Rahmen unserer "prog extended"-Show auf Radio AFK MAX vor. Daraufhin bin ich erstmal zum PC gelaufen, um zu bestellen.

Was Beardfish auf "The Sane Day" angedeutet haben, führen sie auf "Sleeping In The Traffic" zu einem fast perfekten Album fort. Und wenn der Zusatz "Part One" ernst gemeint ist, dann kommt da hoffentlich alsbald noch was nach. War "The Sane Day" sozusagen die Heerschau alles dessen, was die Schweden irgendwie können, aber nicht wirklich durchdacht und wirkte deshalb etwas zerrissen und ohne roten Faden, so führt "Sleeping..." diese Linie zwar fort, aber ist doch deutlich kompakter. Irgendwie schaffen es die Schweden immer noch allerlei kuriose und vor allem unerwartete Wendungen in ihre Song einzubauen, so dass man kaum vorhersagen kann, was wohl als nächstes um die Ecke kommen mag, aber nun wirkt das alles so, wie wenn das eben so sein müsste. Die Schweden sind natürlich alles andere als abgedreht, aber sie setzen kleine schräge Momente geschickt ein, um den Wohlklang zu brechen und den Hörer nicht nur in Sicherheit zu wiegen. Beardfish spielen verschmitzt und filigran mit den Erwartungen des Hörers und erfüllen diese mal und manchmal drehen sie einem eine lange Nase und biegen ganz entgegen des Stroms woanders hin ab.

Die Jungs sind feinsinnige Witzbolde des Prog. Sie machen sozusagen Prog-Komödie auf Loriot-Niveau, wo die anderen als Comedians daherkommen. Beardfish vermengen ganz locker melancholischen Retroprog, hardrockige Ansätze, jazzig-schräge Momente, soul-bluesige Ausflüge und fast poppige, beatleske Melodien zu einem Füllhorn der Überraschungen und der perfekten musikalischen Unterhaltung. Das ist möglicherweise die Mischung, welche eine Zukunft für das manchmal etwas festgefahrene Genre des Retroprogs, der hier im Schwerpunkt natürlich bedient wird, darstellt. Für Fans dieser musikalischen Ausrichtung liegt hier sicherlich das Album des ersten Halbjahres 2007 vor (was allerdings bei eher schwacher Konkurrenz auch nicht so schwierig ist). Schon die Vielfalt "echter" Tastenklänge bringt den Fan ins schwelgen...

Man mag etwas den 'Schmackes' bei Beardfish vermissen. Okay, dass kann man verstehen, gelegentlich dürften gerade die Gitarren etwas mehr krachen, ansonsten ist es eben diese filigrane, fast völlig bombast- und kitschfreie Art der Schweden, die diesen Eindruck vordergründig entstehen lässt. Aber mit ihrer Verspieltheit, ihren verschmitzten Einlagen machen die Jungs es komplett wieder wett. Ich gehe soweit und sage die Schweden haben ihren Stil schon gefunden, der sich vielleicht als eine coole, relaxte Kreuzung aus Liquid Scarlet in deren besten Momenten mit nicht ganz so komplexen Änglagård mit beatlesker Melodienseligkeit charakterisieren lässt. Sänger Sjöblom (und Gitarrist und Keyboarder) setzt nicht nur mit dem Akkordion Akzente, sondern kann dies auch mit seiner Stimme. Sicherlich ist sein lakonischer Gesang, der ein paar Assoziationen zu Roine Stolt oder Mike Keneally weckt, nicht jedermanns Sache, aber wem der langezogene Schrei am Ende des genialen "Sunrise" noch nicht Gefühlsausbruch genug ist, der achte mal auf die Soul-Blues-Achterbahnfahrt "Harmony". Also wer da keine Gänsehaut bekommt...

"Sleeping In The Traffic: Part One" ist für mich bisher eine der Überraschungen des Jahres 2007. Ich bin sehr gespannt, was von dieser Band noch kommen wird. Bis dahin wird dieses Album allerdings die eine oder andere Runde in meinem Player drehen.

Anspieltipp(s): Sunrise, Harmony
Vergleichbar mit: die Schweden machen ihr eigenes Ding im Retroprog-Bereich, ansonsten siehe Rezi-Text...
Veröffentlicht am: 20.6.2007
Letzte Änderung: 23.3.2013
Wertung: 12/15
In Erwartung, dass das nächste Album nochmals eine Steigerung bringen wird

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Beardfish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Fran En Plats Du Ej Kan Se 10.00 1
2006 The Sane Day 11.50 2
2008 Sleeping In Traffic: Part Two 11.40 5
2009 Destined Solitaire 11.50 4
2011 Mammoth 11.00 2
2012 The Void 10.75 4
2015 + 4626 - Comfortzone 11.00 2

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