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Hamadryad

Live in France 2006

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: live; HardRock; RetroProg
Label: Unicorn Digital
Durchschnittswertung: 9.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Jean-Francois Désilets lead vocals, bass
Denis Jalbert electric & acoustic guitars, backing vocals
Sébastien Cloutier keyboards, backing vocals
Yves Jalbert drums

Tracklist

Disc 1
1. Sparks And Benign Magic / Self Made Man 9:11
2. Anatomy Of A Dream 6:33
3. Amora Demonis 7:37
4. Watercourse Hymn 9:44
5. Nameless 5:16
6. Omnipresent Umbra 9:48
7. One Voice 3:32
8. Polaroid Vendetta 6:45
9. Alien Spheres 6:00
10. Still They Laugh Pt. 1 / Pt. 2 3:40
11. ...Action! 9:03
Gesamtlaufzeit77:09


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


2006 hatten die Kanadier Hamadryad die Gelegenheit auf dem "Crescendo"-Festival in Frankreich aufzuspielen. Das erste Mal überhaupt waren sie in Europa und wenn man den Liner Notes im Booklet glauben schenken darf, dann war es ein tolles Erlebnis. Die Bilder im Booklet sprechen auch dafür.

Hamadryad überzeugen ja insbesondere durch ihre virtuose Mischung aus hardrockigen und verträumt-retroproggigen Elementen. Da trifft aggressive Gitarrenarbeit auf allerlei Keyboard-Elegie und unter, über, drumherum dröhnt ein fetter, fetter Bass. Genau diese elektrisierende Mischung bringen sie live auch hervorragend 'rüber, wenn auch vielleicht etwas zu basslastig. Musikalisch ist hier alles im grünen Bereich. Tolle, mitreißende Soli von Gitarre und Tasten sorgen für ordentlich Spektakel. Virtuose Unisono-Passagen und das abwechslungsreiche Drumming geben dem Affen Zucker. Die Band spielt sich furios durch die vertrackten Arrangements ihrer Longtracks und dürfte so allenthalben für leuchtende Augen und ergriffenes Staunen im Publikum gesorgt haben. Entsprechend begeisternde Reaktionen kann man zwischen den Tracks hören und das "Crescendo"-Festival ist offensichtlich richtig gut besucht (den Bildern nach zu urteilen).

Die Hauptschwäche des Auftritts und des Albums liegt im Gesang von Jean-Francois Désilets. Seine dunkle, rauchige Stimme (mit leichten Ähnlichkeiten zu Peter Gabriel) hat ja schon beim letzten Studioalbum nicht immer überzeugen können. Aber was im Studio ja immer noch irgendwie hingebogen werden kann, wird live schon mal schnell zur Belastung. Singt Désilets zu Beginn noch im grünen Bereich, so scheint mir seine Stimme im Laufe des Konzerts immer mehr abzubauen. Zunehmend liegt er auch mal deutlich neben der Spur und vor allem die Chorpassagen hauen nicht immer so hin. Und die Songs vom Debütalbum, die ja damals noch Jocelyn "Call me Jon" Beaulieu gesungen hat, klingen in den für Désilets Stimmvermögen leicht umarrangierten Parts natürlich auch gewöhnungsbedürftig.

Trotzdem sind gerade "Amora Demonis" und die (leicht verkürzte) "Still They Laugh"-Suite vom Debütalbum, neben dem Megatrack "Omnipresent Umbra", Höhepunkte des Konzerts, wegen der wirklich infernalischen Instrumentalparts, bei denen die Kanadier alles aus sich herausholen. An den Tasten hat übrigens Sébastien Cloutier, der auf "Safe In Conformity" schon mal einen kurzen Einstand geliefert hatte, Original-Keyboarder Francis Doucet beerbt. Das macht aber keinen Unterschied, weil der junge Cloutier ein Tier an den Tasten und sicherlich ein würdiger Nachfolger ist.

Tja, eigentlich ein gutes Konzert-Album, wenn man über den Gesang von Désilets hinwegsehen kann. Wenn man das nicht kann, wird der Gesamteindruck doch etwas getrübt. Trotzdem sollten Fans der Kanadier das Album nicht auslassen. Alle anderen sind sicherlich mit den Studioalben zunächst mal besser bedient. Da ist ein neues laut Band-Website in der Mache und vielleicht denken die Jungs ja doch noch mal über die Gesangsposition nach.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.7.2007
Letzte Änderung: 1.7.2007
Wertung: 9/15
Punktabzug wegen des Gesangs

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 4)


Was macht eigentlich Jocelyn Beaulieu? Hamadryad spielten mit ihrem Debut eines der, wenn nicht das Highlight des Progjahres 2001 ein. Das war dieser absolut mitreißende Retroprog, der nach meinem Eindruck teilweise von Yes und ein wenig von Genesis beeinflusst war, stilistisch sogar bis in die Gefilde von Magma (Amora Demonis!) reichte. Und Jocelyn Beaulieu begeisterte mich damals mit seinen wie aus einer anderen Dimension herübertönenden variablen und vital kraftvollen Vocals.

Als das Nachfolgealbum dann endlich 2005 erschien, war ich enttäuscht. Eigentlich sogar bitter enttäuscht. Hamadryad gaben nun nämlich über weite Strecken des Albums den Genesis-Klon. Ich finde rückblickend übrigens nicht, dass es der Gesang Jean-Francois Désilets war, der das zweite Album so runtergerissen hat, sondern einfach die musikalische Klonerei, die den so vielversprechenden Ansatz der Band auf ihrem Debut in „Konformität“ erstickte. Die Scheibe mit dem bezeichnenden Titel „Safe in Conformity“ wurde so für mich zum Flop des Jahres 2005. Und nun ein Live-Album...

Hamadryad kombinieren ausgewähltes Material ihrer beiden Alben und man muss sagen: sie tun dies mit viel Gespür, da es sich ja um zwei recht unterschiedliche Alben handelt, die Live-Präsentation aber doch einen recht einheitlichen Eindruck vermittelt. Wie geht das?

Das Grundrezept ist, dass die Kanadier v.a. Songs ihres 2. Albums wählen, die eher in die druckvolle, leicht angeschrägte Retro-Richtung gehen (so das Doppelpack One Voice/Polaroid Vendetta) und vom Debut eher die Genesis-kompatibleren Sachen. Auch dadurch, dass in kleinen Blöcken abwechselnd Songs der beiden Alben geboten werden, entsteht so ein stimmiges Live-Dokument.

Nach den beiden anfänglichen Songs Marke Genesis’ Wind & Wuthering folgt für den neuen Lead-Sänger dann die Nagelprobe. Denn Amora Demonis, das er hier zum Besten gibt, ist schließlich der Vorzeigesong Beaulieus auf dem Debut der Band gewesen! Der Basser zieht sich aber wie ich finde ganz gut aus der Affäre. Sicher erreicht er hier nicht die Brillianz und Ausdrucksstärke seines Vorgängers, aber er fällt auch nicht unangenehm auf. Wer diesen Peter-Gabriel-Einschlag beim Gesang dem „Gekreische“ Beaulieus vorzieht, wird nun sogar vielleicht mehr Gefallen an dem genialen Song finden. Das Problem mit dem Sängerwechsel wird auch schon mal umgangen, etwa wenn es von „Nameless“ nur eine gekürzte, rein instrumentale Version zu hören gibt. Désilet gibt insgesamt eine solide Vorstellung, während Hamadryad als Band live noch eine Ecke druckvoller und spielfreudiger agiert als im Studio.

In Kanada sind Hamadryad zwischenzeitlich im Vorprogramm von Deep Purple aufgetreten. Und ich denke sie werden gute Anheizer abgegeben haben, wenn man die virtuose Kraft dieses Live-Albums bedenkt. Retroprog-Live-Highlight!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.8.2007
Letzte Änderung: 13.8.2007
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 4)


Nein, nein, nein. Für eine Band mit Ambitionen kann es nicht genügen, instrumental gut dazustehen, da möchte ich deutlich widersprechen. Dann soll man doch auch bitte auf Gesang verzichten und nicht sowas abliefern. Die schiefen Töne und das Gejammer von Jean-Francois Désilets am Mikrofon sind einfach vollkommen inakzeptabel für eine Veröffentlichung.

Ich stimme meinen Vorrednern zu, dass es sich bei Live In France 2006 um ein an sich wirklich gutes Live-Dokument der Band handelt. Die Band musiziert sehr spielfreudig, der Sound ist gut, die Stimmung kommt auch gut rüber. Teilweise interpretiert man gewisse Passagen anders als auf Studioalbum, was sympathisch ist, da man keine Samples über die Musik drückt. Die Stücke vom 2. Album laufen in der Tat gut rein, erscheinen lebhafter und druckvoller als auf dem Studiowerk. Die Stücke vom Erstling wirken durch den einheitlichen Sound nicht mehr so grundverschieden von der Art, wie das bei den Studiowerken der Fall ist.

Doch da ist der Gesang. Ich möchte das Beispiel Amora Demonis aufgreifen: Was Désilets daraus macht ist desolat. Oh mann, mehr als einmal verzieht sich mein Gesicht, so liegt der Mann daneben. Und anders als bei den Instrumenten setzt man noch eins drauf und steuert Original-Gesangssamples von extrem hohen Passagen in den Hintergrund, die noch deutlicher machen, dass Désilets Stimme schlichtweg jedem Vergleich aus dem Weg gehen sollte. Dazu kommt, dass der Mann auch noch Passagen "gesungen" einspricht... jedenfalls versucht er es.

Fazit: Instrumental Top - Gesang Flop! Statt der berechtigten zweistelligen Punktzahl für die musikalische Leistung trübt der Gesang für mich jeglichen Hörgenuss. Sorry, aber Ansprüche einmal eine große Band zu sein, darf man so nicht stellen. Sucht euch einen Sänger!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.9.2007
Letzte Änderung: 8.9.2007
Wertung: 6/15
rein instrumental ein tolles Livealbum (11 Pt.)

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 4 von 4)


Die Kanadier von Hamadryad überraschen mich immer wieder aufs Neue. Das erste, was ich von ihnen hörte war "Safe in conformity". Fein, dachte ich, ich mag Genesis-Klone, speziell wenn Trespass als wichtigste Inspiration diente. Wieso sich die Herren ab Track No.8 dann unerwartet hardrockig/retroproggig gaben, habe ich zunächst nicht verstanden. Sie taten das möglicherweise, um die verdutzte Hörerschaft daran zu erinnern, dass sie doch keine Klonband sind.

Die nächste Hamadryad-Überraschung kam für mich in Gestalt von "Conservation of Mass". Übermächtige Genesis-Einflüsse sucht man da vergebens, stattdessen könnte man vielleicht Yes als Vergleich bemühen, ohne dass einem das Wörtchen "Klon" in den Sinn kommt.

Als dritte CD der Band kommt nun eine Konzertscheibe auf den Markt, sozusagen als meine aktuellste Hamadryad-Überraschung. Nach eigener Aussage wollten die Musiker schon immer mal in Europa spielen. Der damit verbundene Enthusiasmus (z.B. in den Kommentaren im CD-Heft) brachte offenbar die Entscheidung, nach zwei Studio-CD's ein Konzertalbum rauszubringen.

In anderen Reviews zu "Live in France 2006" wurde auf das "Sängerproblem" hingewiesen. Stimmt leider, Jean-Francois Desilets trifft schon im ersten Song "Sparks and benign magic..." die Töne nicht, die er auf dem zweiten Studioalbum noch geschafft hatte. Da hilft nur, als Hörer das beste draus machen und die instrumentale Leistung der Band anerkennen. Wie so oft in einer Live-Situation, kommt auch hier die rockige Komponente deutlicher zum Tragen. Trotzdem ist das Gleichgewicht zwischen Keyboards und Gitarre immer noch vorbildlich.

Vielleicht war es auch übermäßige Nervosität und fehlende Routine, die das Quartett in seiner hochkomplexer Musik gelegentlich als Unsicherheit hat durchschimmern lassen. Der Keyboarder scheint auch nicht immer die Konzentration in Person gewesen zu sein. Von den nicht immer ganz sicher wirkenden backing vocals der Bandmitglieder ganz zu schweigen...Auf der anderen Seite imponieren mir die Herren Sebastian Cloutier und Denis Jalbert wiederholt mit ihrer durchdachten Virtuosität und Spielfreude, ganz besonders in dem abschließenden "...Action!".

Das Positivie überwiegt also: Hamadryad spielten 2006 in Frankreich erstklassigen, energetischen Retroprog, den man stellenweise (wie z.B. in "Amora Demonis") mit Progmetal verwechseln könnte. Vielleicht sollten Dream Theater-Fans z.B. bei "Polaroid Vendetta" oder "Action!" mal reinhören...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.9.2007
Letzte Änderung: 23.9.2007
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hamadryad

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Conservation Of Mass 12.25 4
2005 Safe In Conformity 9.00 3
2010 Intrusion 10.50 2
2017 The Black Hole 11.67 3

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