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Czeslaw Niemen

Aerolit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Polskie Nagrania
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Czeslaw Niemen Vocals, Moog, Mellotron, Synthesizer
Slawomir Piwowar Guitars
Jacek Gazda Bass
Andrzej Nowak Piano, E-Piano
Piotr Dziemski Drums

Tracklist

Disc 1
1. Cztery sciany swiata 10:24
2. Pielgrzym 9:22
3. Kamyk 7:15
4. Daj mi wstazke blekitna 4:13
5. Smutny Ktos, biedny Nikt 7:19
Gesamtlaufzeit38:33


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Nachdem die Musiker von SBB 1973 eigener Wege gegangen waren, scharte Czeslaw Niemen eine neue Mannschaft um sich, mit der er das 1974 erschienen Album "Aerolit" einspielte. "Aerolit" entstand - im Gegensatz zu den beiden Vorgängerscheiben "Strange is this world" und "Ode to Venus" - wieder in Polen, wurde auf dem staatlichen Label Polskie Nagrania veröffentlicht und in Polnisch eingesungen.

Mit "Aerolit" hat Niemen den Stilwandel vollendet, der sich schon auf "Ode to Venus" angedeutet hat. Einen sehr farbigen, komplexen und eigenen Jazzrock spielt Niemens Band nun, von Blues und sakralem Orgelprog ist hier nichts mehr zu finden. Bediente Niemen früher vornehmlich eine E-Orgel, hat er sich nun Mellotron und Synthesizern zugewandt. Begleitet wird er von der typischen Jazzrockbesetzung an E-Piano (Piano), E-Gitarre, Bass und Schlagzeug. Dazu lässt der Pole sein Organ erklingen, nicht mehr ganz so expressiv wie früher, doch sorgt er immer noch, meist im Zusammenklang mit flächigen Mellotronstreichern, für Leidenschaft und Pathos.

Ansonsten wird hier abwechslungsreich jazzig gerockt, treffen die munter und virtuos dahinpurzelnden Klänge von E-Piano, E- und Akustikgitarre auf Mellotronstreicher und Moogeskapaden, so dass das fertige Gemisch ein wenig wie eine kantige Mischung aus Return To Forever und King Crimson bzw. ELP klingt (wegen Niemes ausdrucksstarken Sangesdarbietungen kommen mir auch ab und zu die Italiener von Area in den Sinn). Trotzdem entwickelt die Musik einen sehr eigenen Charakter. "Pielgrzym" (eine abgewandelte und ausgedehntere Version des Stücks "A pilgrim" von "Ode to Venus") bietet zum Beispiel in der ersten Hälfte ausladenden, arabisierten Sologesang, der sich mit kurzen Moog-Miniaturen ablöst. Im zweiten Teil entwickelt sich daraus ein wunderbar entspannt dahin gleitendes, orientalisch-polnisches Jazzrockgewebe.

"Aerolit" gehört zusammen mit "Marionetki" zu den besten Scheiben Czeslaw Niemens, auch wenn beide Scheiben in stilistischer Hinsicht sehr unterschiedlich ausgefallen sind. "Aerolit" klingt auch heute noch sehr frisch, während sich auf den älteren Scheiben doch ab und an eine etwas staubige, wenn auch durchaus sympathische Frühsiebzigeratmosphäre breit macht. Tolle Platte!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.7.2007
Letzte Änderung: 17.8.2007
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Czeslaw Niemen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Enigmatic 11.50 6
1971 Niemen Enigmatic 9.00 1
1972 Strange is this world 11.00 1
1972 Marionetki 12.00 1
1973 Ode to Venus 10.00 1
1974 Mourner´s Rhapsody 8.00 1
1975 Katharsis 11.00 1
1977 Idée Fixe 11.00 1
1980 Postscriptum 10.00 1
2007 41 Potencjometrów Pana Jana 10.00 1
2009 Kattorna / Pamflet na Ludzkosc 11.00 1
2010 Terra Deflorata - Koncert 10.00 1

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