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National Health

Playtime

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001 (Aufnahmen von 1979)
Besonderheiten/Stil: Canterbury
Label: Cuneiform
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Alan Gowen E-Piano, Synthies
John Greaves Bass, Gesang
Phil Miller Gitarre
Pip Pyle Schlagzeug

Gastmusiker

Alain Eckert Guitar (Tracks 1,3)

Tracklist

Disc 1
1. Flanagan's People 15:57
2. Nowadays A Silhouette 6:32
3. Dreams Wide Awake 8:18
4. Pleiades 10:26
5. Rhubarb Jam 1:17
6. Rose Sob 1:46
7. Play Time 9:38
8. Squarer For Maud part 1 5:11
9. Squarer For Maud part 2 7:51
Gesamtlaufzeit66:56


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Nach den Aufnahmen zu "Of Queues And Cures" sah es eigentlich für National Health recht gut aus. Die Band hatte einige neue Mitglieder gewonnen (Lindsay Cooper, Fagott und Georgie Born, Cello) und die ursprüngliche Idee der Band als "Rock-Orchester" schien Wirklchkeit zu werden. Aber wie immer steckt der Teufel im Detail, und als eine geplante Spanientour wegen Geldproblemen zu platzen drohte, kam es zu Spannungen zwischen den Bandmitgliedern über das weitere Vorgehen, und Dave Stewart warf das Handtuch und verliess sein eigenes Projekt. Die anderen wollten die Band aber weiterführen, und nach einigem Hin und Her fand sich mit Alan Gowen, der National Health urpsrünglich mitgegründet hatte, endlich ein passender Keyboarder.

Allerdings war durch diese Wirren die Band zur klassischen Vierer-Besetzung zusammengeschmolzen: Keyboards, Bass, Gitarre, Drums. Zwar bestand diese Besetzung von allen National Health-Inkarnationen eigentlich am längsten, aber da sie nie ein Studio-Albun veröffentlich und lediglich ausgedehnt tourte, wurde der Name "National Health" kaum mit diesem Ensemble assoziert. Aber dies ändert sich ab diesem Jahr, denn Cuneiform haben die vorliegenden Live-Aufnahmen von 1979 ausgegraben und endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ergänzt um ausführliche Liner Notes vom Canterbury Experten Aimeryc Leroy.

Die hier dokumentierte kleinere Besetzung hinterlässt natürlich ihrem Stempel auf der Musik: vorbei die Zeiten des sorgfältig arrangierten Rock-Orchesters mit komplexen Partituren und vielfältiger Instrumentierung. Die neuen National Health gehen freier und jazziger zur Sache. Zwar tummeln sich immer noch vertrackte Teile und viele Rhythmuswechsel in den Kompositionen, aber die Musik bekommt viel mehr Luft zum improvisatorischen Atmen, der Sound wird gleichzeitig klarer und druckvoller. Teils klingt die Band in ausgedehnten Duellen zwischen Synthie und Gitarre sogar ein wenig nach dem Mahavishnu Orchestra, auch wenn ihm grossen und ganzen die Canterbury-Herkunft durch einen etwas leichteren Touch und die fliessende Rhythmik nie verleugnet wird.

Besonders bemerkenswert scheint der Unterschied in John Greaves Live-Bass-Spiel zu den Studioaufnahmen (wie allerdings auch schon in Henry Cow, siehe "Concerts"): druckvoll und geradezu rotzig angezerrt. Das Repertoire ist zum grösstenteil neu; von den "Of Queues And Cures" Nummern passt Phil Millers "Dreams Wide Awake" noch am besten ins Konzept, da das Stück schon auf dem Studioalbum durch seine eher geradeheraus geriffte Art etwas aus der Rolle viel. "Squarer For Maude" verliert durch den Übergang von der ausgeklügelten Studiokomposition (im wahrsten Sinne des Wortes, denn es wurde ohne vorherigen Plan während der Aufnahmen im Studio erarbeitet und zusammengesetzt) an Kohärenz. Dafür kommt Gowens "Playtime" umso besser, bekommt in der National Health Version sowohl mehr Druck als auch mehr Gefühl als in der Studioaufnahme auf der all zu anämischen zweiten Gilgamesh-Platte.

Neben den jazzigen improvisationslastigen Songs mit Greaves Fuzzbass und Gowens perligem E-Piano und sanften Synthies-Leadsounds gibt übrigens es mit Rose Sob noch eine kurze Vokalnummer mit Text von Peter Blegvad.

Insgesamt ist "Playtime" auf jeden Fall allen Freunden der jazzigeren Seite des Canterbury-Sounds zu empfehlen. Durch die Rohheit der Aufnahme klingt das ganze nicht so vergeistigt wie die Spätperiode der ursprünglichen Soft Machine oder Gowens Gilgamesh, sondern engagierter und menschlicher. Eine tolle Entdeckung.

Anspieltipp(s): Playtime
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2002
Letzte Änderung: 21.7.2003
Wertung: 10/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Zur Entstehungsgeschichte von "Playtime" hat Udo schon alles wesentliche gesagt, daher nur kurz meine Eindrücke:

Verglichen mit den beiden ersten Studioalben von National Health geht es bei diesen Liveaufnahmen wesentlich jazziger zur Sache. Trotz der kleineren Besetzung ist die Musik kräftiger, was besonders bei den beiden Stücken, die im Original auf "Of Queues and Cures" erschienen, auffällt. Die Stücke sind gleichzeitig komplex und fließen doch locker dahin, aber halt nicht so "leichtgängig" wie beispielsweise bei den frühen Caravan oder bei den deutschen Jazzrockern Kraan.

Zu erwähnen ist noch, dass auf einigen Stücken der damalige "Art Zoyd"-Gitarrist Alain Eckert als Gastmusiker mitwirkt.

Anspieltipp(s): Playtime
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.5.2002
Letzte Änderung: 28.11.2009
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von National Health

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 National Health 10.67 6
1978 Of Queues And Cures 12.67 3
1982 D.S. al Coda 8.00 2
1996 Missing Pieces 10.50 2
2005 Dreams Wide Awake - 1

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