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Shub Niggurath

C'etaient de trés grands vents

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1991
Besonderheiten/Stil: improvisiert; RIO / Avant
Label: Musea
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alain Ballaud Bass
Sylvette Claudet Gesang
Jean-Luc Herve El. Gitarre, Harmonium, Piano
Michel Kervino Schlagzeug (auf Track 2 & 3)
Edward Perraud Schlagzeug (Rest)
Véronique Verdier Bassposaune

Tracklist

Disc 1
1. Glaciations 7:28
2. Océan 6:14
3. Prométhée 5:40
4. D'un seul et même souffle 6:33
5. La nef des fous 3:24
6. Contrincante 5:15
7. C'étaient de très grands vents 10:51
Gesamtlaufzeit45:25


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Auf ihrere zweiten CD bei Musea (eigentlich die erste, da "Les Morts Vonte Vite" 1986 auf LP erschienen ist, und erst Mitte der 90er als CD wieder aufgelegt wurde) mixen Shub Niggurath weiter an ihrem (Zitat Udo) "intensiven, komplexen, dunklen, experimentellen, mysteriösen, schrägen Cocktail aus kraftvollem Baß, schreiender Gitarre, schrägem Piano, opernhaftem Frauengesang und hymnischen Posaunenklängen", aber im Vergleich zum Vorgänger mit in jeder Hinsicht reduzierten Mitteln (das schräge Piano ist verschwunden, Gesang gibt´s nur noch auf Track 3, der Bass ist selten kraftvoll, das Schlagzeug eher dezent und hymnisch ist hier auch nichts mehr). Mit (Prog-)Rock hat diese Musik eigentlich auch nichts mehr zu tun. "C'etaient de trés grands vents" bietet vielmehr sehr eigenartige, unterkühlte, fast statische, mitunter reichlich komplexe Klänge, ist eher ein minimalistisches Dissonanzexperiment, eine Orgie an düsteren, fast krankhaften Kakophonien.

"Glaziations": Leise, Gitarrenanklänge, dazu Schlagzeug- und Geräusch-Klingklang, ab und zu wuchtige Posaunentöne, zweimal unterbrochen von repetitivem Gitarrengeschrammel/Schlagzeug-Krach und jaulenden Gitarrentönen am Ende. Sehr kalt, sehr eisig (siehe Titel). "Océan": Wohl das einzige Stück auf dieser CD, das etwas an "Les Morts Vonte Vite" erinnert. Nach gemächlichen Posaunentönen arbeitet sich die ursprünglich begleitende Gitarre immer mehr in den Vordergrund und zumindest im 2. Teil des Stücks erzeugen Bass und Schlagzeug dann, inmitten dieses Gitarrenlärms eine Art rhythmisches (Rock?-)Gefüge. "Prométhée": Zu - vom Schlagzeug begleiteten - verstimmten Akkorden intoniert Sylvette Claudet so etwas wie ein Lied (könnte problemlos als ein 12-Ton Lied der 2. Wiener Schule durchgehen), später schrammt noch der Bass dazwischen. "D'un seul et même souffle": Zu beeindruckenden, "alphornartigen" Posaunenlauten und langausgehaltenen, dissonanten Harmoniumklängen gesellt sich ein gemächlich dahinklapperndes Schlagzeug. Ab und zu zupft ein verstimmter Bass dazwischen und gegen Ende beginnt der Schlagzeuger seine Becken mit nem Bogen anzustreichen. Irgendwie traurig, düster, kalt, statisch.... letal? "La nef des fous": Verzerrtes Gitarrengedröhn plus Schlagzeugdurcheinander. Dazu fuhrwerkt Ballaud auf seinem Bass herum und die Posaune stöhnt ab und zu krankhaft auf. Chaos? "Contrincante": Ein Trio für Bassposaune, E-Gitarre und Bass. Stockhausen hätte es auch nicht besser hingekriegt! "C'étaient de très grands vents": Tja, und zum Schluß spielen alle mal eben durcheinander! Offenbar eine Art Kollektivimprovisation! Knirsch! Krach! Zerr! Jaul! Herwé bearbeitet seine Gitarre offenbar mit einem Geigenbogen, der Bass knurrt und rumpelt und die Posaune dröhnt dazwischen.....

"C'etaient de trés grands vents" ist wahrlich eine bizarre Scheibe! Aber irgendwie hat das Ganze "etwas", ist ein anstrengender Trip, durch düstere, ver(zer)störte und kalte Klanglandschaften. Man sollte das Albuml wohl nicht allzu oft hören, und je nach Stimmung könnte es auch ganz schön an den Nerven zerren, aber alles in allem ist "C'etaient de trés grands vents" eine durchaus beeindruckende Einspielung. So richtig empfehlen kann ich diese CD aber nur unerschrockenen Hörern, die die Vorgängerscheibe von Shub Niggurath wirklich klasse finden und zudem ein offenes Ohr für Klangexperimente und die zeitgenössische Avantgarde haben.

Anspieltipp(s): Océan, D'un seul et même souffle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.5.2002
Letzte Änderung: 28.5.2009
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Shub Niggurath

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1986 Les Morts Vont Vite 12.50 2
2003 Testament 6.50 3
2009 Introduction 12.00 1

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