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Space Debris

Into the Sun. Live at Burg Herzberg Festival 2006 (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; live; DVD; Blues; Funk; HardRock; Krautrock; Psychedelic
Label: Herzbergverlag
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tommy Gorny Gitarre, Bassgitarre, Gesang
Tom Kunkel Hammond Orgel, Synthesizer
Christian Jäger Drums

Tracklist

Disc 1
1. Into the Sun 22:05
2. Lornas Vibrator 16:15
3. Electric Friends 14:18
4. Mountain 7:00
5. Whales 17:19
6. Jam Bang 5:40
7. Interview


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


John Cage mochte keine Improvisationen, weil sie ausschließlich aus dem Schatz schon gemachter Erfahrungen schöpfen und sich aus dem Kreislauf persönlicher Vorlieben nicht hinausbewegen. Meine Aversionen gegen Improvisationen halten sich jedoch sehr in Grenzen, vor allem, wenn ich mir Space Debris’ Live-DVD vom Burg Herzberg-Festival 2006 anschaue. Und vermutlich aus den gleichen Gründen, die Cage zu seinem skeptischen Urteil bewogen haben... Denn die musikalischen Erfahrungen und Vorlieben des Trios sind genau die, die mir auch gefallen.

Über den musikalischen Stil der Band zwischen Krautrock, Psychedelic, Funk und Hardrock mit Einflüssen u.a. von Jimi Hendrix, Pink Floyd und Deep Purple um 1970 rum muss mittlerweile eigentlich kein Wort mehr verloren werden (vgl. die Rezensionen zu den vorangegangenen Alben). Die Live-DVD setzt sich allerdings gerade gegenüber dem im selben Jahr entstandenen Studioalbum Three musikalisch schon dadurch ab, dass der Improvisationscharakter der Band durch den Live-Auftritt verstärkt zu Tage tritt. Und da macht es gewaltigen Spaß der Band bei ihren ausufernden Improvisationen zuzuschauen.

Ein Teil der Stücke beruht auf bereits auf den „Studioalben“ vorliegenden Titeln, ein anderer Teil entstand im wesentlichen auf der Bühne neu. Was sich live ohnehin von selbst versteht. Und gerade live kommt der Sound der Band noch eine Spur flüssiger rüber als bei den zeitlich verstreuten Aufnahmen im Proberaum, die sich auf den Studioalben finden. Immer wieder auftauchende Zitate reihen sich hier ganz organisch ein. Und da hat Cage natürlich recht: innovativ ist das, was zu Gehör gebracht wird, nicht. Aber darum geht es bei diesem Auftritt auch nicht. Es geht einfach um dieses besondere Feeling in der Musik und mitreißende Spielfreude.

Ergänzt wird die Live-Aufnahme noch durch ein Interview mit Drummer Christian Jäger zum Stil der Band.

Es gibt das Album auch als CD, aber die Anschaffung der DVD empfiehlt sich schon allein von daher, weil die erste Viertelstunde aus Impressionen des Burg Herzberg-Festivals besteht. Wer noch nie da war, erhält hübsche Eindrücke, wer schon da war, Stützen seiner Erinnerung. Was so logisch und natürlich daherkommt ist tatsächlich aus der Not geborene Tugend, da das Titelstück filmtechnisch einfach erst zu spät aufgezeichnet worden war...

Was soll ich noch sagen... Ein phantastisches Live-Dokument des Auftritts und des Hippie-Festivals selbst mit gelegentlicher psychedelischer Bildnachbearbeitung für Fans ausladender Live-Improvisationen. Wer Anfang der 70-er noch nicht dabei sein konnte, findet hier vollwertigen Ersatz!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.9.2007
Letzte Änderung: 7.9.2007
Wertung: 13/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


Nach LPs und CDs veröffentlichen Space Debris also nun eine DVD, sozusagen der nächste logische Schritt. Aufgenommen wurde das Ganze auf dem Burg Herzberg-Festival 2006, dem deutschen Woodstock (mit dem Unterschied, dass das Herzberg-Fesitval seit Jahren jedes Jahr stattfindet). Und das ist sicher das Festival auf dem Space Debris am besten hinpassen.

„Der Begriff „Krautrock“ ist auch kein eng zu fassender Musikstil, sondern historisch zu sehen“ schreibt Christian Jäger im DVD-Booklet. Wie wahr und das hat er darüberhinaus mit „Progressive Rock“ gemeinsam. Also gehören Space Debris in diese Genre-Schubladen? Ja!

Die hippieeske Liveatmosphäre scheint die Band nochmals zu beflügeln. Die musikalische Darbietung ist sogar eine Steigerung gegenüber dem letzten Studioalbum. Tommy Gorny spielt krachige Riffs, Wah-Wah-Soli, feurige Einwürfe, Jimi Hendrix scheint nicht weit. Tom Kunkel antwortet mit fetten Hammond-Attacken, geradezu jazzig-filigranen Linien und selbstbewussten Synthie-Soli. Und an den Drums webt Christian Jäger fluffige Rhythmusteppiche wie auch treibende, fast schon melodiöse Läufe. Die so entstehende spontane Musik ist nun wirklich keine Sekunde langweilig. Da werden die seligen späten 60er und frühen 70er elegant ins hier und jetzt gebeamt. Bilder von Räucherstäbchen, Lavalampen, süsslichen Düften und sich im Rhythmus der Musik wiegenden langhaarigen Menschen ziehen vorbei, am geistigen Auge.

Aber das ist ja eine DVD. Also ziehen hier auch Bilder an den richtigen Augen vorbei. Aber wer braucht die bei dieser Musik? Siehe oben, der Film entsteht schon im Kopf. Auf der Bühne passiert nicht viel fürs Auge. Man kann die drei Musiker beim Versinken, beim Eins-Werden mit ihrer Musik bewundern. Gelegentlich sorgt eine Kameraperspektive für einen netten Einblick, wie beim Blick durch den drehenden Leslie. Der erste Teil von „Into The Sun“ wurde nicht gefilmt, dafür gibt es sozusagen eine Herzberg-Doku in Bildern. Da wurde aus der Not eine Tugend gemacht... Wirklich? Wie oft will man sich diese Bilder ansehen? Einmal und gut ist, oder? Selbst wer – wie ich – noch nie auf dem Herzberg-Festival war, konnte sich vorstellen, wie es da zugeht. Den Woodstock-Film haben wir wahrscheinlich alle gesehen. Das Interview mit Christian Jäger ist gut gemacht und aufschlussreich. Sehr schön, aber viel öfter als einmal wird man sich das auch nicht ansehen. Bild wie Ton sind klasse, auch wenn der Ton „nur“ Stereo ist (allerdings wäre ein Surround-Mix bei dieser Musik auch irgendwie ein bisschen „Verrat“).

Wie so oft ist das Medium DVD eine zweischneidige Sache. Die Musik ist top, der gebotene Konzertfilm okay. Wer einen eher 'altmodischen' (und von daher vielleicht genau zum Sujet passenden) Konzertfilm geniessen will, der ist hier in jedem Fall sehr gut bedient, ich für meinen Teil wäre mit einem CD-Mitschnitt eher zufrieden gewesen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2007
Letzte Änderung: 11.9.2007
Wertung: 9/15
...Wertung für das DVD-Paket, die Musik alleine 11 - 12...

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Space Debris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Krautrock-Sessions 1994-2001 11.00 1
2005 Kraut Lok 11.00 2
2006 Three 11.00 3
2008 Elephant Moon 11.50 2
2009 Live Ghosts 10.50 2
2011 Archive Volume 3: Deepest View 10.50 2
2011 Archive Volume 2: All Man 10.00 2
2011 Archive Volume 1: Journey to the Starglow Restaurant 10.00 2
2013 She's a Temple 10.33 3
2014 Phonomorphosis 11.00 2
2015 At Finkenbach 2012 11.00 1
2017 Behind the Gate 12.00 1
2017 Back to Universe. Archive Volume 4 11.00 1

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