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Big Big Train

The Difference Machine

(Tipp des Monats 11/2007)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007 (17.09.2007)
Besonderheiten/Stil: New Artrock; RetroProg
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Gregory Spawton Guitars, Keyboards, Vocals
Andy Poole Bass
Sean Filkins Vocals
Steve Hughes Drums
Tony Wright Saxes, Flute
Becca King Viola

Gastmusiker

Dave Meroes Bass
Nick D'Virgillio Drums, Vocals
Pete Trewavas Bass

Tracklist

Disc 1
1. Hope This Finds You   (Instrumental) 3.12
2. Perfect Cosmic Storm 14.40
3. Breathing Space   (Instrumental) 1.47
4. Pick Up If You're There 13.39
5. From The Wide Open Sea   (Instrumental) 1.20
6. Saltwater Falling On Uneven Ground 12.38
7. Summer's Lease 7.34
Gesamtlaufzeit54:50


Rezensionen


Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 3)


The Difference Machine wird es sehr, sehr schwer haben. Warum? Nun, die Fans der Band erwarten entweder schmusigen Melodic-Neo-Krams, oder aber solide-relaxten New Artrock mit hörbaren Porcupine Tree Einflüssen. Jetzt ist es nicht so, als habe sich das Projekt um Gregory Spawton komplett neu aufgestellt, aber diese Platte ist sicherlich das mit Abstand ambitionierteste Werk der Briten.

Eingebettet in atmosphärischen Instrumentals entdecken wir drei Longtracks, sowie das abschliessende "Summer's Lease" - mit 7 Minuten der kürzeste Vocal-Track.

Geschlagene 5 Minuten wartet man bei dem Album, ehe das schöne Intro "Hope This Finds You" sowie der folgende Track "Perfect Cosmic Storm" das neue Wesen der Combo entblößen. Zu beschreiben ist das nur mit untauglichen Worten; Genesis waren und werden wohl immer ein Einfluss auf die Band sein, doch was machen die crimsoiden Bretterpassagen in dem Song? Wo kommt auf einmal die VDGG-Düsterkeit her, noch dazu mit brachialen Sax-Einsätzen untermalt? Warum erinnern die Harmonie-Gesänge von Filkins und Spawton auf einmal so offensichtlich an Anderson/Squire? Dieses Retro-Brett belässt es aber nicht dabei auf der Welle des "Kupferns" zu schippern, sondern ruht in einer atmosphärischen, dichten, ansatzweise "trippigen" Grundidee. Moderne trifft Historie, so muss man das wohl beschreiben... "Perfect Cosmic Storm" entwickelt aufgrund all der obskuren Neuerscheinungen im Sound von Big Big Train sehr langsam seine Nachhaltigkeit, dann aber um so beeindruckender. Das Stück hat Klassiker-Niveau.

Die nachfolgenden Stücke können dieses Niveau nicht halten, sind dennoch ein ähnlicher Ohrenschmaus. Man bekennt sich klar zu den Wurzeln unserer Musik,spielt mit bekannten Versatzstücken (Mellotron-Fans; aufgepasst!!!), bricht die Muster aber immer wieder auf. Mal ein bisschen Chamber Rock, dann wieder floydige, elegische Atmosphäre, übergehend in eine angejazzte "Trötpassage", ein bisschen Flötentöne, und mit verzerrten Stimmen und "spaciger Atmosphäre" landet man irgendwann wieder beim New Artrock des jungen Jahrtausends. Das ist "strange" und man muss sich daran gewöhnen. Hat man das geschafft, belohnt einen dieses Werk mit edler, spannender, faszinierender Musik.

Big Big Train ist mit diesem Album der Höhepunkt in ihrer Diskographie gelungen. Dass Pete Trewavas, NDV und Dave Meroes ihren Beitrag zu dem Album geleistet haben, ehrt sie; ein so frisches Album haben weder Marillion noch Spock's Beard seit Jahren abgeliefert.

Alte Big Big Train Fans müssen ihren Geschmack neu justieren, neue Big Big Train Fans wird dieses Album "generieren". Hope this finds you...

Anspieltipp(s): Perfect Cosmic Storm
Vergleichbar mit: Unfolded Like Staircase von Discipline in moderner...
Veröffentlicht am: 22.9.2007
Letzte Änderung: 28.9.2007
Wertung: 12/15
Perfect Cosmic Storm: 15

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Von: Dirk Reuter @ (Rezension 2 von 3)


Der ganz große Zug scheint seinen Heimatbahnhof erreicht zu haben. Hat er mit dem letzten Album "Fahrt aufgenommen", läuft er spätestens jetzt präzise wie ein Uhrwerk und lässt die Passagiere, die zur musikalischen Rundreise durch die Prog-Geschichte Platz genommen haben, ein ums andere mal staunen.

Da rauscht der Lokführer Gregory Spawton mit seinem Heizer Andy Poole und der übrigen Besatzung samt "Aushilfspersonal" der altehrwürdigen Dampfloks Spock´s Beard und Marillion durch Landschaften, die mit Stachelschweinbäumen bewachsen und von merkwürdigen Wesen wie dem karmesinroten König oder noch jungen Musikern, die merkwürdigerweise alle auf den Namen Peter (zu unterscheiden sind der musicus gabrielus und der musicus hammillitis) hören, bevölkert sind. Am Himmel rauschen Wolken aus Jazztönen und Banks´schen Keyboardtupfern vorbei und aus dem Führerstand der Lok dringt manchmal seltsam vertrauter Harmoniegesang.

Eine sehr schöne Strecke hat man sich für diese Zugfahrt ausgesucht. Immer wieder glaube ich auf den Bahnhöfen, die mit irrer Geschwindigkeit durchfahren werden, alte Bekannte wie die Galgano-Brüder, Steve Babb, Fred Schendel oder Andy Tillison zu sehen (wem diese Namen nichts sagen, der sollte sich zunächst zum Schämen in eine Ecke stellen und sich dann die CDs von Izz, Glass Hammer und The Tangent besorgen, um eben diese Namen in den jeweiligen Booklets zu finden).

Fans der genannten Bands und Musiker - also wohl so ziemlich jeder, der mit Prog irgendetwas positives verbindet - dürften an diesem Werk ihre Freude haben. Und trotzdem zeichnet sich bei Big Big Train immer deutlicher auch ein eigener Stil ab. Was will man mehr?

Anspieltipp(s): Pick up if you´re there
Vergleichbar mit: siehe oben
Veröffentlicht am: 31.10.2007
Letzte Änderung: 31.10.2007
Wertung: 13/15

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Von: Piotre Walter @ (Rezension 3 von 3)


Schon lange keine so frische, unverbrauchte Retro-Prog-Scheibe gehört. Dieser Longplayer schafft etwas ungewöhnliches. Obwohl man sich hier und da an, die schon von Dirk und Fix beschriebenen, Vorbilder erinnert fühlt, ist die Platte doch fern ab der üblichen Retro-Prog-Klischees. Die Musik von "Big Big Train" hat zumindestens auf "The Difference Machine" ein eigenes Gesicht. Die anderen Alben der Combo kenne ich bisher nicht. Man könnte dem Album auch eine Verwandschaft zum "New Artrock" attestieren, doch auch hier greifen die üblichen Klischees nicht. "The Difference Machine" ist einfach ein sehr eigenständiges Prog-Album, das Spaß macht. Ich finde eigentlich alle Longtracks stark. In der elegischen Schlusshymne "Summer's Lease" floydelts ein wenig, dort findet man noch am ehesten Bekanntes.

Vielleicht liegt es auch an den Einsätzen von Flöte, Sax und Viola, dass "Big Big Train" die üblichen Yes- und Genesis-Klischees meidet - gerade die Passagen mit diesen Instrumenten bergen einen leichten Fussion-Touch. Aber eben nur einen leichten - wie gesagt, die Briten meiden auf diesem Album Klischees und das empfindet mein geneigtes Ohr als sehr postiv.

Fazit: Ein eher ruhiges und dennoch spannendes Prog-Album. Sehr zu empfehlen. Nichts für Frickel-Liebhaber.

Anspieltipp(s): die Longtracks
Vergleichbar mit: gute Frage...
Veröffentlicht am: 14.2.2010
Letzte Änderung: 14.2.2010
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Big Big Train

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 English boy wonders 7.50 2
2002 Bard 10.00 2
2004 Gathering Speed 9.50 2
2009 The Underfall Yard 12.25 4

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