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Zip Tang

Luminiferous Ether

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Marcus Padgett Sax, Keys, Vocals
Perry Merritt Guitars, Vocals
Rick Wolfe Bass, Vocals
Fred Failer Drums, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Tower Of Tuna 5.39
2. Missed The Beginning 5.15
3. Nothing Here 6.10
4. Doctor Plush 10.00
5. Like We Did Before 5.02
6. Beta 5.47
7. Searching For Treasure 4.24
8. With A Twist 3.46
9. Tarkus   (Bonus Track - ELP) 18.10
Gesamtlaufzeit64:13


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @


Zu diesem Album war auf unseren Seiten längere Zeit keine Besprechung mehr vorhanden, weil wir die Originalrezi leider im Keller unserer Website unauffindbar verlegt haben. Aber machen wir aus der Not eine Tugend und nutzen die Gelegenheit, hier noch einmal ganz neu auf eine wirklich herzerfrischende CD aufmerksam zu machen.

Zip Tang klingen manchmal, als säßen sie schon gemütlich beim Feierabend-Bier, wenn echte Progger noch stundenlang an einer einzelnen Note rumfeilen. Ihre Musik wirkt, als habe man einfach mal drauflos gerockt, ohne sich weiter um die Nachbarn zu kümmern. Ich vermute allerdings wohl zu Recht, dass die CD in Wirklichkeit kein bisschen weniger akkurat aufgenommen wurde als viele scheinbar weit feingeistigere Produktionen. Doch wie auch immer: Der belebende Höreindruck ist das Entscheidende.

Aus Progsicht zieht der letzte Track natürlich sofort die größte Aufmerksamkeit auf sich: Eine Cover-Version des ELP-Longtracks "Tarkus". Die Zip Tang-Version ist herrlich kraftvoll, zupackend und sogar gewissermaßen vollständig – aber doch ganz anders. Denn es geht nicht um Werktreue bis zur letzten Feinheit, sondern um eine echte Adaption, das heißt die Übernahme in eine andere musikalische Sprache. Und Zip Tang sprechen eine ganz andere Sprache als ELP. Sie klingen oft ziemlich heavy und lieben den Powerchord fast so wie echte Metaller. Aber sie verknüpfen das ausgerechnet mit überaus heißen Saxophonsounds.

Ich weiß, bei dem Wort Saxophon gehen die ersten Leser prompt stiften, aber ich versichere: Dieses Saxophon klingt garantiert nicht nach einem Meerschweinchen-Entsafter, es funktioniert vielmehr auch im Ohr eingeschworener Rocker, denn man kann damit richtig ordentlich auf den Tisch hauen. Uff, hoffentlich war das jetzt genug verquere Bildersprache, um zu unterstreichen, dass die ebenso rauhe wie smarte Atmosphäre des Albums gerade im Saxophon eine ihrer Quellen hat. Ja, okay, es gibt ein paar etwas jazzige beziehungsweise jazzrockige Passagen („Beta“), aber das merkt man nicht: Keinerlei Grund zur Panik bei Jazzphobikern.

Wer eine CD auflegen möchte, die nichts mit Experimenten zu tun hat, den Rock nicht mit lauter Ansprüchen zudeckt, Rotz und Humor bietet und zugleich dem üblichen Einerlei zu entfliehen versteht: Dies ist eine.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.1.2013
Letzte Änderung: 10.1.2013
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Zip Tang

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Pank 10.00 2
2010 Feed our heads 11.00 1
2013 Das Reboot 11.00 2
2015 Private Shangri-La 10.50 2

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