10,000 Days
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
InsideOut |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Michael Sadler |
vocals, keyboards |
| Ian Crichton |
guitar |
| Jim Crichton |
bass, keyboards |
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| Jim Gilmour |
keyboards, vocals |
| Brian Doerner |
drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Lifeline
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5:36
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| 2. |
Book of Lies
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5:44
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| 3. |
Sideways
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4:53
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| 4. |
Can't You See Me Now?
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6:12
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| 5. |
Corkentellis
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7:11
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| 6. |
More Than I Deserve
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5:22
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| 7. |
Sound Advice
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5:17
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| 8. |
10,000 Days
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4:31
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| 9. |
It Never Ends
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6:10
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| Gesamtlaufzeit | 50:56 |
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Rezensionen

10.000 Tage, das sind so in etwa 30 Jahre... solange dauert die Karriere der Kanadier Saga nun schon mit Höhen und Tiefen an. Anfang 2007 hat Sänger Michael Sadler seinen Ausstieg angekündigt, aber man wollte noch ein Album und eine Tour gemeinsam machen. So ist ?10,000 Days? das Vermächtnis einer der großen Bands des Rock, die sich vermutlich konsequenterweise nach dem Verlust ihrer charismatischen Stimme auflösen wird.
Da hätte man sich natürlich gewünscht, das ?10,000 Days? ein richtiger Knaller wird, schließlich hat man ja zuletzt mit dem Studiowerk ?Trust? und dem definitiven Livealbum ?Worlds Apart revisited? ordentlich geklotzt. Leider Pech gehabt. Saga bieten zwar durchweg ihre übliche eigene Soundmischung aus gelungenen Melodien, hymnischen Keyboards, scharfen Gitarreneinlagen und natürlich Michael Sadlers Opernstimme, aber nur selten krachen die Songs wirklich aus den Boxen. Vieles wirkt ein bisschen schlaff, vielleicht auch einfach melancholisch, als hätte das Abschiedsszenario auf die Stimmung gedrückt. Dabei sollte dieses Album laut Michael Sadler einfach nur Spaß machen. Aber gerade Sadlers Gesang klingt oftmals wehmütig und ein bisschen verloren.
Normalform erreichen Saga vor allem im Opener ?Lifeline?, der sicherlich das Zeug zum Klassiker hat, und zum Abschluss liefern die Kanadier mit ?It Nevers Ends? nochmals großen Sport ab. Dazwischen sorgt ?Sound Advice? immerhin für ein Zwischenhoch. Der eigentliche Höhepunkt des Albums ist für interessanterweise allerdings das Instrumental ?Corkentellis?. Das hat alles, spannende Instrumentalarbeit (inklusive gar einem kleinen Bass-Solo), scharfe Keyboard- und Gitarrensounds, einen treibenden Rhythmus und hymnische Passagen, klasse. Wollen Saga etwa als Instrumentalband weitermachen?
Während ?Book of Lies?, ?Sideways? und ?Can't You See Me Now?? nicht weiter stören, aber auch nicht weiter erregen, sind leider ausgerechnet die Abschiedsnummern ?More Than I Deserve? und ?10,000 Days? die Pleiten des Albums. Während ?More Than I Deserve? geradezu schmerzhaft kitischig daherkommt, verbreitet ?10,000 Days? mit akustischen Gitarren eine Art Lagerfeuerromantik, die so gar nicht zu Saga passen will. Balladen waren ja nie die Stärke der Band, aber diese beiden Titel sind schon schmerzhafte Fehlschläge.
Da verabschieden sich also die großartigen Kanadier mit einem eher durchwachsenen Werk von der Rock-Prog-Bühne. Ein bisschen schade, aber es bleibt ja noch die Tour, die am 24.10. in Worpswede startet und sich dann kunterbunt durch die Republik arbeitet, bis am 05.12. in München das große Finale ansteht. Nicht dabei wird übrigens Schlagzeuger Brian Doerner sein, der aufgrund eines Herzinfarkts passen muss. Er befindet sich aber immerhin schon wieder auf dem Weg der Besserung. Alles Gute an dieser Stelle! Und man sieht sich bei Saga live...
| Anspieltipp(s): |
Lifeline, Corkentellis |
| Vergleichbar mit: |
Saga, Saga und Saga |
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| Veröffentlicht am: |
13.10.2007 |
| Letzte Änderung: |
13.10.2007 |
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Dieses Album ist ja schon witzig, aber unsere bisherigen Rezensionen dazu finde ich sogar noch witziger: die BBS outen sich als deutschsprachiges Organ der Voll-Proggies - so weit, so gut, so sind wir und so wollen wir sein und bleiben.
Das Witzige ist nur: ausgerechnet auf Saga lässt sich dieser Standpunkt des Voll-Proggies nicht anwenden, wie ich finde, jedenfalls nicht, wenn es darauf ankommen soll, die Tiefen der Musik einer Band zu ergründen - selbst wenn diese Tiefen eher flach sind...
"10.000 Days" ist eine Abschiedsshow und macht Spaß ? ganz wie es Michael Sadler auch wollte. Das fängt mit dem Cover an: nach zehntausend Tagen ist sogar das geheimnisvolle Alien aus den Chapters nur noch ein Relikt, das der Versteinerung entgegensieht. Das ist der Zahn der Zeit, und das ist im Sinne einer Evolutions-Philosophie auch gut so. Und was tun Saga? Nun, sie versuchen, dieses Event der Fossilwerdung gebührend zu feiern - auch musikalisch. Und - keine Feier ohne Meier - dazu gehört natürlich vor allem der Fan, denn der soll ja so richtig mitfeiern. Wer aber ist 'der Fan'? Im Falle von Saga eben gerade nicht der Voll-Proggy!
Ich gehöre zu der Generation, die schon Prog gehört haben, als es Saga noch nicht gab - das ist die Gnade der frühen Geburt! Und ich bekam ein wenig mit, wer ab Anno 78 auf Saga angesprungen ist: das waren vor allem die 'Halb-Proggies', die bis dahin vor allem Bands wie Electric Light Orchestra, Supertramp und Barclay James Harvest gehört hatten; für diese Hörersparte gab es 1976 einen neuen Lichtblick in Form von Alan Parsons und kurz danach eben Saga. Bei beiden Bands hatte dieser Inspirationsschub nicht zuletzt auch damit zu tun, dass deren Debütalben gleich einen außergewöhnlich starken Einstand hinlegten. Hinzu kam, dass Saga von Anfang an den Eindruck erweckten, dass sie dem Fan lange Zeit erhalten bleiben würden - siehe die Menge der Veröffentlichungen und den 'Soap'-Effekt der Chapters. Aber: die Fans waren zuallererst auf kernige Songs aus, die zudem nicht lang sein mussten - ganz wie sie das von BJH und ELO gewohnt waren. Und jeder Song brauchte irgendeine Kante, an der man sich festhalten konnte - das war das Wichtigste...
Warum ich das alles hier schreibe? Nun, ganz einfach: Saga feiern ihre 'I-Did-It-My-Way'-Abschiedsshow genau nach diesem Prinzip und schaffen es - ganz im Sinn einer Retrospektiven-Revue - für den oben charakterisierten Fan alles richtig zu machen. Cole Porter ("Never start with a ballad, never end with one") hätte es nicht besser vordenken können. Das beginnt mit der Präsentation von vier 'neuen' Klassikern, die einem bekannt vorkommen, die aber trotzdem frisch genug rüberkommen, so dass Beigeisterung aufkommen kann, darin enthalten sind Reminiszenzen an frühere Songs, jeweils in Riff-Bruchstücken nur ganz kurz angedeutet - "Lifeline" hat eine Stelle, die jederzeit in den Riff des Klassikers "Wind him up" hineinmünden könnte, "Book of lies" erinnert mich ungemein an den zweiten Song von "Wildest dreams", "Can't you see me now" an den ersten desselben Albums, und "Sideways" könnte unverändert auf "Images at twilight" oder "Silent knight" einen Platz gehabt haben - weil es einen Sekunden-Riff enthält, der auf den alten Alben praktisch in jedem zweiten Song so ähnlich vorkommt.
Aber dann - die Wende! Der Instrumentaltrack "Corkentellis" könnte - wie Thomas treffend andeutet - die 'neuen' Saga als frickel-melodische Instrumentalband einführen (natürlich erstmal nur als Gedankenexperiment und bisher sicher ohne konkrete Pläne), und die vier Songs des Schlussteils bringen uns dann den richtigen Abschied - wie es sich gehört mit einem lachenden und einem weinenden Auge: die zwei rührseligen Balladen ("More than I deserve" und "10.000 days") drücken auf die Tränendrüsen, dagegen fasst "Sound advice" (Nomen est Omen) noch mal alle typischen Stärken der Band zusammen, und "It never ends" sagt es, wie es ist - im Titel: "Es endet niemals", denn Saga sind längst eine lebende Legende - und musikalisch: hier findet sich eine knappe, aber kaum noch dokumentierbare typische Saga-Riffparade, zu der ich pausenlos alte Saga-Songs mitsingen könnte, vor allem "Waiting in the wings" und "We will meet again" (Der Titel sagt's schon), aber auch jeweils für Sekundenbruchteile allerlei mehr aus der guten alten Zeit.
Daher frage ich mich: Wie könnte sich diese Band passender verabschieden als mit diesem Album? Nicht ein einziger schwacher Song ist darauf (jedenfalls nicht vor dem Hintergrund, dass wir schon "Steel Umbrellas", "Pleasure & the Pain" und "Marathon" ertragen haben), dafür aber viel Humor (= die zahlreichen Reminiszenzen) und etwas Sentimentalität (= die zwei Balladen). Das kann man zwar auch Kitsch nennen, aber - wir reden hier über Saga, und auf einem völlig kitschfreien Album von denen würde mir ernsthaft was fehlen. Wenn ich mich selbst nach dreißig tollen Jahren von Fans verabschieden wollte, würde ich es genauso tun...
| Anspieltipp(s): |
"More than I deserve" - Und bitte Fähnchen zum Abschiedswinken bereithalten! |
| Vergleichbar mit: |
Saga früher und heute, mal traurig, mal fetzig, mal frickelig, mal wichtigtuerisch - aber immer ganz sie selbst... |
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| Veröffentlicht am: |
21.10.2007 |
| Letzte Änderung: |
15.7.2012 |
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