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Parzival

Legend

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Telefunken
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lothar Siems Gitarre, Gesang
Walter Quintus Violine, Bass, Orgel, Klavier
Thomas Olivier Schlagzeug

Gastmusiker

Matthias Müller-Menckens Flöte, Klavier
Joachim Reichhold Cello
Hans Jaspers Viola

Tracklist

Disc 1
1. One Day 3:37
2. Marshy Legend 2:20
3. Resignation 2:53
4. 8 Years Later 4:40
5. Senseless No. 6 4:54
6. Wall Bungalow 2:40
7. Empty Land 5:12
8. Groove Inside 16:00
9. Change Your Mind   (Bonustitel, Demo 1969) 2:04
10. Sarah Girl   (Bonustitel, Demo 1969) 1:58
Gesamtlaufzeit46:18


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Parzival waren eine kurzlebige Formation aus Bremen, die nur zwei Alben veröffentlichten. Beide waren jahrelang vergriffen und wurden zu horrenden Preisen gehandelt, vor einigen Jahren erschienen sie dann endlich als CDs mit Bonustiteln bei Telefunken. Ein Blick auf die Instrumentierung (es wirken noch Gastmusiker u.a. an Cello und Flöte mit) lässt vermuten, dass hier nicht der übliche Orgel- und Gitarrendominierte Kraut-Space-Rock geboten wird. Statt dessen präsentieren Parzival auf "Legend" eine interessante Mischung aus klassischen, jazzigen und folkigen Einflüssen, bei der eher selten "gerockt" wird. Streicher und Flöte stehen im Vordergrund, die Gitarre ist meist akustischer Natur, Keyboards spielen nur eine geringe Rolle. In den meisten Songs herrscht eine schwermütige Atmosphäre vor. Vergleichbares zu nennen ist nicht einfach, allenfalls vielleicht frühe King Crimson, besonders deren lyrischere Stücke, oder die Gruppe Hölderlin. Teilweise erinnert die Atmosphäre auch an PFM.

Musikalisch aus dem Rahmen fällt das lange "Groove Inside", ein von furiosem Flötenspiel dominiertes Instrumentalstück mit einigen Freiformteilen.

Bei "Change Your Mind" und "Sarah Girl" handelt es sich um Demoaufnahmen aus dem Jahr 1969, harmlose Beatmusik, die allenfalls als Dokument der Entwicklung der Band interessant ist.

Anspieltipp(s): Marshy Legend, 8 Years Later
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2002
Letzte Änderung: 22.6.2014
Wertung: 11/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Das Album "Legend" der norddeutschen Formation Parzival bietet eine gefällige Mixtur aus frühem Progressive Rock und herkömmlichem Folkrock. Der Opener "One Day" entwickelt sich nach eher verklärtem Beginn zu einer fröhlichen Nummer und versprüht das positive Flower Power Feeling der 60er Jahre, wobei hier aber schon markantes Geigenspiel das Ganze stilistisch über die allgemeine "Lagerfeuerromantik" hebt. "Marshy Legend" wartet dann mit romantischem Flötenspiel auf und setzt den Stil des anspruchsvoll arrangierten Folkrocks fort, der hier eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Debüt der Briten Gryphon offenbart.

Ein Song wie "8 Years Later" tendiert dann erstmalig eindeutig in komplexere Gefilde und wird von einer ausgefeilten Rhythmik geprägt. Perfektes Zusammenspiel von Flöte und Geige hieven diesen Titel in symphonische Höhen. Zum Ende gewinnt diese Nummer sogar noch an Dramatik und klingt beinahe schon in bombastischer Manier aus.

"Senseless No. 6" ist dann vom Grundkonzept her ein eingängiger Song, der den Vietnamkrieg anprangert. Dieser mittlerweile doch etwas abgedroschene Protestcharakter des Songs ist aber in extravagante Arrangements eingebettet, die sich völlig von dem vordergründigen Refrain abheben. So besitzt das extravagante Flötenspiel hier bisweilen gar ein fast schon jazziges Gepräge.

Nach dem von perlenden Klavierspiel und beschaulichen Flötentönen bestimmten "Wall Bungalow" führt dann "Empty Land" in fast schon bizarre Klanglandschaften und entwickelt im weiteren Verlauf einen psychedelischen Charakter, der sich dann im abschließenden Song "Groove Inside" noch verstärkt. Stellenweise blitzen auch ganz moderate fernöstliche Einflüsse hervor. Diesbezüglich sei auf die Percussion verweisen. Fortwährende Wiederholungen und fast schon manisches Flötenspiel verleihen diesem Titel einen höchst hypnotischen Charakter, der in dieser Art und Weise eigentlich eher von den deutschen Pionieren im Bereich der elektronischen Musik zu erwarten war. Diese akustische Erzeugung fremd anmutender Soundlandschaften bzw. Klangcollagen erzielt aber ebenso ihre Wirkung und das herkömmliche Songschema wird kompromisslos abgestreift. Diese stellt einen überaus interessanten und kaum zu erwartenden Ausflug in tranceähnliche Gefilde dar. Sicherlich waren hier aber auch gewisse bewusstseinserweiternde Substanzen im Spiel. Hierfür spricht auch der kleine Gimmick am Ende, wo man einen hierzu gar nicht passendes Gesangsintermezzo in extrem sächsisch eingefärbtem Deutsch-Englisch hört.

Anspieltipp(s): Marshy Legend, Groove Inside
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.7.2003
Letzte Änderung: 13.7.2003
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Parzival

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 BaRock 9.00 2
1981 Rock in Deutschland Vol. 9 - 1

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