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Osada Vida

Three Seats Behind A Triangle

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007 (Neuveröffentlichung des 2006 erschienenen Eigenverlags-Albums)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; New Artrock; Progmetal
Label: Metal Mind Productions
Durchschnittswertung: 6/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lukasz Lisiak bass, programming, vocals
Bartek Bereska guitar
Adam Podzimski drums, percussion
Rafal 'r6' Paluszek keyboards, synth, mellotron, hammond

Tracklist

Disc 1
1. The passion 1:42
2. Pictures from inside (part I) - colors & notes 6:14
3. Pictures from inside (part II) - unlimited mind 6:19
4. The decision 4:50
5. Devotion (part I) - after hours 6:44
6. Devotion (part II) - flying time 5:54
7. Tension blossoms 5:09
8. Everyday ltd 6:55
9. Boiling point 5:52
10. Bitterly disappointed 5:44
11. The rebirth of passion 8:14
12. In(s) thru mental   (bonus track) 4:55
13. ...and don't shut the door   (bonus track) 10:00
Gesamtlaufzeit78:32


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Als Osada Vida kürzlich ihren Auftritt in der [progrock-dt]-Radioshow hatten, mussten sie viel Häme aushalten. Die Reaktionen reichten von virtuellem Kopfschütteln bis Entsetzen. Allerdings wurde mit "The rebirth of passion" sicherlich der schwächste Track des Albums "Three Seats Behind A Triangle" gespielt.

Aber gut, es liegt nicht nur an diesem einen Track, dass Osada Vida mit Unverständnis rechnen müssen. Allerdings ist "The rebirth of passion" wirklich exemplarisch für die Schwächen von Band und Album. Da ist zum einen der Sänger - Bassist und Gründungsmitglied Lisiak übernimmt diese Rolle -, der nicht wirklich überzeugen kann. Die Stimme von Lisiak ist dünn und seltsam ausdruckslos. Da wirken die Passagen, in denen mit Sprechgesang und einer Art Schreigesang experimentiert wird, richtiggehend befreiend. Dann ist da Keyboarder Paluszek, der mit seinen Sounds die Grenzen des guten Geschmacks weit hinter sich lässt und sogar für meine Ohren (und die halten diesbezüglich einiges aus) Dinge tut, die nicht mal mehr witzig sind. Das ist ziemlich schade, denn wenn er sich auf Piano, Hammond und gelegentlich Mellotron beschränkt, dann zeigt er durchaus Können. Gerade mit der Hammond weiß er einiges anzustellen. Und nicht zuletzt stehen sich Osada Vida selbst im Weg, weil ihre Kompositionen nicht funktionieren. Das wirkt alles sehr bemüht auf "proggig" getrimmt. Lieber einen Schlenker mehr, lieber ein Break mehr und hier noch einen Taktwechsel. Und schon ist es zuviel und wirkt nicht mehr "sophisticated", sondern angestrengt.

Okay, das sind die Minuspunkte. Was bleibt ist aber schon mal Gitarrist Bereska, der einen wirklich guten Job macht. Sein Spiel ist variabel, zupackend und lebendig. Er weiß gleichermaßen in ruhigen, wie in heftig bratzelnden Passagen zu überzeugen. Überhaupt gelingen den vier Polen zwischendurch immer wieder beeindruckende Instrumentalpassagen, die druckvoll, melodisch, heftig, rockend, mitreißend sind. Aber dann gibt es auch wieder die schon angesprochenen Leerläufe im kompositorischen Niemandsland. Schlagzeuger Podzimski spielt solide, gibt den Songs meist den nötigen Druck und könnte vielleicht mit der Double-Bass noch etwas sparsamer umgehen.

Stilistisch müsste man vermuten, dass Osada Vida auf den Riverside-Zug aufspringen wollen. Zu Beginn von "Bitterly disappointed" spielt Lisiak eine ganz typische Mariusz Duda-Basslinie. Andrerseits war die Band aber schon vor Riverside aktiv, allerdings kenne ich die früheren Werke nicht. Auf "Three Seats Behind A Triangle" auf jeden Fall spielen Osada Vida so eine Mischung aus Riverside, neuere Porcupine Tree und Dream Theater (so gesehen passen die mutigen Vergleiche des Vertriebs, die in diese Richtung deuten, schon), aber man bleibt qualitativ weit hinter diesen Vorbildern zurück. Und man agiert deutlich metallischer als Riverside und Porcupine Tree, auch wenn zwischendurch immer wieder auf Atmosphäre, in der sich dann ein bisschen neuere Floyd versteckt, gemacht wird.

Nun, wenn das das Debüt von Osada Vida wäre, dann würde ich schreiben, für den Beginn nicht schlecht, aber da ist noch viel Entwicklungspotential. Jetzt ist das aber schon das dritte Album der Jungs, welches hier ein Jahr nach der Erstveröffentlichung remastered und mit zwei Bonustracks neu aufgelegt wird. Und da wiegen die Schwächen schon sehr schwer. Letztlich bin ich enttäuscht. Aber trotzdem scheinen mir die vier Polen Potential zu haben. Vielleicht suchen sie sich ja wieder eine Sängerin (die sie anscheinend früher schon mal hatten) oder einen Sänger. Und vielleicht noch jemand, der sie beim Komponieren etwas unterstützt, dann könnte daraus noch was werden. Bis dahin können tolerante Progger, die die genannten Vergleichsbands mögen, das Album mal antesten, wirklich empfehlen kann ich es nicht.

Anspieltipp(s): Pictures from inside (part I) - colors & notes, boiling point
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text
Veröffentlicht am: 24.1.2008
Letzte Änderung: 30.3.2013
Wertung: 7/15

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Von: Marcus Kästner @ (Rezension 2 von 2)


Ich möchte Thomas in den wesentlichen Punkten Recht geben, wenn ich auch das Maß schlussendlich noch ein wenig tiefer ansetze. Was die Polen instrumental und kompositorisch ? ganz zu Schweigen von der im Prog üblichen Selbsterkenntnis-Thematik ? zu bieten haben ist höchst mittelmäßig und allenthalben nett anzuhören, aber eben nicht mehr. Gitarrist Bereska sticht sicher am ehesten durch sein gekonntes Spiel hervor. Der Ansatz, einen eigenen Sound zwischen Progmetal, New Artrock und Neoprog zu kreiren, wäre auch zu loben, wenn er nicht wie aus dem Baukasten und mitunter mechanisch und bleiern aus den Boxen tönte.

Die Schwelle von ?nett? zu ?hübsch? wird kurzzeitig in instrumentalen Passagen ('Tension blossoms', 'Everyday Ltd.' und besonders auf dem Bonustrack 'In(s) thru mental') durchbrochen ? und springt zurück auf ?grauenhaft?, wann immer Bassist Lisiak den Mund aufmacht. Bei allem Respekt! Was dieser Mann hier als ?Knödelbarde ohne Eier? abliefert, läd zum Fremdschämen à la DSDS ein. Das ist wirklich schade, denn so kann ich leider keine Empfehlung für dieses Album aussprechen.

Wie Thomas richtig schreibt: Bei einem Erstling wären hier noch wohlwollende Worte angebracht, bei einer lang praktizierenden Gruppe wie dieser möchte ich aber vorschlagen, teure CD-Produktionen sein und das Hobby ein Hobby bleiben zu lassen. Selbst mit einem ordentlichen Sänger kommt ?Three Seats Behind A Triangle? nicht über den Status ?nett, aber was soll ich damit?? hinaus.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.3.2008
Letzte Änderung: 11.3.2008
Wertung: 5/15
Ohne die Sangesleistung bei 7

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Osada Vida

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 The Body Parts Party 9.00 2
2009 Uninvited Dreams 8.00 2
2012 Where The Devils Live (DVD) 7.00 1
2013 Particles 10.00 2

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