SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
18.9.2018
Mark Wingfield - Tales from the Dreaming City
Blackfield - Open Mind - The Best of Blackfield
17.9.2018
Giant Hedgehog - Die Irrealität der Zeit
16.9.2018
Ángel Ontalva & Vespero - Sea Orm Liventure
Finally George - Life is a Killer
15.9.2018
Dai Kaht - Dai Kaht
OAK (Oscillazioni Alchemico Kreative) - Giordano Bruno
14.9.2018
Antony Kalugin Project (Sunchild) - Messages from afar: The Division and Illusion of Time
London Underground - Four
13.9.2018
Starfish64 - The Future in Reverse
The Aaron Clift Experiment - If All Goes Wrong
12.9.2018
Le Mur - exorta
10.9.2018
Anderes Holz - Fermate
9.9.2018
stringmodulator - Manifesto: Noises made by Guitar and Bass
8.9.2018
Monophonist - Über die Freiheit der praktischen Unvernunft
Colonel Petrov's Good Judgement - Among Servants
7.9.2018
The Flaming Lips - Onboard the International Space Station Concert for Peace
Yes Featuring Jon Anderson, Trevor Rabin, Rick Wakeman - Live At The Apollo (Blu-Ray)
ARCHIV
STATISTIK
24893 Rezensionen zu 17064 Alben von 6650 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Art Zoyd

Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Originalfassung)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976 (CD-Reissue 2008, Belle Antique)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; RIO / Avant
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thierry Zaboitzeff Bass, Percussion, Vocals
Alain Eckert Guitars, Percussion, Vocals
Gerard Hourbette Viola, Violine, Flute
Jean-Pierre Soarez Trumpet, Percussion
Serge Armelin Sax, Vocal (Tracks 6,7)
Claude Asencio Drums (Tracks 6,7)
Jean-Paul Dulion Bass (Tracks 6,7)
Rocco Fernandez Guitar, Vocals (Tracks 6,7,8)
Patrick Zoltek Guitar (Tracks 6,7)
Jean-Marc Lomprez Drums (Track 8)

Tracklist

Disc 1
1. Symphonie pour le Jour où Bruleront les Cités

1. 1er Mouvement: Brigades Spéciales 12:54
2. 2ème Mouvement: Masques 8:31
3. 3ème Mouvement: Simulacres 7:35

2. Deux Images de la Cité Imbécile

1. Les Fourmis 5:55
2. Scènes de Carnaval 9:12

3. Sangria   (Bonustrack CD-Reissue) 2:32
4. Something in Love   (Bonustrack CD-Reissue) 3:14
5. Live Golf Drouot Paris   (Bonustrack CD-Reissue) 4:09
Gesamtlaufzeit54:02


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Ihr erstes Album spielten Art Zoyd im September 1976 ein. Damals war die Band ein Quartett (Thierry Zaboitzeff, Jean-Pierre Soarez, Alain Eckert und Gerard Hourbette) und nannte sich "Art Zoyd 3". Seit dem Entstehen der Band, irgendwann 1968, war dies nämlich die dritte Besetzung der Formation, die Gründungsmitglied Rocco Fernandez 1971 ins Leben gerufen hatte. 1976 war er selbst dann nicht mehr dabei.

"Symphonie pour le Jour où Bruleront les Cités" wurde im Sommer 1980 von Art Zoyd, mit größerer Besetzung und ausgetüftelterer Klangtechnik neu aufgenommen. Diese Neueinspielung war es, die es bisher auch auf CD gab (als Teil einer - inzwischen vergriffenen - Doppel-CD, die auch das zweite und dritte Art-Zoyd-Album enthielt). Im Rahmen ihrer Reedition der ersten vier LPs der Gruppe - alle remastered, mit Mini-LP-Sleve und dem ursprünglichen Cover - haben die Japaner von Belle Antique auch die Originalversion von "Symphonie pour le Jour où Bruleront les Cités" auf CD gebrannt, welche nun erstmals auf digitalem Tonträger erhältlich ist.

Als Vorlage hat offenhörlich eine LP gedient (die Masterbänder sind wohl verschollen). Gelegentliches Knacksen und Knistern ist nicht zu überhören. Da aber ein Vinyloriginal - falls man denn eines finden sollte - um einiges mehr kosten würde als diese Japan-CD, und dann wohl ebenfalls mit Knacksen und Knistern zu rechnen ist, ist dieser Umstand zu verkraften.

Was die Struktur und den Ablauf der Stücke (auch die Abfolge der Soli) anbelangt, unterscheidet sich diese Urversion von "Symphonie pour le Jour où Bruleront les Cités" nicht sehr von der vier Jahre später erfolgten Neuinterpretation. Da hier aber drei Musiker weniger zu hören sind, klingt das Ganze etwas schlichter und - auch wegen des primitiveren Klangs - roher und sperriger. Tasten gibt es keine zu hören. Größtenteils wuseln hier Bass, E-Gitarre, Trompete und Viola (bzw. Violine) durcheinander. Trotz der weitestgehend fehlenden Perkussion (auch wenn in den Credits solcherlei erwähnt wird) ist die Musik sehr rhythmisch angelegt, tanzen die Instrumente kantig umeinander, rocken fast, obwohl die Kompositionen eher von der modernen Klassik oder dem Jazz zu kommen scheinen.

Magma haben in der Musik auch einige Spuren hinterlassen, die sich insgesamt in der düsteren, monoton-rhythmischen Anlage der Musik manifestieren, und im Detail ab und zu in nervösen, grunzig-bellenden Vokaleineinwürfen und grollend-brummenden Bassabschnitten. Darauf aufbauend kreierten die vier Franzosen aber eine sehr eigene, von klassischen Vorbildern (z.B. Orff, Strawinsky und Bartok - was sie natürlich auch mit Magma gemeinsam haben) inspirierte, zeitgenössisch-avantgardistische Kammermusik und schufen damit eines der ersten Kammerprogalben. Nur Esperanto mit ihrem Zweitling (siehe "Danse Macabre") waren wohl noch früher dran, wobei Art Zoyd doch deutlich schräger, klassischer und auch komplexer zu Werke gingen. Wenig später legten dann die belgischen Kollegen von Univers Zero ihre erste Interpretation des Genres vor (siehe "1313").

Als Bonus finden sich auf der Belle-Antique-CD drei frühe Aufnahmen von Art Zoyd, die teilweise auch auf der oben erwähnten Doppel-CD des Atonal-Labels zu finden waren. Da ist einmal die erste und einzige Single der Band aus dem Jahre 1969 ("Sangria" / "Something in Love") zu hören, eingespielt von der ersten oder zweiten Art-Zoyd-Besetzung (keiner der an "Symphonie pour le Jour où Bruleront les Cités" Beteiligten war damals Mitglied der Band). Bei recht bescheidenem Klang (auch hier diente Vinyl als Vorlage), überrascht zumindest "Sangria" durch eine interessante Instrumentation, die zeittypische, härtere Psychedelik mit trötig-orientalischen Saxophoneinlagen paart. "Golf Druout", live eingespielt 1972 in Paris, ist dagegen das erste, in klanglicher Hinsicht auch sehr bescheidene Tondokument von Art Zoyd 3. Auch hier befinden wir uns eher in den 60er Jahren, wird eine Art von freier Spätpsychedelik geboten. Von Kammerprog ist da noch nichts auszumachen.

Art-Zoyd-Fans (wie der Rezensent) müssen die Originalversion von "Symphonie pour le Jour où Bruleront les Cités" natürlich kennen und werden sich daher diese teure Japan-CD wohl zulegen müssen, auch wenn das Album eigentlich nur von historischem Interesse ist (wirklich verrückte Art-Zoyd-Fans - wie der Rezensent - werden sich wohl auch die anderen Belle-Antique-Reissues zulegen). In klangtechnischer Hinsicht und auch was die Dichte und Komplexität des Vorgetragenen anbelangt, ist die Neueinspielung dem Original überlegen. Einen gewissen rohen Charme hat das Ganze allerdings und natürlich ist das grandiose Musik!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.4.2008
Letzte Änderung: 14.4.2018
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Art Zoyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Musique pour l'Odyssee 13.00 1
1980 Génération Sans Futur 13.00 1
1981 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Neueinspielung) 14.00 2
1982 Phase IV 14.00 1
1983 Les Espaces Inquiets 14.00 1
1985 Le Marriage du Ciel et de l'Enfer 14.00 1
1987 Berlin 13.00 1
1989 Nosferatu 14.00 2
1993 Marathonnerre I & II 12.00 1
1995 Faust 12.00 1
1997 Häxan 13.00 1
2001 u.B.I.Q.U.e 11.00 2
2002 Metropolis 14.00 1
2006 Le champ des larmes 13.00 1
2008 La Chute de la Maison Usher 14.00 1
2011 Eyecatcher 13.00 1
2013 Armageddon 12.00 1
2018 Phase V 13.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum