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Beardfish

Sleeping In Traffic: Part Two

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008 (16.05.2008)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Folk; RetroProg; RIO / Avant; Zappaeskes
Label: Inside/Out
Durchschnittswertung: 11.4/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Rikard Sjöblom Vocals, Keyboards
Robert Hansen Bass
Magnus Östgren Drums
David Zackrisson Guitars

Tracklist

Disc 1
1. As The Sun Sets   (Instrumental) 1.13
2. Into The Night 8.52
3. The Hunter 5.57
4. South Of The Border 7.43
5. Cashflow   (Instrumental) 6.08
6. The Downward Spiral/Chimay 7.10
7. Sleeping In Traffic 35.44
8. Sunrise Again   (Instrumental) 1.37
Gesamtlaufzeit74:24


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 5)


Beardfish sind retro as retro can be. Mit Sleeping in Traffic. Part Two folgt der zweite Teil eines Konzeptwerkes mit insgesamt 2 Stunden und 20 Minuten Spielzeit (Part One und Two), also typischer Proggie-Größenwahn... Soundmäßig leben Beardfish in den 60-er und 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts. D.h. Beardfish bedienen sich in bester Retromanier bei allen möglichen Bands der goldenen Dekade und reisen dabei in der Zeit auch ohne jede Scheu bis hinter den goldenen Oktober 1969 zurück, als sich am Hofe des karmesinroten Königs Erstaunliches tat (vgl. Doors und frühe Purple). Die Psychedelic ist auf diesem Album gegenwärtiger als zuvor.

Aber auch horizontal geht es in die Tiefe ;). Die schwedischen Tausendsassas nehmen Anleihen bei allerlei Stilen, die zeitgleich zum Prog in den 70-ern ihre Blüte hatten. Hier ein bisschen Hardrock, da ein bisschen Funk, dann noch etwas Artpop a la 10cc, aber natürlich auch ein paar Einsprengsel Klassik-Prog und Volkslied/Polka und was weiß ich. Aber alles ganz konsistent im Sound. Alle Achtung!

Part One hatte mich irgendwie nicht ganz so gepackt. Warum eigentlich nicht? Er hatte doch auch Drive und gute Ideen, war aber vielleicht nicht ganz so organisch eingespielt. Vielleicht fehlte insgesamt auch dieses gewisse Etwas. Keine Ahnung. 10-11 Punkte waren's dem Gefühl nach aber allemal. Beardfish verstehen es wieder, einen unglaublich frischen, dynamischen, ideenreichen und vor allem kurzweiligen Retroprog-Mix mit viel musikalischem Humor in perfekter Synthese hinzulegen. Der Vergleich zu Birds and Buildings trifft dabei vom stilistischen Ansatz her nicht wirklich zu, denn das Jazzrockige ist bei Beardfish ebensowenig präsent wie Avantprog. Wohl aber greift der Vergleich, wenn man den konzeptionellen Ansatz der phantasievollen stilistischen Verschmelzung heranzieht. Wenn mir nochmal einer behauptet, Retroprog sei tot... Beardfish hören!

Anspieltipp(s): South of the Border, Cashflow
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.5.2008
Letzte Änderung: 23.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 5)


Die Freunde hochwertigen Retroprogs können sich in 2008 mal wieder nicht beschweren. The Tangent, versus X, Sensitive To Light, Anti-Depressive Delivery und nicht zu vergessen Van der Graaf Generator oder auch Magenta haben schon gute bis sehr gute Outputs abgeliefert. Band der Stunde sind aber Beardfish mit ihrem zweiten Teil der "Sleeping in Traffic"-Saga.

Auch mit ihrem neuen Werk liefern die vier Schweden ein rundes Werk ab. "Sleeping in Traffic" beschreibt ja 24 Stunden im Leben eines Menschen. Der hat's gut. Da Teil Eins der Tag war und Teil Zwei die Nacht beschreibt, kann man nur zum Schluss kommen, dass der Protagonist nachts mehr erlebt. Rikard Sjöblom singt variabel und entspannt wie immer, instrumental konnte man den Schweden sowieso noch nie etwas vorwerfen.

Die erhoffte Steigerung gegenüber Teil Eins ist zwar ein Stück weit ausgeblieben, dafür setzen Beardfish andere musikalische Schwerpunkte und rocken härter als je zuvor. Daneben tauchen sie auch tief in End-60er-Psychedelic ein und beschwören Erinnerungen an Doors, Vanilla Fudge und Konsorten herauf. Zuweilen übertreiben es die Jungs diesmal etwas mit dem Abwechslungsreichtum. Schon im Opener wird zwischen Rock-Texturen, Psychedelic-Passagen und Walzer hin und her gesprungen. Kein Song kommt ohne stilistische Wechsel und Gimmicks aus. Was durchaus Spaß macht, aber das Album auch ein bisschen zerrissen und unzugänglich erscheinen lässt.

Auf die Spitze treiben die Vier das Ganze im beherrschenden Longtrack, mit dem sie fast das ganze Album kippen. Zu Beginn wechseln Rhythmen, Sounds und Klanganmutungen fast minütlich. Munter werden mitunter völlig unpassende Versatzstücke aneinander montiert. Aber der Witz ist, es funktioniert trotzdem und wer dem seltsamen Humor der Schweden zu folgen vermag wird geradezu blendend unterhalten. Es mag allerdings sein, dass sich so mancher Gag im Laufe der Zeit etwas abnutzt, ich denke da gerade an die schon vielzitierte "Staying Alive"-Einlage. Aber man wird sehen, bis jetzt muss ich mich immer noch beherrschen nicht laut los zu lachen. Interessanterweise ist laut den Linernotes von Sjöblom gerade der Longtrack einer der ältesten Songs von Beardfish, der nun das erste Mal aufgenommen wurde.

So bleibt der Album-Höhepunkt der Kombination "South of the Border", ein fast zappaeskes Rockkonglomerat, und dem (irr)witzigen Instrumental "Cashflow" vorbehalten. Und da auch die anderen Songs gute Unterhaltung bieten, bleibt unter dem Strich ein richtig gutes Album. Beardfish klingen wie Beardfish und sind doch kaum zu fassen. Toller Kreativ-Output, vier durchaus gute Alben in fünf Jahren (über das Debütalbum muss auf diesen Seiten unbedingt noch berichtet werden).

Anspieltipp(s): South of the Border, Cashflow
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2008
Letzte Änderung: 23.3.2013
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 5)


Das schon mehrfach von den Kollegen zu Recht gelobte "South of the Border" ist übrigens nicht nur musikalisch der/ein Höhepunkt des Albums, sondern auch textlich ein Knaller. Gays hingehört: Beardfish machen sich in dem hörspielartigen Song über einen homophoben und chauvinistischen Kerl lustig, der sich am Schluss als schwul entpuppt: Seine Kolleginnen, die seine Grabscherei nicht mehr aushielten, haben ihm zwei Cross-Dresser untergejubelt, die...

Ein herrlich-witziger, wenn auch nicht ganz klischeefreier Song (nun ja, wirklich klischeefrei ist die Realität aber auch nicht gerade) über ein recht ungewöhnliches Coming-Out als Höhepunkt eines Albums, bei dem man doch stellenweise das Gefühl hat, es müsse sich auch selbst noch ein bisschen freischwimmen - ganz anders als der Nachfolger "Destined Solitaire", der dieser Scheibe deutlich überlegen ist.

Anspieltipp(s): "South of the Border"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.10.2009
Letzte Änderung: 15.10.2009
Wertung: 10/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 4 von 5)


Na wunderbar, wir gehen jetzt also auf einzelne Songs ein, und vernachlässigen den Rest. Smiley. Welches Album bietet sich da mehr an, als dieses? Hier bitte noch einen weiteren Smiley hindenken!

Im Grunde ist über dieses Werk alles gesagt, aber auch ich möchte nicht versäumen, darauf hinzuweisen, das "Sleeping in Traffic: 2" (wie auch schon Part 1) ein wirklich großartiges Album ist. Schreibe ich nun, dass "er" keinesfalls zu lang geraten sei, so spiele ich nicht auf den Song "South of the Border" (hihi) oder dessen Inhalt an, sondern auf das Titelstück. Witzige Breaks, Tempi- und Stimmungswechsel etc., ein dazu passender Text: muss man gehört haben, nicht wahr?!

Für mich ist "Into the Night" ein weiterer Höhepunkt neben dem Titelsong. Zunächst hört man tollen Symphonic Rock bis Beardfish den Hörer plötzlich wieder daran erinnern, dass er seine VdGG-CDs zu lange nicht eingelegt hat. So locker wie diese Schweden bringt eigentlich niemand einen solchen Stilmix zustande. Genau dies ist ihre Bank: alles zusammenschmeißen, umrühren und dabei auch noch cool wie nur was klingen. Das Feeling – ich muss es rauslassen – des einen oder anderen Parts erinnert mich an die Songs des 90er Jahre One-Hit-Wonders "New Radicals". A must have!

Anspieltipp(s): Into the Night
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.10.2009
Letzte Änderung: 23.3.2013
Wertung: 12/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 5 von 5)


Dass Beardfish nicht nur kompositorisch guten Retroprog, sondern dazu auch noch gute Texte abliefern, das wurde ja schon erwähnt. Möchte aber noch einmal drauf hinweisen, denn immer seltener können mich die Texte bei vielen Progbands begeistern. Bei Beardfish allerdings werden die Texte oft von schwarzem Humor durchzogen, was den Hörer schmunzeln lässt.

Beardfish's Retroprog ist hier fest in den End 60'ern bis ungefähr zum Ende der ersten Progwelle 1975 verwurzelt. Da klingt die Orgel noch nach Orgel, die Drums nach richtigen Drums, der Bass nach Bass und die Gitarre eben nach Gitarre. Und wenn das Ganze dann gut gemischt mit manchmal deftigen Rockeinlagen aus den Boxen an meine Ohren gelangt, dann ist meine Progwelt in Ordnung. Obwohl die Band in jedem Song zigfache Stilwechsel und Gimmicks einbaut, klingt alles sehr organisch und groovig. Es entsteht ein durchgehender Flow der das zuhören angenehm macht.

Schon bei INTO THE NIGHT wippt der Fuß und wenn die 4 Bandmitglieder dann im Mittelteil Kirmesmusik mit Polkaeinlage spielen, dann muss ich schon schmunzeln. Solche Gimmicks gehen ja meist nach hinten los. Bei Beardfish ist es fast Gewohnheit und es passt irgendwie immer.

THE HUNTER mit seinem wirklich tollen, stampfendem Bass lässt dich auch nicht ruhig sitzen und das folgende SOUTH OF THE BORDER ist ein Mini-Musical im 8 Minuten Format. Und unbedingt den Text mitlesen ;-). Und wenn man sich mal wie in einem Texassaloon fühlt, könnte das an den Nebenwirkungen der Musik liegen. Das Ganze erinnert mich phasenweise an 10cc (One night in Paris), wegen seiner aberwitzigen Stilwechsel. Und seinem Hang zum burlesken Theater.

Bei CASHFLOW handelt es sich um ein Instrumentalstück, das nach 2.08 Minuten komplett durchknallt. Beardfish und ihre Gimmicks, Mann oh Mann.

Mit THE DOWNWARD SPIRAL/ CHIMAY ertönt der einzige Song des Albums der mich etwas ratlos zurück lässt. Sicher gut gemacht und näher am reinen Prog als manch anderer Song. Das Stück sackt aber im Mittelteil etwas ab und baut die Stimmung auch nicht mehr auf.

Anschließend kommt noch ein Monument von einem Longtrack mit SLEEPING IN TRAFFIC. Ich würde den Lesern ja liebend gerne jeden einzelnen Stilwechsel und Gimmick hier beschreiben, aber dafür reicht der Platz nicht. Deshalb nur soviel: von Walzer über Polka und Disco zu Rock und Prog und und und. Wer das nicht mag, sollte lieber die Finger von Beardfish lassen.

Zum Schluss noch das kurze Instrumental SUNRISE AGAIN. Hier gilt dasselbe, wie für den kurzen Opener AS THE SUN SETS: entbehrlich.

Beardfish haben mich noch nie enttäuscht. Auch Live hab ich sie schon gesehen, wobei mir der Bassist Robert Hansen dort am meisten gefiel. Der ist einfach unglaublich drauf. Einer der Besten seiner Zunft im ProgRock.

Anspieltipp(s): South of the border
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.3.2016
Letzte Änderung: 20.6.2017
Wertung: 11/15
Für Retroprogfans ein "must have"

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Beardfish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Fran En Plats Du Ej Kan Se 10.00 1
2006 The Sane Day 11.50 2
2007 Sleeping In Traffic: Part One 12.00 1
2009 Destined Solitaire 11.50 4
2011 Mammoth 11.00 2
2012 The Void 10.75 4
2015 + 4626 - Comfortzone 11.00 2

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