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Esperanto

Last Tango

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: A&M
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Timothy Kraemer Cello
Bruno Libert Keyboards
Gino Malisan Bass
Tony Malisan Drums
Roger Meakin Vocals
Kim Moore Vocals
Geoffrey Salmon Violin
Raymond Vincent Violin

Tracklist

Disc 1
1. Eleanor Rigby 7:42
2. Still Life 7:28
3. Painted Lady 3:28
4. Obsession 4:36
5. The Rape 12:06
6. Last Tango 3:30
Gesamtlaufzeit38:50


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Das dritte und letzte Album von Esperanto ist ein ziemliches Brett. Allerdings ein mit Plüsch verkleidetes. Eingespielt im Chateau Hérouville bekam die Scheibe in den Londoner Air Studios ihren letzten Schliff und gehörigen produktionstechnischen Druck verpasst. Vor allem das Zusammenspiel der drei Streicher wurde dabei fett aufgeplustert, so dass das Album stellenweise nur so vor Bombast strotzt.

"Last Tango" wurde im Grunde von derselben Kerntruppe eingespielt wie "Danse Macabre" (es fehlen nur Bratschist und Gitarrist). Sänger Keith Christmas wurde allerdings durch zwei neue Stimmen ersetzt. Roger Meakin und Kim Moore setzten auch gleich recht starke Akzente. Hielt sich "Danse Macabre" in vokaler Hinsicht meist eher zurück, sind die beiden neuen Stimmträger nun ziemlich expressiv zu Gange. Auch sonst hat sich die Musik der internationalen Belgier verändert. Eine Art von Kammerrock, geprägt von den Streichern und der kernigen Rhythmusabteilung, wird zwar immer noch geboten, doch hat dieser recht kommerzielle und poppige Züge bekommen und ist sehr "amerikanisch", etwas glatt, aber ungemein druckvoll produziert. Die Scheibe springt dem Hörer geradezu in Ohr! Besonders dann, wenn die Streicher anschwellen glaubt man sich, auch wenn eben noch kantig und fast wüst gerockt wurde, ins Kino versetzt, ergeht sich die Band in ergreifendem Edelschmalz, wobei geschickt vermieden wird pappigen Zuckerguss zu produzieren.

Interessanterweise funktioniert das Ganze erstaunlich gut. Sehr farbiger, bisweilen filigraner, meist aber sehr druckvoller Kammerprog, einige Elektronik- und Tastenspielereien und virtuoses, sehr vielseitiges, mitunter leicht jazziges Gerocke trifft auf überkanditelten Klangzucker, schmachtend-expressive Stimmausbrüche und voluminöse Streicherbreitseiten. Den diesbezüglich ultimativen Overkill gibt es gegen Ende von "The Rape" zu hören, dem - neben der wirklich gelungenen Version von "Eleonor Rigby"- Höhepunkt des Albums. Das quintessentielle Destillat dieser Musik ist aber wohl "Obsession", welches eine gelungene Mischung aus tragischer Leidenschaft, musikalischem Intellekt und feinherbem Schmalz bietet, und gelegentlich sogar an die ruhigeren, kammermusikalisch ausgerichteten Werke der zweiten und dritten Inkarnation von King Crimson ("Lizard", "Islands") erinnert. Dem Titel des Albums entsprechend, bringt ein klangvollgeladener, aber nicht überladener Bombasttango das Album zu Ende. Einzig das popelige, aber immer noch reichlich witzige "Painted Lady" trübt etwas den positiven Gesamteindruck des Albums.

Also, wenn die Bee Gees ernsthaft ein Progalbum eingespielt hätten, wäre wohl so etwas wie "Last Tango" dabei herausgekommen! Sollte man mal gehört haben!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.5.2008
Letzte Änderung: 30.5.2008
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Esperanto

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Esperanto Rock Orchestra 6.00 1
1974 Danse Macabre 10.50 2

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