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Thierry Zaboïtzeff

Voyage au centre de la terre

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: Booster Productions / WTPL Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thierry Zaboitzeff Bass, Cello, Keyboards, Percussion, Voices, Guitars, Electronics
Sandrine Rohrmoser Voices
Gerda Rippel Voices, Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Le Maelström 2:44
2. Le Voyage 3:29
3. La Descente 5:08
4. Les Galeries 6:49
5. Les Squelettes 3:13
6. Le Ruisseau 4:16
7. Le Labyrinthe 4:37
8. Le Foret de Champignons 4:57
9. La Mer Revée 3:59
10. La Bataille des Monstres 2:12
11. L´Orage Magnétique 2:53
12. Le grand Reliquaire 4:33
13. La Remontée 11:18
Gesamtlaufzeit60:08


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im Dezember 2005 feierte die Stadt Paris den 100sten Todestag von Jules Verne. Das zentrale Ereignis der Feierlichkeiten war ein Spektakel, eine musikalische und optische Inszenierung Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde". Am 17. und 19. Dezember verwandelte sich das riesige Stade de France im Pariser Vorort St. Denis in einen gigantischen Krater, in dessen Mitte sich das Publikum einfand. Vermittels einer Batterie von Projektoren wurden auf mehr als 40000 Quadratmeter Leinwand Stéphane Vérités und Philippe Corbins optische Interpretation des Verneschen Romans aufgeworfen.

Dazu gab es einen Erzähler, der vermutlich Teile der Vorlage vortrug, allerlei Pyrotechnik und natürlich passende Musik. Letztere wurde von Thierry Zaboitzeff komponiert und von ihm und seiner sechsköpfigen Crew, die auf vier neun Meter hohen Türmen über dem Geschehen schwebten, live vorgetragen. Angeblich haben mehr als 130000 Menschen das Ganze miterlebt (an beiden Abenden zusammengenommen - nehme ich mal an). Nicht viele Musiker können von sich behaupten, vor einer solchen Menschenmenge aufgetreten zu sein, auch wenn Zaboitzeff sich wohl eingestehen muss, dass die wenigsten wegen ihm gekommen sind.

Trotzdem ziert Zaboitzeffs zurzeit (Frühsommer 2008) neuestes Album ein Aufkleber, der auf den etwas weiter oben genannten Umstand hinweist: "La version album du spectacle qui a rassemblé plus de 130000 spectateurs!". Man erfährt hier aber zumindest ein wichtiges Faktum: "Voyage au centre de la terre" ist kein Livemitschnitt vom Dezember 2005. Vielmehr hat Zaboitzeff das vorliegende Album schon vor dem Konzertereignis in seinem Studio in Salzburg komponiert, eingespielt und produziert. Dabei wurde er nur von Sandrine Rohmoser und Gerda Rippel vornehmlich stimmlich unterstützt. Für den Rest zeichnet sich der Franzose alleine verantwortlich. An den beiden Abenden im Stade de France wurde Zaboitzeff allerdings noch von weiteren Musikern unterstützt.

In musikalischer Hinsicht wird hier das geboten, was man von Zaboitzeff und dem Thema erwarten wird. Gewaltige Klänge, meist düster und dramatisch, fließen hier druckvoll und grandios produziert aus den Boxen. In guter Art-Zoyd-Tradition bestimmen neoklassische, stark elektrifizierte Kammerrockklänge das Geschehen, getragen von streichartigen Tastenflächen, E-Gitarre, Bass, Cello, diversen Elektroniksounds und einer Unzahl von Stimmen, Klängen und Geräuschen vom Sampler, darunter auch sehr überzeugende Schlagzeug- und Perkussionimitate. Einige davon, insbesondere diverse Glockenklänge, werden von Zaboitzeff schon seit fast 20 Jahren regelmäßig einsetzt. Bisweilen wird die Musik sehr hektisch, fast maschinell, und tanzt zeitgenössisch-elektronisch angereichert aus den Boxen. Elegische Klangflächen, sakrale Tonkathedralen und sehr symphonisch-klassische Abschnitte, immer wieder unterbrochen von heftigeren, mitunter dissonanten Ausbrüchen, prägen aber das Geschehen. Dazu singen Zaboitzeff (in seiner typischen, grollenden Art) und die beiden Damen recht viel, meist textlos oder in einer mir unverständlichen, vermutlich künstlichen Sprache.

"Voyage au centre de la terre" bietet eine sehr klangvolle, bisweilen fulminante, geheimnisvoll-mysteriöse Reise (zum Mittelpunkt der Erde oder auch in andere Abgründe - allzu viele Bezüge zu Vernes Roman kann ich nicht unbedingt heraushören), die allen Liebhabern der Musik des Franzosen sehr zusagen sollte. Von seinen bisherigen Soloalben ist dies hier eines der rundesten und überzeugendsten, auch wenn man konstatieren muss, dass Zaboitzeff immer mit sehr ähnlichen Klangmitteln und Effekten arbeitet. Hier hat er den Einsatz derselben allerdings perfektioniert!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2008
Letzte Änderung: 16.5.2016
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Thierry Zaboïtzeff

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Prométhée 9.00 1
1992 Dr. Zab & his robotic strings orchestra 10.00 1
1997 Heartbeat 10.00 1
1998 India 9.00 1
1999 Alice 8.00 1
2000 Nebensonnen 10.00 1
2000 Miniaturen 12.00 1
2001 Dr. Zab Vol. 2 9.00 1
2004 Mïssa Furïosa 11.00 1
2007 Iva Lirma 11.00 1
2010 Sequences 10.00 1
2012 Sixteenth 11.00 1
2013 Planet Luvos 11.00 1
2014 The Cabinet of Dr.Caligari (DVD) 10.00 1
2014 Aria Primitiva 11.00 1
2016 Multiple Distortions 11.00 1

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