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Space Debris

Elephant Moon

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Konzeptalbum; Blues; Jazz; Krautrock; Psychedelic; Spacerock
Label: Breitklang
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tommy Gorny guitar, bass
Christian Jäger drums
Tom Kunkel organ, synthesizer

Gastmusiker

Sven Köthe vocals (I, 6)
Magic Petra psychedelic vocals (I, 8)
Peter Brettel bass (I, 1-5)
Eric Bläss guitar (II, 6)

Tracklist

Disc 1
1. Free Spirits 21:38
2. Heliopolis 14:46
3. Japanese Girl 7:37
4. Medicine Men 8:01
5. Später kommt Peter 4:12
6. Winter 3:27
7. Return of Voyager   (Bonus) 3:03
8. Alien Äppler Party 2:52
9. MoJoMe II 2:02
10. Awaking (complete bird version...)   (Bonus) 10:50
Gesamtlaufzeit78:28
Disc 2
1. Jazzvibe Explorers 11:03
2. Space Debris Truckin' 9:18
3. Black Viking 21:05
4. Ur-Whales 11:17
5. Unknown Song 4:40
6. Longo Ago   (Bonus) 12:45
7. Rockarola   (Bonus) 4:16
Gesamtlaufzeit74:24


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Mit Elephant Moon holt das Jamrock-Kollektiv Space Debris zum ultimativen Schlag aus. Mit 2,5 Stunden (Doppel-CD) bzw. 2 Stunden Spielzeit (Dreifach-LP) dürften für den Liebhaber dieser Musikrichtung eigentlich keine Wünsche mehr offen bleiben.

Die stilechte Form des Genusses wäre vermutlich die analoge per Vinyl. Wer sich allerdings für die digitale entscheidet wird mit mehr als 30 Minuten Bonus-Material entschädigt. Zunächst ist da das kurze, spacige Stück Return of Voyager, das zwar nicht als Bonus-Track aufgelistet wird, gleichwohl auf der LP nicht enthalten ist. Dann der ruhige Longtrack Awaking (von der Krautlok-Vinyl-Version), sowie das leicht jazzig swingende Longo Ago und schließlich das bluesrockige Roadrunner bzw. Rockarola. Wobei besonders die beiden Longtracks erwähnenswert sind und den Unentschlossenen vielleicht doch zur CD greifen lassen. Dafür bietet die LP neben den üblichen optischen Vorteilen - inklusive aufklappbarem 3-fach-Cover! - auch den, etwas mehr über den ideologischen Hintergrund des Albums zu verraten:

"Die Mondkulturen wurden schon früh durch die Sonnenkulturen abgelöst, denn Fortschritt führte (...) zu der beschwerlichen Arbeitsgesellschaft, zur Abhängigkeit von Tages- und Jahreszeiten und damit zur Abhängigkeit von der Sonne. In der Mondkultur (...) wurde in der Dämmerung und frühmorgens gejagt, geangelt und gepflückt und durch die Gegend gezogen. Tagsüber war Zeit für einige Mittagsschläfchen und nachts war man nicht müde vom beschwerlichen Ackerbestellen und Arbeiten, sondern saß um's Feuer, briet zusammen Fleisch oder Fisch und feierte, weil man kein Eigentum hatte, für das man sorgen musste. (...) Mehr Zeit für Pilze, Weib und Gesang und Figuren schnitzen... (...) Die Musik auf diesen Platten ist (...) entstanden wie in der Mondkultur: Durch das freie Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte und durch die Nutzung der Magie eines Moments."

Mit diesem deutlichen Rückbezug auf ein herrschaftsfreies, urkommunistisches Hippie-Paradies geben Space Debris ein klares Bekenntnis zur freien Improvisation ab, die gleichwohl in den geordneten Bahnen der Rockmusik der frühen 70-er Jahre verläuft, d.h. es gibt bei aller Improvisation - wie gewohnt - nichts wirklich Schräges auf die Ohren.

Besonders organisch kommen die ersten fünf Stücke der 1. CD rüber, die mit Unterstützung von Peter Brettel eingespielt wurden. Die folgenden kurzen Stücke sind zwar auch nett, aber das Talent des Projekts kommt am besten dort zum Tragen, wo man ausgiebig und ausdauernd in der Musik versinken kann. Hierzu bietet CD 2 wieder ausreichend Gelegenheit und beginnt mit Jazzvibe Explorers relativ ungewöhnlich, da dieses Stück den Hörer in die 60-er Jahre zurückgleiten lässt und mit fetter, jazziger Hammond-Orgel Erinnerungen an Brian Auger oder Jimmy Smith weckt. Space Debris Truckin' lässt hingegen nicht nur vom Titel her an den Live-Kracher aus dem Hause Purple denken, kann aber gleichwohl diese hohen Erwartungen nicht so ganz erfüllen. Trotzdem eine gute, solide, treibende Nummer.

Man kann sich natürlich fragen, ob es wirklich sinnvoll war, mit Elephant Moon eine Doppel-CD (resp. Dreifach-LP!) rauszubringen. Sicher, im Prinzip kann man sich als Fan diese Musik auch problemlos 25 Stunden am Stück reinpfeifen und nicht "nur" 2,5. Aber hätte es wirklich einer Doppel-CD bedurft? Mit dem gravitätisch swingenden 20-minütigen Rocker Black Viking wird dann allerdings auch schon die Antwort gegeben: ja, unbedingt! Dieses Stück hätte nicht fehlen dürfen. Und ebenso wenig das folgende rhythmisch hüpfende und explosive Ur Whales, bei dem u.a. auch eine Art "Walgesang" an der Gitarre intoniert wird. Sehr schön auch das Zwiegespräch von Gitarre und Orgel. Nein, es musste wirklich schon eine Doppel-CD sein.

Mit Elephant Moon zeigen die Musiker von Space Debris wieder einmal, dass sie ihre Musik leben. Und so dürfen alle Jamrockfans sich freuen, mit diesem extra langen Album weitere entspannte Stunden am Lagerfeuer bei Pilz, Weib und Gesang verbringen zu dürfen...

Anspieltipp(s): Free Spirits, Ur Whales
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.5.2008
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Über 153 Minuten auf Doppel CD oder knapp 2 Stunden auf 3er LP - Space Debris geben auf "Elephant moon" alles. Noch immer wird instrumental improvisiert und gejammt, was das Zeug hält bzw. die Instrumente hergeben und das freie Spiel lässt einiges an spannenden Interaktionen entstehen. Dabei ist "Elephant moon" das bisher vielleicht stilistisch vielseitigste Album des Trios. So dominieren zwar immer noch langgedehnte Krautrock / Psychedelic Epen mit jeder Menge Schweineorgel und dröhnenden 70s Riff, doch dazwischen finden sich zur Auflockerung sowohl kurze Rock-/ Shufflenummern, wie das Zusammenspiel zwischenzeitlich ebenfalls mal an die Mid 70er Phase von Santana erinnert (z.B. der ekstatische Schlusspart von "Free spirits") oder bis hin zu Jazz Rock bzw. kürzeren, recht schrägen Experimenten reicht.

Logischerweise kann natürlich bei solch einer massiven Menge an Musik nicht jede Idee, nicht jedes spontane Miteinander das gleich hohe Niveau erreichen, doch wirkliche Durchhänger bzw. zu sperriges Material gibt es trotz der langen Laufzeit dennoch keine(s) zu vermelden. Das homogene Spiel, der stete musikalische Fluss, sowie das Einlassen auf die unterschiedlichen Einfälle, machen das Anhören dieses Albums zu einer sehr lebendigen Angelegenheit, bei der man förmlich in die Musik hineingezogen wird und sich mehr und mehr fallen lassen kann. Hier wird offensichtlich, dass Space Debris mittlerweile seit einiger Zeit miteinander spielen und somit ein fast blindes Verständnis untereinander herrscht. So wird das gesamte Album vom Zeitgeist der 70er bzw. späten 60er durchweht und klingt wie ein überzeugendes posthumes Vermächtnis aus einer ganz anderen Epoche.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.4.2011
Letzte Änderung: 7.4.2011
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Space Debris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Krautrock-Sessions 1994-2001 11.00 1
2005 Kraut Lok 11.00 2
2006 Three 11.00 3
2007 Into the Sun. Live at Burg Herzberg Festival 2006 (DVD) 11.00 2
2009 Live Ghosts 10.50 2
2011 Archive Volume 3: Deepest View 10.50 2
2011 Archive Volume 2: All Man 10.00 2
2011 Archive Volume 1: Journey to the Starglow Restaurant 10.00 2
2013 She's a Temple 10.33 3
2014 Phonomorphosis 11.00 2
2015 At Finkenbach 2012 11.00 1
2017 Behind the Gate 12.00 1
2017 Back to Universe. Archive Volume 4 11.00 1

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