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Frequency Drift

Personal Effects (part one)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008 (VÖ: 19.07.2008)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; New Artrock
Label: MUSEA
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Katja Hübner vocals
Sebastian Koch guitar
Jürgen Rennecke bass
Andreas Hack keyboards, programming
Wolfgang Ostermann drums

Tracklist

Disc 1
1. 2.13 a.m. Albatross 6:47
2. 2.20 a.m. Ghost Memory 7:41
3. 2.28 a.m. River 4:46
4. 2.33 a.m. Fall 7:05
5. 2.41 a.m. Romance 9:09
6. 2.51 a.m. Personal Effect 3:54
7. 2.57 a.m. Anger 5:32
8. 4.33 a.m. Retribution 8:02
9. 5.48 a.m. Portrait 8:19
Gesamtlaufzeit61:15


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Frequency Drift aus Bayreuth sind ein weiterer deutscher Newcomer, der dieser Tage ins Licht der Öffentlichkeit tritt. Seltsamerweise in Konzept und Auftritt den ebenfalls kürzlich erschienenen The Nuri nicht unähnlich. Am 19. Juli 2008 gibt die Band ihr erstes Konzert und zeitgleich erscheint das Debütalbum „Personal Effects (part one)“, für das immerhin MUSEA als Vertragspartner gewonnen werden konnte.

„Personal Effects (part one)“ ist der erste Teil einer Geschichte, welche die Band ebenfalls selbstverfasst hat, und die in einer düsteren Zukunft im Jahr 2046 spielt. Die Erlebnisse der beiden Charaktere River und Romance stehen dabei im Mittelpunkt.

Dieser erste Teil der Geschichte spielt in der Nacht, in der sich für River einiges entscheidet. Die dunkle, düstere Nachtstimmung führt (sozusagen folgerichtig) zu einem ruhigen, sehr atmosphärischen Album. „Cinematic Prog“ nennen Frequency Drift ihre Musik und hier wird deutlich warum. Atmosphärische, epische Songs lassen viel Raum für „den Film im Kopf“ und bei intensivem Zuhörer entsteht dieser dann auch unweigerlich. Unterstützt wird der musikalische Effekt noch von Bildern zu den einzelnen Songs, die im Booklet abgedruckt sind.

Sirrende und flirrende Keyboards, aber vor allem verträumte, glockenhelle Pianopassagen bilden sozusagen die Grundlage des Frequency Drift-Klangs. Dazu kommen elegische, gilmoureske Gitarrenparts, die gelegentlich (aber nur sehr gelegentlich) rockige Ausbrüche haben. Die Songs haben alle einen eher ruhigen, verträumten Charakter, entwickeln dabei aber eine Art suggestive Kraft, die den Hörer letztlich fesselt und bei der Stange hält. Aufgelockert wird das Ganze durch die besagten Gitarrenausbrüche und mit bedacht eingestreute sinfonische Passagen. Die Kompositionen wirken durchdacht und natürlich genau ins Konzept eingepasst, aber nicht übermäßig verzwirbelt.

Besonders erwähnt werden muss der ausdrucksstarke Gesang von Katja Hübner. Mit ihrer Stimme erweckt sie die Songs zum Leben und „schauspielert“ in vergleichbarer Weise, wie dies z.B. Marco Glühmann von Sylvan tut. In Stimmlage und -umfang erinnert Katja Hübner darüberhinaus stark an Christina von Magenta.

Frequency Drift legen mit ihrem ersten Album ein starkes Debüt für die Freunde ausgefeilter, melodischer, atmosphärischer Musik vor. Ein starker Markteintritt, der für die Zukunft einige Erwartungen weckt (Wo ein „part one“ ist, wird es ja wohl auch einen „two“ geben...). Die große Schwäche des Albums ist, dass es allzu ruhig geraten ist. Ein bisschen mehr aggressive Ausbrüche, ein paar mehr sinfonische Stellen hätten gut getan, zumal die Produktion auch noch die wenigen „lauten“ Stellen so in Watte packt, dass sie noch nicht mal besonders auffallen. Hier kann vielleicht in Zukunft, auch mit der finanziellen Kraft (hoffentlich) eines Labels im Hintergrund, noch einiges getan werden. Und dann dürfte neben der stark ausgeprägten und umgesetzten melodischen Schiene auch gerne noch ein paar Widerhaken und schrägere Parts eingebaut werden.

Frequency Drift berufen sich unter anderem auf Marillion, Porcupine Tree, Genesis und Pink Floyd, das kann glücklicherweise größtenteils als Marketinggeklingel abgetan werden. Denn Frequency Drift schaffen es auf Basis der Inspiration durch allerlei Progmusik wirklich eigenständig zu klingen. Wenn man schon vergleichen will, dann sind sicherlich Marillions „Brave“ und auch Sylvans „Posthumous Silence“ von der Grundstimmung her gute Wegweiser in die Richtung von „Personal Effects (part one)“. Womit auch die Zielgruppe klar sein dürfte ;-)

Anspieltipp(s): Das Konzept verlangt ja eigentlich alles von vorne bis hinten, aber es gingen auch "Fall" für die sinfonisch-rockige Seite der Band und "Ghost Memory" für überwiegende ruhige Seite... auf der mySpace-Seite der Band gibt es eine Art "Album-Medley"
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text, am ehesten mit "Brave" oder "Posthumous Silence"
Veröffentlicht am: 12.7.2008
Letzte Änderung: 12.7.2008
Wertung: 9/15
...da kommt noch mehr, ich bin mir sicher!

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Von: Marcus Kästner @ (Rezension 2 von 2)


Ein wenig prophetisch merkte ich schon zum Opener von „817 (days)“ von Echofields, dem anderen Projekt der beiden Protagonisten Andreas Hack und Katja Hübner, an: „perfekt für den Vorspann der Animeserie Lain“. Nun gibt es in dieser Art also ein ganzes Album, noch dazu mit eigener dystopischer Geschichte, die nicht im Hintergrund steht, sondern quasi wagnerianisch von der Musik erzählt wird. Allein hier heben sich Frequency Drift mit „personal effects (part one)“ von der Masse der „gewöhnlichen“ Konzeptalben ab und das Genre „cinematic prog“ zur Einordnung – nicht nur der Musik, sondern der Geschichte, der Covergestaltung, etc. – könnte nicht passender gewählt sein.

Eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Album von Echofields ist das intelligente und subtile Einbauen und Verquicken verschiedenster Prog-Elemente (Thomas erwähnte bereits die Gilmour-Gitarren, ich füge dem noch ein paar Genesis-Rhythmen hinzu), die jedoch nie zu reinem Selbstzweck oder gar als Fremdkörper erscheinen und stattdessen die Eigenständigkeit dieses Werkes noch betonen. Denn Hack, der für die Kompositionen verantwortlich ist, lässt sich an erster Stelle nur mit sich selbst vergleichen; alles andere bleibt Inspiration.

Was die Geschichte angeht, möchte ich wie Thomas wenig dazu erzählen, schließlich ist sie so konzipiert, dass sich jeder Hörer ein unterschiedliches Bild davon machen kann. Hier kommt auch das liebevoll gestaltete Booklet ins Spiel, das für jedes Stück, bzw. jeden Abschnitt jener folgenschweren Nacht, Bilder im Comicstil statt den üblichen Lyrics parat hält.

Nicht verschweigen möchte auch ich die bereits von Thomas angesprochenen leichten Mängel: trotzdem es Frequency Drift gelingt, die Spannung über die Albenlänge hindurch aufrecht zu erhalten, ist die Produktion doch ein wenig seicht geraten. Hier und da wünsche ich mir manchen Ausbruch häufiger und heftiger, um die emotionale Bandbreite der Geschichte noch stärker zu pointieren.

Nichtsdestotrotz halte ich „personal effects (part one)“ für eine äußerst erfreuliche Neuerscheinung, die sich gerade durch ihr gelungenes Konzept und ihre Eigenständigkeit hervortut. Fans von New Artrock bis Neoprog, Cineasten und besonders Anime-Liebhaber sollten auf jeden Fall bei MySpace vorbeischauen und danach die Platte ordern!

Anspieltipp(s): Einfach vorn beginnen, bzw. den "Trailer" auf MySpace anhören
Vergleichbar mit: Marillion - Brave bietet zumindest atmosphärisch einen Vergleichspunkt
Veröffentlicht am: 29.7.2008
Letzte Änderung: 29.7.2008
Wertung: 10/15
Mit Luft nach oben! Vom zweiten Teil erwarte ich noch mehr

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frequency Drift

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Personal Effects (part two) 9.67 3
2011 Ghosts... 11.00 4
2012 ...laid to rest 10.33 3
2014 Over 12.00 2
2014 Summer 9.50 2
2016 Last 11.33 3
2018 Letters To Maro 10.33 3

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