Unifaun
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Nad Sylvan |
vocals, electric & acoustic guitars, keyboards, basses, drums, percussion |
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| Bonamici |
keyboards, vintage sound design |
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Gastmusiker
| Rolf Holmström |
drums on "Maudlin matter", additional drums on "marmaduke" |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Birth of a Biggie
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7:37
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| 2. |
To the green Faerie
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6:16
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| 3. |
Mr. Marmaduke and the Minister
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7:59
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| 4. |
Swingers Party
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5:48
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| 5. |
Rehacksis
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7:41
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| 6. |
Quest for the last virtue
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13:57
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| 7. |
A way out
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6:18
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| 8. |
Finistère
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2:36
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| 9. |
Welcome to the Farm
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4:30
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| 10. |
Maudlin Matter
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4:09
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| 11. |
Bon Apart
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1:28
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| 12. |
End-or-Fin
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7:36
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| Gesamtlaufzeit | 75:55 |
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Rezensionen

„Klonprog und kein Ende“ könnten jetzt wieder die Überdrüssigen dieser Richtung denken. In der Tat muss die Frage erlaubt sein, wie die Progszene nach einer so riesigen Anzahl von Genesis-Epigonen der letzten Jahre noch eine einzige Band dieser Art mehr ertragen soll; es gibt inzwischen sicher schon Leute, die „Prog“ für nichts anderes halten als Musik im Genesis-Stil, weil sie nie von der Existenz ganz anderer Prog-Stile gehört haben.
Und trotzdem – auch angesichts einer ganzen Armee von Genesis-Klonsoldaten – schaffen Unifaun etwas, das ich in dieser Form für bisher fast einzigartig halte: sie finden eine (für Klonis) neue Herangehensweise an das Thema Genesis.
Bisher war es doch meistens so gelaufen, dass die neuen Klonbands zwar wie die Kletten am Vorbild klebten, aber zugleich nicht müde wurden, ihre vermeintliche Eigenständigkeit zu betonen – was natürlich niemand ernst nahm. Unifaun machen das anders und lassen gleich im Booklet einen neuen Impuls steigen: sie sagen, sie hätten einfach all die Songs aufgenommen, die Genesis nicht aufgenommen haben.
Das ist ein interessanter Schachzug: statt im Voraus schimpfen zu müssen, die seien ja doch nur Epigonen, wird der Hörer auf eine Band gespannt gemacht, die offen zugibt, ein Epigone zu sein – und das auch noch mit Spannungseffekt: man weiß jetzt vom ersten Ton des Albums an, dass alles darauf (vielleicht) nach Genesis klingen wird – weil es nach Genesis und nichts anderem klingen soll. Und dann kann man – mit einem Kopf voller Erinnerungen an Genesis – diesem Album lauschen und in aller Ruhe Vergleiche anstellen, wie immer die auch ausfallen sollten.
Bei mir hat diese Strategie auf jeden Fall gut funktioniert – kein Wunder: wie ich schon mal früher geschrieben hatte, leide ich unter diesen regelmäßigen (Wunsch-) Träumen, dass ich in einen Plattenladen komme und ganz nebenbei mehrere authentische und zusätzliche Genesis-Platten entdecke, von deren Existenz ich nie etwas geahnt habe. Diesen Traum konnte ich natürlich schon bei The Watch gut ausleben, aber bei Unifaun noch besser – aus dem oben erwähnten Grund: ich muss gar nicht erst damit rechnen, dass hier womöglich eine Band was Neues versucht, ich muss nur das jetzt vermeintlich Neue mit dem Alten vergleichen und ohne weitergehende Ansprüche genießen…
Und da ich wirklich nichts weiter erwarte, kann mich das Album ziemlich begeistern, vor allem in kompositorischer Hinsicht: meine Erinnerung an die Initialzündungen der alten Genesis-Alben ist noch immer sehr gut und frisch: ich weiß noch genau, dass ich damals bei jedem ersten Hören erstaunt darüber war, dass manche Akkorde (vor allem in den Keyboards) scheinbar absolut nicht zueinander passten, aber ich musste ein Album nur mehrmals hören, dann wurde dieser Eindruck durch den genau entgegengesetzten abgelöst: dass es nämlich nur so und nicht anders hätte komponiert werden dürfen. Ich erwähne das, weil ich denke, dass der Weltruhm von Genesis vielleicht auch irgendwie mit diesem raffinierten Kompositions-Phänomen zusammenhängt: man ist überrascht, aber die Musik ist doch nie so schräg, dass man sich der Überraschung nicht noch mehrfach hingeben möchte.
Und dieses Phänomen kommt bei Unifaun tatsächlich wieder vor – das ist (zumindest in meinen Ohren) absolut einmalig, das hat noch keine bisherige Klonband hinbekommen! Ich habe das beim ersten Hördurchlauf schon im Opener „Birth of a Biggie“ in den Orgelakkorden wahrgenommen und war sofort davon überzeugt, dass hier wirklich ein „Biggie“ geboren wird.
Auch der Rest des Albums bestätigt im wesentlichen, was mein erster Eindruck nahe legte: ohne jetzt auf jeden einzelnen Orgelakkord einzugehen (;-) kann ich sagen, dass sich diese ursprüngliche Kompositionsstruktur von Genesis über das Album verteilt immer mal hier und da wieder findet – nur nicht in so geballter Ladung wie beim Original (was auch kaum zu schaffen gewesen wäre: immerhin rede ich hier von einem Kompositionselement, das bei The Watch nicht ein einziges Mal zu hören ist).
Es fällt mir als Laien schwer, genauer zu definieren, was dieses unverkennbare Genesis-Element musiktheoretisch ausmacht, aber ich vermute, dass es aus der Paarung einer typischen Anthony-Phillips-Wendung mit dem Keyboardstil von Tony Banks ursprünglich entstanden ist und sich dank seiner immanenten Überzeugungskraft dauerhaft im Genesis-Stil niedergeschlagen hat. Jedenfalls muss das Unifaun-Duo diese Kompositions-Theorie schon intensiv studiert haben, um das Album in der vorliegenden Form gestalten zu können.
Angekündigt wurde das Album in dem Sinne, dass es den Genesis-Stil der Jahre 1970-1977 abdecken sollte, und auch einige bisherige Rezensionen stellen die Musik so dar. Diese Prog-Nose möchte ich jedoch ein bisschen modifizieren: ich sehe den Schwerpunkt des angestrebten (und erreichten) Stils eher rund um die Phase der „Spot the Pigeon“-EP von 1977, wobei ich „rund“ in einem großzügigen Sinne auslegen würde:
Der Opener könnte glatt einen verschollenen Bonustrack zu „Wind and Wuthering“ abgeben; „To the green Faerie“ wäre ein perfekter vierter flotter Song auf besagter Spot the Pigeon“-EP; „Mr. Marmaduke and the minister“ geht weiter in die Vergangenheit zurück und beschwört das gewisse Chaos vom „Battle of Epping Forest“ oder „Get ´em out by Friday“ neu herauf. „Rehacksis“ (Titel ist nicht zufällig ;-)) ist ein neues „After the Ordeal“ und fast noch besser (weil die Melodie für meinen Geschmack susi-proggiger geführt wird); das davor liegende „Swingers Party“ hätte dagegen auch von einem der späten Genesis-Alben stammen können. „Quest for the last virtue“ stellt den unvermeidlichen großen Longtrack dar, der sich – wie oft bei noch ungeübten Bands – etwas zu verzetteln droht und den Hörer nicht ganz so lange bei der Stange halten kann wie ein echter Genesis-Longtrack; witzig an ihm ist der Mittelteil, wenn er den Übergang von „Entangled“ zu „Squonk“ innerhalb eines einzigen Songs hinbekommt (obwohl die Band hier etwas mogelt: dies ist kein Song, den Genesis so hätten geschrieben haben können, denn die hier verwendeten musikalische Thema waren abgefrühstückt). Der Track enthält allerdings ein paar Stellen, die so richtig Spannung ankündigen, nur hält diese sich eben nicht so lange, dass es ihrer Ankündigung entspricht…
Noch ein paar Einzelheiten gefällig? „A way out“ klingt wie ein langsamer, aber intensiver Song der 80er, der jedoch als Mehrwert die flirrenden Keyboardwellen von „Lamb lies down on Broadway“ zur Untermalung bereithält. Das instrumentale „Finistère“ führt eine Variation des Outros von „The Lamia“ als selbstständigen Track vor und ist allein deshalb trotz seiner relativen Kürze einer der gelungensten Songs des Albums. „Welcome to the farm“ dagegen ist ein gewollt albern gespielter Witz, der höchstens das Niveau eines denkbaren Songs aus dem Restmaterial von Invisible Touch erreicht (mein Eindruck ist, dass hier versucht wurde, die Komiker-Talente von Phil Collins auf den Punkt zu bringen). „Maudlin matter“ ist einer der Unifaun-Songs vor der Bildung des Duos (eine erste instrumentale Version davon wurde von Bonamici geschrieben), aber es kommt über einen stimmungsvollen Schmusesong nicht hinaus – Orientierungspunkt wäre auch hier eher die Collins-Phase, vielleicht in der Zeit von „…and then there were three“. Das abschließende „End-or-fin“ versucht sich – man kann es fast raten – an einer Variation von Los Endos, es kommt auch recht schmissig daher, ist aber gemessen am Vorbild weitaus eindimensionaler – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Los Endos mehrere Themen seines Albums verknüpft, während Unifaun auf weitaus weniger wirklich ausgereiftes Material zurückgreifen können.
An der handwerklichen Darbietung fällt mir auf, dass es vor allem überzeugende Hackett-Gitarrenläufe und das ganze Arsenal denkbarer Banks-Keyboards zu hören gibt. Im Booklet steht eine Danksagung an Hansi Cross, der ja auch als ausgeprägter Banks-Fan bekannt ist; somit dürfte das kein Zufall sein. Das Schlagzeug bemüht sich ebenfalls um naturgetreu gesetzte Anschläge und überzeugt dabei sehr oft, aber nicht immer. Etwas langweilig fällt leider die Bassarbeit aus: zwar versuchen Bass und Drums oft, sich gegenseitig im Original-Genesis-Stil die Impulse zuzuspielen, aber der Bass spielt dabei zumeist den schwächeren Part (im Gegenzug kommen Orgelakkorde vor, die stärkere Bässe beisteuern als der Bass selbst).
Klasse ist für meinen Geschmack die Madhatter-Stimme, die an vielen Stellen täuschend echt den Collins-Giftzwerg der späten 70er rüberbringt; einzig an tiefen Stellen klingt der Sänger manchmal völlig anders, so dass er kaum wie derselbe wirkt. Das kommt aber eher selten vor und hat sicherlich damit zu tun, dass Nad Sylvan für seine „Rolle“ angestrengt geübt hat, und die Mühe dahinter auch mal erkennbar durchschlagen darf. Für eine proggige „Gesangsausbildung“ ist sein Resultat aber erstaunlich „authentisch“.
Liebe Leser, ich habe mich um eine sachliche Einschätzung dieses Albums bemüht. Warum ich das betone? Nun, ich bin dafür bekannt, dass ich auf solche Musik anspringe wie ein Pawlowscher Hund, und von daher ist starke Subjektivität unvermeidbar, wenn ich über solche Musik schreibe. Ich könnte mir jetzt schon vorstellen, dieses Album auf eine einsame Insel mitzunehmen, aber ich würde es niemals einem anderen heimlich in dessen Insel-Gepäck schmuggeln. Ich sage nur so viel: fanatische Genesis-Fans sollten auf jeden Fall mal reinhören und zugleich auf Enttäuschungen wie auch auf freudige Überraschungen gefasst sein – und das Ergebnis beherzt ertragen.
PS: Ich hatte oben geschrieben: „etwas, das ich in dieser Form für bisher fast einzigartig halte“. Mit „fast“ meine ich, dass Alessandro Cavicchi von dem Trio „After Genesis“ mal einen instrumentalen Tribut-Track geschrieben hat, der auch den ursprünglichen Stil von Genesis erreichen sollte. Das war aber nicht ganz geglückt, denn Cavicchi hatte so viel Cello dabei eingesetzt, dass das Ergebnis nur noch im Piano nach Genesis klang, dort aber dafür auch umso mehr. Was Unifaun erreichen, ist vergleichbar, nur über ein ganzes Album verteilt: die scheinbare Genesis-Authentizität wird nicht immer erreicht, vielleicht nicht einmal besonders oft, aber an manchen Stellen dann wieder so intensiv, dass mir der Atem im Ohr stockt…;-)
| Anspieltipp(s): |
Für Eilige: „Finistère“ wegen erstaunlicher Nähe zum originalen Stil, und „To the green faerie“ wegen der Madhatter-Stimme. |
| Vergleichbar mit: |
Immer noch eher mit Genesis um 1977 als mit jeder anderen mir bekannten Genesis-Epigonen-Band. |
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| Veröffentlicht am: |
18.7.2008 |
| Letzte Änderung: |
18.7.2008 |
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Gestern um diese Zeit (es ist jetzt etwa 23:48 Uhr) hatte ich schon eine Rezension zu diesem Album von Unifaun fertig, aber irgendwas hielt mich davon ab, sie ins System einzugeben. So hatte Kollege Henning die Gelegenheit des Erstauftritts. Im Nachhinein bin ich da ganz froh darüber. Vermutlich hat das Album eine Erst-Würdigung eines Genesis-affineren Rezensenten verdient. Mein Weg zum Prog führte über Yes, Genesis kam da erst einiges später, aber das nur am Rande.
Da lernen sich zwei Hobby-Musiker in einem Genesis-Forum kennen, der eine steht noch ganz unter dem Eindruck einer Zeitreise mit „The Musical Box“ (was ich wiederum gut nachvollziehen kann), der andere hat gerade eine musikalische Ode an beider Lieblingsband verfasst. Daraus entstand das Projekt „Wir schreiben die Songs, die Genesis nicht (mehr) gemacht hat“. Und da kann man nur sagen: Ziel erreicht! Respekt dafür.
Ähnlich wie Henning empfinde ich „Unifaun“ (das Album) als eine Hommage an die „mittleren“ Genesis. Diese „Wind And Wuthering“- / „A Trick Of The Tail“-Atmosphäre schwingt hier überall mit. Ein bisschen hängt noch das musikalische Abenteuer „Lamb“ nach und im Gesang von Nad Sylvan treffen sich ohnehin Phil Collins und der junge Peter Gabriel zu gleichen Teilen. Hackettsche Gitarren, Banksche Keyboards, ja sogar andeutungsweise Collins wirbeliges Drumming, alles ist hörbar vorhanden. Handwerklich kann man den Schweden nicht viel vorwerfen, außer einigen Keyboardsounds, die in ihrer Quietschigkeit Tony Banks nicht mal mit spitzen Fingern angefasst hätte.
Also alles toll? Ja und Nein. Die Songs spielen sich alle so in einem getragenen Midtempo ab, so dass es dem Album deutlich an Dynamik mangelt. Die Kompositionen sind so nahe an Genesis dran wie nur denkbar, aber letztlich doch einfacher, weniger vertrackt und daher auch weniger unterhaltsam und vermutlich auch viel weniger nachhaltig. Sozusagen die Glass Hammer-Variante von Genesis ;-) Und dann stellt sich natürlich generell die Gretchenfrage: Warum verschwenden durchaus begabte Musiker ihre Fähigkeiten auf eine – wenn auch gute – Kopie des Originals? Und wenn sie es denn unbedingt tun müssen, wer braucht das dann wirklich als Album auf CD? Fragen, die mich ratlos zurücklassen. Ich bin wirklich der Letzte, der sich daran stößt, wenn sich jemand inspirieren läßt oder an ein Vorbild anlehnt. Retroprog ist durchaus mein Ding, aber quasi „willenloses“ kopieren? Ich verweise an Henning und meine, es wurde deutlich, wer dieses Album braucht und wer nicht.
| Anspieltipp(s): |
Rehacksis, End-Or-Fin... aber eigentlich paßt alles irgendwie |
| Vergleichbar mit: |
Genesis ;-) |
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| Veröffentlicht am: |
19.7.2008 |
| Letzte Änderung: |
19.7.2008 |
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Henning spricht mir mit seinen Gefühlen und Bildern ganz aus dem Herzen. Mir ging es beim ersten Treffen mit dem Unifaun sehr ähnlich. Wieso? Genesis haben seit Duke nach meiner unmassgeblichen Meinung lediglich noch zwei geniale Stücke komponiert: "Mama" und "Driving The Last Spike". Den Rest kann man aus progtechnischer Sicht eigentlich in die Tonne treten. Das war grösstenteils nicht mehr als radiotauglicher Pop mit vereinzelten progressiven Sprengseln. Und dann rotiert plötzlich eine Scheibe in meinem Player, die sich so anhört, als ob Genesis 35 Jahre in der Zeit zurückgereist, im "DANN" eine zeitgemässe Platte komponiert und eingespielt, und dann wieder ins "JETZT" zurückgekehrt wären.
Die Platte atmet in jeder Textzeile, in jedem Akkord, in der Intonation, in den Titeln der Stücke und in der Art zu komponieren die Vorbilder. Aber das so gekonnt, dass man nur staunen kann. Jemand, der zum ersten Mal ein Genesisalbum aus den 70ern hört, würde beispielsweise das in die Titelliste eingebaute "Mr. Marmaduke and the Minister" nicht als Kuckucksei erkennen. Da würde ich drauf wetten.
Gerade dieses Stück ist in meinen Augen ein kleines Meisterwerk, welches sich hinter den grossen Kompositionen der Vorbilder nicht zu verstecken braucht. Die meisten anderen Stücke sind ebenfalls gut oder zumindest gut gemacht.
Thomas` Frage, wer denn das braucht, möchte ich so beantworten: jeder, der gerne neue Kompositionen der "alten" Genesis hören würde.
Ich kann jedenfalls mehr mit dieser Platte anfangen, als zum Beispiel mit der Coverversion von The Lamb Lies Down On Broadway. Dass diese gar eine bessere Durchschnittsnote erhält als das Original, ist mir ein Rätsel.
Die grossen Bands des klassischen Prog bleiben die grossen Bands. Sie werden für andere stets Inspiration sein. Das Rad kann ja auch nicht andauernd neu erfunden werden. Unifaun haben die Baupläne akribisch genau studiert und machen ihre Sache wirklich sehr gut.
Wer ein Album wie Sacred Baboon nicht von der Bettkante stösst, der dürfte auch mit Unifaun seinen Spass haben. Beide huldigen auf ihre Art ihren Vorbildern, die einen in einem überdrehten Stilmix, die anderen mit einer fast beängstigenden Authentizität.
| Anspieltipp(s): |
Birth Of A Biggie, Mr. Marmaduke And The Minister |
| Vergleichbar mit: |
Genesis |
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| Veröffentlicht am: |
29.11.2009 |
| Letzte Änderung: |
29.11.2009 |
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