SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
20.5.2013
São Paulo Underground - Beija Flors Velho e Sujo
Rikard Sjöblom - Cyklonmannen
Massacre - Love Me Tender
Robert Jürjendal - Source of Joy
Yes - Going For The One
19.5.2013
Richard Pinhas - Desolation Row
Øresund Space Collective - Slip into the Vortex
Kshettra - i
Thierry Zaboïtzeff - Planet Luvos
18.5.2013
Arco Iris - Agitor Lucens V
Elora - Crash
Zs - Grain
Thierry Zaboïtzeff - Sequences
17.5.2013
Poor Genetic Material - A Day In June
Uriel - Arzachel Collectors Edition
Cloudkicker - Hello
Elara - Soundtrack for a quiet place
16.5.2013
Eclipse Sol-Air - Schizophilia
ARCHIV
STATISTIK
19216 Rezensionen zu 13023 Alben von 4924 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Leech

The Stolen View

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008 (2007 im Eigenverlag nur in der Schweiz veröffentlicht; VÖ: 10.10.2008)
Besonderheiten/Stil: instrumental; New Artrock; Postrock; Psychedelic; Spacerock
Label: Viva Hate Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marcel Meyer guitar, piano, synthesizer
Urs Meyer guitar, piano
Serge Olar drums
Tobias Schläfli synthesizer
David Hofmann bass, guitar

Tracklist

Disc 1
1. Silent State Optimizer 8:36
2. The Man With The Hammer 8:30
3. Zipfe 1:46
4. Inspiral 13:08
5. I Was Reversed 1:20
6. Totem & Tabu 19:44
Gesamtlaufzeit53:04


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Die Schweizer Postrocker Leech existieren schon seit 1995, allerdings hat man zwischen 2000 und 2006 pausiert, so dass ?The Stolen View? erst das vierte Album der Formation ist. In der aktuellen Bandbesetzung ist es das erste Werk (vorher agierten Leech als Trio) und für mich ist es der Erstkontakt mit dieser Band.

Postrock ist ja immer so ein schwieriges Dingen... an- und abschwellende Klangmassen, getragen von Gitarren, Wall-of-Sound-Explosionen treffen auf lyrische Passagen, gesungen wird meist nicht. Diese Rahmenbedingungen des Genres können schnell zu Langeweile führen, bzw. muss man vermutlich den x-ten Genre-Klon nicht mehr hören. Aber wie überall, gibt es auch hier Formationen, die das gewisse Etwas in ihren Kompositionen haben, was den Unterschied ausmacht.

Leech präsentieren mit ?The Stolen View? ganz sicher so einen Unterschied. Die Gitarren schaffen brachiale Klangwände, die das Laut-Leise-Schema kühl und organisiert abarbeiten. Soweit, so normal, aber die Schweizer mischen munter elektronische und spacige Klänge in ihre Klangmelange. Flirrende Synthies, psychedelisch verhallte Gitarrenpassagen, ein rumorender Bass und ein zwar stoisches, aber nicht uninteressantes Schlagzeug beschwören schnell Anklänge an frühen Spacerock und die seligen ?alten? Floyd herauf. Leech scheuen auch nicht vor epischen Melodiebögen zurück, die sich majestätisch über die Stücke hinweg spannen.

Während das vielleicht schon von der Split-EP mit den deutschen Labelkollegen Long Distance Calling bekannte ?Inspiral? nochmals eher die epische Seite der Band mit ruhigem, stetigem Spannungsaufbau bis hin zum hymnischen Bombastfinale betont, zeigt sich der abschließende Longtrack ?Totem & Tabu? deutlich schroffer. Nach dem Intro ?I Was Reversed? tauchen Leech tief in einen teils verstörenden, teils faszinierende Klangkosmos aus düsteren, fast schon metallischen Gitarrenriffs, lyrischen Zwischenspielen, spacigen Trips in den Outer Space und fast schon konventionellen Rock'n'Roll ein. ?Totem & Tabu? ist einer dieser Tracks, der sich unwiderstehlich in die Gehörgänge des Hörers bohrt und ihn aus der realen Welt auf mystischen Flügeln in andere Dimensionen entführt.

Leech positionieren mit ?The Stolen View? ihr ganz eigenes Statement im musikalischen Raum. Spaciger Postrock mit epischen, hymnischen Elementen als ganz eigenes Gebräu. Instrumentale Unterhaltung ohne Längen und Platitüden, sehr gelungen.

Anspieltipp(s): Silent State Optimizer
Vergleichbar mit: Oceansize, God Is An Astronaut, Daturah...
Veröffentlicht am: 12.10.2008
Letzte Änderung: 12.10.2008
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Kai Lorenz Kruppa @ (Rezension 2 von 2)


Vier wenig spektakuläre, uneitle Kompositionen mit Überlänge, massig Gitarrenarbeit, der Schlagzeuger hat nicht viel zu tun, und vom Bassisten hört man so gut wie gar nichts. Klingt langweilig? Stimmt. Ist aber trotzdem falsch! Die eidgenössische Formation Leech schafft es nämlich, aus wenigen ausgewählten Zutaten reichlich gute Musik zu machen. Das ?gewisse Etwas?, auf das bereits Thomas Kohlruß hinwies, ist tatsächlich bemerkens- und damit äußerst hörenswert.

Der Auftakt von The Stolen View ist trüb und melancholisch angehaucht, das Keyboard schafft mit wenigen Tasteneinsätzen die (Gefühls-)Grundlage für die folgenden achteinhalb Minuten. Die Sticks tänzeln verhalten auf Toms und Becken. Die Gitarre piepst, jammert und ächzt heiser, nimmt aber im Laufe des Stücks immer mehr Raum ein. Ein ruhiger, und unaufgeregter, aber sehr überzeugender Albumauftakt, ein Stück für nachdenkliche Stunden. Ähnlich positiv ist auch der Eindruck vom zweiten Stück, das dramaturgisch ähnlich minimalistisch aufgebaut ist. Das Schlagzeugspiel wirkt anfangs beinahe schüchtern, während das Keyboard auch hier souverän die richtigen Akzente zu setzen weiß. Nur der Titel des Stücks wirkt etwas verstörend, beinahe brutal. Auch beim dritten Longtrack, Inspiral, ändert sich vom Liedaufbau wenig; die gleiche Melancholie, die gleichen instrumentellen Zutaten. Aber freilich nicht weniger faszinierend. In der sechsten (und wieder in der elften) Spielminute von Inspiral geht es dann ein wenig heftiger zu, ohne dass das minimalistische Konzept von den fünf Schweizern wirklich aufgegeben wird.

Das fast zwanzig Minuten lange Hauptstück, Totem & Tabu (ebenfalls ein komischer Name), ist ? zumindest phasenweise ? deutlich rockiger und sperriger ? und experimenteller. Die Melancholie weicht ab der elften Spielminute einer unheimlichen Düsternis. Dieser ?Abschnitt? könnte durchaus als akustischer Hintergrund für einen Science-Fiction-Film dienen. Bedauerlicherweise schleicht sich sodann die erste (und natürlich letzte) kompositorische ?Länge? ein (12?30?? bis 17?30??). Den positiven Gesamteindruck von The Stolen View schmälert diese Anmerkung jedoch keineswegs. Die Schweizer Gruppe Leech möchte uns mit ihrem stimmigen Album daran erinnern, so scheint es, welch köstlichen Genuss das Hören doch darstellt. Wer will sich dagegen schon wehren?

Anspieltipp(s): The Man with the Hammer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.1.2009
Letzte Änderung: 11.1.2009
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Leech

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 If we get there one day, would you please open the gates? 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2013; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum