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Pendragon

Pure

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008 (Veröffentlichung der Erstausgabe mit Bonus-DVD über Website. Die reguläre CD erscheint 2009.)
Besonderheiten/Stil: Neoprog; New Artrock
Label: Toff Records
Durchschnittswertung: 9/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Nick Barrett guitars, vocals, keyboard programming
Peter Gee bass guitar
Clive Nolan keyboards, backing vocals
Scott Higham drums, backing vocals

Gastmusiker

Rod Crisp harmonica on "It's only me"

Tracklist

Disc 1
1. Indigo 13:43
2. Eraserhead 9:06
3. Comatose: View from the seshore 7:40
4. Comatose: Space Cadet 4:03
5. Comatose: Home and dry 5:55
6. The Freak Show 4:27
7. It's only me 8:16
Gesamtlaufzeit53:10


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 4)


Wenigstens siebenmal habe ich dieses Album jetzt gehört, und da sieben eine magische Zahl ist, hätte sich inzwischen eine gewisse Offenbarung einstellen sollen. Hat sie auch - Was nicht bedeutet, dass ich die Scheibe jetzt mag, aber ich verstehe sie inzwischen vielleicht etwas besser.

Zuerst konnte ich "Pure" nicht ausstehen. Schon nach "Believe" hatte ich mich gefragt, ob Nick Barrett neuerdings cool wirken will. Wenn er das gewollt hat - Jetzt ist es ihm ganz zweifellos gelungen! Der neue Drummer Scott Higham mag seinen Anteil dazu beigetragen haben, aber an ihm allein kann es nicht liegen: Ein neues Konzept musste wohl her, in das sich der Drummer vielleicht nur eingefügt hat (oder die anderen haben sich in dessen Konzept eingefügt, was weiß denn ich), und dieses Konzept beruht auf kantigen Gitarren, Orgeltönen der neuen Sachlichkeit, dröhnenden Bässen und Bassdrums, abgedunkelten Zupf-Saiten, ausgeschmückt mit verzerrten Samples und seltsamen Stimmen, deren Modifikationen bis zu Hundegebell reichen.

Wenn jetzt wer findet, mein Text klingt bisher wie die neueste Rezi zu Porcupine Tree, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass Pendragon auf "Pure" so klingen wie die neueste Porcupine-Tree-Klonband - Naja, in meiner Akustik natürlich nur. Ich bin nämlich ungerecht, wie mir gerade auffällt: Anfang dieses Jahres war das Debütalbum von "Demians" erschienen, gleich bei InsideOut, das hatten viele mit Porcupine Tree verglichen, während andere es belanglos fanden. Mal angenommen, Nicolas Chapel alias Demians hätte "Pure" kreiert, dann wäre alles wieder gut, dann würde "Pure" garantiert als neuer Meilenstein des härteren New Artrock gefeiert und ein Vorbote des zweiten Millenniums-Jahrzehnts wäre geschaffen! Also können wir mit "Pure" alle zufrieden sein - nur ich gebe hier den Miesmacher? Wer bin denn schon ich??

Wirklich (!) nichts Besonderes, ich bin nur einer der alten Fans von Pendragon, sicher einer der größten unter den alten, und "Pure" ist für mich nicht mehr Pendragon, mag das Album auch ansonsten noch so gut sein! Für mich ist dies nur eine Art Ayreon vs. Porcupine Tree mit mehr Melodie, aber genauso viel aufgesetzter Härte - und natürlich: weniger Susi-Prog! Das ist es überhaupt: was ich auf "Pure" schmerzlich bemängele: die Abwesenheit jeglicher Keyboardteppiche und jeglicher kompositorischer Hymnen - Vorbei die Zeiten solcher Epen wie "The Shadow" oder "Man of nomadic traits" - jetzt ist man ja cool geworden und deutet Komposition allenfalls noch heimlich im Soundgewitter an (z.B. im Ausklang des letzten Titels, da wollte die Band sich wahrscheinlich nicht lumpen lassen, und ein mehrminütiges Gitarrensolo zum Abheben bietet immerhin noch der Opener). Und wenn eine Band, die das früher mal konnte, plötzlich nicht mehr umwerfend komponiert, dann kann ich mir nicht den Verdacht ausreden, dass das was mit Mangel an Kompositions-Ideen zu tun hat.

Aber wer weiß: Vielleicht ist dies ja der einzige Ausweg aus der augenblicklichen Lage des Prog. Und vielleicht hat Produzent/Engineer Karl Groom das gewittert - Ist er doch immerhin derjenige, der schon mit Galahad's "Empires never last" ein zeitgenössisches Prog-Meisterwerk erfolgreich an den Start gebracht hat und der sich vor allem in den härteren Gebieten des Prog bestens auskennt. Ich würde sogar so weit gehen zu vermuten: mit "Pure" endet - zum Leidwesen des Einen, zur Freude des Anderen - die Ära der NPWEs, die sich in Zukunft mit Erinnerungen werden zufrieden geben müssen. Ich glaube nämlich ernsthaft an die noch immer latent messbare Autorität einer Band wie Pendragon, die darin besteht, dass sie - gerade wegen der alten Zeiten - Maßstäbe setzen kann. Oder anders formuliert: Porcupine Tree & Co sind später in die Szene gekommen und was die machen, überzeugt sicher die neuen Hörer, aber nicht unbedingt die alten. Wenn aber die Godzilla-Götter aller NPWEs alias Nick Barrett und Clive Nolan jetzt solche Töne anschlagen, dann denken die Ewiggestrigen am Ende vielleicht auch noch um. - Na ja, bis auf mich natürlich! Andererseits: Inzwischen habe ich "Pure" mindestens zehnmal gehört: Habe ich denn keine besseren Alben...;-)?

PS: Falls das jetzt wer haben will (;-): Manches spricht dafür, den Kauf des Albums bis 2009 zu verschieben, weil es dann die Einzel-CD gibt. Grund: Die Einzel-CD wird sicherlich in einem normalen Jewelcase stecken, sprich: nicht zerkratzt sein. Die jetzige Special-Edition steckt in einem dieser schrecklichen Digi-Books mit der CD eingezwängt in eine viel zu engen Papierlasche, auf der draufstehen müsste: 'Häufiges Herausnehmen bitte vermeiden!'. Wenn man die Anschaffung verschiebt, verpasst man natürlich die Bonus-DVD mit dem Titel "A Handy-Cam Progumentary". Was man da verpasst, weiß ich auch nicht: So was gucke ich grundsätzlich nicht, weil ich das Leben dafür für zu kurz halte. Außerdem ist die DVD in meiner Packung noch zerkratzter als die CD...

Anspieltipp(s): "Eraserhead" ist erstaunlich vielseitig, also wohl bestens zum repräsentativen Reinhören geeignet.
Vergleichbar mit: allem aus der Brave New World des New Artrock bis Mainstream-Prog bis modernem Neoprog, nur nicht vergleichbar mit Pendragon (von den Gitarrensoli mal abgesehen).
Veröffentlicht am: 14.10.2008
Letzte Änderung: 17.5.2012
Wertung: 9/15
Subjektiv ist's für mich ein Mühlenstein. Nüchtern betrachtet ist es vielleicht ein Meilenstein. Dran vorbei kommt man jedenfalls wahrscheinlich nicht so leicht...

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 2 von 4)


Das ich noch öfters Alben loben würde, hatte ich mir gedacht (zumindest gehofft). Das es ausgerechnet ein Album dieser Band sein würde, an welchem sich mein wohlwollendes Ohr labt, überrascht mich allerdings dann doch. Pendragon kenne ich schon ziemlich lange, länger als mir bewusst ist, dass dies "Prog" bzw. "NeoProg" ist (und das es überhaupt "Prog" ist, wie meine bevorzugte Rockmusik-Richtung heißt). Allerdings hat die Band in einer langen Karriere mit Anfängen 1978 bis heute eher nicht so viel (er)zählenswertes zustande gebracht. Eher schon kennzeichnet ein großer Output an Durchschnitt und weniger als Durchschnittlichem das Oeuvre.

So, und nun plötzlich "Pure". Der Titel ist eine Irreführung größeren Ausmaßes. Nein, Pendragon "pur" bekommt man hier eben ganz und gar nicht zu hören. Es scheint eher so, dass Bandchef Nick Barrett und sein Vize Nolan plötzlich – nach nächtelangem Studium von Porcupine Tree & Co. – Blut geleckt hätten. Der Umschwung ist mindestens so revolutionär wie seinerzeit als Quidam mit "Surrevival" plötzlich unter dem Stachelschweinbaum hervorgekrochen sind. Wobei Pendragon ihre Sache überzeugender machen, als die Polen seinerzeit.

Im Detail ist besonders die Soundveränderung an den Tasten frappierend. Chef-Klangkleisterer Nolan ergeht sich plötzlich in sirrenden und flirrenden Klängen, die eher fragil die Musik untermalen. The first step how to be Richard Barbieri möchte man da sagen. Barrett kann fraglos immer noch nicht besonders gut singen, aber der teils verzerrte, teils mit Effekten unterlegte Gesang passt nun ziemlich gut zum düsteren New Artrock, der nun eben das Klangbild der Band ist. Barretts Gitarrenspiel war ja schon immer der Pluspunkt von Pendragon, so ist das auch hier, auch wenn er sich ebenfalls von floydigen Elegien ein Stück entfernt hat und teils ordentlich heftig in die Saiten greift. Dazu passt es dann, dass Bassist Gee und der neue Drummer Higham ein kompromissloses, treibendes Rhythmusfundament legen.

Auch wenn dem Album gegen Ende ein bisschen die Luft ausgeht und teils in "The Freak Show", vor allem aber im abschließenden "It's only me" (ein sehr vielsagender Titel, wenn man es so betrachten will) wieder für die alten Fans versöhnlichere und gewohntere Töne angeschlagen werden, so bietet es doch Anfangs sehr interessante Kost. Der langer Opener "Indigo" pendelt zwischen düsterem New Artrock, rockigen Ausbrüchen und sanften Ethnoanklängen. "Eraserhead" ist ein hochmoderner, verspielter Rocker mit allerlei Gimmicks und Samples. Und Teile der "Comatose"-Suite gehen auch gut ab, vor allem der "Space Cadet"-Mittelteil.

Ohne Frage ist "Pure" für mich eine Überraschung und sicherlich das beste Pendragon-Album bisher. Mit zwei einschränkenden Anmerkungen: Das hat mit dem bisherigen Pendragon-Sound so gut wie nichts mehr zu tun (siehe auch Hennings Rezension). Ob die Welt einen weiteren Porcupine Tree-Ableger (der es dann natürlich letztlich doch nicht so gut wie das Original macht) braucht, muss jeder selbst entscheiden.

Anspieltipp(s): Eraserhead
Vergleichbar mit: Procupine Tree & Co.
Veröffentlicht am: 21.2.2009
Letzte Änderung: 30.7.2013
Wertung: 10/15

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Von: Andreas Kiefer @ (Rezension 3 von 4)


Kaum zu glauben, aber richtig gut: Pendragon wagen tatsächlich den Brückenschlag zum New Artrock. Schwere, kratzig-verzerrte E-Gitarrenriffs von Nick Barrett, krachende Drums vom neuen Drummer Scott Higham und ein Clive Nolan, der seine alltäglichen Synthie-Sounds elegant mit zeitgenössischen Elementen verbindet. Dadurch klingt man entschieden rockiger und zupackender.

Von dieser Wucht werden auch gleich der Opener "Indigo" und das darauf folgende Stück "Eraserhead" getragen. Düstere Beats, verzerrte Frauen- und Männergesänge, laute Rock-Gitarren, kraftvolle Drums - teils sogar mit treibender Doublebass-Technik - und vielseitige Keyboardklänge stehen im ständigen Wechsel mit den gewohnten Pendragon-Ohrwurm-Melodien oder Barretts malerischen Gitarrensoli.

Der dreiteilige Track "Comatose" beginnt mit sanftmütigen Piano- und Streicherklängen, doch plötzlich zieht das Tempo mächtig an - unsagbar schwere metalartige Gitarren gehen wie ein Gewitter auf den Hörer nieder, es wirbelt und purzelt aus einem beachtlichen Facettenreichtum, am Ende wird das Ganze mit floydigen Klängen wieder etwas beruhigt. Ein überaus kreativer Song, der trotz einiger bekannt vorkommenden Pendragon-Trademarks als Glanzpunkt der CD zu sehen ist.

Bei den beiden Schlusstracks werden der rockige Sound und das dadurch aufkommende Spannungsverhältnis leider wieder entschärft. "The Freak Show" fängt zwar kernig an, gleitet aber immer mehr in einen gewöhnlichen, geradlinigen Neo Prog-Popsong mit eingängigen Refrains und einem unpassenden Vorwärtsgetrommel im Uptempobereich ab. Ein weiteres überflüssiges Pendragon-Kapitel mit zu weichgespülten und süßlichen Balladen tritt bei dem letzten Song "It's only me" wieder in Erscheinung.

Trotzdem ist "Pure" ein überraschend gutes Album, das selbst eingefleischte Pendragon-Fans sowie einige der Neo Prog-Verspotter ins Staunen bringen wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.8.2011
Letzte Änderung: 19.8.2011
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Ich verstehe Henning sehr gut. Ich empfinde den Richtungswechsel ähnlich. Pure leidet unter der Porcupine Treeisierung oder besser Wilsonisierung des Progrock, der leider viele Bands in den letzten Jahren anheim gefallen sind. Und sie ersetzen damit ihre Kernkompetenz, nämlich das Komponieren toller Melodien und Harmonien, durch produktionstechnisches Botox und viel unnötigen Schnickschnack. Der altehrwürdige Neoprog wird ver-newartrockt.

Das mag vielleicht zeitgemäss sein und damit neue Hörer- und Käuferschichten erschliessen. Aber eigentlich hätten Pendragon dies gar nicht nötig gehabt. Gut, ganz so krass ist es nicht. Im Opener glänzt Barrett mit einem gewohnten gefühlvollen Solo und die typischen Melodiebögen finden sich auch sonst immer wieder, manchmal allerdings schlicht von früher kopiert ("home and dry"). Auch macht die rockigere Gangart die Stücke griffig und knackig. Aber der typische SUSI-Prog ist Geschichte. Und das ist schade. Denn wenn ich Porcupine Tree hören wollte, könnte ich das ja tun. Wenn ich aber Pendragon hören will, sollte es irgendwie schon auch nach Pendragon klingen.

So bleibt unter dem Strich ein Album, das sicher gut gemacht ist, keine Frage. Die Mischung aus Melodien, harten Riffs und modernen Sounds ist ansprechend; der Zauber früherer Kompositionen ist aber verblasst.

Anspieltipp(s): Eraserhead, View from the Seashore
Vergleichbar mit: Pendragon goes Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 14.1.2014
Letzte Änderung: 13.1.2014
Wertung: 7/15
Abschied vom SUSI-Prog

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1988 Kowtow 8.00 1
1991 The World 7.00 3
1991 The rest of 4.00 1
1993 The very very bootleg 4.00 1
1993 The Window Of Life 9.00 4
1994 Fallen Dreams and Angels 6.50 2
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 As Good As Gold 7.00 1
1996 The Masquerade Overture 10.50 2
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2006 And Now Everybody To The Stage... (DVD) 11.00 1
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2011 Passion 8.00 4
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1

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