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Kaipa

Kaipa

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (CD-Reissue 1993, Musea)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Decca
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ingemar Bergman Drums, percussion, vocals
Tomas Eriksson Bass, vocals
Hans Lundin Keyboards, Glockenspiel, lead vocals
Roine Stolt Guitars, vocals

Tracklist

Disc 1
1. Musiken Är Ljuset (Music Is Light) 7:03
2. Saker Har TVA Sidor (Things Have Two Sides) 4:31
3. Ankaret (The Anchor) 8:38
4. Skogspromenad 3:39
5. Allting Har Sin Början 3:09
6. Se Var Morgon Gry (See The Dawn) 8:52
7. Förlorad I Istanbul 2:22
8. Oceaner Föder Liv (Oceans Give Birth To Life) 9:29
Gesamtlaufzeit47:43


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 3)


Die Anfänge der schwedischen Band Kaipa gehen bis in das Jahr 1973 zurück. Man stammte aus der Universitätsstadt Uppsala und gab sich anfangs den Namen "Ura Kaipa". Dabei handelt es sich um einen schwedischen Häuptling aus der Steinzeit, genauer gesagt um eine Romanfigur eines gewissen schwedischen Schriftstellers Werner von Heidenstam. 1974 kürzte man den Bandnamen auf Kaipa. Nachdem man einige Zeit lediglich als Trio gespielt hatte, sah man sich nach einem Gitarristen um und wurde auf den damals gerade erst 17-jährigen Roine Stolt aufmerksam. 1975 begann man dann mit den Aufnahmen zum titellosen Debütalbum, welches im Dezember 1975 veröffentlicht wurde.

Nach diesen wichtigsten Daten aus dem gewohnt sehr informativen Booklet dieser Musea-Wiederveröffentlichung komme ich jetzt aber endlich zu einer Beschreibung des musikalischen Inhaltes des Erstlingswerkes von Kaipa. Die Band zelebriert auf ihrem Debüt den symphonischen und größtenteils melodischen Progressive Rock. Der Freund der 70er Jahre findet zu diesem Stil einen relativ leichten Zugang. Man war auch nicht so komplex wie Yes oder so kompromisslos wie King Crimson.

Keyboarder Hans Lundin setzt besonders auf seiner Hammond und dem Rhodes Piano musikalische Akzente. Dabei spielt er aber stets gruppendienlich. Er zeichnete sich auch für den Großteil der Kompositionen verantwortlich. Lediglich die beiden letzten Songs stammen aus der Feder von Roine Stolt. Ausserdem übernahm Lundin auch den unauffälligen, aber relativ angenehmen schwedischen Gesang. Die schwedische Sprache klingt zwar ein wenig hart, dennoch vermisse ich im Fall von Kaipa keinesfalls die Wahl der englischen Sprache.

Der herrlich rumpelnde Rickenbacker Bass von Tomas Eriksson lässt die Herzen der Fans des klassischen Progressive Rocks der 70er Jahre höher schlagen. Auch der gute Schlagzeuger Ingemar Bergman (der bekannte schwedische Filmregisseur heisst übrigens Ingmar Bergman!) darf nicht unerwähnt bleiben.Das wunderbar melodische Gitarrenspiel von Roine Stolt gliedert sich optimal in das Gesamtkonzept von Kaipa ein.

Die auf dem vorliegenden Album enthaltenen 9 Titel bieten ausnahmslos hochwertigen und wunderschönen Progressive Rock aus seiner goldenen Ära. Der fein gesponnene Stil von Kaipa weist Melodien von erhabener Schönheit auf. Die Musik ist dabei nicht unbedingt komplex, aber auch keinesfalls banal.

Die Höhepunkte sind der majestätische Opener "Musiken Är Ljuset" und der wunderbare Titel "Se Var Morgon Gry". Die Melodien sind dabei einfach traumhaft und Keyboarder Hans Lundin setzt seinen melancholischen Gesang sehr sparsam und effektvoll ein. Der Rest des Albums steht diesen Höhepunkten aber kaum nach.

Die drei kurzen Instrumentalstücke "Skogspromenad", "Allting Har Sin Början" und "Förlorad I Istanbul" lassen Erinnerungen an die holländischen Focus wach werden. Der von Roine Stolt geschriebene Titel "Oceaner Föder Liv" schliesst das Erstlingswerk von Kaipa ab und ist eine weitere Perle.

Fazit: Das Debüt von Kaipa dürfte eigentlich alle Freunde der melodischen Spielart des Progressive Rocks der 70er Jahre ansprechen. Es überwiegen die elegischen Elemente und komplexe Kabinettstückchen darf man nicht erwarten. Für mich zählen Kaipa dennoch zu den ganz großen Bands der 70er Jahre. Mir sind nur wenige andere Gruppen bekannt, die solch ein feines Gespür für elegante und schöne Melodien besaßen. Leider wird diese hervorragende Band meist nur in einem Nebensatz genannt, wenn von Roine Stolts "Flower Kings" die Rede ist.

Anspieltipp(s): Musiken Är Ljuset, Se Var Morgon Gry, Oceaner Föder Liv
Vergleichbar mit: ein wenig Camel und Focus
Veröffentlicht am: 14.5.2002
Letzte Änderung: 14.5.2002
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Im Jahre 1975 veröffentlichte die schwedische Band Kaipa ihr gleichnamiges Debutalbum. Mit dabei der damals erst knapp 19-jährige Roine Stolt. Die Stücke sind mit zwei Ausnahmen von Hans Lundin geschrieben. Gesungen wurde auf schwedisch, die Einflüsse der frühen 70er Jahre "Giganten" sind deutlich zu hören. So erinnert der Beginn des openers "musiken är ljuset" sehr an Genesis` Trespass. Auch Yes meine ich wiederzuerkennen, wenn auch weniger deutlich. Aber auch die späteren FlowerKings sind schon zu erkennen. Gefällt mir auf jeden Fall sehr gut, dieses Album.

Wer wissen will, worüber Hans Lundin im einzelnen singt, findet im ausführlichen Booklet von MUSEA die englische Übersetzung. Die Platte beginnt sehr stimmungsvoll. Titel 1 ist eine tolle Komposition mit einigen wunderschönen Melodiebögen und Instrumentalparts. "Saker har tva sidor" ist ein rockiges Teil, straight und einfach, welches in der Mitte leider etwas verdudelt wird. "Ankaret" beginnt mit einer fast "Kinderlied"-artigen Melodie, dann einer tollen bassline, es folgt ein wehmütiges Gitarrensolo, Gesang mit Orgel, dann ein schnellerer Mittelteil mit zweitem Gitarrensolo, diesmal uptempo, wieder das Bassthema und schliesslich das Finale. Der "Anker" ist ein abwechslungsreiches Stück mit vielen Ideen. Die Anleihen bei Genesis und Yes sind jedoch nicht zu überhören. Stört aber nicht, macht einfach nur Spass. "Skogspromenad" ist ein schnelleres instrumental mit einem etwas banalen Thema, aber ordentlich verpackt. "Allting har sin början" erinnert mich an Carsten Bohns Hörspielkompositionen aus den 70er- und 80er-Jahren. Wer erinnert sich an die alten ???-Sounds ... handgemachte, keyboardlastige Instrumentals? Kurze simple Themen mit hohem Ohrwurmcharakter. Was treibt die Phantasie doch manchmal für seltsame Blüten... "Se var morgon gry" ist dann eine etwas schwülstige Nummer, die mich nicht recht überzeugen kann. Der Gesang nervt, zwei, drei gute Ideen werden auf fast 9 Minuten in die Länge gewalzt. "Förlorad I Istanbul" (composer Stolt) ist ein entfernt orientalisch angehauchtes Instrumental, das etwas holprig daherkommt aber Spass macht. "Oceaner föder liv" (ebenfalls von Stolt) ist ein abwechslungsreicher longtrack (immerhin fast 10 min.). Zum Teil verspielt, zum Teil wieder sehr an die Vorbilder erinnernd. Schliesst das Album würdig ab.

Ein insgesamt beeindruckendes Debutalbum mit Anleihen bei den frühen 70er Dinos. Wer die Flokis, Genesis, Yes und melodischen Progrock mag, wird diese Platte lieben.

Anspieltipp(s): Ankaret, Oceaner Föder Liv
Vergleichbar mit: Genesis, Yes
Veröffentlicht am: 18.10.2002
Letzte Änderung: 19.5.2015
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Kommt es mir nur so vor oder wird momentan "remastered" was das Zeug hält und mehr als je zuvor? Emerson Lake & Palmer, Yes, Gentle Giant, Tori Amos, Jethro Tull, Can, Nektar, The Who, Led Zeppelin, Modern Talking und Grobschnitt fallen mir spontan ein. Und wer Glück hat, "gross" genug ist und es sich leisten kann, der gibt seine alten Bänder in die Hände des Grossmeisters Steven Wilson, der das Ganze dann noch zu 5.1-Versionen hochpimpt. Nun beglücken uns auch Kaipa mit "wiedergemeisterten" Neuauflagen ihrer ersten beiden Alben aus den 70er Jahren, KAIPA und Inget Nytt Under Solen.

Im Falle der Schweden lohnt sich dies wirklich, waren diese CDs zuletzt doch nur noch erschwert und teilweise zu recht überhöhten Preisen zu bekommen. Wenn ich es recht überblicke, erschienen die Alben erstmals im Juli und Dezember 1993 auf dem französischen MUSEA-Label in digitaler Form (damals übrigens auch schon remastered und zwar im August 1992 von Janne Hanson in den Atlantis Studios in Stockholm). Im Jahre 2002 wurden diese wohl nochmals aufgelegt, aktuell scheinen sie aber vergriffen zu sein. Bei spezialisierten Händlern oder auf Secondhand-Plattformen findet man noch mit Bonustracks erweiterte Versionen eines südkoreanischen und eines japanischen Labels. In wieweit diese inoffiziell, halboffiziell oder offiziell released wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Zwar wurde anno 2005 von Insideout die Decca Years Box veröffentlicht, diese gabs allerdings nur in limitierter Stückzahl (3000 Stück) und war dementsprechend rasch ausverkauft.

Nun gibt es also zum 40-jährigen Bandjubiläum die 2015er Remastered Versionen; gleichzeitig gehen Dreiviertel der Originalbesetzung (einzig Hans Lundin fehlt und wird durch Michael Stolt ersetzt) mit dem 70er-Jahre-Material auf eine kleine aber feine Welttournee. Die vorliegende CD enthält neben den 8 ursprünglichen Titeln noch zwei weitere Bonustracks (die sich auch schon auf der DECCA-Years-Version fanden; siehe dort). Die Musik wurde bereits ausführlich oben und im Rahmen der Box besprochen, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte.

Was es zu erwähnen gilt, ist der Klang der Aufnahmen. Dieser wurde durch das aktuelle Remastering von Martin Igelström nochmals leicht verbessert. Insgesamt ist die Aufnahme im Parallelvergleich deutlich lauter als die MUSEA-Ausgabe von 1993. Zudem werden die einzelnen Instrumente noch etwas klarer und räumlich schärfer getrennt abgebildet. Mitunter meint man zudem Dinge zu hören, die einem früher nicht aufgefallen sind. Da wurde gute Arbeit geleistet.

Das Booklet, welches ebenfalls remastered scheint (kräftigere Farben), enthält einige Fotos der Bandmitglieder (Mensch, was war Stolt noch jung damals), eine ausführliche Biographie über die damalige Zeit der Band und die Liedtexte auf Schwedisch.

Insgesamt ist KAIPA eine rundum gelungene Wiederveröffentlichung mit gegenüber der letzten Ausgabe verbessertem Klang und zusätzlichen Bonustracks. Daher von meiner Seite eine etwas bessere Note und eine klare Kaufempfehlung. KAIPA gehört zu den klassischen Progalben, die man kennen sollte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.5.2015
Letzte Änderung: 21.5.2015
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kaipa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Inget Nytt Under Solen 11.75 4
1978 Solo 8.50 2
1980 Händer 8.00 1
1982 Nattdjurstid - 1
2002 Notes from the Past 7.60 5
2003 Keyholder 7.11 9
2005 Mindrevolutions 6.50 4
2005 The Decca Years 1975 - 1978 13.00 2
2007 Angling Feelings 7.00 4
2010 In the Wake of Evolution 9.25 4
2012 Vittjar 10.00 1
2014 Sattyg 10.50 4
2017 Children Of The Sounds 10.50 2

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