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Kaipa

Solo

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (CD-Reissue 1994, Musea)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Decca
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ingemar Bergman Drums, percussion, vocals, laughing
Mats Lindberg Bass, Moog Taurus pedals, percussion
Hans Lundin Keyboards, vocals
Mats Löfgren Lead vocals, percussion
Roine Stolt Guitars, percussion, vocals

Tracklist

Disc 1
1. Den Skrattande Grevinnan (The Laughing Countess) 4:50
2. Sen Repris (Late Repetition) 3:20
3. Flytet (The Float) 2:40
4. Anar Dig (Premonition Of You) 4:02
5. Frog Funk (Frog Funk) 3:25
6. Visan I Sommaren (Summer´s Ballad) 3:30
7. Taijgan (The Taiga) 3:16
8. Respektera Min Värld (Show Respect To My World) 6:05
9. En Igelkotts Död (The Death Of A Hedgehog) 3:38
10. Total Förvirring (Total Confusion) 7:22
11. Sist Pa Plan (The Last One On The Court) 7:35
12. Visan I Sommaren   (Bonustitel (live)) 3:31
13. En Igelkotts Död/Ömsom Sken (medley)   (Bonustitel (live)) 4:40
14. Live In An Elevator   (Bonustitel (live)) 10:34
Gesamtlaufzeit68:28


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Nach der Veröffentlichung des hervorragenden Albums "Inget Nytt Under Solen" verliess der Bassist Tomas Eriksson die Band und wurde durch den gerade mal 18-jährigen Mats Lindberg, einem Schulfreund von Roine Stolt, ersetzt. Da sich Keyboarder Hans Lundin mehr auf seine Instrumente konzentrieren wollte, war man auch auf der Suche nach einem Sänger. Die Band entschied sich für Mats Löfgren, der Sänger in einer Jazz-Rock-Gruppe war. In dieser neuen Besetzung nahmen Kaipa im Dezember 1977 ihr drittes Album "Solo" auf, das im Mai 1978 veröffentlicht wurde.

Um es jetzt schon einmal vorwegzunehmen: "Solo" kann den beiden Vorgängern in keinster Weise das Wasser reichen. Die unvergleichliche Atmosphäre der beiden ersten Kaipa-Veröffentlichungen blitzt auf "Solo" nur stellenweise hervor. Die damalige LP enthielt insgesamt 11 Titel. Natürlich war bei dieser Anzahl kein Raum für einen richtigen Longtrack vorhanden. Die Länge eines Songs bürgt zwar nicht automatisch für Qualität, dennoch können die beiden längsten Titel "Total Förvirring" und "Sista Pa Plan" am ehsten überzeugen. Auch der Opener "Den Skrattande Grevinnan" versprüht noch den Zauber der früheren Kaipa und weckt Hoffnung auf ein schönes Album.

Danach folgen aber 6 sehr kompakte Titel, die kaum überzeugen können. Dieses Songmaterial lässt die für Kaipa charakteristische musikalische Eleganz vermissen und bietet lediglich biedere Hausmannskost. Das Ganze ist für meinen Geschmack zu sehr auf den Sänger Mats Löfgren zugeschnitten. Doch genau darin liegt das Dilemma. Löfgrens tiefer Gesang passt im meinen Augen einfach nicht zum klassischen Kaipa-Stil. Er besitz zwar eine variable Stimme, die aber mit der Musik von Kaipa nur wenig harmoniert.

Natürlich muss man aber auch berücksichtigen, dass es eine Prog-Band in den späten 70er Jahren sehr schwer hatte. Zugeständnisse an den damals aktuellen Zeitgeist waren beinahe unvermeidbar. Sicherlich wollte sich die Band bzw. Plattenfirma mit einem stimmgewaltigen Sänger und kürzeren Titeln etwas an den damaligen Geschmack der breiten Masse anpassen. Den Begriff "anbiedern" vermeide ich jetzt bewusst, da Kaipa nicht so weit wie Genesis gingen und reinen Mainstream produzierten. Stattdessen versuchte man den meist ruhigen und getragenen Kaipa-Stil beizubehalten. Wegen der Kürze der Titel wirkt das alles auf mich mehr oder weniger zusammengestutzt.

Nach dem schwachen Mittelteil leitet das majestätische Instrumental "En Igelkotts Död" den stärkeren Schlussteil Teil der regulären LP ein. Jedoch auch hier wirkt der Gesang von Löfgren auf mich wie ein Fremdkörper und auch die Gesangsharmonien können mich nicht überzeugen. Auch der neue Bassist Mats Lindberg konnte seinem Vorgänger Tomas Eriksson in keinster Weise das Wasser reichen. Hans Lundin spielt wie gewohnt gruppendienlich, hält sich aber doch etwas zu sehr im Hintergrund. Roine Stolt setzt aber in den Instrumentalteilen mit seinem Gitarrenspiel einige gekonnte Akzente.

Als Bonustracks haben Musea drei Livetitel ausgegraben, die 1978 im dänischen Kopenhagen aufgenommen wurden. Der Titel "Live In An Elevator" ist eine Jam Session. Das kam live sicherlich relativ gut rüber, besitzt aber heutzutage eigentlich nur noch einen dokumentarischen Wert.

Wie nicht anders zu erwarten, konnten Kaipa auch kommerziell nicht an den Vorgänger "Inget Nytt Under Solen" heranreichen. Roine Stolt verliess die Band und widmete sich seinem Projekt "Fantasia". Kaipa nahmen Anfang der 80er Jahre noch zwei Alben auf, die aber sehr in die Mainstream-Richtung gehen sollen. Daher wird wahrscheinlich auch von einer Wiederveröffentlichung dieser Alben abgesehen.

Anspieltipp(s): Den Skrattande Grevinnan, En Igelkotts Död, Total Förvirring
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.5.2002
Letzte Änderung: 14.5.2002
Wertung: 8/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Nach dem Erfolg von Inget Nytt Under Solen, welches sich in Skandinavien etwa 10000 mal verkaufte und in den schwedischen Charts sogar kurz bis auf Platz 49 hochkletterte, was für Musik dieser Art doch ungewöhnlich war, sollte der nächste logische Schritt folgen. In Schweden war man zu einer der bekanntesten Progbands aufgestiegen, nun wollte man den Sprung in den internationalen Markt wagen. Schnell war man sich einig, dass dies, wenn überhaupt, nur mit englisch-sprachigen Stücken funktionieren würde und so nahm man einige Titel des letzten Albums mit neuem, vermeintlich massenkompatiblerem und akzentfreiem Sänger neu auf. Die Stücke schickte man an Electras englisches Tochterlabel. Dieses glaubte allerdings nicht an das kommerzielle Potential der Band und lehnte ab, ihr einen Plattenvertrag zu geben. Wenig später erklärte Tomas Eriksson wegen musikalischer Differenzen seinen Ausstieg bei Kaipa. Das verbleibende Trio ersetzte ihn durch einen Schulkollegen Stolts und entschied sich zudem, das Line-up um einen Lead-Sänger zu erweitern, damit sich Lundin mehr auf seine Keyboardarbeit würde fokussieren können.

Im Herbst 1977 begann man mit dem Schreiben neuer Songs. Lundin hatte offenbar Ideen für einen längeren epischen Song im Stile von "Skenet Bedrar", die aber noch von der Band hätten erweitert und ergänzt werden müssen. Stolt hingegen kam mit verschiedenen fertigen Stücken im Gepäck daher, hatte genaue Vorstellungen, was die anderen wie zu spielen hatten und so stammten schliesslich die Mehrzahl der Stücke auf Solo aus seiner Feder, auch weil seine Kompositionen mehr dem Zeitgeist entsprachen und man sich damit mehr Erfolg versprach.

Stolt wollte auf dem neuen Album unbedingt ein Mellotron dabei haben und so mietete sich Lundin ein Gerät, welches aber offenbar in so schlechten Zustand war, dass man nur gerade ein Stück ("Tajgan") damit einspielen konnte. Wer weiss, wie Solo mit mehr Mellotron geworden wäre. Das Album wurde im Dezember 1977 in wenigen Tagen eingespielt, Anfang Januar 1978 abgemischt und im Mai gleichen Jahres veröffentlicht. Es erreichte ähnliche Verkaufszahlen wie sein Vorgänger, wurde von der Presse gelobt und die Konzerte der Band waren meist ausverkauft. In Schweden hatte die Band unterdessen Kultstatus und tourte auch durch Dänemark und Norwegen.

Kollege Straske hat es schon erwähnt, dass Solo qualitativ nicht an die beiden "klassischen" Vorgänger anknüpfen kann. Ich empfinde das Album aber nicht als wirklich schlecht, wenn auch in seiner Qualität recht schwankend. Sicher: die Stücke sind generell kompakter, weniger elaboriert, mitunter auch recht modern (auch was die Sounds betrifft), aber der typische Kaipa-Stil der früheren Alben findet sich auch hier immer wieder. Der Fokus wird auf Melodien, schwelgerische Gitarrensoli und melancholische Atmosphäre gelegt. In seinen starken Momenten kommt das Album in die Nähe von Kaipa und Inget Nytt Under Solen, in seinen schwachen ist es dann aber auch recht durchschnittlich. Insgesamt hört es sich "stoltiger" an, als die von Lundin geprägten Werke davor.

Unter dem Strich ist Solo ein Album, das durchaus Spass macht und dass man als Kaipa- oder Stolt-Aficionado sicher haben darf.

Nachtrag Februar 2016:

Im Mai 2015 feierte KAIPA sein 40-jähriges Bestehen mit der Veröffentlichung der remasterten Alben Kaipa und Inget Nytt Under Solen. Nun folgten zum Jahreswechsel die übrigen drei Alben der ersten Inkarnation der Band, die zwischen 1975 und 1982 fünf Alben einspielte und über 500 Konzerte, vornehmlich in Schweden, gab.

KAIPA waren ohne Zweifel eines der Aushängeschilder des schwedischen Prog der klassischen Ära Mitte der 70er Jahre. So richtig auf dem Radar vieler Hörer, so auch bei mir, erschien die Band aber erst, als sich Roine Stolt in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts mit seiner Band The Flower Kings und später als Mitglied von Transatlantic anschickte, die Retro-Prog Szene wesentlich mitzuprägen.

Die aktuelle von Tempus Fugit wiederveröffentlichte Remaster-CD von "Solo" wurde, wie auch die ersten beiden Platten der Band, im Juni und Juli 2015 von Martin Igelström in Uppsala remastert. Klanglich wurden die bereits gut klingenden Remixe von Janne Hansson, Tomas Eriksson und Roine Stolt, die von 1992 und 1994 datieren, nochmals ein wenig verbessert. Die Aufnahme springt einen mehr an als die Version in The Decca Years 1975 - 1978, die tiefen Register sind etwas präsenter, es kommen mehr Details zum Vorschein.

Endlich gibt es die drei "klassischen" KAIPA-Alben in zeitgemässem Klanggewand.

Anspieltipp(s): Total Förvirring
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.2.2016
Letzte Änderung: 29.2.2016
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kaipa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Kaipa 11.67 3
1976 Inget Nytt Under Solen 11.75 4
1980 Händer 8.00 1
1982 Nattdjurstid - 1
2002 Notes from the Past 7.60 5
2003 Keyholder 7.11 9
2005 Mindrevolutions 6.50 4
2005 The Decca Years 1975 - 1978 13.00 2
2007 Angling Feelings 7.00 4
2010 In the Wake of Evolution 9.25 4
2012 Vittjar 10.00 1
2014 Sattyg 10.50 4
2017 Children Of The Sounds 10.50 2

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