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Univers Zero

Relaps - Archives 1984 - 1986

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; live; Moderne Electronica; Moderne Klassik; RIO / Avant; Zeuhl
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 11.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Daniel Denis drums
Dirk Descheemaeker clarinet, bass clarinet, soprano saxophone
Christian Genet bass
André Mergenthaler cello, alto saxophone (1984)
Jean-Luc Plouvier keyboards
Michel Delory guitar (1985/86)
Patrick Hanappier violin, viola (1985/86)
Andy Kirk keyboards (1985/86)

Tracklist

Disc 1
1. L'Etrange Mixture Du Docteur Schwartz   (1984) 4:04
2. Présage   (1984) 10:08
3. Parade   (1984) 8:15
4. Ligne Claire (Extract)   (1984) 3:57
5. Emanations   (1986) 12:34
6. Heatwave   (1985) 8:47
7. The Funeral Plain   (1985) 18:10
8. L'Etrange Mixture Du Docteur Schwartz (free-style version)   (1985) 4:46
Gesamtlaufzeit70:41


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


Auf dem Album steht "2009", aber Univers-Zero-Fans konnten sich selbst ein Weihnachtsgeschenk machen, wenn sie schnell bestellt haben. Das Album wurde offensichtlich etwas früher ausgeliefert und Cuneiform scheint besondere Beziehungen zur Post zu haben, so schnell wie deren Packerl immer in Europa landen.

Um das lange Warten auf ein neues Studiowerk etwas zu verkürzen - "Implosion" liegt nun schon vier Jahre zurück (aber immerhin ist für 2009 ein neues Werk angekündigt) - hat Daniel Denis in den Archiven gekramt und Liveaufnahmen aus den Jahren 1984, 1985 und 1986 ans Tageslicht befördert. "Relaps" präsentiert uns die Univers Zero-Besetzungen der Alben "Uzed" und "Heatwave" live in concert in Belgien und in Deutschland. Dabei teilt uns das ausführliche Booklet mit, dass diese UZ-Inkarnationen nicht gerade sehr aktiv waren: Gerade mal sechs beziehungsweise drei Konzerte haben die jeweiligen Formationen gegeben. Allerdings ist die Band ja heutzutage auch nicht wirklich aktiver. Außerdem kann man im Booklet über die Schwierigkeiten von Nicht-Mainstream-Bands beim Aufnehmen von Alben, beim Finden von Labels usw. lesen. Wie dadurch Verzögerungen und Unsicherheit entstehen, wie dadurch Musikerwechsel provoziert werden, die wiederum zu Verzögerungen und Unsicherheit führen. Offensichtlich kein leichtes Leben am Rande der musikalischen Gesellschaft. Wir erfahren aber auch, wie eine der schrecklichsten Erfindungen der 80er-Jahre - der DX7-Synthesizer - Plouvier und Kirk neue Klangwelten eröffnet. Von daher bietet also schon das Booklet interessante Einblicke für Fans.

Die Musik dürfte UZ-Fans natürlich nicht überraschen, aber umso mehr erfreuen: Zwei der besten Univers Zero-Besetzungen überhaupt geben sich auch live keine Blöße. Spielfreudig rocken sie den komplexen Kammerprog herunter. Die Versionen unterscheiden sich nach meinem Eindruck nur minimal von den jeweiligen Studiovarianten, aber das war wahrscheinlich bei einer derart disziplinierten Band nicht anders zu erwarten. Am ehesten ist es die 85/86er Inkarnation, deren Bühnensound sich vom Studio unterscheidet. Live ist Univers Zero hier bei weitem nicht so keyboardlastig wie auf "Heatwave", dem Album, auch wenn natürlich allerlei Hintergrundgeräusche von den Tasten der Band einen elektronischeren Stempel aufdrücken. Roher, aber auch verspielter, dröhnen die Songs "Heatwave" und vor allem "The Funeral Plain", der Albumhöhepunkt schlechthin, aus den Boxen. Gitarrist Delory und Violinist Hanappier haben mehr Raum, Genets Bass bricht immer mal wieder aggressiv durch. Interessant auch "Emanations" von der 'anderen' Formation zu hören... Mergenthalers Cello wird durch Hanappiers wilde Violine abgelöst und Delory setzt ganz eigene Akzente. Auch die beiden "L'Etrange Mixture Du Docteur Schwartz"-Versionen unterscheiden sich grundlegend, düster und melancholisch die erste, irgendwie glitzernd, nahezu elektronisch die zweite. Über Denis variantenreiches, elegantes Schlagzeugspiel muss man ja nicht mehr viele Worte verlieren.

Die 84er UZ-Band wird, wie auch im Studio, von Mergenthalers wüster Celloarbeit beherrscht. "Présage" ist live wie im Studio eines der herausragendsten Werke. "Parade" entwickelt eine ganz eigene Dynamik. In jedem Fall ist es beeindruckend wie Univers Zero ihre komplexen Klanggeflechte aufbauen, wie die Spannung ins unerträgliche gesteigert wird und sich dann in kleinen musikalischen Explosionen entlädt.

Der Klang der Aufnahmen ist geradezu atemberaubend transparent und klar. Schon erstaunlich wie quasi so nebenbei (ich gehe mal davon aus, dass seinerzeit kein Livealbum intendiert war) entstehen konnten. Wie üblich scheint die Anzahl der Konzertbesucher überschaubar gewesen zu sein, so leidet etwas das 'Livefeeling', weil die Zuschauer nur sparsam mit Beifall am Ende der Tracks zu hören sind.

Eine gelungene Ausgrabung aus den Archiven ist "Relaps" geworden, zuerst natürlich für UZ-Fans, die hier einen weiteren tiefen Einblick in das Schaffen ihrer Lieblinge bekommen. Aber auch Einsteiger können sich hier mit der eigenen Klangwelt der Belgier vertraut machen und sich infizieren lassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.12.2008
Letzte Änderung: 22.8.2013
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Ich gebe zu, im Vorfeld war ich etwas enttäuscht, dass es sich hier nicht um eine neue Studio-CD, sondern "nur" um Archivaufnahmen handelt. Aber schon die ersten paar Minuten dieser unglaublichen musikalischen Energie reichen, um alle eventuellen Zweifel beiseite zu räumen. In bester Klangqualität zeigt die Band wieder einmal, dass auch in den dunklen 80er Jahren hochwertiger, komplexer Progressive Rock entstehen konnte. Satte 70 Minuten bewegt sich das belgische Kammerrock-Ensemble durch bizarre, manchmal geradezu morbide RIO-Klangwelten aus Streich- und Holzblasinstrumenten, mit dem von wilden Cello-Eskapaden dominierten Présage - schon Jahre vor Apocalyptica haben Univers Zero gezeigt, dass das Cello rocken kann - und dem hypnotischen, düsteren The Funeral Plain als Höhepunkte. Grandiose Scheibe!

Wer Univers Zero selbst live erleben möchte, hat am 17. März 2009 im Würzburger Café Cairo die Gelegenheit.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.2.2009
Letzte Änderung: 8.2.2009
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 4)


Da ist es also, das langerwartete Live-Album von Univers Zero mit Konzertaufnahmen aus den 80er Jahren. Angeblich bearbeitet Steve Feigenbaum (und nicht nur er) von Cuneiform Records Daniel Denis (und auch Guy Segers) seit Jahren mit der Bitte doch das Archiv zu öffnen und ein Livealbum zusammenzustellen. Doch Denis ist offenbar Perfektionist und möchte nichts auf die schräge Klänge konsumierende Musikhörerschaft loslassen, was nicht zu hundert Prozent seinen Vorstellungen entspricht. Liveaufnahmen mit zudem nicht absolut perfektem Klang haben es da natürlich besonders schwer.

Zwei Livestücke konnte Feigenbaum Denis allerdings abringen, um das sonst recht kurze, im Jahre 2001 erschienen CD-Reissue der "Crawling Wind"-EP aufzurüsten. Dann dauerte es noch mal einige Jahre, bis Denis wieder seine Schatztruhe öffnete. Nicht nur, dass das 2008er CD-Re-Reissue des Debütalbums der Belgier mit einem langen Livemitschnitt bereichert wurde, nein, nun liegt mit "Relaps" endlich ein eigenes Album mit historischen Konzertmitschnitten von Univers Zero vor.

Am 31. März spielte die "Uzed"-Besetzung in Hannover. Drei Stücke dieses Konzerts gibt es zu hören. Auch die Liveversion von "Triomphe des Mouches" von der eben erwähnten "Crawling Wind"-CD stammt von jenem Konzert. Der Klang ist sehr gut, von etwas Rauschen und leichten Tonschwankungen abgesehen. Mit "Ligne Claire", mitgeschnitten im Februar 1984 (die älteste Nummer der Sammlung), gibt es dann eine Komposition zu hören, die es nie auf ein Studioalbum der Band geschafft hat. Das Stück ist allerdings Fragment, da der pingelige Denis die zweite Hälfte ausgeblendet hat, da nicht auskomponiert und zu ziellos (wie er im Beiheft schreibt). So wird "Ligne Claire (Excerpt)" einfach in "Emanations" übergeblendet, eingespielt auf dem Frankfurter Jazzfestival im Februar 1986, diesmal von der letzten 80er-Jahre-Besetzung der Band. Der Klang ist - bis auf leichtes Rauschen - exzellent.

Den Rest des Albums nehmen dann drei Stücke eines Konzerts ein, welches im Oktober 1985 in Seraing in Belgien stattfand. Hier geben Univers Zero die beiden Kirk-Kompositionen von "Heatwave" zum Besten und schließlich noch eine ziemlich freiformatige Version von "L'Etrange Mixture Du Docteur Schwarz" (ursprünglich von "Uzed"). Auch hier ist der Sound ausgesprochen gut, klar und ausgewogen.

Live bieten Univers Zero ihre Kompositionen ähnlich perfekt dar, wie im Studio. Denis sollte mit dem hier Gebotenen eigentlich sehr zufrieden sein. Etwas rauer, eine Spur rotziger kommt das Ganze aus den Boxen. Wer die Musik der Belgier schätzt, sollte begeistert sein, bekommt er hier doch beeindruckende Liveversionen der wohl besten Nummern der letzten beiden Studioalben der Band aus den 80ern geboten.

Kritikpunkte? Na ja, ich hätte schon gern einmal ein komplettes Konzert von Univers Zero gehört, insbesondere die vollständigen Darbietungen aus Hannover und Seraing. Univers Zero hatten damals nämlich auch einige ältere Nummern im Gepäck, "Combat", "Dense", "Toujours plus à l'est" z.B. und sogar eine runderneuerte Version von "Jack the Ripper" (vom Album "Heresie"). Ein wenig zusammengeschustert wirkt "Relaps" schon, insbesondere dann, wenn man weiß, dass die vollständigen Bänder der Konzerte existieren. Na ja, man kann nicht alles haben, insbesondere nicht von Daniel Denis. Bleibt zu hoffen, dass es auch von den früheren Besetzungen von Univers Zero einmal ein ähnliches Livedokument geben wird (so in 8 Jahren vermutlich)!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.2.2009
Letzte Änderung: 30.9.2010
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 4 von 4)


Ich mag Univers Zero in ihrer Anfangszeit am liebsten, als noch sie "wirklich böse", kalt und abweisend sein wollten. Die in den Konzertaufnahmen von 1984 enthaltenen jazzig-folkloristischen Akzente sagen mir daher weniger zu, zumal darunter die Originalität von Univers Zero zu leiden hat. In dem Ausschnitt von "Ligne Claire" können Univers Zero stellenweise leicht mit Soft Machine verwechselt werden. Ausserdem ist mittelmäßige Klangqualität zu beklagen.

Mit "Emanations" - einem Konzertfragment von 1986 - wird es nicht nur klanglich etwas besser für mich. Ich begrüsse auch den verstärkten Einfluss vom finsteren Kammerrock.

Darauf folgen 27 Minuten von 1985 in ziemlich gutem Soundgewand, bis sich der Sound in "L'etrange mixture du docteur Schwartz (Free-Style version)" wieder verschlechtert. "Heatwave" bietet aber zunächst die meisterhafte Synthese von Aggression, Jazz und Kammerrock. In dem fast wirklich bösen "The Funeral Plain" verschmelzen die elektronischen und die symphonischen Komponenten mit dem Horrorgeist des Progressive Rock a la King Crimson meets Henry Cow (man beachte das Gitarrensolo von Mr. Delory!).

Trotz einiger denkbarer Schwachpunkte dürfen Daniel Denis & Co sehr zufrieden sein, "Relaps" veröffentlicht zu haben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.3.2009
Letzte Änderung: 19.3.2009
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Univers Zero

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1977 Univers Zero (1313) 13.00 2
1979 Heresie 12.00 2
1981 Ceux Du Dehors 12.00 3
1984 Uzed 13.00 1
1986 Heatwave 11.50 2
1999 The Hard Quest 10.00 2
2001 Crawling Wind 10.00 1
2002 rhythmix 12.00 1
2004 Implosion 10.50 2
2006 Live 12.50 4
2010 Clivages 12.00 2
2014 Phosphorescent Dreams 12.00 1

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