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versus X

Disturbance

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Arne Schäfer guitar, vocals
Ekkehard Nahm keyboards
Stephan Dilley bass
Stefan Maywald drums

Tracklist

Disc 1
1. Curtain Call 17.38
2. In Silent Age 16.47
3. The Mirror Of Division 22.30
Gesamtlaufzeit56:55


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 3)


Ende 1995 kam mit Stephan Dilley der erste Bassist in die Band. Mit ihm wurde 1997 das Album "Disturbance" veröffentlicht. Die Kompositionen stammen aber auch weiterhin alle aus der Feder von Schäfer/Nahm.

Gab man sich auf dem Debut noch mit relativ kurzen Stücken ab, so dauert jetzt das kürzeste (!) knapp 17 Minuten. Dadurch wurde es möglich, die Komplexität um ein Vielfaches zu steigern.

Der erste Song "Curtain Call" handelt von "einer Künstlerin, die versucht aus der desillusionierenden realen Welt in ihre Kunst zu entfliehen, die ihr das Selbstvertrauen zum Überleben gibt, während sie davon träumt, ihre Kunst unter besseren Umständen realisieren zu können. Im zweiten Teil wird sie mit der harten ökonomischen Realität konfrontiert, welche die Vermarktung ihrer Kunst bestimmt, obwohl sie niemals ein Qualitätskriterium zur Beurteilung der Kunst selbst sein kann." (von der Band-Homepage www.versus-x.de). Das trifft so in etwa auch auf manche Prog-Band zu, die für einen guten Plattenvertrag ihre Ideale verkauft (um es ein bißchen hochzustilisieren und ohne Namen zu nennen). Dazu gehören "versus X" allerdings in keinster Weise.

Dieser erste Mammut-Song beginnt relativ aggressiv mit E-Gitarre und Hammond-Orgel, mündet aber bald in eine traumhafte Gesangslinie, die nur von Klavier begleitet wird. Dieser Teil wird dann von der kompletten Band instrumental weiter ausgearbeitet und von Arnes Gesang beendet. In der zweiten, instrumentalen Hälfte des Songs können sich alle an ihren Instrumenten nach Herzenslust austoben.

Der zweite Song "In Silent Age" stellt eine Parabel auf die Reizüberflutung dar, der wir durch die Medien heutzutage ausgesetzt sind. Der Song beginnt als straighter Rocker, entwickelt sich in eine Sound-Collage, bevor das grandiose Finale alles auflöst.

In "The Mirror Of Division" schließlich kommt der Wissenschaftler im Texter Arne Schäfer durch. Er beschreibt die Unvollkommenheit des menschlichen Geistes, sich die mikro- und makroskopische Welt, die durch die Heisenbergsche Unschärferelation bzw. durch Einsteins Relativitätstheorie beschrieben/begrenzt werden, vorzustellen. (Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig das ist!) Aber vielleicht ist es diese Unvollkommenheit, welche die Geheimnisse und Mysterien der Dinge bewahrt und damit die treibende Kraft für den menschlichen Drang nach Erkenntnis darstellt.

Verpackt ist das alles in krumme Rhythmen (schließlich ist ja auch der Raum gekrümmt). Der Anfang ist sogar so krumm, daß ich mich frage, wie Ekkehard Nahm dieses Klavier-Ostinato nur durchhält. Aber er schafft es, das durfte ich sogar einmal live bewundern (übrigens sei der Besuch eines "versus X"-Konzertes jedem wärmstens ans Herz gelegt - da kommt die geballte Power dieser Ausnahme-Band erst richtig rüber!).

"disturbance" zeigt "versus X" auf der Höhe ihrer Schaffenskraft. Ein wahrhaft bombastisches Werk einer superben Band, welche hierzulande, wie ich meine, noch nicht die Anerkennung erfahren hat, die sie verdient.

Anspieltipp(s): Curtain Call
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2002
Letzte Änderung: 15.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


Nach dem musikalisch schon vielversprechenden, soundtechnisch jedoch äusserst amateurhaften Debüt begannen Versus X Ende 1994 mit den Aufnahmen zu ihrem zweiten Album "Disturbance", welches schließlich 1997 von Musea veröffentlicht wurde. Angesichts dieser sehr langen Produktionsphase wird schon offensichtlich, dass man dieses Mal großen Wert auf eine professionelle Produktion gelegt hat. Schon der erste Hördurchgang lässt erkennen, dass sich die Band dieses mal klangtechnisch auf einem hohen Niveau präsentiert. Der Sound auf "Disturbance" ist sehr transparent und keinesfalls mehr amateurhaft.

Auch von der kompositorischen Seite her markiert das zweite Album von Versus X eine gewaltige Steigerung. Zu allererst fällt auf, dass auf der CD nur ganze drei Titel enthalten sind, wobei die Spielzeit bei 57:40 Minuten liegt. Somit höre ich schon jetzt die Herzen der sogenannten Longtrack-Fetischisten, von denen es ja im Prog-Bereich relativ viele gibt, höher schlagen. Die Länge der Titel garantiert jedoch nicht immer, dass es sich jetzt auch um ein gutes Album handelt. Diese vollkommen berechtigten Zweifel sind im Fall von Versus X aber unbegründet.

Trotz der Länge der Titel wirkt "Disturbance" überaus homogen und keiner der Songs bietet das oft berüchtigte Stückwerk wie bei vielen anderen Veröffentlichungen. Nein, schon der Opener "Curtain Call" beweist, dass man intelligent arrangierten Progressive Rock mit einem Hang zu einer epischen Breite geboten bekommt. Alles ist perfekt strukturiert und keinesfalls unnötig in die Länge gezogen. Den Stil der Band kann man als sehr komplex bezeichnen, was jedoch keinesfalls bedeutet, dass jetzt gänzlich auf melodische Elemente verzichtet werden muss. Auch die beiden nachfolgenden Longtracks "In Silent Age" und "The Mirror Of Division" sind von hoher Qualität. Hier passt wirklich alles zusammen und nichts wirkt irgendwie "zusammengeschustert". "In Silent Age" zeigt die Band von ihrer dynamischeren Seite. Der bedrohlich Sound lässt auch gewisse Erinnerungen an Van der Graaf Generator wach werden. Nach einem kraftvollen Abschnitt setzt aber wiederum das unvergleichlich perlende Klavierspiel ein und leitet immer wieder einen getragenen Part ein. Kaum eine andere Band versteht es derart perfekt, verschiedene Stimmungswechsel in ihrer Musik zu verarbeiten. Dabei wissen die vielschichtigen Arrangements den Hörer zu fesseln.

Versus X stehen in der Tradition der besten Bands aus der Glanzzeit des Progressive Rocks in den 70er Jahren. Dabei ist jedoch zu begrüßen, dass die Musik stilistisch dennoch sehr eigenständig ist und zu keiner Zeit eines der großen Idole kopiert wird. Die Band hat vielmehr das Kunststück geschafft, den Geist der 70er Jahre gleichsam in die Gegenwart zu transferieren, ohne dabei wie eine der vielen Retro-Bands zu klingen. Somit ist es fast unmöglich bezüglich des akribisch ausgefeilten Progressive Rock eine musikalisch vergleichbare Band zu nennen.

Erinnerung an die 70er Jahre werden besonders, während der gelegentlichen Ausflüge des hervorragenden Keyboarders Ekkehard Nahm auf dem Mini-Moog wach. Dabei verfällt man aber keinesfalls in hohlen Bombast, sondern versteht es, zum richtigen Zeitpunkt einen Gang zurückzuschalten. In den getragenen Parts harmonieren perlendes Klavierspiel und die majestätische Gitarre von Arne Schäfer perfekt miteinander.

Nach diesen Worten des Lobes sei aber auch noch der Gesang des Gitarristen Arne Schäfer erwähnt. Obwohl er sich gesanglich nach dem Debüt zweifellos gesteigert hat, ist seine Stimme weiterhin Geschmacksache und einige Leute dürften schon ihre Probleme mit seinem Gesang haben, den sein stimmliches Volumen ist doch eher bescheiden. Meist hält er sich aber im Hintergrund. Leider verfällt er aber stellenweise in einen doch allzu emotionalen Gesangsstil, dem seine Stimme nicht gewachsen ist.

Trotz dieses kleinen gesanglichen Mankos kann für "Disturbance" eine uneingeschränkte Empfehlung ausgesprochen werden. Still und heimlich haben sich Versus X zu einer der besten deutschen Prog-Bands entwickelt, die auch schon international auf sich aufmerksam machen konnte.

Anspieltipp(s): Curtain Call
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.6.2002
Letzte Änderung: 15.7.2003
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 3)


Das zweite Versus X Album fällt auf durch seine Sparsamkeit - ;) nur drei Songs auf dem Album. Das ist nicht viel. Andere Bands schaffen mit drei Songs 15 Minuten Spielzeit, Versus X treiben es auf knapp 60 Minuten. Das lässt einiges erwarten und man kann wohl auch nicht mehr von Sparsamkeit reden.

So viele Ideen wie Disturbance mit sich bringt, lässt das Herz eines Jeden höherschlagen, der anspruchsvolle Musik im Detail liebt und sich gerne Zeit für das Anhören nimmt. Damit dürfte klar sein, was euch erwartet. Verspielte, komplexe Arrangements, gepaart mit einem eigenen unverwechselbaren Sound und Stil. Das Versus X Debüt wies 1994 den Weg, hier wird dieser Weg konsequent weitergegangen.

Ein Schwerpunkt der Songs liegt eindeutig auf den tollen Keyboard- und Pianopassagen von Eckehard Nahm, welcher auch in kompositorischer Hinsicht gemeinsam mit Arne Schäfer (Gitarre und Gesang) für alle Songs mitverantwortlich ist. Lauscht man dem Album in Ruhe, so fragt man sich schon, wieviele Hände der gute Ecki eigentlich hat. Gitarre und Gesang ergänzen diese Songstruktur wechselseitig. Während der sehr angenehmen Gesangspassagen ist das Gitarrenspiel häufig auf ein Minimum reduziert, sobald sich aber Instrumentalpassagen ankündigen geht Arne mit seinem Instrument in die Offensive und liefert sich messerscharfe Duelle mit seinem Kollegen am Keyboard.

Schlagzeug und Bass liefern mit ihrem technisch sehr versierten Spiel eine tolle Hintergrundkulisse zu den tollen Melodien des Duetts Schäfer/Nahm. Auch soundtechnisch kann niemand meckern. Klar und sauber abgemischt präsentiert sich das Album.

Auf einzelne Songs einzugehen erspare ich mir an dieser Stelle. Vergleiche zu anderen Bands lassen sich auch nicht ziehen (ok, frühe Genesis lassen sich schon ausmachen ;-) ). Trotz der Länge der Songs verliert man nie den Faden. Den Zugang zu der Musik empfinde ich sogar als durchaus einfach. Ich denke, das liegt an der Leichtigkeit der Songs - man hat einfach an keinem Punkt das Gefühl, hier passe etwas nicht zusammen! Deshalb auch eine hohe Wertung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.7.2004
Letzte Änderung: 5.7.2004
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von versus X

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 versus X 9.00 2
2000 The Turbulent Zone 11.50 2
2002 Live at the Spirit 11.00 3
2008 Primordial Ocean 11.75 4
2010 Live at Maximal (DVD) 11.00 1

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