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versus X

The Turbulent Zone

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Arne Schäfer vocals, electric and acoustic guitars
Ekkehard Nahm piano, organ, synthesizers and bass pedals
Jörg Fischer bass guitars
Uwe Völlmar drums and percussion

Tracklist

Disc 1
1. Cutting The Veil

1. Changing Conditions
2. Laying Bare The Nerve
3. On Fertile Ground
4. The Gentle Coat Of Night
5. In Distant Niches

21.50
2. Between The Phases Of The Night 6.36
3. Strange Attractor 13.28
4. The Hostile Sea 15.26
Gesamtlaufzeit57:20


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 2)


Kurz nach der Veröffentlichung von "disturbance" mußte der Bassist Stephan Dilley die Band aus beruflichen Gründen verlassen. Der neuangeworbene Bassist Mike Guterra verließ die Band aber nach einem Jahr wieder aufgrund musikalischer Differenzen. Im Frühsommer 1998 stieß ein neuer Drummer, Uwe Völlmar, zur Band. Erst im Herbst 1999 war das Quartett durch Hinzunahme von Bassist Jörg Fischer wieder vollständig. Dieser kann auch Gitarre Spielen und Singen, was er auf vorliegender CD aber noch nicht unter Beweis stellen konnte, da die Produktion zum Zeitpunkt seines Eintritts bereits in vollem Gang war.

Der erste Song, "Cutting The Veil", handelt von der Entfremdung des Einzelnen von der ihn umgebenden Gesellschaft, aufgrund der durch die Medien propagierten Individualisierung. (Anm. d. Autors: Angeblich kann man ja heutzutage ohne Handy nirgends mehr mitsprechen; aber hat schon mal jemand im Bus die Leute gesehen, die sich über ein 12 cm² großes Display beugen und versuchen, mit ihren Wurstfingern irgendeine sinnentleerte SMS einzuhacken?)

Die restlichen drei Stücke bilden eine konzeptionelle Einheit. Es geht im weitesten Sinne um Gedankenansätze aus der Chaostheorie. "Between The Phases Of The Night" handelt von der Faszination fraktaler Welten. In "Strange Attractor" wird das Eintauchen in fraktale Welten mit ihrer Farbenpracht und Komplexität beschrieben, in der ein Abändern der Startparameter die komplette evolutionäre Entwicklung des Systems verändern kann. "The Hostile Sea" behandelt das Eingreifen des Menschen in eine potentiell lebensfeindliche Welt. Dadurch hinterläßt er Spuren in der evolutionären Historie und somit auch in allen kommenden Generationen. Sein Eingreifen läßt sich also mit einer Änderung der Startparameter vergleichen (s.o.). Wir leben quasi in einer chaotischen Welt.

Musikalisch ist alles beim Alten geblieben: komplexe Songs, die trotzdem eingänglich sind, krumme Rhythmen, fantastisches Klavier/Gitarre- Wechselspiel und im Vergleich zum Vorgänger ist noch jede Menge Bombast dazu gekommen, insbesondere beim ersten Stück.

Noch kurz eine Bemerkung zu Arne Schäfers Stimme, die bisweilen schon ein Stein des Anstosses gewesen sein soll: ich finde sie absolut nicht unpassend oder gar unangenehm. Vielleicht hängt dies aber auch damit zusammen, daß er in der Tradition eines Peter Hammill singt und die Gesangslinien erst einmal etwas ungewohnt daherkommen. Davon abgesehen ist "versus X" eigentlich eine Band, die mehr Wert auf die Instrumentalteile legt.

MP3s zum Reinschnuppern gibt es übrigens auf der Homepage der Band: www.versus-x.de.

Kurios: ich erstand die CD bei einem Live-Auftritt der Band (kann ich nur jedem Empfehlen!) bei Herrn Nahm persönlich. Die Originalausgabe enthielt ein Cover mit Fehldruck (da hieß die Platte plötzlich "the turbulent"), zu dem es die korrigierte Fassung gratis dazu gab. Wer weiß, hätte ich mir damals ein Autogramm geben lassen, wäre dieses Cover in zig Jahren einmal viele, viele Euro wert...

Anspieltipp(s): Cutting The Veil
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2002
Letzte Änderung: 15.5.2002
Wertung: 12/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Mit ihrem dritten Album zeigen die vier Herren von Versus X wo der Hammer hängt. Wer die beiden Vorgängeralben kennt, der sollte wissen, dass ihn hier schwere Kost erwartet, dass dabei aber ein zentnerschwerer Brocken auf einen zukommt, konnte niemand erwarten...

Kritiker haben ja immer was zu meckern und so würde ich die Komplexität des Albums irgendwo zwischen "viel zu viel" oder gar "Wahnsinn" einordnen. Dieses Album bewegt sich jetzt seit ca. zwei Monaten immer wieder in meinem CD-Player. Trotzdem wage ich nur annähernd, diese Review zu verfassen. Längst habe ich nicht alle Tiefen dieses Werkes ergründet. Macht euch auf einen schweren Brocken Musik gefasst.

Das Duo Arne Schäfer und Ekkehard Nahm hat sich drei Jahre Zeit genommen, "The Turbulent Zone" zu verfassen. Zwischenzeitlich hat man dann endlich auch neue Mitstreiter an Bass und Schlagzeug in Person von Jörg Fischer und Uwe Völlmar gefunden. Bei einigen der letzten Gigs wurde dann schonmal neues Material vorgestellt und man konnte sich da schon ein Bild machen, was einen erwartet.

Mit "Cutting The Veil" eröffnet gleich ein 22 Minüter den Reigen der Klänge. Hier wird auf höchstem Niveau ein mehr als nur komplexes Klanggebilde errichtet. Das Eigenartige bei Versus X ist immer wieder, dass sie es schaffen, Linie in ihren Songs zu bewahren. Anstatt den Faden zu verlieren oder gar verschiedene Themen aneinanderzureihen (wie ich das manchmal bei den Flower Kings nicht mag), haben die Songs alle ein Grundthema, welches immer wieder präsent ist. So ist es auch bei "Cutting The Veil", das mit viel Bombast beginnt und in einem Atemzug mit Werken wie Genesis' "Supper's Ready" genannt werden darf. Die Stimme von Arne ist für manche Leute immer wieder ein Kritikpunkt. Entweder scheint man sie zu mögen oder eben nicht. Ich mag sie, ob der angenehmen Wärme, die er den Songs damit verleiht. Wobei auch ich meine, dass er diesmal bei einigen Höhen sein Spektrum bis aufs Äußerste ausreizt. Das anschließende "Between The Phases Of The Night" ist dann wohl als Ballade zu bezeichnen. Die herrlichen Pianolinien und dazu eine fast schon griechisch angehauchte Akkusikgitarre erzeugen Gänsehaut. "Strange Attractor" ist dann mit für Versus X Verhältnisse recht harten Gitarren gespickt und kann durch viel Bombast und absolut abgedrehte Instrumentalpassagen Akzente setzen. Abschließend gibt es mit "The Hostile Sea" noch das Highlight dieses Albums. Zwar ist es ein typischer Versus X Song, es hat den anderen Stücken jedoch eines voraus. Es kann sowas wie Leichtigkeit vermitteln, so wie auf dem Vorgängeralbum eben "Curtain Call" dies konnte.

Somit kann mit "The Turbulent Zone" wieder einmal eine deutsche Band beweisen, dass ihre Musik Faszination ausstrahlt. Wer Versus X schon live gesehen hat, der weiß, wovon ich rede. Das Album ist ein ganz schweres Stück Musik. Wer sich die Mühe macht, in die Sphären der Musik einzudringen, der wird durch tolle Arrangements, geschickte Instrumentierungen und viel Tiefgang belohnt. Hier spielt sich alles auf höchstem Niveau ab. Dies kann man auch als einzigen Kritikpunkt nennen: Es dauert sehr lange, bis man den Einstieg in diese Komplexität bekommt. Da wird sich sicher der ein oder andere die Zähne dran ausbeißen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.7.2004
Letzte Änderung: 7.7.2004
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von versus X

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 versus X 9.00 2
1997 Disturbance 12.00 3
2002 Live at the Spirit 11.00 3
2008 Primordial Ocean 11.75 4
2010 Live at Maximal (DVD) 11.00 1

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