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Tim Berne

Sanctified Dreams

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1987
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant
Label: Columbia
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mark Dresser Bass
Hank Roberts Cello, Vocals
Tim Berne Saxophone
Joey Baron Drums, Percussion
Herb Robertson Trumpet, Trumpet [Pocket], Flugelhorn, Cornet

Tracklist

Disc 1
1. Velcho Man (For Stefan Zeniuk) 9:00
2. Hip Doctor (For Al) 3:25
3. Elastic Lad 11:49
4. Sanctified Dreams 7:39
5. Blue Alpha (For Alpha) 8:00
6. Mag's Groove 12:43
7. Terre Haute 7:40
Gesamtlaufzeit60:16


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Mit "Velcho Man" kommt Tim Bernes 1987er Album "Sanctified Dreams" zunächst ganz wie ein Jazzalbum daher, dominiert von den Bläsern fast schon traditioneller Freejazz - doch weit gefehlt!

Das Album trickst den Hörer aus. Nicht lange und Hank Roberts' Cello erzeugt zusammen mit den anderen Instrumenten flüchtig an Univers Zero gemahnende, sehr avantgardistische Klänge, die eher an die sich vom klassischen Prog wegentwickelnden Experimente der späten 70er-Jahre erinnern als an klassischen Jazz. Der findet zwar hin und wieder seinen Weg zurück auf das Album (etwa mit den swingenden ersten paar Sekunden "Blue Alpha"), aber immer wieder schlägt das Album um in Geräuschorgien oder schräge Klangteppiche, über denen dann Tim Berne seine wilden, undisziplinierten Soli ausstreut. Auch Joe Baron, der mich stellenweise an Christian Vander erinnert, vor allem dann, wenn er das Schlagzeug sehr kopflastig spielt, trägt zu dem unjazzigen Habitus des Albums bei. Dann wieder hört man die Sticks auf den Rahmen der Snare klappern, dazu gezupften Bass und gedämpfte Trompete, die einen daran erinnern, dass Berne aus dem Jazz kommt, schnell wird dies aber mit Souleinflüssen oder schrägem, hohem Gesang konterkariert. Manchmal blitzen sogar Klassikeinflüsse auf, wenn etwa das Cello zu langen Monologen ausholt, die werden aber schnell verzerrt zu einer Art überdrehtem Jerry-Goodman-Ausbruch.

Beeindruckend ist dabei, wie sehr Berne es schafft, diese heterogenen Einflüsse zu einem einheitlichen Stil zu verschmelzen. Dieses Album hat einen ganz eigenen Charakter und wirkt ganz und gar nicht zusammengestückelt.

Am ehesten zu empfehlen ist diese Scheibe wohl Freunden von Weather Report, David Torn oder Bruford Levin Upper Extremities, wenn auch die Avantgarde-Klänge hier deutlich im Vordergrund stehen. Aber es gibt hin und wieder einige (soweit das bei dieser Instumentierung geht) rockige Passagen und Be-Bop-Reminiszenzen, die den Genuss des Albums etwas - hm - erleichtern.

Anspieltipp(s): Mag's Groove
Vergleichbar mit: den Genannten
Veröffentlicht am: 20.1.2009
Letzte Änderung: 20.1.2009
Wertung: 9/15

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