SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
2.9.2010
Atrox - Terrestrials
It Bites - The Big Lad In The Windmill
Deformica - Paramo
1.9.2010
Collapse Under The Empire - The Sirens Sound
Demians - Mute
30.8.2010
Frogg Café - Bateless Edge
Kevin Hufnagel - Songs for the Disappeared
Emerson, Lake & Palmer - High Voltage
29.8.2010
OHO - Bricolage (CD+DVD)
Anubis - 230503
28.8.2010
Lye By Mistake - Fea Jur
OHO - Okinawa
The Inner Space - Agilok & Blubbo
27.8.2010
Klaus Schulze - La Vie Electronique 8
Lye By Mistake - Arrangements For Fulminating Vective Details
My Brother The Wind - Twilight In The Crystal Cabinet
CANO - Eclipse
26.8.2010
Weather Report - Night Passage
ARCHIV
STATISTIK
16768 Rezensionen zu 10702 Alben von 4015 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Saris

Curse Of Time

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: HardRock; Melodic Rock / AOR; Neoprog
Label: Duck Dive Music
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Derk Akkermann Guitars, Keyboards
Achim Schmidt Drums, Keyboards
Thomas "Hacky" Hackmann Lead Vocals, Backing Vocals
Lutz Guenther Bass
Anja Guenther Lead Vocals, Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. The Curse 6:54
2. Falling Leafs 5:05
3. Victims Of The Night 7:26
4. Kingdom Of Shadows 4:54
5. Miracles 17:09
6. A Winter's Tale 3:49
7. Waiting 4 6:04
8. Behind The Times   (Instrumental) 7:27
Gesamtlaufzeit58:48


Rezensionen


Von: Wolfram Ehrhardt @ (Rezension 1 von 3)


Die aus Bochum stammenden progressiven Hardrocker SARIS lassen nach gut 16 Jahren Veröffentlichungsflaute wieder ein Lebenszeichen von sich hören. Mastermind Derk Akkermann hat seit Gründung der Band im Jahre 1981 keinen Musiker aus der Ursprungsbesetzung mehr um sich. Dafür hat er mit Schlagzeuger und Keyboarder Achim Schmidt einen bereichernden Mitkomponisten und Produzenten an seiner Seite und seit 2008 den Ausnahmesänger Thomas „Hacky“ Hackmann mit an Bord. Entsprechend seinem Stimmspektrum hat „Hacky“ viele Aktivitäten im Progmetal- und Hardrockbereich vorzuweisen und wirkte z.B. bei Bands wie Saxon, Helloween und Blind Guardian oder dem Rock Oper Projekt Genius (u.a. auch dabei John Wetton und Steve Walsh von Kansas) mit.

Der Einstieg in das 59 Minuten lange Werk ist durch kernige Rhythmen, melodisch-lebendige Keyboardparts und starke Gesangsleistung gekennzeichnet, wobei die musikalische Ausrichtung im Spannungsfeld zwischen dezentem Progmetal, Hardrock und AOR liegt.

Der progressiv-musikalische Anteil von „Curse Of Time“ wird hauptsächlich durch die bereichernden Keyboardläufe sowie die Rhythmuswechsel charakterisiert, wobei mir in Ergänzung mit den Gitarrensoli schwerpunktmäßig Ähnlichkeiten zu Rocket Scientists/Erik Norlander und zu Ayreon auffallen. Es gibt aber auch schon mal geringe Anleihen in Richtung Saga oder etwa Dream Theater zu vernehmen. Die Orchester-Arrangements/Samples, die hauptsächlich auf "Miracles" zu hören sind, geben der Musik zusätzlich ein größeres Klangspektrum.

Der Longtrack „Miracles" bedarf sowieso der besonderen Erwähnung, da hier auch durch den zusätzlichen Gesang mit hoher und klarer Stimme von Anja Guenther ein Track im Stil einer Rockoper dargeboten wird. Vor allem ist „Miracles" durch unterschiedliche Stimmungen, gelegentliche Ausflüge im gemäßigten Progmetalgenre sowie kompakten Sound gekennzeichnet. Das Wechselspiel zwischen Gitarre und Keyboards mit orchestraler Untermalung und gelegentlichen Engelschören im Background sorgen für reichlich Abwechslung. Ich wurde hier auch etwas an Nightwish erinnert.

Dafür sorgen dann das balladeske Stück „A Winter's Tale" (gesungen von Anja Guenther) oder die mehr AOR ausgerichteten „Falling Leafs" und „Waiting 4" wiederum für geradliniges Klanggut.

Zum Abschluss bieten SARIS mit „Behind The Times" ein abwechslungsreiches progressivrockendes Instrumental mit wohltemperierter Einleitung, feinen Rhythmuswechseln, flirrenden Keyboardläufen, erdigem Bass- und lebendigem Schlagzeugspiel sowie hymnischer Gitarrenbehandlung, so dass mir zum Ende der CD der Hörappetit richtig angeregt wird.

Allerdings dürfte für meinen Geschmack etwas mehr komplexere Kompositionsgüte wie z.B. bei „Miracles“ oder „Behind The Times“ und etwas weniger Vorhersehbarkeit auf einigen Songs vorzufinden sein.

Insgesamt muss ich allerdings feststellen, dass den Bochumern eine Produktion auf internationalem Niveau gelungen ist, die bei entsprechender Promotion ihre Fans im sinfonisch orientierten Hardrockgenre finden sollte. Klangauszüge gibt’s bei My Space.

Anspieltipp(s): Miracles, Behind The Times
Vergleichbar mit: Rocket Scientists/Eric Norlander, Ayreon
Veröffentlicht am: 5.3.2009
Letzte Änderung: 5.3.2009
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Fix Sadler (Rezension 2 von 3)


Das "ohrenscheinlichste" Problem dieser Platte springt einen bereits in den ersten Sekunden an. Hatte ich bisher immer gedacht, dass NeoProg-Keyboarder unter Geschmacksverirrung leiden, so muss ich nun feststellen, dass Saris gar keinen hauptamtlichen Keyboarder hat und trotzdem Sounds auffährt, die seit 1985 polizeilich nicht mehr zugelassen sind...

Ansonsten müsste man für Curse of Time wohl ein neues Genre erfinden; RetroNeoProg...

Die Platte klingt nach einem Mix aus Saga, Marillion und Magnum, und mehr 80er Jahre geht dann wohl nicht mehr. Und ja, das ist charmant, zumal die Band diese Attitüde mit etwas bratzigeren Gitarren aufwertet. Progmetal ist da nirgendwo, aber moderater Hardrock (Magnum eben) hat ja "Saft" genug. Pluspunkte sind ganz eindeutig Hacky Hackmann, der eine 1A-Leistung abliefert. Dazu die klare Produktion, durchaus schöne Kompositionen, gute Gitarren-Arbeit. Ich wünschte mir mehr rhythmische Aktivität, was aber bei der Art von Musik nur bedingt einzufordern ist. Co-Sängerin Anja Guenther geht mit ihrer tendenziell introvertierten Stimme neben Hackmann etwas unter, na ja, und das Keyboard-Problem habe ich ja schon angesprochen.

Curse Of Time ist eine Reise durch die Zeit. Vor 25 Jahren wäre das sicherlich gehobenes internationales Niveau gewesen, heute ist es eher ein mehr als gelungenes Hobby-Projekt, das irgendwie den rauen Charakter von Virginal Mind ausstrahlt. Eine Platte, die mir "gewesten" NeoProgger einige Schmunzler entlockt und durchaus Spass macht, trotz unmöglicher Keyboardsounds (die wohl einfach dazu gehören) und einem regelrecht erschütternden Dosen-Orchester im Longtrack.

Saris erinnern mich mit der Scheibe so sehr an die Anfänge meiner Musik-Leidenschaft, dass ich gar nicht umhin kann diese Platte zu mögen. Trotzdem kann ich die Scheibe auch in aller Sachlichkeit aktuellen NeoProg-Fans mit Hang zu Melodic-Rock empfehlen.

Anspieltipp(s): Victims Of The Night und unbedingt Kingdom Of Shadows (der beste Song, den Magnum seit 20 Jahren nicht geschrieben haben)
Vergleichbar mit: Saga, Magnum, Marillion, Lorian
Veröffentlicht am: 7.3.2009
Letzte Änderung: 7.3.2009
Wertung: 8/15
Genre-Fans ergänzen 2 Punkte; für mich ist das wie ein gutes Buch, das ich schon 1-2 Mal zu oft gelesen habe...

Zum Seitenanfang

Von: Michael Büttgen @ (Rezension 3 von 3)


Ich mach’s kurz: Ich hätte es kaum noch für möglich gehalten, dass mich ein aktuelles Neoprog-Album doch noch überzeugen kann. Wenn ich darüber nachdenke, warum das so ist, komme ich zu dem Schluss, dass Saris viel mehr vom mittlerweile sehr verblassten Spirit meiner alten Neoprog-Helden versprühen, als die etlichen belanglosen, immer mehr austauschbareren Neoprog-Acts, die aus dem Boden sprießen wie Unkraut. Wenn es nicht bei diesem einen Album bleibt, könnten Saris meiner Meinung nach tatsächlich ein eingeschlafenes Genre wieder zum Leben erwecken.

Einen wirklich Totalausfall gibt es auf „Curse of Time“ nicht wirklich. Die Song sind fast allesamt wirklich hervorragend arrangiert und komponiert, heben sich voneinander ab, glänzen mit wirklich packenden Melodien und Hooklines und lassen den alt eingesessenen Neoprogger tatsächlich mit einem weinenden Auge in der Vergangenheit schwelgen.

Der Gesang (vor allem der weibliche Gesang) und die Chöre sind vorzüglich, die Gitarrenarbeit solide und die üblichen Soli sehr gefühlvoll. Die Rhythmusfraktion rockt ordentlich und verhindert somit das, was vielen neuen Neoproggern zum Verhängnis wird: Eine Mutation zu einem Weichspülerkommando. Die sehr zahlreichen Orchesterparts passen hervorragend in den Sound. Hört euch mal den Longtrack „Miracles“ an!

Kommen wir zum größten Schwachpunkt im Neoprog: Den Keyboards. Die Flächen, Loops und Samples sind auf „Curse of Time“ hervorragend, sehr atmosphärisch und songdienlich. Aber die Leads... Der wirklich einzige Schwachpunkt auf diesem Album sind die Leads. Viel zu hoch, viel zu typisch, viel zu nervig. Gott sei dank greift die Band nicht allzu oft auf dieses verfluchte Stilmittel zurück. Ich komm einfach nicht dahinter, warum Neoprogbands immer die selben Leads verwenden müssen. Mittlerweile haben Keyboards doch eine Unmenge an Voices zu bieten?

Ok, diese kleine Schwachstelle bin ich aber bereit zu verzeihen, denn das 17 minütige Kernstück des Albums, sowie ganz besonders der im ersten Moment völlig unscheinbare Song „A Winter’s Tale“ und das Magnum-artige „Waiting 4“ sind so verdammt gut, dass ich mich echt wiedermal aufs Neue frage, warum immer nur der langweilige Neoprog bei den großen Labels veröffentlicht wird und das hier wieder – womöglich aus Mangel an Promotion – bei der hiesigen Proggermeute untergehen wird.

„Curse of Time“ ist für mich eine wirkliche Überraschung des noch jungen Jahres. Sehr spannend, sehr mitreißend, wunderbare Melodien, tolle Orchesterparts, ordentliches Tempo, hervorragende Songs.... Wer nur ansatzweise was mit Neoprog anfangen kann, der MUSS das hier kaufen! Ich bin gerade völlig überrascht, dass ausgerechnet ich hier derjenige bin, der die meisten Punkte gegeben hat. ;-)

Anspieltipp(s): Miracles, A Winters Tale, Waiting 4
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.3.2009
Letzte Änderung: 7.3.2009
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Saris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Dead End Street 6.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2009; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
Design: Ralf Damaschke - Webmaster: Udo Gerhards
RSS 2.0 - Klip - Sidebar
Impressum