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Wobbler

Afterglow

(Siehe auch: Leitfaden "Retroprog")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: instrumental; RetroProg
Label: Termo Records
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Morten Andreas Eriksen Gibson SG, Gibson Explorer, Fender Telecaster, Fender Stratocaster, Danelectro and Jay Turser double neck guitar, Martin acoustic guitar and the "fluffy mute" voice
Lars Fredrik Frøislie Mellotrons (M400), Hammon organ (C3), Piano (L.Schmidt), MiniMoog Model D, Arp Pro Soloist, Arp Axxe, Rhodes Mark II, Hohner Clavinet D6, Solina String Ensemble, Roland Ep-10, Elka Elkapiano 88, Stylophone and vocals
Kristian Karl Hultgren Rickenbacker 4001 and Fender jazz bass, Double and acoustic bass
Martin Nordum Kneppen Yamaha club costum drums, Steinkopf soprano crumhorn, Moeck soprano recorder, medieval and renaissance percussion

Gastmusiker

Aage Moltke Schou Vibraphone, glockenspiel and percussion
Sigrun Eng Cello
Tony Johannessen Vocals
Ketil Vestrum Einarsen Miyazawa flute, Trevor James alto flute, Yamaha piccolo flute

Tracklist

Disc 1
1. The Haywain 0:55
2. Imperial Winter White 15:02
3. Interlude 2:35
4. In Taberna 13:10
5. Armoury 3:00
Gesamtlaufzeit34:42


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Eine Redensart aus dem Musikgeschäft lautet: Man hat zehn Jahre Zeit, das erste Album zu schreiben, aber nur eines für das zweite. Im Fall der norwegischen Retro-Retro-Retro-Prog-Schrate Wobbler muss man dies eher umdrehen. Ihr zweites Album "Afterglow" (2009) enthält nämlich Kompositionen, die deutlich vor denen auf ihrem eigentlich Debütalbum "Hinterland" (2005) geschrieben wurden (nämlich 1999), insbesondere jene zwei Longtracks, mit denen Wobbler im Jahr 2003 über kostenlose Demo-Downloads auf ihrer Website für einiges Aufsehen in der Prog-Szene sorgten.

Diese Demos weckten die Hoffnung, dass Wobbler legitime Nachfolger der legendären Änglagård werden könnten. Zwar ist dieser Vergleich mit den großen Schweden durch unbestreitbare Ähnlichkeiten im Sound und in manchen kompositorischen Wendungen berechtigt: Wobber und Änglagård beten zu den gleichen Göttern. Aber während Änglagård die eher - sozusagen - protestantische Seite des Retro-Progs repräsentieren (bei aller mystischer Emotionalität eine intellektuell geprägte asketische Haltung), vertreten Wobbler den Katholizismus: Voller Pomp, bunt und laut.

Dies gilt weniger für das dröge "Hinterland", schon mehr für die Demo-Downloads und in voller Glorie für "Afterglow". Die Demo-Kompositionen wurden für das neue Album komplett und opulent neu aufgenommen - und teilweise umbetitelt: Aus "Imperial Winter White Dwarf" wurde "Imperial Winter White", aus "Leprechaun Behind the Door" wurde "In Taberna". Wie auf "Hinterland" schwappen auch hier die farbigen, teils mit Gastmusikern aufgepeppten Arrangements über vor Lagen analoger Keyboard-Sounds, aber - das ist die ersehnte gute Nachricht - die Stücke haben genau den Saft, die Kraft, den Schwung, den Drang, der fast allem Material auf "Hinterland" schmerzlich, ja schmerzhaft abging. Hier rappelt's im Karton - endlich.

Wobbler erfinden auch hier den Prog nicht neu, und das wollen sie sicherlich auch gar nicht. Änglagård scheinen natürlich, siehe oben, deutlich durch, auch ELP und Gentle Giant, gelegentlich ein bisschen frühe King Crimson, aber kaum - sicherlich deutlich weniger als auf "Hinterland" - der lyrische klassische Prog à la frühe Genesis oder frühe PFM. Die Kompositionen sind komplex, verspielt und niemals langatmig oder gar langweilig (nicht alles was "langatmig" ist, muss auch "langweilig" sein), und endlich klingt das Schlagzeug auch vernünftig: Auf den Demos kam es aus der Dose, auf Hinterland erstickte es im Keyboard-Brei; Drummer Kneppen ist nicht umsonst von einem vielleich retro-politisch korrekten, aber schwachbrüstigen Ludwig Set auf Yamaha Trommeln umgestiegen.

Die eindeutige Enttäuschung in Sachen "Afterglow" ist die Tatsache, dass es außer den beiden an sich bereits bekannten Stücken kaum neues Material enthält. Die drei anderen Kurznummern bauen zwar um die beiden Longtracks einen Rahmen, der das Album weiter strukturiert (vor allem hieven sie es auf die immer noch magere Gesamtlaufzeit von knapp 35 Minuten), bieten aber musikalisch wenig Mehrwert: "Interlude" ist ein Stück für akustische Gitarre, "The Haywain" und "Armoury" sind Instrumentalnummern, die von Renaissance-Musik inspiriert scheinen.

Mein Vorschlag: Wir tun einfach so, als ob "Afterglow" Wobblers erstes Album sei (was es in gewisser Weise ja auch ist) und vergessen "Hinterland"; so könnten wir berechtigt auf große Folgetaten aus Norwegen hoffen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.3.2009
Letzte Änderung: 19.3.2009
Wertung: 12/15
1999 hätte ich wahrscheinlich 14 Punkte gegeben; ein Retro-Album fast ohne Makel

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Der Retroprog ist tot... nicht zuletzt dieses Album der (immer noch) jungen Norweger Wobbler hat eine Diskussion in diversen Mailinglisten – darunter auch der [progrock-dt] – ausgelöst. Nun „Afterglow“ klingt überhaupt nicht tot, im Gegenteil, hier wird mit überbordender Spielfreude mit viel Schmackes der Retro-Sound in Perfektion dargeboten. Dabei wirkt „Afterglow“ - trotz der eigentlich schon betagten Kompositionen - wie Udo schrieb, sind die Kernstücke ja schon 10 Jahre alt – frisch und ungestüm. Die vielgestaltigen Tastenklänge, umrahmt von Bass und Gitarre, vom Schlagzeug ordentlich in den Hintern getreten, lassen Gänsehaut-Gefühle pur aufkommen. Allerdings sind es „nur“ die beiden runderneuerten Ex-Demos, die hier voll Punkten. Die einrahmenden kurzen Stücke und Interludien kann man glatt vernachlässigen.

Zur Rezension des Albums muss hier aber fast noch zwingend die Rezension der Band treten:

Quo vadis, Wobbler? Da gibt es eine junge Band, die zwei Geniestreiche in sehr frühen Jahren geschaffen hat. Jetzt werden diese wieder aufgekocht, gelungen zwar, aber eben doch Recycling auf hohem Niveau. Dazwischen liegt ein seltsamer Liveauftritt auf dem Freakshow-Festival in Würzburg und ein leicht verunglücktes Studioalbum. Haben die Norweger also mit „Imperial Winter White“ und „In Taberna“ ihr Kreativ-Potential komplett verschossen? Oder dient diese Rückbesinnung auf alte Stärke als Initialzündung für weitere Großtaten? Wir werden sehen.

Fazit: Noch ist der Retroprog nicht tot, immerhin inszenieren Wobbler ja schon den Retro-Retroprog. Und was die Zukunft für Wobbler bringen wird, wissen wir nicht. Bis dahin kann man aber noch ein paar Mal das glänzende „Afterglow“ genießen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: ...der Idee des Retroprog an sich
Veröffentlicht am: 8.4.2009
Letzte Änderung: 8.4.2009
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Wobbler können keine Longtracks schreiben. Waaas? Ich glaube es harkt! Ach; 15 Minuten ist schon ein Longtrack? Na dann.

Natürlich können Wobbler Longtracks schreiben. Sie tun aber gut daran, diese nicht allzu lang werden zu lassen. Denn das Titelstück auf Hinterland haben sie ziemlich in den Sand gesetzt. "Rubato Industry" und "Clair obskur" waren aber völlig okay und absolut hörenswert.

Auf Afterglow, der Name ist Programm, glühen doch hörbar die guten alten Zeiten nach, retroproggen sich die Norweger durch zwei weitere Longtracks. Dabei erinnern sie in erster Linie an Änglagård und an deren Inspiration Schicke Führs Fröhling.

Mich kann man mit einem Fuhrpark an analogen Tasteninstrumenten immer hinter dem Ofen hervorlocken. Wenn einem dann auch noch interessante Kompositionen geboten werden, bin ich glücklich. Was will man mehr?

Wenn ich das überlange "Hinterland" mal ausblende, dann komme ich insgesamt zu einer vergleichbaren Note für Afterglow. Kompetent gespielter Retroprog im Stile der oben erwähnten Bands.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Änglagard; Schicke Führs Fröhling
Veröffentlicht am: 20.6.2013
Letzte Änderung: 20.6.2013
Wertung: 10/15
Tendenz zur 11

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Wobbler

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Hinterland 9.00 6
2011 Rites at Dawn 10.80 6
2017 From Silence To Somewhere 13.00 1

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