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Kaipa

Inget Nytt Under Solen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976 (CD-Reissue 1993, Musea)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Decca
Durchschnittswertung: 11.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Ingemar Bergman drums,vocals
Tomas Eriksson bass,synthi-bass,vocals
Hans Lundin keyboards,lead vocals,electronic vibraphone,marimba
Roine Stolt guitars

Tracklist

Disc 1
1. Skenet Bendrar

1. Uppvaknandet 2:43
2. Bitterheten 3:10
3. Hoppfullheten 4:44
4. Overheten 8:12
5. Vilseled 2:52

21:41
2. Ömson Sken 3:17
3. Korstäg 5:19
4. Stengrodornas Parad 0:53
5. Dagens Port 2:53
6. Inget Nytt Under Solen 6:10
7. Awakening/Bitterness   (Ab Track 7: CD-Bonustracks) 6:08
8. How Might I Say Out Clearly 4:02
9. The Gate Of Day 2:25
10. Blow Hard All Tradewinds 6:17
11. Skenet Bendrar (Live version) 14:08
12. Från det ena till det andra 2:47
Gesamtlaufzeit76:00


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 4)


"Kaipa" sind eine schwedische Prog-Band aus den Siebziger Jahren, die auch Freunden moderneren Progs vom Namen her ein Begriff sein könnten, greift doch kein geringerer als der damals blutjunge Blumenkönig Roine Stolt höchstselbst hier in die Saiten. Aber auch davon abgesehen gilt "Inget Nytt Under Solen" (zu deutsch: "Nichts Neues unter der Sonne"), das zweite Album von "Kaipa", vielen Fans als eines der klassischen schwedischen Prog-Alben überhaupt. Stolt zur Seite stehen Ingemar Bergman (Drums), Tomas Eriksson (Bass) und Huns Lundin (Keyboards).

Soundmässig sollte hier jedem Fan von Siebziger-Jahre-Klang das Herz schneller schlagen: analoge Synthies, Mellotron, Bass Pedale, Hammond, Piano, Rhodes, Clavinet, Rickenbacker Bass undundund. Die Musik selbst ist eher symphonisch und nicht besonders komplex und verfrickelt, aber durchaus abwechslungs- und einfallsreich.

Gleich das eröffnende "Skenet Bendrar" bietet ein spaciges Intro (Rauschen, Flanger, Keys-Arpeggio), symphonisches Midtempo, klassizistisches Zwischenspiel mit netter Percussion, einen "Genesis"-mässigen Marsch, flottes Synthie-Solo mit schönen Sounds von Lundin, Stolts melodisches Gitarren-Solo über an "Focus" erinnernden Orgel-Akkorden usw. Zwar sind die Arrangements nicht ganz so ausgeklügelt und vielschichtig wie z.B. bei "Yes", mit denen "Kaipa" damals in Schweden wohl auch verglichen wurden, aber die wahre Stärke der Band zeigt sich im geschickten und selbstverständlichen Zusammenfügen der verschiedenen Teile, von denen jeder eine eigene Stimmung und einen eigenen Charakter hat, aber dennoch alles eine Einheit bildet.

Dieses Geschick zeigt sich auch in der Zusammenstellung der folgenden kürzeren Stücke. Z.B. ist "Körstag" eine Nummer, die erst im klassisch angehauchten Anfang wieder an "Focus" erinnert und effektvoll das Mellotron einsetzt. "Stengrodornas Parad" ist ein kleines Instrumental von Stolt, das mit der englischen Übersetzung des Titels schon ganz gut beschrieben ist: "The Parade Of The Stone Frogs"... Auch die Titelnummer stammt aus der Feder des Gitarristen und endet nach abwechslungsreichem Ablauf mit einem wirklichen schönen Bombastschluss mit nettem Solo von Stolt.

Ein paar Worte noch zum Gesang: dieser ist i.a. nicht besonders bemerkenswert, weder in guter noch in schlechter Hinsicht, ausser vielleicht im Kernteil von "Skenet Bendrar", bei dem Drummer Bergman ihn übernimmt und dabei für meinen Geschmack etwas zu sehr auf die kratzig gekreischte Seite der Dinge gerät. Vielleicht passt dies zu den wohl recht offensiv politischen Lyrics, aber da diese auf Schwedisch sind, kann ich das nicht ganz beurteilen. Und da ich gerade bei Kritikpunkten bin: auch Erikssons Bass-Sound hat manchmal mehr Scharren als eigentlichen Ton, was mir nicht so toll gefällt, aber das fällt nicht sooo arg auf, das es wirklich störend würde.

Positiv wäre noch die recht liebevolle Gestaltung der CD-Wiederveröffentlichung durch Musea zu erwähnen: im Booklet finden sich eine Geschichte der Band, Band-Photos, Anmerkungen zu den einzelnen Stücken und ausführliche Credits. Und natürlich die Bonussongs: bei den ersten vier handelt es sich um englisch-sprachige Neuaufnahmen von "Uppvaknandet/Bitterheten", "Ömson Sken", "Dagens Port" und "Inget Nytt Under Solen". Dazu eine - zusammengeschnittene - Live-Version von "Skenet Bendrar" und ein Ausschnitt aus einem Überbleibsel der Sessions für das erste "Kaipa"-Album.

Insgesamt ist "Inget Nytt under Solen" ein sehr schönes, wenn auch nicht spektakuläres Album mit gutem Siebziger-Jahre-Prog; wohl kein Muss, aber sicher interessant.

Anspieltipp(s): Inget Nytt Under Solen
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.5.2002
Letzte Änderung: 16.5.2002
Wertung: 11/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 4)


Das zweite Kaipa-Album steht dem ausgezeichneten Debüt in nichts nach. Der Longtrack "Skenet Bedrar" ist das Herzstück der CD und ein Paradebeispiel für den unvergleichlichen Stil der Band. Das ist traumhafter Progressive Rock und er beinhaltet all das, was diese schwedische Band so einzigartig macht. Die Grundstimmung ist überwiegend ruhig und voller Melancholie. Dennoch kommt keine Langeweile auf. Diese unverkennbare musikalische Eleganz mit all ihrem Pathos berührt mich zutiefst. In einer Kritik habe ich schon mal gelesen, dass der gebotene schwermütige Pathos in der heutigen Zeit eher lächerlich sein soll. Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Vielleicht bin aber auch ein hoffnungsloser Nostalgiker, obwohl ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums gerade mal erst fünf Jahre alt war.

Die Kritik von Udo ist ja schon positiv und ich stimme ihr im großen und ganzen zu. Am Rickenbacker-Spiel von Tomas Eriksson kann ich aber beim besten Willen nichts Negatives finden. Im Titel "Korstag" harmoniert das melodischen Gitarrenspiel Stolts mit dem rumpelnden Bass hervorragend. Der Titelsong "Inget Nytt Under Solen" stellt den hervorragenden Abschluss des regulären Albums dar.

Die Bonustracks machen dann noch einmal über 30 Minuten Spielzeit der CD aus. Dem Versuch, mit einer englischen Version des Albums auch einen internationalen Bekanntheitsgrad zu erreichen, war kein Erfolg beschieden, da die Aufnahmen mit dem Sänger Lars Hoflund von der Plattenfirma wegen mangelnder Erfolgsaussichten abgelehnt wurden. Diese Stücke haben somit eher einen historischen Wert. Die grelle Stimme des Sängers passt aber gar nicht zur Musik und man sehnt sich wieder nach dem unauffälligen, aber warmen Gesang von Keyboarder Lundin. Dann wird noch eine gekürzte Live-Version des Longtracks "Skenet Bedrar" geboten, der aber wieder den gewohnten schwedischen Gesang bietet.

Anspieltipp(s): Skenet Bedrar, Korstag, Ingett Nytt Under Solen
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2002
Letzte Änderung: 27.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


Ein Jahr nach dem beachtlichen Debutalbum legten Kaipa mit "Inget nytt under solen" ihr zweites Werk vor. Auch hier umgarnen uns die Schweden wieder mit melodischem Prog, diesmal in einem etwas reiferen Klanggewand. Die Stücke sind rhythmisch einfach gehalten, es wird kaum gefrickelt, dafür gibt`s wieder eine geballte Ladung Stimmung und Atmosphäre.

Und schon der Opener-Zyklus "Skenet Bedrar" sprüht vor Ideen und Abwechslung, verschiedene Themen werden zu einem Gesamtgebilde zusammengefügt. Besonders gut gefällt mir das stimmungsvolle, entspannte Gitarrenspiel Stolts. Der wütend-gebrüllte Gesang in "Överheten" ist witzig-schräg und gibt dem Stück einen weiteren interessanten Farbtupfer, was schliesslich zu einem bunten, vielseitigen, abwechslungsreichen Gesamtkunstwerk führt. Gefällt mir sehr gut und ist besser als manches Stück, das die Flokis später geschrieben haben. "Ömson Sken" braucht niemand, "Korstag" ist zwar sehr simpel, aber macht Spass durch ergreifendes Gitarrenspiel und magistrale "choirs". Und man kann es nicht oft genug sagen : Stolt schreibt einfach wunderschöne Melodien. Tracks 4 & 5 sind nichts besonderes.

Mit dem Titelstück dann eine der stärksten Kompositionen der Band schlechthin. Mal ein schöner Melodiebogen, dann ein schrummender, knarrender Bass, mal ein spaciges Keyboard und dezent eingestreute Breaks, die das ganze spannend würzen. Die zweite Hälfte ist pures Genie. Diese Melodie (später als live-Stück "nothing new under the sun" bei den FloKis verewigt) ist einfach divin. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Die übrigen Titel auf der von MUSEA wieder ausgezeichnet dokumentierten Veröffentlichung sind Bonustracks. In englischer Sprache erzielen sie aber bei Weitem nicht die gleiche mystisch-melancholische Wirkung wie im Original. Track 7 hat auch einfach viel weniger Feeling und ist für meinen Geschmack eine Ecke zu schnell. Track 8 war in der schwedischen Fassung schon überflüssig, jetzt wird er auch nicht besser.

Einzig "Blow Hard All Tradewinds" ist auch in der englischen Version gut. Liegt einfach daran, dass dies eine tolle Komposition ist, die man wohl in keiner Sprache schlecht hinkriegen würde. Mit Track 11 wird das Opus "Skenet Bedrar" nochmals live in anderem Gewand präsentiert, was o.k. ist. Abschliessend ein verspieltes Instrumental, das nochmals gefallen kann. Ein würdiger Nachfolger mit zwei ganz starken Stücken, eines davon mit "hall of fame"- Status.

Anspieltipp(s): Skenet Bedrar, Inget Nytt Under Solen
Vergleichbar mit: Genesis, Yes
Veröffentlicht am: 18.10.2002
Letzte Änderung: 19.5.2015
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Zeitgleich mit der remasterten Version von Kaipa erscheint im Frühling 2015 zum 40-jährigen Bandjubiläum auch eine überarbeitete Version des zweiten klassischen Albums der Schwedenprogger. So nach dem Motto: alles neu macht der Mai.

Auch hier hat sich wieder Martin Igesltröm im MI Sound Design Studio in Uppsala der alten Bänder angenommen und an den Reglern geschraubt. Und wie schon auf dem Debutalbum gewinnt auch hier das Klangbild gegenüber den MUSEA-Aufnahmen nochmals einen Ticken dazu, kriegen die einzelnen Stimmen mehr Raum, lassen sich die einzelnen Instrumente besser abgrenzen und strahlt alles noch etwas klarer und sauberer, als man es bisher gekannt hat.

Das erneut reichlich bebilderte Booklet enthält wie schon KAIPA interessante Infos zur Biographie und die Liedtexte in schwedischer bzw. englischer Sprache (Bonustracks 7-10; siehe auch Tracklist The Decca Years 1975 - 1978). Interessanterweise enthielt die MUSEA-Ausgabe noch zwei weitere Bonustracks, nämlich eine etwas gekürzte Live-Version von "Skenet Bedrar", die 1978 in Kopenhagen aufgenommen wurde, und das kurze "Fran det ena till det andra", das sich jetzt auf der remasterten Version des Debutalbums findet. Hier kriegt man also für sein Geld etwas weniger Musik als noch vor 20 Jahren. Egal.

Auch "Inget nytt under solen" ist in der vorliegenden, klanglich verbesserten Version ein Album, das man sich gönnen sollte. Es enthält mit Skenet Bedrar einen Longtrack "klassischer" Prägung und mit dem Titeltrack eine der schönsten Kompositionen Stolts, die er im Alter von 18 Jahren schrieb. Beindruckend.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2015
Letzte Änderung: 21.5.2015
Wertung: 12/15
VÖ: 29.5.2015

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kaipa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Kaipa 11.67 3
1978 Solo 8.50 2
1980 Händer 8.00 1
1982 Nattdjurstid - 1
2002 Notes from the Past 7.60 5
2003 Keyholder 7.11 9
2005 Mindrevolutions 6.50 4
2005 The Decca Years 1975 - 1978 13.00 2
2007 Angling Feelings 7.00 4
2010 In the Wake of Evolution 9.25 4
2012 Vittjar 10.00 1
2014 Sattyg 10.50 4
2017 Children Of The Sounds 10.50 2

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