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Space Debris

Live Ghosts

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (Live-Aufnahmen aus dem Jahr 2008)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; live; Blues; Jazzrock / Fusion; Krautrock; Latin; Psychedelic; Spacerock
Label: Breitklang
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Winnie Rimbach-Sator Keyboards
Peter Brettel Bass, Gitarre (9)
Tommy Gorny Gitarre, Bass (9)
Christian Jäger Drums

Tracklist

Disc 1
1. Solarization 7:05
2. Love Weibrator 6:25
3. Transmigration 8:38
4. Latrino Mortadella 7:37
5. Dance of the Holy Orbit 4:55
6. Electric Eagle 7:23
7. Omnitron 6:12
8. Mountain Rising 5:25
9. Sience Fiction is Today, Part I 11:02
10. Anima   (nur auf Do-LP) 9:17
11. Latriono Mortadella II   (nur auf Do-LP) 9:16
12. Astronaut versus Kosmonaut   (nur auf Do-LP) 5:30
Gesamtlaufzeit88:45


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Man könnte ja meinen, dass es bei Musikern wie denen von Space Debris gleichgültig ist, ob sie live oder im Studio musizieren, da ja ohnehin gejammt wird, was das Zeug hält. Aber mein Eindruck ist der, dass die Band live vor Publikum einfach noch einen Kick mehr Inspiration, noch mehr Power und Spielfreude auf die Bühne bringt.

Von der Aufstellung her hat es ein wenig Umbesetzung und Verstärkung gegeben. Tommy Gorny kann sich jetzt ganz auf die Gitarre konzentrieren, weil Peter Brettel jetzt komplett am Bass eingestiegen ist. Und Winnie Rimbach-Sator (Treacle People, Karmic Society, Obskuria) ersetzt den langjährigen Keyboarder Tom Kunkel. Konstanter Faktor neben Tommy Gorny bleibt der vielseitige Schlagzeuger Christian Jäger. Gegenüber dem Live-Dokument Into the Sun, das zwei Jahre zuvor auf dem Burg Herzberg-Festival aufgenommen worden war spielen Space Debris hier also gewissermaßen in großer Besetzung.

Bei Live Ghosts sind zwei Konzertauszüge miteinander verwoben. Die ersten drei Stücke und Omnitron wurden am 27. Juni 2008 in Weinheim im Cafe Central aufgenommen, die übrigen Stücke am Tag zuvor in Darmstadt in der Öttinger Villa. Ich kenne beide Lokalitäten nicht. Die Öttinger Villa scheint ein (einst umkämpftes) Jugendzentrum zu sein. Die intime Atmosphäre, wie sie z.T. im Booklet der CD abgebildet ist, dürfte jedenfalls den Auftritten zupass gekommen sein.

Musikalisch bieten die knapp 65 Minuten Live-Zusammenschnitt das volle Programm. Space Debris gehen dabei wieder einmal mächtig back to the roots! Es wird auf Teufel komm raus gejammt. Wobei die Jams keinen irgendwie unfertigen oder besonders experimentellen Eindruck machen. Im Gegenteil, es entstehen durchaus songähnliche Strukturen mit reichhaltigen Soli. Die Jungs sind - auch in neuer Besetzung - einfach traumhaft aufeinander eingespielt.

Da kann dann auch schon mal ein Hardrockriff in einen treibenden Latinorhythmus fetzen und es klingt doch wunderbar organisch als müsste es so sein. Zurück zu den Wurzeln heißt auch, die Vorliebe für Alt-Meister wie Jimi Hendrix oder Carlos Santana anklingen zu lassen. Und das alles in einer meist geradezu jazzrockigen Beschwingtheit, manchmal jedoch auch leicht spacigen Relaxtheit. Der Freund von Vintage-Klängen wird sich neben satten Rock-Gitarren, Hammond- und Synthie-Sounds auch über gelegentliche Deja-vu-Erlebnisse freuen, wenn die Band mehr oder weniger bekannte Riffs und Melodieexzerpte in ihr Soundgeflecht einfließen lässt.

Mit dieser Live-Scheibe ist Space Debris mal wieder ein echtes Wohlfühlalbum gelungen. Zwischen seliger Erinnerung und spannungsgeladener Improvisation haben Space Debris einmal mehr ihre Nische ausgemessen. Meckern könnte man höchstens über die für ein Live-Album relativ kurze Spielzeit. Aber die Zusammenstellung wirkt dermaßen rund, dass man sich am Ende nur mit Breitklang-Grinsen zurücklehnt und einfach auf die Dauerrepeat-Taste der Fernbedienung drückt...

Nachtrag: Vinyl-Fans haben es besser. Mit der Veröffentlichung von Live Ghosts endlich auch auf Do-LP kommen auch die zu ihrem Recht, die möglicherweise gemeckert hatten, weil die CD nur so "kurz" war. Denn die Do-LP enthält auf der vierten Seite drei Stücke, die auf der CD nicht zu hören sind! Es handelt sich dabei um einen Mitschnitt des Auftritts vom 21. August 2008 in Siegen im Rock-Club "Belle Epoque".

Die Stücke atmen die gleiche geile Atmosphäre, die ich bereits in meiner Rezi zur CD-Ausgabe beschrieben habe. Besondere Aufmerksamkeit dürfen hier die Drums genießen, denn Schlagzeuger Christian Jäger spielte hier zum erstenmal Live sein "weißes '75er mit 24'' Bassdrum" und war wie auf dem Album zu lesen "total angekickt von dem Sound". Apropos Sound: Die Aufnahme des Belle-Epoque-Mitschnitts geschah mit nur zwei Mikros, und wirkt dadurch sehr natürlich und ist zugleich doch von guter Qualität.

Und weil die Musik von Space Debris eben kein Kunstprodukt ist, sondern das pralle Leben, ist hier auch mal ausnahmsweise tatsächlich mehr mehr und damit - egal ob Vinyl-Fan oder nicht - die LP der CD vorzuziehen!

Anspieltipp(s): Transmigration, Latrino Mortadella, Electric Eagle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2009
Letzte Änderung: 5.4.2014
Wertung: 12/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 2)


Im Jazz ist es nichts Besonderes, dass in allen möglichen Stilrichtungen musiziert wird - auch in historischen, bis hin zum wirklich arg historischen Dixieland.

Die Rockmusik ist noch nicht so alt wie der Jazz, aber - wem sage ich das auf diesen Seiten? - auch hier ist es üblich geworden, auf Baustellen weiterzuwerkeln, die eigentlich längst geschlossen sind. So machen es auch Space Debris, indem sie an die seligen Vorbilder der 70er Jahre anküpfen. Nicht mit "Retroprog", sondern mit jener Art von Rockmusik, die man in den 70er Jahren mindestens ebenso häufig "progressiv" nannte wie das, was aus den Häusern Yes, Genesis oder King Crimson kam.

Diese Musik bewegt sich, wie es Christian in seinen verschiedenen Space Debris-Rezis beschrieben hat, irgendwo zwischen Krautrock, Psychedelics, Blues und Hardrock, angereichert durch ganz leichte Fusioneinschläge. Was dabei herauskommt, ist, ja, ich kanns nicht anders sagen: urgemütliche Rockmusik. Dieser Stilmix ist eben historisch, man kennt ihn, man weiß, wie er funktioniert und wie er klingt - einfach ein vertrautes Soundmöbel.

Urgemütlich soll aber gar nicht abwertend sein. Denn in so einem Fall kommt alles darauf an, wie gut eine Band spielt. Ist es nicht so gut, kann es sehr leicht sehr peinlich werden. Nun, an Space Debris ist nix peinlich, würde ich sagen, denn die Band spielt ausgezeichnet, sie weiß, was sie will und vor allem, wie mans macht.

Space Debris verwechseln klassischen Rock vor allem nicht mit ödem Gekloppe, sondern ziehen alle Register, um Bewegung in die Sache zu bekommen. Und sie spielen instrumental, was ich sehr begrüße, denn mein gern wiederholtes Credo lautet, dass in der Rockmusik viel zu viel gesungen wird - viel mehr jedenfalls als es gute Sänger gibt.

Ich gebe "nur" 9 Punkte, weil hier nun wirklich keine musikalischen Risiken eingegangen werden. Aber die Platte ist mir weitaus sympathischer als vieles andere, was sonst so unter Berufung auf alte Werte auf den Markt kommt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.4.2009
Letzte Änderung: 27.4.2009
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Space Debris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Krautrock-Sessions 1994-2001 11.00 1
2005 Kraut Lok 11.00 2
2006 Three 11.00 3
2007 Into the Sun. Live at Burg Herzberg Festival 2006 (DVD) 11.00 2
2008 Elephant Moon 11.50 2
2011 Archive Volume 3: Deepest View 10.50 2
2011 Archive Volume 2: All Man 10.00 2
2011 Archive Volume 1: Journey to the Starglow Restaurant 10.00 2
2013 She's a Temple 10.33 3
2014 Phonomorphosis 11.00 2
2015 At Finkenbach 2012 11.00 1
2017 Behind the Gate 12.00 1
2017 Back to Universe. Archive Volume 4 11.00 1

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