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Marillion

Afraid of sunlight

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995 (24 bit digital remaster 2 disc version 1999)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; New Artrock
Label: EMI
Durchschnittswertung: 10/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steve Hogarth Stimme
Steve Rothery Gitarre
Mark Kelly Keyboards
Pete Trevawas Bass
Ian Mosley Drums

Tracklist

Disc 1
1. Gazpacho 7:28
2. Cannibal Surf Babe 5:45
3. Beautiful 5:12
4. Afraid Of Sunrise 5:02
5. Out Of This World 7:54
6. Afraid Of Sunlight 6:50
7. Beyond You 6:11
8. King 7:04
Gesamtlaufzeit51:26
Disc 2
1. Icon 6:04
2. Live Forever 4:34
3. Second Chance (aka Beautiful)   ((previously unreleased)) 5:15
4. Beyond You   ((demo - previously unreleased)) 5:18
5. Cannibal Surf Babe   ((studio outtake - previously unreleased)) 5:59
6. Out Of This World   ((studio outtake - previously unreleased)) 7:28
7. Bass Frenzy   ((previously unreleased)) 1:17
8. Mirages   ((demo - previously unreleased)) 6:03
9. Afraid Of Sunlight   ((acoustic demo - previously unreleased)) 6:49
Gesamtlaufzeit48:47


Rezensionen


Von: Thomas Thielen @ (Rezension 1 von 3)


die platte nach "brave" wurde natürlich mit größtem argwohn und höchsten erwartungen im fanlager erwartet. nach der künstlerisch richtungsweisenden, aber finaziellen desaströsen konzept-platte sollte AoS sowohl geld einspielen als auch von den fans geliebt werden: gefährliche gratwanderung für jede band, eigentlich fast unmöglich in den 90er jahren im prog.

AoS war nicht der kommerzschocker, den man sich vorgenommen hatte, aber wenn es auch musikalisch nicht ein solcher marillion-meilenstein wie "brave" ist, ist es doch eine atmosphärisch dichte und stilistisch ambitionierte cd.

"gazpacho" eröffnet mit ungewohntem uptempo-beat. interessant und für 90er-jahre-marillion ungewöhnlich, wie hier in - zugegeben rudimentärer - polyrhythmik 4/4 (dr) und 6/4 (rest) ineinander zu einem richtigen mithüpfstück verwurschtelt werden. zumindest am anfang, denn nach einem poppigen loshüpfsong stoppt man den fluß und knüpft ein anderes riff in anderer stimmung (böse, böse, zeigefinger!) und leicht anderem tempo dran. an sich ist das schon sehr unelegant, aber wenn dann dasselbe NOCHMAL passiert, wird es kompositorischer unsinn. schade für das stück. NB: marillion haben bei nachfolgenden touren ein einsehen gehabt, und den letzten teil einfach weggelassen...

"cannibal surf babe" ist einfach cool, beach boys, sommer und zynismus. einer der besten texte von h überhaupt gepaart mit für marillion höchst unkonventioneller musik. ein renner für mich, müll für viele andere fans.

"beautiful" ist die single. netter popsong, schöne melodie, einfach naiver text mit ein paar äußert gebrochenen behandlungen des gewählten metrums. hätte auch gut auf "holidays in eden" gepaßt."afraid of sunrise" ist ein ganz auf atmosphäre ausgerichteter song, der vor allem durch den belebten baß von trewavas und das besen-schlagzeug von mosley auffällt. ein paar schöne steigerungen geben ihm genügend abwechslung mit, ohne den flow zu zerreissen."out of this world" ist nun ein riesenhighlight. die lyrics werden richtig persönlich und entfernen sich weit von den schwülstigen, klischee-verseuchten tiraden, die h sonst manchmal verbricht, und inmitten dieser ruhigen, ganz von soundkaskaden bestimmten songscape versteckt sich eines der schönsten gitarrensoli, die mr rothery je gespielt hat. gänsehaut kommt spätestens auf, wenn h danach seine vocals halb haucht, halb stirbt. der schluß besteht aus einem keyboardklangteppich mit allerlei samples und drumrum - nichts für ungeduldige, aber für die intensität der stimmung absolut toll."afraid of sunlight" ist als titelsong natürlich DER hit der cd. getragen von wunderschönen melodien entfaltet sich der refrain in beste h-vocals mit seinem unglaublichen technischen können und genügend emotionalität, um fish endgültig vergessen zu machen. hier zeigen marillion einmal mehr, zu welch fettem, aber trotzdem transparenten sound sie fähig sind. wunderschön."beyond you" ist hs persönlichstes stück - lange zeit (bis zur letzten tour) konnte er es nach eigenen angaben einfach live nicht singen... leider und völlig überflüssigerweise in mono aufgenommen, kommt trotzdem genau dieses feeling durch. man kann sich nur schwer dem verzweifelten schluchzen entziehen. noch ein schauerüberdenrücken-song.

"king" bildet den wuchtigen abschluß. die gefahren des ruhms, kurt cobain und elvis bilden hier das themengerüst, an denen entlang sich eine klaustrophobie und schließlich auch ein lärm aufbaut, den man bis in den kleinen zeh spüren kann. wieder mal ist vor allem mosley in hochform, und auch h wandert mit seiner stimme in gefilde, die anderre nicht mal denken können...

fazit: AoS ist eines der besten marillion-alben. dicht, dicht, dicht und (für normalsterbliche nicht-proggies) schwer zugänglich, aber lohnenswert

Anspieltipp(s): Out of this world, Afraid of sunlight
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.4.2002
Letzte Änderung: 14.4.2002
Wertung: 12/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 3)


In den Linernotes der Remaster-Ausgabe dieses Albums erzählt Steve Hogarth, wie die Band eines Tages – voller Kummer über den geringen Erfolg ihres "Brave"-Albums – mit ihrem Manager zusammensaß und über der Frage grübelte, ob sie noch ein Album für die EMI aufnehmen oder gleich "Indie" werden sollte. Es war die Zeit des Britpop; "Blur" war gerade ein großer Name, Nirvana sowieso, und die EMI verlangte...was sollte es anderes sein als Singles? Die Zeiten hatten sich definitiv geändert, wenn man bei einem "Maior" unter Vertrag war, aber die Band entschied schließlich für ein letztes EMI-Album.

Das klingt ja keineswegs nach einer guten Ausgangsposition für ein Album; wenn man das liest, rechnet man eher mit einem Riesenreinfall, der notgedrungen aus solchen Vorüberlegungen resultieren müsste.

Tatsächlich ist aber ausgerechnet "Afraid of sunlight" eins der besten "neueren" Marillion-Alben geworden: die Frische von "Season's end" scheint sich hier mit der Komplexität von "Brave" gepaart und einen Nachfolger gezeugt zu haben, der das halbgare "Holidays" fast vergessen lassen kann. Dabei gab es kein Konzept, stattdessen ein eiliges Schreiben, Jammen und Aufnehmen im gleichen Gebäude, dazu freundliche Einmischungen des Produzenten Dave Meegan, der beim Jammen zuhörte und immer darauf hinwies, was ihm selbst gerade gefiel, auf dass es denn verwendet werden möge; aber gerade diese Einmischungen bekamen der Band – nach eigener Aussage in den Linernotes – wohl recht gut, denn dadurch wurde sie gezwungen, ihrer eingestandenen Langsamkeit Form zu geben.

Was an den entstandenen Songs so gut ist, ist ihre Kompaktheit. Nicht einmal kommt es vor, dass Hogarth seiner Neigung zum belanglosen Säuseln hier zu sehr nachgibt, und das, obwohl viele Tracks in ihren Einleitungen Solches androhen, aber sie kriegen immer die Kurve. Selbst das vermeintlich säusel-intensivste Stück "Out of this world" entpuppt sich schließlich als einer der stärksten Momente des Albums; ungefähr inmitten der Gesamt-Spielzeit platziert bildet es nicht nur den Mittellink in der Dreiergruppe "Afraid of sunrise/Out of this world/Afraid of sunlight", sondern hält eine schwindelerregende Balance auf der ruhigen Höhe des Albums, umgeben von den musikalischen Granitblöcken des ersten und letzten Teils wie "Gazpacho" oder "King". Allein, wie sich derart zwanglos die Strukturierung eines Albums ergibt, das gar kein Konzeptalbum sein will, ist meisterhaft (in diesem Sinne wird auch das "King"-Thema zum Schluss eindrucksvoll wiederaufgenommen, das bereits in "Gazpacho" angeschlagen worden ist).

Etwas deplaziert wirkt nur der Song "Beautiful": Der Text ist schrecklich banal (in etwa: "Wir geben wundervollen Dingen schlechte Namen und gönnen ihnen keinen zweiten Blick; wir sollten wundervollen Dingen keine schlechten Namen geben und sollten ihnen einen zweiten Blick gönnen" und in der Art weiter) und die katzenjammerige Vokalmelodie an den Haaren herbeigezogen.

Viel besser gefällt mir hingegen das etwas umstrittene "Cannibal surf babe": bei mir hat dieser Song von Anfang an aufgrund seines harten Arrangements kaum übermäßig starke Assoziationen zu den Beach-Hits der Sixties ausgelöst; eher fand ich zutreffend, was ich bereits über "Brave" in einer damaligen Rezension gelesen hatte: dass Marillion mittlerweile so klingen, als würden U2 alte Pink-Floyd-Titel nachspielen. "Cannibal surf babe" ist zwar nicht gerade floydig, aber das U2-Pendel scheint mir hier nur in eine etwas andere Richtung auszuschlagen als auf "Brave". Natürlich war die 60er-Orientierung von der Band beabsichtigt: in diesem Sinne ist es nämlich auch zu verstehen, dass der Song "Beyond you" in einer Monoversion auf das Album kam – um den klassischen Phil-Spector-Sound zu erreichen! Hier deutet sich eine Hinwendung der Band zu unerwarteten Experimenten an, die sich fortan noch verstärken sollte.

Anspieltipp(s): Out of this world
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2004
Letzte Änderung: 1.3.2014
Wertung: 12/15

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Von: Piotre Walter @ (Rezension 3 von 3)


"Afraid of sunlight" fiel mir zufällig in die Hände. Wieder mal Zeit sich, mit einer von mir weniger geliebten Band, zu beschäftigen, der immer so viele Superlativen zu Teil werden. Aber auch diese Scheibe ist kein Jewel, kein Highlight. Eine melancholische Pop-Scheibe, die doch sehr häufig vor sich hinplätschert. Sorry, aber Attribute wie symphonisch, Artpop oder gar klaustrophobisch, scheinen mir doch sehr über die eigentliche Substanz des Albums hinauszuschießen. Diese ist, wie häufig eher dünn.

Marillion sind die Meister im Anleihen von Ideen und Sounds. Zu Beginn bei "Genesis", was mir noch besser gefiel - hier hatten sie wenigstens Biss. Track 1 und 2 auf "Afraid of sunlight" klingen nun 100%ig nach "U2" und das nicht mal gut. "Gazpacho" ist nun wirklich peinlich banal – "Cannibal..." etwas besser, aber noch mehr "geborgt". Da höre ich nun wirklich lieber das Original. Überhaupt scheint die irische Band das neue Vorbild zu sein.

Was mich hie und da bewegt, ist der charismatische Gesang von Steve Hogarth. Je nach Komposition gibt es Gänsehautfaktor oder aber auch Kitsch. Am Besten aus der Balladenriege gefällt mir "Beautiful". "Afraid of Sunlight" und "Out of this World" verplätschern doch wieder sehr in Belanglosigkeit. Der 2. Teil des Albums erinnert mich stark an das spätere "Marbels", was bedeutet, dass die Jungs auch gerne bei sich selbst Anleihen vornehmen. Versöhnlich stimmt mich noch "King" - mit mein Favorit auf der Scheibe, auch lässt es der Gitarrist Rothery hier mal etwas krachen.

Fazit: Etwas für Fans, nicht herrausragend, schon gar nicht proggressiv.

Anspieltipp(s): Beautiful, King
Vergleichbar mit: U2, Mainstream
Veröffentlicht am: 24.3.2007
Letzte Änderung: 1.3.2014
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Marillion

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 Market Square Heroes 9.00 3
1983 Script for a jester's tear 10.80 5
1984 Real To Reel 11.00 2
1984 Fugazi 11.25 4
1985 Misplaced Childhood 10.33 6
1986 Brief encounter 7.00 1
1987 Clutching at Straws 9.00 4
1988 B-Sides Themselves 7.00 3
1988 The Thieving Magpie 11.67 3
1989 Live From Loreley (DVD) 9.50 2
1989 Seasons End 11.00 3
1991 Holidays in Eden 5.00 5
1992 Live At The Borderline 8.00 1
1993 Live In Caracas 6.00 1
1994 Brave 11.00 3
1995 Brave - The Film (DVD) 11.00 2
1996 Made Again 9.00 1
1997 This Strange Engine 10.25 4
1997 Best of both worlds - 1
1998 Radiation 2.33 4
1998 Tales From The Engine Room 4.50 5
1999 Marillion.com 7.00 3
2000 The singles '82-88' 10.00 3
2001 Anoraknophobia 11.25 4
2002 Anorak In The UK Live (2CD Set) 10.00 1
2002 Brave Live 2002 8.00 1
2002 Anorak In The UK Live 12.00 1
2002 Singles Box Vol.2 '89-'95 9.00 1
2003 Best of - 1
2003 Recital Of The Script (DVD) - 1
2004 Marbles on the road (DVD) 12.33 3
2004 Marbles ("condensed version") 6.00 1
2004 Marbles 8.00 4
2005 Marbles Live 10.00 2
2007 Somewhere Else 8.67 3
2008 Happiness is the Road - Essence 8.50 2
2008 Happiness is the Road - The Hard Shoulder 6.50 2
2008 Early Stages - The Official Bootleg Box Set 1982 - 1987 12.00 1
2009 Less Is More 8.00 1
2010 Size Matters 10.00 1
2010 the official bootleg box set vol 2 - 1
2012 Sounds That Can't Be Made 9.50 2
2016 F*** Everyone And Run (F E A R) 11.33 3
2017 Marbles In The Park 12.00 1
2017 Living in F E A R - 1

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