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24378 Rezensionen zu 16667 Alben von 6497 Bands.
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Colossus Projects (Finnland)

Dante's Inferno - The Divine Comedy Part I

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 10.5/15 (3 Rezensionen)

Tracklist

Disc 1
1. Nuovo Era: Lucifero 6:13
2. Yesterdays: Divine Comedy 4:35
3. Little Tragedies: Canto III 6:05
4. Lady Lake: …from the quiet to the air that trembles 7:30
5. Greenwall: Come corpo morto cade 11:07
6. Nemo: Inferno 7:06
7. Nexus: The fourth circle 7:57
8. Atlantis 1001: Back to Earth 7:09
9. Flamborough Head: Daughters of night 6:58
10. Colossus Project: Inferno - Canto X 7:30
Gesamtlaufzeit72:10
Disc 2
1. Court: Anastasius Epitaph 6:17
2. Willowglass: The crossing 6:16
3. Wicked Minds: Blood from the trees 9:19
4. Brighteye Brison: Capaneus 5:14
5. Matthijs Herder: Brunetto 7:06
6. Garmond: Canto XVI 7:03
7. Ars Nova: Demon's forest 7:59
8. Il Castello Di Atlante: Malebolge 8:51
9. Groovector: Ainiaan erhe 6:48
Gesamtlaufzeit64:53
Disc 3
1. CAP: La danza die contrari 9:18
2. Ozone Player: Inferno XXI 6:28
3. Sinkadus: Stuck in Hell 7:01
4. Viima: XXIII 6:40
5. NotaBene: La Profezia 7:11
6. Entrance: Serpientes 9:33
7. Advent: Canto XXVI (The evil counselors) 5:20
8. Contrappunto Project: Guido da Montefeltro 4:26
Gesamtlaufzeit55:57
Disc 4
1. Armalite: Scisma 6:50
2. Corte Aulica: Dissolvenza 7:35
3. Raimundo Rodulfo: Falsedad y Castigo 7:08
4. De Rossi E Bordini: Pozzo die Giganti 7:50
5. Tempano: The IX circle; Traitors 9:58
6. Nathan Mahl: The comfort of tears 7:07
7. Simon Says: Becomes a boy 8:51
Gesamtlaufzeit55:19


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 3)


Nichts hinterlässt in meinem ansonsten so unschuldig-naiven Musikverständnis so gemischte Gefühle wie dieses finnische Unternehmen, das mit der Kalevala begann und seither kein Ende nehmen will - es gibt mittlerweile schon 13 Teile, allein 3 davon sind Spaghetti-Epic-Teile, und die jeweils nächsten Projekte mit diversen Themen werden immer schon angekündigt, wenn noch kaum feststeht, welche Bands dabei sein werden. Und nun erscheint in drei Teilen Dante Alighieris Divina Commedia, wobei jeder Teil über 30 Bands beschäftigen wird und in Boxen mit mehreren CDs auf den Markt kommt.

Aber laut Booklet sind die Bands voller Begeisterung dabei und bewerben sich so munter, dass sie kaum noch untergebracht werden können; allein diesem Umstand wurde das Rahmen-Konzept neu angepasst, wobei 'neu' nichts anderes als 'alt' bedeutet, denn - wenn wir uns erinnern: das Kalevala-Projekt bestand aus kürzeren Tracks, dann folgten mit dem 'Koloss von Rhodos' und der 'Odyssee' reine Longtrack-Alben, die aber weniger Bands mit ins Boot holen konnten. Nun - angesichts der steigenden Bewerber-Zahlen - ist man zum alten Konzept zurückgekehrt: Dantes "Inferno" schreibt als Teilnahmebedingung vor, dass die Tracks keine 7 Minuten überschreiten dürfen, damit mehr Bands mitmachen können; außerdem soll die Struktur des ursprünglichen Werks von Dante nicht verfälscht werden, das heißt, jeder Song soll einen "Canto" des Meisters repräsentieren - weshalb das Album auch genau 34 Songs enthält, was den 34 Original-Gesängen entspricht. Aber das alles ist eben nur das "Inferno", also Dantes erster Teil: selbstverständlich werden das "Purgatorium" und das "Paradies" folgen - und die Bands stehen dafür schon Schlange.

Und wer sich als Hörer noch nicht mit Dante auskennt, bekommt in dem dicken Booklet eine Zusammenfassung der "Commedia" vorgelegt, die wirklich lehrreich ist, wie ich bestätigen kann (z.B. hatte ich nicht gewusst, dass das Attribut 'Divina' erst nach Dantes Tod zur 'Commedia' ergänzt worden ist).

Dass ich das ganze Unternehmen dennoch mit gemischten Gefühlen betrachte, ist ganz wörtlich gemeint: es mischen sich m.E. erfreuliche und bedenkliche Elemente in diesem Ideen-Konzept, aber ob und wie sich diese Elemente auf die Zukunft des Prog auswirken könnten, lässt sich noch gar nicht erahnen. Die Idee ist teilweise kommerziell und auch wieder nicht - spricht sie doch vor allem weniger bekannte Bands an, die sich trotzdem keine goldene Nase dabei verdienen werden. Die Idee bringt Konzeptalben hervor und auch wieder nicht - wenn wir mal ehrlich sind, kann ein Zusammenwirken von über 30 Bands kaum ein homogenes Konzept auf die Beine stellen; somit steht eine solche Box mit 3-4 CDs in etwa auf einer Stufe mit einem Stapel von Magazin-Beigaben-CDs. Die Idee bringt leckere Raritäten-Songs der beteiligten Bands auf den Markt - und auch wieder nicht, denn ob sich innerhalb der obligatorischen Auftrags-Bedingungen des Konzepts noch wahre Kreativität entfalten kann, mag mal dahingestellt bleiben: wenn z.B. eine Band wie Nemo, die entscheidende Akzente im modernen Neoprog gesetzt hat, plötzlich Retroprog wie vom Hofe des Crimson King spielt, weil das Konzept es so will, dann wage ich zu bezweifeln, dass ich darin den echten Geist der Musik dieser Band zu hören bekomme. Halbwegs böse Zungen könnten doch behaupten, dass diese Musea-Colossus-Idee vor allem absichtliches Restmaterial von nie geplanten Band-Alben produziert, allenfalls gut genug für uninspiriertes Bonusmaterial, das nur nicht mehr als Resteverwertung erkannt wird, wenn es in Form einer 4-CD-Box daherkommt.

So weit die fiktiven bösen Zungen - jetzt kommen die guten zu Wort: die andere Seite ist nämlich die, dass mir diese Colossus-Reihe dabei geholfen hat, Bands kennen zu lernen, deren Namen mir bisher wenig gesagt haben. Hinzu kommt, dass positive Entwicklungen mancher Bands über solche Wege deutlich werden können: der "Dante" präsentiert beispielsweise einen neuen Track von "Little Tragedies", einer Band, an der ich bisher gar nichts Gutes gefunden habe, aber dieser neue Track ist deutlich besser als mein bisheriges Bild der Band, so dass ich Lust darauf bekommen könnte, neueres Material von denen zu hören. Das heißt, diese Idee mag zwar keine echten Konzeptalben hervorbringen, aber trotzdem entsteht hier eine Plattform, auf der sich weniger bekannte Bands präsentieren können; bleibt zu hoffen, dass diese Bands es schaffen, die Hörer davon zu überzeugen, dass sie mehr können als sich in das Korsett eines vorgegebenen Konzepts zu pressen.

Auch andere Highlights hat die Box zu bieten, etwa Songs von Willowglass, Nexus, Flamborough Head, Sinkadus, Nathan Mahl, Brighteye Brison (diese in gewohnter Qualität); ferner von Simon Says, Ars Nova, Lady Lake (diese vielleicht etwas überraschend einseitig auf Retro getrimmt, also nicht ganz so, wie wir sie sonst kennen), und auch ein paar Überraschungen in Form von mir bisher unbekannten Bands habe ich entdecken können, z.B. Nuova Era, Yesterdays, Atlantis 1001, Wicked Minds, Corte Aulica, De Rossi e Bordini.

Aber nicht alles spricht mich an, was hier zum Kennenlernen bereitsteht, denn (wie schon öfters auf diesen Samplern) finden sich gelegentlich Bands, die einen Stil pflegen, der ganz mediterran irgendwo zwischen Retroprog, Kammermusik und italienischer Oper liegt; Beispiele für diesen Stil sind die Bands Greenwall und Garmond, aber eben nur Beispiele, die ich anführe, damit der Leser vielleicht ahnt, in welche Richtung das geht. Keineswegs will ich diese Bands kritisieren, denn sie können nichts dafür, dass mir der Background fehlt, mit dem ich sie richtig zu schätzen lernen könnte - gemessen an meinen Hörgewohnheiten ist deren Musik etwas, womit man mich jagen kann.

Trotzdem bereue ich die Anschaffung dieser Aufnahme keineswegs: aus den vier CDs (mit vielem darauf, was mir nicht gefällt) könnte ich mir mühelos ein prall-persönliches Doppelalbum aus Highlights zusammenstellen, die mir alle gefallen - was sicherlich schon mal bedeutet, dass dieser Sampler wieder einmal die typischen Retro-Fans gut bedient. Wer jedoch Kontinuität sucht oder gar die Illusion eines echten Konzeptalbums, der ist bei dieser neuen Veröffentlichungen von Colossus-Musea noch mehr auf der falschen Fährte als bei ihren bisherigen Releases.

Anspieltipp(s): Der Track 3 von Little Tragedies: Die Grundstruktur erinnert an "Stream of consciousness" von Dream Theater, aber in dem Retro-Gewand ist alles ganz anders: ein echter Hinhörer!
Vergleichbar mit: Meinetwegen hätte das Album auch 'Kalevala II' heißen können: der Inhalt mag ganz anders sein, die Musik nicht...
Veröffentlicht am: 26.5.2009
Letzte Änderung: 22.1.2013
Wertung: keine Sinnvollerweise müsste man jeden Track einzeln bewerten und das Ergebnis durch 34 teilen - zu viel Arbeit und zu wenig brauchbare Information lägen darin...;-)

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 3)


Anlässlich des Erscheinens des dritten und letzten Teils der Dante'schen Komödie bei Musea hier ein paar Ergänzungen zu den obigen Ausführungen des Kollegen, dessen Meinung ich vielfach teile. Aufgreifen möchte ich einige Kritikpunkte, die aus meiner Sicht zu relativieren sind.

Auch wenn die an Colossus-Projekten teilnehmenden Bands/Künstler sich keine "goldene Nase" verdienen werden, so steigert ein bei der ohnehin dem puren Kommerz eher etwas abgeneigten Prog-Hörerschaft gut ankommender und in Erinnerung bleibender Track sicher den Bekanntheitsgrad - immerhin auch schon etwas, sozusagen ein Hinweis auf andere Produktionen. Beispiele hierfür sind unter anderen Yesterdays und einige italienische Bands.

Die vielleicht bei Inferno noch nicht so deutlich erkennbare Homogenität des Konzeptes wird später bei den Teilen 2 und 3 auch dadurch erzielt, dass viele Bands mehrfach Titel beisteuern, was dem Ganzen eine gewisse stilistische Kontinuität verleiht. Anders als bei den Spaghetti Epics (auch 3 Teile) ist hier das "große Ganze" gegenwärtig und diese Eigenheit hebt für meinen Geschmack die Dante-Trilogie ganz entscheidend positiv von den anderen Themen-Alben aus der Colossus-Reihe ab.

Dass sich die Bands durch die Unterwerfung für das Projekt vom eigenen Stil entfernen, kann ich bis auf wenige Ausnahmen nicht bestätigen. Den Beweis treten diverse Künstler schon dadurch an, dass einige Projekt-Tracks auch auf deren regulären Outputs Platz finden, die dort keineswegs wie Fremdkörper wirken.

Mir gefällt Vieles von dem, was auf Inferno geboten wird, nur ganz Weniges missfällt mir derart, dass die Skip-Taste zum Einsatz kommt. Und auf den beiden anderen Teilen der Trilogie ist es nicht anders.

Bewertet werden kann tatsächlich nur das vorliegende Gesamtwerk: ich finde es "gut" und empfehle es allen Retro-Fans, für die Prog nicht abwechslungsreich genug klingen kann. Viel Spaß beim Entdecken!

Anspieltipp(s): mein Favorit: 4.7
Vergleichbar mit: Purgatorio und Paradiso natürlich!
Veröffentlicht am: 13.1.2011
Letzte Änderung: 22.1.2013
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Drei Boxen, zwölf CDs, über 30 Bands, insgesamt etwa 13 Stunden Musik - wie nähert man sich so einem Werk? Ich weiß ja nicht, wie die Kollegen es gemacht haben, aber bei mir lagen die drei Boxen zwei Jahre lang ungehört im Regal. Was tun mit so einem Mammutprojekt?

Wieso hab ich mir das eigentlich überhaupt gekauft?!?

Weil es Prog ist. Mehr noch: Es ist die Essenz von Prog! Die Vertonung eines klassischen literarischen Werks in Form dreier Boxen, auf zwölf CDs, durch über 30 Bands, insgesamt etwa 13 Stunden Musik - es gibt Bands, die mit Orchester touren und Progshows auf Eis? Vergesst es, proggiger als das hier wird's nicht.

Also hab' ich neulich beim Prog-Stammtisch Rhein-Main-Neckar mal in die Runde gefragt, wer von den ganzen Nerds spinnert genug wäre, sich das Ganze von vorn bis hinten an zutun. An einem einzigen Tag. Und wisst Ihr was? Wir waren zu sechst! Sieben mit dem Lino. Sind schon Spinner, wir Proghörer.

Und jetzt? Können wir sagen, wir waren dabei. Mit Bier und Cola, mit Pizza und Alnatura-Cräckern. Wir haben durchgehalten, bis zum Schluss von zehn Uhr in der Früh bis nachts um elf! We did it!

Und es war geil!

Naja, wir waren geil. Die Musik war - so mittel. Aber von vorn. Der Anfang war die Hölle. Nicht weil die Musik schlecht war, sondern weil Dante Alighieris Commedia in der Hölle beginnt. Und da gibt es Leute, die ihre eigenen Exkremente fressen müssen, naja, Hölle eben. Und so war auch die Musik! Es ging gleich so rrrrichtig zur Sache, gut so, denn das frühe Aufstehen an einem Samstag, Einkaufen, Recyclinghof, das hatte Kraft gekostet. Nuovo Era kickstarteten das ganze Unternehmen standesgemäß, weitere Highlights hießen, nicht immer überraschend, Brighteye Brison, Ars Nova, Ozone Player, Sinkadus, Advent und Tempano. Überrascht war ich von dem italienischen Projekt Garamond, die mit "Canto XVI" den Höhepunkt der ersten Box markierten, und vom Contrappunto Project, das einen angenehm aus dem Rahmen fallenden Track beisteuerte.

Insgesamt war ich positiv überrascht, denn von den Colossus-Projekten bin ich eigentlich deutlich mittelmäßigeres gewohnt. Vielleicht war es ja das Thema "Inferno", das die (üblichen Colossus-) Bands dazu bewegte, sich mal ein bisschen mehr reinzuhängen? Immerhin ist es verdammt heiß in der Hölle!

Gegen 14.30 Uhr war die erste Box gehört und es ging ohne Pause weiter mit...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.1.2013
Letzte Änderung: 23.1.2013
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Colossus Projects (Finnland)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Kalevala - A Finnish Progressive Rock Epic 11.00 1
2004 The Spaghetti Epic - Six Modern Prog Bands For Six ´70 Prog Suites 9.00 1
2005 Colossus Of Rhodes 10.00 1
2005 Odyssey - The Greatest Tale 9.00 1
2006 The 7 Samurai - The Ultimate Epic 8.50 2
2009 The Spaghetti Epic 2: The Good, The Bad And The Ugly 10.00 1
2009 Dante's Purgatorio - The Divine Comedy Part II 10.50 2
2010 Dante's Paradiso - The Divine Comedy Part III 10.00 2
2010 The Spaghetti Epic 3: The Great Silence 11.00 1
2016 Decameron – Ten days in 100 novellas – Part III 11.00 1

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