Geoffrey Downes
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Bemerkungen
Geoffrey (oder Geoff) Downes, der aus einer musikalischen Familie stammte, begann schon als Kind, sich mit Tasteninstrumenten zu beschäftigen. Er spielte in den frühen 70ern in lokalen Bands, studierte dann aber zunächst klassische Musik und Jazz an der Musikhochschule in Leeds. Seine erste Band, die überregional bekannt wurde, war She's French.
Nach Abschluss seines Studiums schlug sich Downes zunächst als Session-Keyboarder in London durch, komponierte Werbejingles und spielte in einigen mehr oder weniger bekannten Bands. Beim Vorspielen für die Band von Popsängerin Tina Charles traf er schließlich 1976 auf Trevor Horn. Die beiden gründeten dann zusammen mit Bruce Woolley, Thomas Dolby (genau der) und Hans Zimmer (genau der) die Band Camera Club, die sich 1979, nach dem Weggang von Dolby und Zimmer, in "The Buggles" umbenannte. Der Rest ist Geschichte, wie man so sagt: Die Debütsingle "Video Killed The Radio Star" wurde ein Welterfolg und das Video dazu war der erste jemals auf MTV gezeigte Videoclip. Es folgten zwei Alben: "The Age Of Plastic" (1980) und "Adventures in Modern Recording" (1981).
Als Yes 1980 ins Straucheln gerieten, wurden Downes und Horn kurzerhand in die Band getrickst (die Buggles waren bei demselben Manager unter Vertrag wie Yes). Gemeinsam veröffentlichten sie das Album "Drama" (1980) und ging auf Tournee. Horns Stimme war jedoch für das Live-Setting nicht geschaffen, er zog sich aus der Band zurück und wurde in den darauffolgenden Jahren zu einem der erfolgreichsten Produzenten weltweit.
Yes-Gitarrist Steve Howe tat sich nach der Auflösung von Yes mit dem Bassisten und Sänger John Wetton zusammen. Als nächstes stieß ELP-Schlagzeuger Carl Palmer zu der Band und regte in weiser Voraussicht der 80er Jahre an, noch einen Keyboarder aufzunehmen. Howe schlug daraufhin Geoff Downes vor - der Rest ist Geschichte, wie man so sagt: Asia feierte in den nächsten Jahren Welterfolge.
1985, nach der "Astra"-Tour, löste sich Asia jedoch auf. Downes produzierte daraufhin Anfang 1986 das erste Album von Steve Howes neuer Band GTR. Auch ein zweites Album wurde 1987 von Downes produziert, es blieb allerdings bis heute unveröffentlicht. Gleichzeitig schrieb er mit Asia-Sänger Wetton neue Songs, allerdings ohne ein neues Projekt konkret ins Auge zu fassen.
1986 veröffentlichte Downes dann sein erstes Soloalbum, "The Light Program", das fünf mehrteilige Instrumental-Suiten enthält und als eins der besten Solo-Alben aus dem Yes-/Asia-Umkreis gilt. "The Light Program" ist ein echtes Soloalbum: Downes spielte sämtliche Instrumente und produzierte das Album in Eigenregie.
Es folgten chaotische Jahre: 1986/87 scheiterte eine Idee, aus dem Thema des Buggles-Hits "Video killed the Radio Star" ein Musical zu machen. 1987 versuchten Wetton und Downes, Asia mit dem Schlagzeuger Michael Sturgis und dem ex-Thin Lizzy-Gitarristen Scott Gorham wiederzubeleben, als dies mißlang, taten sich Downes, Sturgis und Gorham mit Phil Spalding, dem ehemaligen Bassisten, und Max Bacon, dem ehemaligen Sänger von GTR zusammen, um Songs für ein Projekt namens "Rain" zu schreiben. Auch dieses Projekt wurde nie fertiggestellt. Mit dem ebenfalls beteiligten Sänger und Bassisten John Payne, der später zu "Rain" dazugestoßen war, sollte Downes allerdings einige Jahre später die Neuauflage von Asia aus der Taufe heben, die dann auch einige der 87er-Asia und der "Rain"-Stücke einspielte. Die Songs "Moon under Water" und "Satellite Blues", die ebenfalls in dieser Zeit entstanden waren, erschienen zudem auf Downes' Solo Album "Vox Humana" (1993).
Auch einem neuen Supergroup-Projekt mit Beteiligung Downes' war kein Glück beschieden: Unter dem Namen "Ride the Tiger" taten sich Downes, der ehemalige King-Crimson-Schlagzeuger Michael Giles und der frühere Asia- und ELP-Sänger Greg Lake zusammen. Die einjährige Zusammenarbeit erbrachte zwar acht neue Songs, die sind allerdings nur auf Asia, ELP- oder Greg-Lake-Alben zu finden oder gar bis heute unveröffentlicht geblieben.
Ende 1989 reformierten Downes, Wetton und Palmer Asia, der Erfolg bleib allerdings aus: Ende 1990 fiel die Band, wie es schien, endgültig auseinander.
1991 arbeitete Downes dann mit dem Ex-Deep-Purple-Sänger Glenn Hughes an Demos für ein Soloalbum Hughes', das am Stil Michael Boltons ausgerichtet war. Es blieb allerdings bei den Demos: die Aufnahmen ("The Work Tapes") wurden erst 1998 veröffentlicht.
1991 gründete Downes dann mit John Payne Asia neu und die beiden betrieben die Band als eine Art Duo mit einigen anderen, seither ständig wechselnden Musikern, bis es Mitte 2006 zur Reformierung der Asia-Urbesetzung kam.
Neben seiner Arbeit für Asia veröffentlichte Downes weiterhin Soloalben: Auf "Vox Humana", das neben einigen "Rain"-Stücken auch einige Coverversionen enthielt (z. B. "Video Killed the Radio Star" und "Plastic Age" von den Buggles oder "White Car" von Yes) folgte das Coveralbum "Evolution" (1993, u. a. mit Songs von Toto, The Moody Blues, Foreigner, Procol Harum, Led Zeppelin und Kansas), 1999 erschien "The World Service", 2003 die Ambient-Scheibe "Shadows And Reflections", zuletzt folgten "The Collection" (2003, eine Best-of-Downes-Kompilation) und das Live-Album "Live at St. Cyprian's".
2005 taten sich Downes und Wetton unter dem Namen "Icon" zusammen. Seither veröffentlichen die beiden regelmäßig Studio- und Live-Alben. Seit 2006 ist Downes gleichzeitig Mitglied der in Originalbesetzung reformierten Asia.
(Nik Brückner)
Personell verwandte Bands (Pfadfinder)
Asia; Icon; John Wetton & Geoffrey Downes; Yes
Alle besprochenen Veröffentlichungen von Geoffrey Downes
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